
Das Klima
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- 12 Oct 2026
Sobre el podcast
Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Darum ist es nötig, dass möglichst viele Menschen über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen. Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht regelmäßig sogenannte “Sachstandsberichte” die das jeweils aktuelle Wissen zur Klimakrise zusammenfassen. Diese tausenden Seiten sind schwere Lektüre, die wir euch mit diesem Podcast ersparen wollen. Das gleiche gilt für die vielen anderen neuen Erkenntnisse der Klimaforschung. In jeder Folge wird aktuelle Forschung rund um die Klimakrise so vermittelt, dass sie auch ohne Studium der Klimawissenschaft verständlich sind. Ein Podcast von Florian Freistetter (Astronom und Autor) und Claudia Frick (Meteorologin und Professorin für Wissenschaftskommunikation). Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Episodios 182
DK181 - Kosmische Strahlung und die Klimakrise
Und: Seit wann wissen wir, dass Henrik Svensmark nicht recht hat? DK181 - Kosmische Strahlung und die Klimakrise Und: Seit wann wissen wir, dass Henrik Svensmark nicht recht hat? "Das Klima”, der Podcast zur …
Notas del episodio
Und: Seit wann wissen wir, dass Henrik Svensmark nicht recht hat?DK181 - Kosmische Strahlung und die Klimakrise
Und: Seit wann wissen wir, dass Henrik Svensmark nicht recht hat?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 181 ist Eva zu Gast. Sie hat vor kurzen ihr Astronomiestudium beendet mit einer Arbeit über die Hypothese, dass die Sonnenaktivität und die kosmische Strahlung die wahre Ursache für die Klimakrise sind. Sie hat sie nicht widerlegt - wir wissen schon lange, dass sie falsch ist. Aber Eva hat untersucht, wie sich der wissenschaftliche Konsens ausgebildet hat, seit wann wir wissen, dass das nicht stimmt und was wir dabei trotzdem gelernt haben.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Kosmische Strahlung und Klimakrise
1998 hat der dänische Physiker Henrik Svensmark folgende Hypothese aufgestellt: Aus dem Weltall kommt galaktische kosmische Strahlung auf die Erde. Diese Strahlung kann das Ausmaß der Wolkenbildung und damit das Erdklima beeinflussen. Die Menge an galaktischer kosmischer Strahlung wiederum die uns erreicht, wird durch die Sonnenaktivität beeinflusst. Also: Die Sonnenaktivität steuert das Klima der Erde und nicht so sehr die menschengemachten Treibhausgase. Heute wissen wir, dass das so nicht stimmt. Aber es hat eine Zeit lang gedauert, bis wir das herausgefunden haben. Wie lange es gedauert hat, wann wir einen Konsens erreicht haben und wodurch: Darüber hat Eva Freistetter ihre Bachelorarbeit geschrieben (“Modulation der galaktischen kosmischen Strahlung durch Sonnenaktivität und ihr Einfluss auf die Wolkenbedeckung der Erde”) und weil sie in dieser Folge zu Gast ist, erzählt sie davon.
Bücher
Eva hat mit ihren Kolleginnen vom Cosmic Latte Podcast auch ein Buch geschrieben. Es heißt “Auf einen Kaffee im All” und sie ist Chefin der Podcastproduktionsfirma Space Monkey Produktion.
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
Hinweis zur Werbung und Unterstützung
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an [email protected]. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
Instagram Florian| Facebook Florian| Instagram Claudia
Bluesky Florian| Bluesky Claudia
DK180 - Live von der Reallaborkonferenz
Und: Wer hat die unpopular Opinion! DK180 - Live von der Reallaborkonferenz Und: Wer hat die unpopular Opinion! "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des …
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Und: Wer hat die unpopular Opinion!DK180 - Live von der Reallaborkonferenz
Und: Wer hat die unpopular Opinion!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 180 nimmt euch Claudia mit zu einer Konferenz über Reallabore. Dort wird diskutiert, wie man Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenbringen kann - und es passiert noch sehr viel mehr. Kommt mit, es wird spannend.
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Reallaborkonferenz 2026
Die Reallaborkonferenz 2026 hat von 16. bis 17. September in Leverkusen stattgefunden. Claudia war dabei, weil sie mit dem Projekt Co-Site genau in diesem Feld arbeitet. Was Reallabore mit dem Klima zu tun haben, könnt ihr in Folge 165 unseres Podcastst nochmal nachhören und in der aktuellen Folge erfahrt ihr, was alles passiert, wenn sich die Leute zu einer Konferenz treffen, die mit solchen Reallaboren arbeiten.
Ihr hört Sylvia Heuchemer, die Hochschulpräsidentin der TH Köln, Carla Frohn, die u.a. Teil des Organisationsteams der Konferenz ist, genau so wie Larissa Müller und beide erzählen, was es alles zu tun gibt bei so einer Konferenz. Und Markus Egermann ist Wissenschaftler am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung und erzählt, was man bei dieser Konferenz lernen konnte.
Bücher
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DK179: Kurz erklärt: Was ist El Niño?
Und: Was macht El Niño mit der Klimakrise? DK179: Kurz erklärt: Was ist El Niño? Und: Was macht El Niño mit der Klimakrise! "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten …
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Und: Was macht El Niño mit der Klimakrise?DK179: Kurz erklärt: Was ist El Niño?
Und: Was macht El Niño mit der Klimakrise!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 179 geht es um El Niño. Dieses Phänomen spielt eine wichtige Rolle in der Klimakrise und kann Extremwetterereignisse verstärken. Was genau “El Niño” ist und wie es entsteht erklären wir kurz und knapp in dieser Folge.
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El Niño
Der kommende El Niño wird stark, sagt die Wissenschaft. Aber was ist ein El Niño eigentlich? Ein sehr komplexes Wechselspiel aus Luft und Meeresströmungen, das sich zwischen Südamerika und Südostasien abspielt, und trotzdem Auswirkungen auf die gesamte Erde hat. In dieser Folge erklären wir das Phänomen kurz, aber hoffentlich trotzdem verständlich.
Bücher
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DK178 - Dinge in Zeiten der Hitzewelle
Und: Wir wollen mehrSchatten! DK178 - Dinge in Zeiten der Hitzewelle Und: Wir wollen mehrSchatten! "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats …
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Und: Wir wollen mehrSchatten!DK178 - Dinge in Zeiten der Hitzewelle
Und: Wir wollen mehrSchatten!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 178 wird es heiß. Nicht nur uns, sondern auch allen anderen Dingen: Handys, Autos, Fahrräder, Straßen, und so weiter. Was dann passiert und wie sich die Dinge um uns verhalten, wenn es heiß wird, diskutieren wir in der neuen Folge.
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Heiße Sachen
Claudia gibt uns in dieser Folge einen kurzen Überblick über Dinge, die heiß werden. In einer Hitzewelle ist nicht nur die Luft heiß: Viele andere Sachen heizen sich noch viel weiter auf. Zum Beispiel unsere Handys. Oder Fahrradsättel und Autolenkräder, genau so wie die Straßen oder das Wasser in Gartenschläuchen. Unsere Welt ist nicht für solche Hitzewellen gemacht, wie sie die Klimakrise bringt und was das bedeutet, diskutieren wir in dieser Folge.
Bücher
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DK177 - Victor Gruen, der unglückliche Erfinder der Einkaufszentren
Und: Wir wollen mehr Fußgängerzonen! DK177 - Victor Gruen, der unglückliche Erfinder der Einkaufszentren Und: Wir wollen mehr Fußgängerzonen! "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir …
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Und: Wir wollen mehr Fußgängerzonen!DK177 - Victor Gruen, der unglückliche Erfinder der Einkaufszentren
Und: Wir wollen mehr Fußgängerzonen!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 177 gehen wir shoppen und schauen auf das Leben des österreichischen Architekten Victor Gruen, der in den USA das Einkaufszentrum erfunden hat und damit nicht wirklich glücklich geworden ist. Warum seine Idee aus Klimasicht aber trotzdem schlau sind, erklären wir in der aktuellen Folge.
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Victor Gruen und das Einkaufszentrum
Einkaufszentren stehen heute überall und vor allem in den USA haben sie sehr stark zur Bodenversiegelung und Dominanz des motorisierten Individualverkehrs beigetragen. Erfunden wurde das Einkaufszentrum von Victor Gruen, der aber eigentlich etwas ganz anderes im Sinn gehabt hat und bis an sein Lebensende gute Idee für - aus heutiger Sicht - klimafreundliche Städte gehabt hat.
Den ausführlichen Artikel des Wien-Museums gibt es hier und Infos zum Film “Der Gruen-Effekt” gibt es hier.
Bücher
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DK176 - Der Klima-Brettspielabend
Und: Wir feiern Geburtstag! DK176 - Der Klima-Brettspielabend Und: Wir feiern Geburtstag! "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und …
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Und: Wir feiern Geburtstag!DK176 - Der Klima-Brettspielabend
Und: Wir feiern Geburtstag!
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 176 wird gespielt. Claudia hat sich das Klima-Brettspiel “Daybreak” angesehen und berichtet von ihren Erfahrungen und von der Erforschung der Klimaspiele. Außerdem feiern wir mit dieser Folge unseren 5jährigen Podcastgeburtstag.
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Klimabrettspiele
Claudia war zu Gast im Podcast “Die Wissensarchitekt_innen” und hat dort über Spiele geredet. Und das macht sie in dieser Folge auch. Es geht um das Spiel Daybreak, bei dem man kooperativ eine Welt ohne Emissionen bauen soll. Das funktioniert auch, man lernt viel dabei und es macht sogar Spaß. Mehr Wissenschaft über Klimaspiele gibt es in dieser Forschungsarbeit.
Bücher
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DK175 - Was bringt ein Tempolimit?
Und: Warum haben wir es so eilig? DK175 - Was bringt ein Tempolimit? Und: Warum haben wir es so eilig? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des …
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Und: Warum haben wir es so eilig?DK175 - Was bringt ein Tempolimit?
Und: Warum haben wir es so eilig?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 175 treten wir auf die Bremse. Wir werfen einen Blick auf die Debatte um das Tempolimit. Denn wenn wir alle ein wenig langsamer fahren würde, wäre das gut für das Klima und für viele andere Sachen auch noch. Und die negativen Folgen wären längst nicht so dramatisch, wie viele denken.
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Tempolimit
Eine Studie des Umweltbundesamt hat geschaut, wie viel Zeit man durch ein Tempolimit verliert: Im Schnitt 0,2 bis 3 Minuten pro Tag.
Das BAST hat in einer Studie 2025 berechnet, dass man mit einem Tempolimit von 130 auf der Autobahn circa 1,3 bis 4,2 Millionen Tonnen Emissionen sparen könnte. In Österreich kommt eine Studie auf ein Einsparungspotenzial von ca. 250.000 bis 600.000 Tonnen pro Jahr.
Für Deutschland entspricht das den Jahresemissionen von 354.000 bis 1,42 Mio. durchschnittlich genutzten Pkw; in Österreich sind es 116.000 bis 280.000 Pkws.
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DK174 - Fußball in Gefahr
Und: Wer macht die ersten Klima-Fangesänge? DK174 - Fußball in Gefahr Und: Wer macht die ersten Klima-Fangesänge? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des …
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Und: Wer macht die ersten Klima-Fangesänge?DK174 - Fußball in Gefahr
Und: Wer macht die ersten Klima-Fangesänge?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 174 geht es um Fußball. Der Bericht “Pitches in Peril” hat untersucht, wie die Klimakrise den Fußball beeinflussen wird. Von der Weltmeisterschaft bis hin zu den Bolzplätzen sieht es schlecht aus für die Zukunft des Sports. Und auch die Fans haben die Lage noch nicht wirklich erkannt.
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Pitches in Peril
Aktuell ist die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in vollen Lauf und es ist das schmutzigste Turnier aller Zeiten
Dass die Klimakrise auch für den Fußball relevant ist, hat der Bericht Pitches in Peril mehr als deutlich herausgestellt. Dort, wo jetzt gerade die WM ausgetragen wird, wird man 2050 nur noch in wenigen Stadien sicher Fußball spielen können. Dasselbe gilt auch für die vielen kleinen Fußballplätze überall auf der Welt. Und die Fußballfans merken zwar jetzt schon den Einfluss, den die Klimakrise auf ihren Sport hat - verbinden die Probleme aber noch nicht mit dem Klima. Klar ist nur: Wenn auch in den nächsten Jahrzehnten Fußball so gespielt werden soll wie jetzt, muss sich etwas ändern.
Bücher
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DK173 - Stoppt das Wirtschaftswachstum
Und: Was kommt danach? DK173 - Stoppt das Wirtschaftswachstum Und: Was kommt danach? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den …
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Und: Was kommt danach?DK173 - Stoppt das Wirtschaftswachstum
Und: Was kommt danach?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 173 geht es um die Wirtschaft. Sie muss immer wachsen; zumindest funktioniert so die Welt in der wir leben. Aber Wachstum kann es nicht ewig. Und was kommt nach dem Ende Wachstum: Wenn wir uns anstrengen, eine bessere Welt für alle, die noch dazu klimafreundlich ist.
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Post-Growth und die globalen Grenzen
In unserem derzeitigen Wirtschaftssystem braucht es ständiges Wachstum. Das kollidiert aber nicht nur mit den globalen Grenzen, sondern auch mit dem Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Und, wie eine aktuelle Forschungsarbeit zeigt: Auch nach dem Wachstum kann es sinnvoll weiter gehen. Wir müssen das Ende des Wirtschaftswachstum, das früher oder später kommen wird, nur sinnvoll planen.
Mehr zum Thema gibt es auch beim Global Justice Report und im Guardian
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DK172 - Greenwashing in der Fleisch- und Milchindustrie?
Und: Welche Hafermilch ist am besten? DK172 - Greenwashing in der Fleisch- und Milchindustrie? Und: Welche Hafermilch ist am besten? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den …
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Und: Welche Hafermilch ist am besten?DK172 - Greenwashing in der Fleisch- und Milchindustrie?
Und: Welche Hafermilch ist am besten?
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In Folge 172 gibt es was zu essen. Wir schauen uns eine Studie an, die Greenwashing in der globalen Fleisch- und Milchindustrie untersucht hat. Denn das ist etwas, was erstaunlich häufig ist. Wie häufig es stattfindet und was das bedeutet, erfahrt ihr in der neuen Folge.
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Greenwashing in der Fleisch- und Milchindustrie?
Würden wir weniger Fleisch- und Milchprodukte essen, wäre das super für das Klima. Aber das fällt manchen Menschen schwer. Könnte man nicht also einfach “klimafreundliche” Produkte herstellen? Das behaupten zumindest viele Firmen - aber wie verlässlich sind deren Behauptungen zum Klimaschutz. Die Arbeit “Environmental claims, climate promises, and ‘greenwashing’ by meat and dairy companies” hat genau das untersucht und die 35 größten Fleisch/Milchkonzerne der Welt analysiert. Das Resultat: 98% der Aussagen, die von ihnen zum Klimathema getroffen wurde, sind Greenwashing. Nur 20 von 1233 Aussagen waren neutral und überprüfbar korrekt - allerdings auch nicht hilfreich in Sachen Klimaschutz. Das Fazit: Es braucht bessere Gesetze und mehr Klagen.
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DK171 - Ab wann wird Hitze tödlich?
Und: Wie kriegen wir mehr Schatten in die Welt? DK171 - Ab wann wird Hitze tödlich? Und: Wie kriegen wir mehr Schatten in die Welt? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den …
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Und: Wie kriegen wir mehr Schatten in die Welt?DK171 - Ab wann wird Hitze tödlich?
Und: Wie kriegen wir mehr Schatten in die Welt?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 171 wird es heiß. Wir diskutieren über eine neue Arbeit, in der untersucht wird, ab wann Hitze wirklich tödlich für uns wird. Denn bisherige Modelle haben das ein wenig unterschätzt. Tatsächlich sind Hitzewellen viel gefährlicher für uns als wir gedacht hatten.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Hitzewellen sind tödlicher als gedacht
Bisher galt: Wenn die sogenannte “Wet Bulb Temperatur”, also eine Kombination aus Hitze und Luftfeuchtigkeit, über 35 Grad steigt, ist das tödlich für uns, wenn wir zu lange im Freien sind. Das berücksichtigt aber nicht das Alter und die Physiologie der Menschen. Eine neue Arbeit hat sich das genauer angesehen und einige der tödlichen Hitzewellen der Vergangenheit untersucht, die eigentlich viel weniger Todesopfer forden hätten sollen. Mit dem neuen Modell wird allerdings klar, was hier passiert ist. Und es wird auch klar, was man in Zukunft tun muss, um sich gegen die Hitze zu wapnen: Nämlich für mehr Schatten sorgen!
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
Hinweis zur Werbung und Unterstützung
Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal.
Kontakt und weitere Projekte
Wenn ihr Fragen oder Feedback habt, dann schickt uns einfach eine Email an [email protected]. Alle Folgen und alle Shownotes findet ihr unter https://dasklima.fm.
Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
Ansonsten findet ihr uns in den üblichen sozialen Medien:
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Bluesky Florian| Bluesky Claudia
DK170 - Wer kriegt die Klima-Keile?
Und: Welche Instrumente zur Lösung der Krise haben wir? DK170 - Wer kriegt die Klima-Keile? Und: Welche Instrumente zur Lösung der Krise haben wir? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise …
Notas del episodio
Und: Welche Instrumente zur Lösung der Krise haben wir?DK170 - Wer kriegt die Klima-Keile?
Und: Welche Instrumente zur Lösung der Krise haben wir?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 170 gibt es Keile. Keine Sorge, wir kriegen uns nicht die Haare und verprügeln auch niemanden. Aber das Konzept der “Klimakeile” ist ein interessanter Ansatz, um bei der Lösung der Klimakrise die richtigen Wege zu wählen. Was das genau ist, diskutieren wir in dieser Folge.
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Was sind Klima-Keile?
Die Klimakrise ist ein vielfältiges Thema, aber im Zentrum steht eine entscheidende Frage: Wie können wir die globale Erwärmung begrenzen, idealerweise auf 1,5 Grad? Eine neue Studie mit dem Titel “Democratizing climate change mitigation pathways using modernized stabilization wedges” greift dafür das Konzept der sogenannten Klimakeile auf, das bereits 2004 mit der Arbeit bekannt wurde ([“Stabilization Wedges: Solving the Climate Problem for the Next 50 Years with Current Technologies”]https://doi.org/10.1126/science.1100103)), hier gibt’s ein pdf). Statt wie bisher vor allem komplexe Integrated Assessment Models zu verwenden, die Klima-, Energie- und sozioökonomische Modelle kombinieren, konzentriert sich der Ansatz auf konkrete einzelne Maßnahmen. Jeder „Keil“ steht dabei für eine bestimmte Form der Emissionsminderung und spart bis 2050 jährlich rund zwei Gigatonnen CO2-Äquivalente ein, also etwa vier Prozent der heutigen globalen Emissionen. Klimaschutz erscheint dadurch nicht mehr als abstrakte Emissionskurve, sondern als Bündel parallel laufender Lösungen. Nicht eine einzige Technologie soll die Krise lösen, sondern viele unterschiedliche Maßnahmen gemeinsam.
Wie so ein Klima-Keil aussieht, kann man sich in dieser Abbildung ansehen.
Die Studie identifiziert insgesamt 36 solcher Klimakeile, die sich auf fünf große Bereiche verteilen: saubere Stromerzeugung, Industrie und Brennstoffe, Verkehr, Gebäude sowie Landnutzung und Ernährung. Dazu gehören etwa der Ausbau von Wind-, Solar- und Kernenergie, Wasserstoff in der Stahlproduktion, Elektroautos, Wärmepumpen, weniger Lebensmittelverschwendung oder die Wiederaufforstung von Wäldern. Hier ist die vollständige Liste:
- Windenergie ausbauen
- Solarenergie ausbauen
- Kernenergie ausbauen
- Gas statt Kohle
- Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidung (CCS)
- Gaskraftwerke mit CO2-Abscheidung
- Bioenergie mit CO2-Abscheidung (BECCS)
- CO2-Abscheidung in Zementwerken
- Wasserstoffbasierte Stahlproduktion
- Elektrische Stahlproduktion
- Emissionsarme Chemieproduktion
- Grüner Wasserstoff
- Methanemissionen aus Öl- und Gasförderung reduzieren
- Fluorierte Kältemittel (HFCs) ersetzen oder zerstören
- Direct Air Capture (CO2 direkt aus der Luft entfernen)
- Effizientere Autos (weniger Kraftstoffverbrauch)
- Elektroautos
- Öffentliche Verkehrsmittel ausbauen
- Aktive Mobilität (Rad, Fuss, etc.)
- Nachhaltige Biokraftstoffe
- Flugverkehr reduzieren
- Güterverkehr dekarbonisieren
- Gebäudedämmung verbessern
- Wärmepumpen verbreiten
- Saubere Kochherde statt traditioneller Biomasseherde
- Fleischkonsum reduzieren
- Lebensmittelverschwendung halbieren
- Tropische Entwaldung reduzieren
- Tropische Wälder wieder aufforsten
- Temperierte Wälder wieder aufforsten
- Bäume auf Ackerflächen (Agroforst)
- Bäume auf Weideflächen
- Bodenkohlenstoff in der Landwirtschaft erhöhen
- Moore wiedervernässen
- Entwässerung von Mooren stoppen
- nachhaltiges Landmanagement zur Kohlenstoffbindung
Entscheidend ist dabei, dass nicht jede Maßnahme vollständig umgesetzt werden muss. Schon Teilfortschritte reichen aus, um einen einzelnen Keil zu erfüllen – etwa wenn ein Fünftel aller globalen Pkw-Kilometer elektrisch gefahren wird, die Hälfte der Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff erfolgt oder Lebensmittelverschwendung weltweit halbiert wird. Laut Studie existieren derzeit ungefähr 17 umgesetzte Klimakeile, was auf einen Erwärmungspfad von etwa 2,5 Grad bis 2100 hinausläuft. Für das 1,5-Grad-Ziel wären etwa 20 zusätzliche Keile notwendig, also eine massive Verdoppelung der Klimaschutzanstrengungen. Gleichzeitig eröffnet der Ansatz enorme Flexibilität: Die Kombinationen möglicher Maßnahmen gehen in die Billionen, wodurch unterschiedliche gesellschaftliche Prioritäten, Akzeptanzfragen oder regionale Besonderheiten berücksichtigt werden könnten.
Allerdings gibt es auch deutliche Kritik. Der Energieökonom Stefan Vögele vom Forschungszentrum Jülich sieht den Ansatz vor allem als Kommunikationsinstrument und weniger als präzises Analysewerkzeug. Wichtige Faktoren wie Kosten, Rohstoffverfügbarkeit, geopolitische Risiken oder Wechselwirkungen zwischen einzelnen Maßnahmen würden kaum berücksichtigt. Wenn etwa Elektroautos und Wärmepumpen stark ausgebaut werden, steigt gleichzeitig der Strombedarf – was wiederum einen schnelleren Ausbau sauberer Energiequellen erfordert. Auch der Transformationsforscher Nico Bauer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hält die Logik der Klimakeile für problematisch. In klassischen Klimamodellen würden zunächst politische Rahmenbedingungen wie CO2-Preise oder Emissionsgrenzen festgelegt, aus denen sich dann bestimmte Technologien ergeben. Der Wedge-Ansatz dagegen liste Technologien auf, ohne zu erklären, welche politischen Entscheidungen ihre Umsetzung tatsächlich erzwingen würden. Ohne entsprechende Gesetze und Anreize könne die Wirkung vieler Maßnahmen weitgehend verpuffen. Zudem bleiben praktische Fragen offen: Wie realistisch ist die weltweite Nachrüstung von Kohlekraftwerken mit CO2-Abscheidung? Wie viel Fläche steht überhaupt für Aufforstung oder Energiepflanzen zur Verfügung? Und welche wirtschaftlichen Folgen hätte eine drastische Reduktion des Flugverkehrs?
Trotz dieser Kritik sehen viele Forschende im Konzept einen wertvollen Beitrag zur öffentlichen Debatte. Als exaktes Planungsinstrument ist es vielleicht zu simpel, als Kommunikationshilfe aber sehr wirkungsvoll. Die Studie macht sichtbar, wie groß die Herausforderung tatsächlich ist und wie viele unterschiedliche Hebel es gibt, um Emissionen zu reduzieren. Letztlich bestätigt sie etwas, das Klimaforschende seit Jahren betonen: Die technischen Lösungen für den Klimaschutz sind größtenteils bekannt. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, sie auch umzusetzen. Oder anders gesagt: Die Welt verfügt über genügend Klimakeile – ob sie genutzt werden, ist vor allem eine politische Frage.
Eine Zusammenfassung der Arbeit und der Kritik dazu findet man hier beim Science Media Center.
Der Artikel der Riffreporter ist hier zu finden.
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DK169 - Darf man Witze machen über die Klimakrise?
Und: Wie bringt man Wissenschaft und Humor zusammen? DK169 - Darf man Witze machen über die Klimakrise? Und: Wie bringt man Wissenschaft und Humor zusammen? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der …
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Und: Wie bringt man Wissenschaft und Humor zusammen?DK169 - Darf man Witze machen über die Klimakrise?
Und: Wie bringt man Wissenschaft und Humor zusammen?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 169 wird es lustig. Wird diskutieren, ob man Witze über die Klimakrise machen darf und über ein Projekt aus Großbritannien, bei dem Forschende und Comedians im Sinne der Wissenschaftskommunikation zusammengearbeitet haben.
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Witze machen über die Klimakrise*
Es gibt mittlerweile einige Projekte, bei denen Wissenschaft mit Humor vermittelt wird. Florian zum Beispiel ist Teil der Wissenschaftskabarettgruppe Science Busters. Aber kann man über alles Witze machen? Wie schaut es mit dramatischen und drängenden Problemen wie der Klimakrise aus? Auch damit lässt sich Comedy machen - aber man muss es richtig machen! Wie das geht, haben Forschende aus Großbritannien in ihrer Arbeit “Climate change is (NOT) funny: Insights from a climate change comedy event” untersucht. Forschende und Comedians haben gemeinsam ein Comedy-Event auf die Beine gestellt, zu Themen der Klimakrise. Davon haben am Ende nicht durch die Forschenden profitiert, sondern auch die Comedians.
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DK168 - Die Welt erhitzt sich schneller als gedacht
Und: Wo ist der Meeresspiegel? DK168 - Die Welt erhitzt sich schneller als gedacht Und: Wo ist der Meeresspiegel? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des …
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Und: Wo ist der Meeresspiegel?DK168 - Die Welt erhitzt sich schneller als gedacht
Und: Wo ist der Meeresspiegel?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 168 geht es um zwei grundlegende Themen. Um die globale Erwärmung, die schneller voranschreitet als wir bisher dachten. Und um den Anstieg des Meeresspiegels, bei dem wir die Lage bisher auch unterschätzt haben.
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Die Welt erwärmt sich schneller als gedacht
2023 und 2024 waren die heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders 2024 sorgte für Aufmerksamkeit, weil die globale Durchschnittstemperatur erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau lag.
Schaut man auf die Entwicklung der globalen mittleren Oberflächentemperatur (Global Mean Surface Temperature, GMST), zeigt sich seit den 1970er Jahren ein konstanter Trend: Die Erde hat sich im Mittel um etwa 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt erwärmt. Natürlich verläuft dieser Anstieg nicht vollkommen glatt. Es gibt natürliche Schwankungen, die zeitweise den Eindruck erwecken können, die Erwärmung habe sich verlangsamt oder sei sogar zum Stillstand gekommen.
Wie schnell sich die Erde wirklich erwärmt: Genau dieser Frage sind Grant Foster und Stefan Rahmstorf in einer neuen Studie nachgegangen. Dafür haben sie eine ausführliche statistische Analyse von fünf globalen Temperaturdatensätzen durchgeführt: NASA, NOAA, HadCRU, Berkeley Earth und ERA5. Um das eigentliche Klimasignal klarer sichtbar zu machen, rechneten sie zunächst kurzfristige Einflüsse heraus, die das Temperatursignal überlagern: ENSO (also El Niño und La Niña), Vulkanausbrüche und Schwankungen der Sonnenaktivität. Dadurch wird das „Rauschen“ reduziert, ohne den langfristigen Trend künstlich zu erzeugen.
Anschließend testeten sie verschiedene statistische Modelle. Die Nullhypothese lautete: Seit 1970 lässt sich die GMST als linearer Erwärmungstrend plus Rauschen beschreiben. Dem gegenüber stellten sie zwei alternative Hypothesen. Erstens: Die Temperaturentwicklung folgt einer quadratischen Funktion plus Rauschen, was auf eine allmähliche Beschleunigung hindeuten würde. Zweitens: Die Entwicklung lässt sich besser als stückweise lineare Funktion beschreiben, also mit einem Zeitpunkt, an dem sich die Steigung – und damit die Erwärmungsrate – verändert.
Die Autoren betonen selbst, dass diese Modelle sehr unterschiedlich sind und gerade deshalb etwas Wichtiges zeigen: In der frequentistischen Statistik bedeutet „statistische Signifikanz“ nicht, dass ein bestimmtes Testmodell „bewiesen“ wäre. Sie bedeutet vielmehr, dass die Nullhypothese verworfen werden kann. Die beiden Alternativmodelle können nicht gleichzeitig exakt richtig sein – und sie zeichnen auch unterschiedliche Bilder davon, wie sich die Erwärmung im Detail entwickelt hat. Aber in einem zentralen Punkt stimmen sie überein: Die lineare Nullhypothese passt nicht mehr. Oder, wie die Autoren schreiben: Die Daten „zeigen eine große und signifikante Beschleunigung der globalen Erwärmung – unabhängig davon, welche statistische Methode verwendet wird.“
Besonders wichtig ist dabei: Selbst nachdem die außergewöhnlich warmen Jahre 2023 und 2024 um die Effekte von El Niño und das Sonnenmaximum bereinigt wurden, bleibt das Ergebnis bestehen. 2024 wird durch diese Korrektur sogar etwas kühler, 2023 minimal ebenfalls. Das heißt: Die gefundene Beschleunigung ist nicht einfach nur ein Artefakt einzelner Ausreißerjahre. Stattdessen spricht vieles dafür, dass sich die globale Temperatur seit etwa 2015 von ihrem bisherigen Trend gelöst hat.
Statt ungefähr 0,2 Grad pro Jahrzehnt liegen wir demnach inzwischen eher bei rund 0,35 Grad pro Jahrzehnt. Das ist ein drastischer Unterschied. Warum genau sich die Erwärmung beschleunigt hat, beantworten Foster und Rahmstorf in ihrer Arbeit allerdings nicht abschließend. Sie machen bewusst keine kausalen Aussagen. Eine plausible Erklärung, die derzeit intensiv diskutiert wird, ist jedoch die abnehmende Luftverschmutzung: Aerosole aus Industrie und Schifffahrt reflektieren Sonnenlicht und haben bislang einen Teil der Erwärmung maskiert. Wenn diese Verschmutzung sinkt – was aus gesundheitlicher Sicht natürlich gut ist –, fällt dieser kühlende Nebeneffekt weg und die eigentliche Treibhausgas-Erwärmung tritt stärker hervor.
Die Konsequenz ist klar: Wenn sich die Erwärmung tatsächlich beschleunigt, müssen wir uns noch mehr anstrengen, Emissionen zu senken.
Wohin steigt der Meeresspiegel?
In den Berichten des Weltklimarats IPCC wird der Meeresspiegelanstieg oft als scheinbar klare Zahl kommuniziert – etwa nach dem Muster: „Der Meeresspiegel steigt um x Zentimeter bis Jahr y.“ Global liegt der Anstieg derzeit bei ungefähr 4 Millimetern pro Jahr, und auch hier zeigt sich bereits eine Beschleunigung. Doch wenn man wissen will, was das konkret für Küstenregionen bedeutet – und wie gefährlich die Lage wirklich ist –, reicht diese globale Zahl allein nicht aus. Entscheidend ist der tatsächliche relative Meeresspiegel vor Ort.
Und genau hier liegt laut einer neuen Studie ein großes Problem: Wir kennen diesen aktuellen Stand schlechter, als wir dachten. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass viele bisherige Risikobewertungen den Meeresspiegel systematisch unterschätzt haben.
Der Grund liegt in der Art, wie die Daten ausgewertet werden. Meeresspiegelhöhen werden häufig aus Satellitendaten abgeleitet und auf ein sogenanntes Geoid bezogen – also eine mathematisch definierte Referenzfläche der Erde. Doch der tatsächliche Wasserstand an einer Küste wird zusätzlich von vielen Faktoren beeinflusst: Wind, Meeresströmungen, Temperatur und Salzgehalt des Meerwassers. Werden diese Einflüsse nicht sauber berücksichtigt und die Satellitendaten nicht mit lokalen Pegelmessungen kalibriert, entstehen Fehleinschätzungen. Hinzu kommt ein zweites Problem: Für die Höhe des Meeres und die Höhe des angrenzenden Landes werden oft unterschiedliche Bezugssysteme verwendet. Anders gesagt: Man vergleicht Land- und Meereshöhen, die sich teilweise gar nicht auf dieselbe Referenzfläche beziehen. Das kann erhebliche Fehler verursachen.
Laut der Studie haben mehr als 90 Prozent der untersuchten Arbeiten diese beiden Fehlerquellen nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Weitere neun Prozent kombinierten zwar Landhöhendaten und Pegelmessungen, machten aber Fehler beim rechnerischen Abgleich dieser Datensätze.
Die Folgen sind enorm. Bisher ging man davon aus, dass weltweit etwa 10 bis 15 Millionen Menschen in Gebieten leben, die bereits heute unterhalb des Meeresspiegels liegen. Die korrigierten Berechnungen der neuen Studie kommen jedoch auf 55 bis 101 Millionen Menschen. Das ist nicht einfach eine kleine Korrektur – das ist eine völlig andere Größenordnung.
Auch für die Zukunft verschärft sich das Bild deutlich. Laut den Autoren würden bei einem Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter gegenüber dem heutigen Niveau etwa 37 Prozent mehr Landflächen unter den Meeresspiegel fallen, als bisherige Analysen nahelegen. Und es wären 68 Prozent mehr Menschen betroffen.
Im Mittel haben bisherige Risikoanalysen den Meeresspiegel offenbar um etwa 20 bis 30 Zentimeter unterschätzt. In manchen Regionen ist die Abweichung sogar noch drastischer: In Teilen Südostasiens liegen die realen Pegel teils bis zu einen Meter höher als bislang angenommen. Große Diskrepanzen finden sich außerdem in Lateinamerika, an der Westküste Nordamerikas, in der Karibik, in Afrika, im Indo-Pazifik und im Mittleren Osten.
Für die deutschen Küsten stimmen die bisherigen Daten vergleichsweise gut, weil dort ein dichtes Netz von Pegelmessstationen existiert und bereits ein auf den Meeresspiegel bezogenes Höhenmodell verwendet wird.
Trotzdem bleibt die zentrale Botschaft beider Studien dieselbe: Die Klimakrise entwickelt sich nicht nur weiter – sie könnte sich in wichtigen Bereichen schneller und gefährlicher zuspitzen, als viele Standardannahmen bislang nahelegen. Die globale Erwärmung zeigt Anzeichen einer Beschleunigung, und gleichzeitig könnte das Risiko durch den Meeresspiegelanstieg vielerorts deutlich unterschätzt worden sein. Beides zusammen bedeutet: Die Zeit, in der wir uns auf zu optimistische Annahmen verlassen konnten, ist endgültig vorbei.
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DK167 - Wie viele Bäume brauchen wir um das Klima zu retten?
Und: Was ist eigentlich ein Wald? DK167 - Wie viele Bäume brauchen wir um das Klima zu retten? Und: Was ist eigentlich ein Wald? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den …
Notas del episodio
Und: Was ist eigentlich ein Wald?DK167 - Wie viele Bäume brauchen wir um das Klima zu retten?
Und: Was ist eigentlich ein Wald?
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In Folge 167 geht es um Bäume. Wenn wir nur genug Bäume Pflanzen, dann ist das Klima gerettet. Oder? Ob das wirklich stimmt, schauen wir uns in dieser Folge an. Spoiler: Man kann nicht überall Bäume pflanzen wo man gerne möchte und selbst da wo man sie pflanzen kann, ist das nicht immer die beste Lösung.
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ÖFG-Preis für Wissenschaftsjournalismus
Wir haben den Preis der ÖFG für Wissenschaftsjournalismus gewonnen. Und freuen uns sehr!
Retten Bäume unser Klima?
Claudia hat sich die Studie “Addressing critiques refines global estimates of reforestation potential for climate change mitigation” angesehen. Es geht um die Frage: Wie viele Bäume können wir eigentlich pflanzen? Denn dass es sich lohnt, Bäume zu pflanzen, steht außer Frage. Sie speichern CO2, sie kühlen, sie helfen Ökosystemen, und so weiter. Aber es ist nicht überall Platz für Bäume. Wo Platz ist, kann man in entsprechenden Karten sehen. Und die aktuelle Arbeit hat sich genau diese Karten angeschaut und geprüft: Kann man da wirklich überall Bäume pflanzen? Oder gibt es Konflikte, zum Beispiel mit der Landwirtschaft, der Biodiversität, und so weiter. Das Resultat: Wir können nur knapp 200 Millionen Hektar aufforsten, maximal. Und damit 5 Prozent unseres aktuellen CO2-Ausstoßes speichern. Das ist nicht nichts, aber viel ist es auch nicht…
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DK166 - Die Wirtschaftswissenschaft versteht das Klima nicht!
Und: Warum interessiert sich niemand dafür? DK166 - Warum die Wirtschaftswissenschaft das Klima nicht versteht Und: Warum interessiert sich niemand dafür? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der …
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Und: Warum interessiert sich niemand dafür?DK166 - Warum die Wirtschaftswissenschaft das Klima nicht versteht
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In Folge 166 geht es um die Wirtschaftswissenschaft, die in einer aktuellen Studie über sich selbst sagt, dass sie nicht in der Lage ist, die Risiken der Klimakrise korrekt zu erforschen. Warum das so ist und warum das anscheinend niemanden so wirklich interessiert: Das diskutieren wir in der neuen Folge.
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Warum die Wirtschaftswissenschaft die Klimakrise nicht versteht
In dieser Folge sprechen wir über die Studie “Recalibrating Climate Risk: Aligning Damage Functions with Scientific Understanding”. Darin geht es um die Frage, ob die Wirtschaftswissenschaft die Risiken der Klimakrise für unsere Volkswirtschaften, Finanzsysteme und gesellschaftlichen Grundlagen überhaupt realistisch erfasst. Das Problem erinnert an die Geschichte vom induktivistischen Truthahn: Der Truthahn lernt aus seiner Vergangenheit, dass er jeden Tag gefüttert wird, und schließt daraus, dass das auch morgen so sein wird. Genau darin liegt der Fehler: Er erkennt den möglichen Bruch des Trends nicht. Diese Metapher passt erschreckend gut zu einem Teil der wirtschaftlichen Klimamodellierung. Wenn wir nur aus vergangenen Zusammenhängen lineare oder glatte Entwicklungen in die Zukunft verlängern, dann übersehen wir genau jene Brüche, Kipppunkte und systemischen Veränderungen, die die Klimakrise so gefährlich machen.
Im Zentrum stehen sogenannte Damage Functions, also Schadensfunktionen in ökonomischen Integrated Assessment Models. Solche Funktionen sollen Klimaveränderungen in wirtschaftliche Schäden übersetzen. Vereinfacht gesagt wird gefragt: Wenn sich die Erde um einen bestimmten Wert erwärmt, wie stark sinkt dann wirtschaftliche Leistung, Wohlstand oder Produktivität? Das Problem dabei ist laut Report nicht nur, dass diese Modelle oft auf historischen Beziehungen beruhen, die in die Zukunft fortgeschrieben werden. Das Problem ist auch, dass dabei meist zu einfache, zu glatte und zu lineare mathematische Annahmen verwendet werden. Gerade quadratische Funktionen, wie sie in vielen Modellen beliebt sind, können abrupte Umschläge, Kaskadeneffekte und Kipppunkte nur unzureichend erfassen.
Viele ökonomische Modelle tun außerdem immer noch so, als würde die Klimakrise vor allem etwas langsameres Wachstum verursachen. Genau diese Sprache kann gefährlich irreführend sein. Etwas weniger Wachstum klingt nach einem verkraftbaren Problem. Doch wenn die zugrunde liegenden Annahmen bereits fragwürdig sind, zum Beispiel weil selbst bei drei oder vier Grad Erwärmung weiterhin mit funktionierenden Wachstumsdynamiken gerechnet wird, dann verharmlost diese Darstellung möglicherweise eine Realität, in der ganze gesellschaftliche und wirtschaftliche Grundlagen ins Rutschen geraten.
Ein wichtiger Punkt des Reports ist deshalb, dass die globale Mitteltemperatur allein kein ausreichender Indikator für reale Schäden ist. Entscheidend sind oft lokale und regionale Extreme. Schäden entstehen nicht nur im globalen Mittel, sondern durch Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, Stürme, Niedrigwasser oder den Ausfall kritischer Infrastrukturen. Als Beispiel wird der Wintersturm in Texas 2021 genannt, der enorme Schäden verursachte, Millionen Menschen betraf und zeigte, wie stark einzelne Extremereignisse Volkswirtschaften treffen können, obwohl sie in globalen Mittelwerten kaum sichtbar sind. Das galt auch für das Niedrigwasser des Rheins im Jahr 2022, das europäische Lieferketten und Industrieprozesse störte (Cascading effects of sustained low water on inland shipping).
Ein weiterer zentraler Gedanke der Folge ist, dass Schäden nicht einfach auftauchen und kurz darauf wieder verschwinden. Viele Modelle gehen implizit davon aus, dass zerstörtes Kapital relativ schnell ersetzt werden kann und sich Wirtschaftsräume bald erholen. Die im Report befragten Expertinnen und Experten widersprechen dem deutlich. Reale Erholung dauert oft Jahre oder Jahrzehnte. Manche Regionen erholen sich nie vollständig. Besonders kritisch wird es dort, wo wiederholte Schocks die Anpassungsfähigkeit selbst untergraben.
Ab einem höheren Erwärmungsniveau geht es nicht mehr nur um kleine Dämpfer im Wirtschaftswachstum. Dann verändert die Klimakrise die Grundstruktur von Volkswirtschaften. Betroffen sind Lebensräume, Landwirtschaft, Wasserverfügbarkeit, Gesundheit, Infrastruktur, Migration und geopolitische Stabilität. Mit anderen Worten: Die Frage ist dann nicht mehr nur, ob das Wachstum etwas langsamer wird. Die Frage ist, ob die Annahmen, auf denen dieses Wachstum überhaupt beruht, noch gültig sind.
Der Report plädiert dafür, in Schadensfunktionen mehr Klimavariablen einzubeziehen als nur die globale Mitteltemperatur. Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Meeresspiegelanstieg, Dürre, Extremhäufigkeiten und regionale Unterschiede müssten viel stärker berücksichtigt werden. Ebenso braucht es Funktionsformen, die Nichtlinearitäten, Unsicherheiten und abrupte Veränderungen besser abbilden. Darüber hinaus reichen selbst bessere aggregierte Schadensfunktionen nicht aus. Ergänzende prozessbasierte Ansätze sind notwendig, etwa für Kapitalzerstörung, sinkende Arbeitsproduktivität, Innovationsverluste, Anpassungskosten, Anpassungsgrenzen oder die langfristige Volatilität extremer Ereignisse.
Und es bleibt die Frage, ob das Bruttoinlandsprodukt überhaupt ein sinnvolles Zielmaß ist, wenn wir über Klimaschäden sprechen. Das BIP misst wirtschaftliche Aktivität, aber nicht automatisch Wohlstand, Lebensqualität oder Verlust. Nach Katastrophen kann das BIP durch Wiederaufbau sogar steigen, obwohl gleichzeitig reale Vermögenswerte zerstört wurden, Menschen krank werden, sterben oder ihre Heimat verlieren. BIP-basierte Modelle erfassen menschliches Leid, Mortalität, Gesundheitsfolgen, Ungleichheit, Verteilungswirkungen, kulturelle Verluste, Vertreibung, Biodiversitätsverlust und Ökosystemschäden nur unzureichend.
Der Report formuliert klar, dass Klimarisiko immer auch ein Finanzstabilitätsrisiko ist. Wenn wirtschaftliche Modelle die Schäden der Klimakrise zu niedrig ansetzen, dann werden Risiken in Finanzmärkten, bei Investitionen, in der Regulierung und letztlich auch in der Klimapolitik systematisch unterschätzt. Das ist kein bloß technisches Detail, sondern kann dazu führen, dass politische Entscheidungen zu spät, zu vorsichtig oder auf falscher Grundlage getroffen werden.
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Ein kleiner Hinweis: In “Das Klima” gibt es keine Werbung. Wenn ihr Werbung hört, dann liegt das nicht an uns; dann hat jemand unerlaubt und ohne unser Wissen den Podcast-Feed kopiert und Werbung eingefügt. Wir machen keine Werbung - aber man kann uns gerne was spenden, geht auch bei PayPal.
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Florian könnt ihr in seinem Podcast “Sternengeschichten” zuhören, zum Beispiel hier: https://sternengeschichten.podigee.io/ oder bei Spotify - und überall sonst wo es Podcasts gibt. Außerdem ist er auch noch regelmäßig im Science Busters Podcast und bei WRINT Wissenschaft”-Podcast zu hören (den es ebenfalls bei Spotify gibt). Mit der Astronomin Ruth Grützbauch veröffentlicht er den Podcast “Das Universum”.
Claudia forscht und lehrt an der TH Köln rund um Wissenschaftskommunikation und Bibliotheken und plaudert im Twitch-Stream “Forschungstrom” ab und an über Wissenschaft.
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DK165 - Mitreden statt Meckern: Transdisziplinarität im Klimaschutz
Und: Was ist real im Reallbor? DK165 - Mitreden statt Meckern: Transdisziplinarität im Klimaschutz Und: Was ist real im Reallbor? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den …
Notas del episodio
Und: Was ist real im Reallbor?DK165 - Mitreden statt Meckern: Transdisziplinarität im Klimaschutz
Und: Was ist real im Reallbor?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 165 geht es um komplizierte Wörter. Zum Beispiel “Transdisziplinarität”. Das Konzept dahinter ist aber essentiell, wenn wir wollen, dass nicht nur an Klimaschutz geforscht, sondern das Erforschte dann auch umgesetzt wird. Und zwar so, dass am Ende alle damit zufrieden sind.
Wer den Podcast unterstützen will, kann das gerne tun: https://steadyhq.com/de/dasklima/ und https://www.paypal.me/florianfreistetter.
Transdisziplinarität und Realllabore
Transdisziplinarität klingt kompliziert. Ist aber wichtig. Wir merken immer wieder, dass Klimaschutz-Maßnahmen nicht daran scheitern, dass wir zu wenig Daten oder zu wenig Fakten hätten, sondern an Akzeptanz, Machtfragen, Politik, Umsetzung in der Praxis und manchmal schon daran, dass wir uns nicht einmal einig sind, was das konkrete Problem vor Ort ist. Genau dann kommt Transdisziplinarität ins Spiel.
Aber zuerst die Begriffsklärung: Disziplinäre Forschung heißt: Wir arbeiten innerhalb eines Fachs und bleiben in dessen Methoden und Denktraditionen. Multidisziplinär ist ein Schritt weiter: Ein Problem, mehrere Disziplinen schauen jeweils aus ihrer Perspektive darauf, aber im Grunde nebeneinander her. Interdisziplinär wird es, wenn die Disziplinen wirklich gemeinsam an einer Fragestellung arbeiten, Methoden zusammenbringen und eine gemeinsame Antwort entwickeln. Transdisziplinär wird es dann, wenn zusätzlich zur interdisziplinären akademischen Zusammenarbeit noch Akteurinnen und Akteure aus nicht-akademischen Kontexten beteiligt sind, etwa Verwaltung, Zivilgesellschaft, Bürgerinnen und Bürger oder auch Unternehmen, und zwar idealerweise über den ganzen Prozess hinweg: von der gemeinsamen Problemdefinition über Datenerhebung und Auswertung bis hin zu Ergebnissen und Umsetzung.
Der Kern ist ein Perspektivwechsel: Statt Wissenschaft für die Gesellschaft zu machen, machen wir Wissenschaft mit der Gesellschaft. In so einem Prozess passiert Wissenschaftskommunikation nicht erst am Ende, wenn Ergebnisse “verkündet” werden, sondern laufend, während gemeinsam Wissen entsteht.
Das ist aber aufwendig. Wir müssen Zeit investieren, eine gemeinsame Sprache finden und Begriffe klären, die nicht einmal zwischen Disziplinen automatisch gleich verstanden werden, geschweige denn zwischen Forschung, Verwaltung, Unternehmen und Öffentlichkeit. Dazu kommt ein praktisches Problem, das wir aus Förderlogiken kennen: Wenn wir die Fragestellung wirklich gemeinsam entwickeln wollen, brauchen wir dafür schon Ressourcen, bevor überhaupt klar ist, was am Ende exakt untersucht wird. Genau diese frühe Phase ist aber im klassischen Antragssystem schwer abzubilden. Ein wichtiger Baustein ist, dass wir unterschiedliche Wissensformen ernst nehmen. Neben akademischem Wissen gibt es Erfahrungswissen, zum Beispiel von Menschen, die täglich den Nahverkehr nutzen und genau wissen, welche Verbindung regelmäßig ausfällt oder wo es im Alltag hakt. Dazu kommt Methodenwissen und schließlich das, worauf im Klimakontext vieles hinausläuft: Transformationswissen, also Wissen darüber, wie wir die Welt tatsächlich verändern können, hin zu dem, was wir erreichen wollen, inklusive Handlungswissen, das auch in der Praxis trägt.
Am Ende landen wir bei einem Begriff, der im deutschsprachigen Raum zunehmend auftaucht und trotzdem vielen noch fremd ist: Reallabor. Reallabore sind eine Art transdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsumgebung, kein Laborraum mit Kitteln und Geräten. “Experiment” heißt hier: Wir probieren Maßnahmen in realitätsnahen Settings aus, ohne zu wissen, ob sie funktionieren, und wir lernen gemeinsam aus dem Verlauf, auch wenn etwas scheitert.
Als konkretes Beispiel sprechen wir über das Reallabor Co-Site an der TH Köln, das Klimaanpassungslösungen für die Region rund um Köln mit Partnern aus Verwaltung, kritischer Infrastruktur und weiteren Akteursgruppen entwickelt.
Wissenschaftliche Literatur dazu:
Transdisciplinary Field Guide Auf dem Weg zu einer transformativen Hochschule. Voraussetzungen, Herausforderungen und Zugänge am Beispiel des Projekts Co-Site der TH Köln Transdisciplinarity in climate change adaptation: An agenda for evidence generation Impacts of real-world labs in sustainability transformations: Forms of impacts, creation strategies, challenges, and methodological advances
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”.
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DK164 - Der Frühling, sein blaues Band und die Mathematik
Und: Warum sammeln Pflanzen Wärmepunkte? DK164 - Der Frühling, sein blaues Band und die Mathematik Und: Warum sammeln Pflanzen Wärmepunkte? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen …
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Und: Warum sammeln Pflanzen Wärmepunkte?DK164 - Der Frühling, sein blaues Band und die Mathematik
Und: Warum sammeln Pflanzen Wärmepunkte?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 164 wird es frühlingshaft. Und das viel früher als üblich. Die Klimakrise sorgt dafür, dass Pflanzen immer früher austreiben. Aber die Reaktion der Pflanzen auf die zusätzliche Wärme scheint in den letzten Jahren abgenommen zu haben. Die Ursache dafür hat aber nichts mit Botanik zu tun - sondern mit Mathematik!
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Frühling und Mathematik
Es gibt keine echten Jahreszeiten mehr. Der Frühling beginnt früher. Der Herbst dauert länger. Ein „echter“ Winter ist auch nicht mehr da. Und so weiter. Das hört man immer wieder, wenn man über das Wetter redet. Es ist aber auch ein Phänomen, das erforscht werden kann.
Die Phänologie beschreibt den Kalender der Natur: Wann treiben Pflanzen aus? Wann blühen sie? Wann reifen Früchte? Wann fallen die Blätter? Der Deutsche Wetterdienst stellt dafür sogar eine phänologische Uhr bereit, die zeigt, wie sich die Jahreszeiten in „Natur-Jahreszeiten“ einteilen lassen. Auch in Österreich gibt es mit Phenowatch eine entsprechende phänologische Uhr.
Dass Pflanzen – besonders Bäume – heute im Frühling deutlich früher austreiben als noch vor wenigen Jahrzehnten, gilt als eines der klarsten biologischen Signale des Klimawandels. Beobachtungen am Boden, langfristige Messreihen und Satellitendaten zeigen übereinstimmend: Mit steigenden Temperaturen verschieben sich viele Entwicklungsphasen nach vorne. Was wir aber auch messen und das ist überraschend: Die Reaktion der Pflanzen auf Temperaturanstiege scheint schwächer zu werden. Früher führte ein zusätzliches Grad Erwärmung zu einer starken Vorverlegung des Frühlings – heute wirkt derselbe Temperaturanstieg weniger „effektiv“.
Das klingt zunächst so, als würden Pflanzen sich „anpassen“ oder als kämen sie an ihre biologische Grenzen: Vielleicht fehlt den Pflanzen durch mildere Winter die notwendige Winterkälte (Chilling), die viele Gehölze brauchen, um überhaupt austreiben zu können. Vielleicht spielt die Tageslänge eine größere Rolle und begrenzt den Austrieb, selbst wenn es warm genug wäre. Oder vielleicht verändern sich Pflanzenpopulationen langfristig durch Anpassung an lokale Klimabedingungen.
Doch neuere Forschung zeigt auch: Für die meisten gemäßigten Baumarten ist die Winterkälte in Europa derzeit noch ausreichend. Es wären deutlich drastischere Veränderungen nötig, um den Austrieb wirklich zu verzögern. Auch experimentelle Studien deuten darauf hin, dass die Tageslänge bei vielen nördlichen Gehölzen bislang nicht der dominierende Faktor ist.
Aber wenn es nicht Biologie ist – was dann? Die Antwort: Mathematik! Das sagt zumindest eine neue Studie “Rethinking the interpretation of spring phenological temperature sensitivity”.
Denn Pflanzen treiben nicht an einem festen Datum aus. Sie „warten“ nicht auf den 20. März oder den ersten sonnigen Sonntag. Stattdessen funktioniert der Frühling für viele Arten wie ein Sammelprozess: Pflanzen benötigen eine bestimmte Wärmesumme, eine Art internes Wärmekonto. Jeder warme Tag bringt ein paar „Wärmepunkte“. Je wärmer es ist, desto schneller kommen diese Punkte zusammen. Sobald genug Punkte gesammelt sind, beginnt der Austrieb oder die Blüte. Und wenn es insgesamt wärmer wird, wird diese Wärmesumme natürlich schneller erreicht und der Frühling kommt früher.
Anders gesagt: Der Zeitgewinn pro zusätzlichem Grad Temperatur wird automatisch kleiner, weil der Zusammenhang nicht linear ist. Ein Grad Erwärmung hat bei kühlen Frühlingen einen großen Effekt auf die Entwicklungsdauer, bei bereits warmen Frühlingen aber einen deutlich kleineren. Der beobachtete Rückgang der Sensitivität ist nicht zwingend ein biologisches Warnsignal – sondern kann schlicht ein mathematischer Effekt sein.
Das hat Konsequenzen für die Klimaforschung: Prognosen zur Pflanzenentwicklung müssen nichtlinear gerechnet werden. Sonst besteht die Gefahr, dass man Ursachen falsch interpretiert. Wenn in Zukunft tatsächlich Chilling-Mangel oder Tageslängenlimits eine größere Rolle spielen, müsste man das gezielt nachweisen – etwa durch steigende notwendige Wärmesummen, mechanistische Modelle oder Experimente – nicht allein durch eine abnehmende lineare Steigung. Aber auch wenn die Vorverlegung pro Grad in warmen Bereichen „nur noch“ 3 oder 4 Tage beträgt, hat das enorme Auswirkungen. In der Natur zählt nicht nur, ob etwas früher passiert, sondern ob es im richtigen Moment passiert. Die Synchronisation von Blüte und Bestäubern, das Risiko von Spätfrost, Wasserstress, landwirtschaftliche Erträge oder auch die Länge der Allergiesaison hängen empfindlich von diesen Verschiebungen ab.
Bücher
Das neue Buch von Florian heißt “Die Farben des Universums”, erscheint im Februar 2026 und kann schon vorbestellt werden.
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DK163 - Kinder und Jugendliche in der Klimakrise
Und: Warum lassen wir die jungen Menschen nicht mitbestimmen? DK163 - Kinder und Jugendliche in der Klimakrise Und: Warum lassen wir die jungen Menschen nicht mitbestimmen? "Das Klima”, der Podcast zur …
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Und: Warum lassen wir die jungen Menschen nicht mitbestimmen?DK163 - Kinder und Jugendliche in der Klimakrise
Und: Warum lassen wir die jungen Menschen nicht mitbestimmen?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 163 geht es um Kinder und Jugendliche. Sie sind die, die in Zukunft am meisten unter der Klimakrise zu leiden haben. Aber in der Forschung dazu kommen sie kaum vor. Was wir über das Wissen der jungen Menschen, ihre Ängste und Vorstellungen herausgefunden haben, diskutieren wir in der neuen Folge von “Das Klima”.
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Jugendliche und die Klimakrise
Wir wollen heute wissen, was die Wissenschaft über Klimakrise und junge Menschen tatsächlich sagen kann und wo die großen Lücken liegen.Aber: Was meinen wir überhaupt, wenn wir Kinder und Jugendliche sagen? Je nach Studie fallen die Definitionen unterschiedlich aus. Aber prinzipiell sind Kinder zwischen 0 bis 17 Jahre alt und Jugendliche 10 bis 24 Jahre. Die Zahlen machen deutlich, dass es um enorme Gruppen geht: Kinder sind rund 30 Prozent der Weltbevölkerung, Jugendliche etwa 25 Prozent. Das ist keine kleine Randgruppe, sondern ein großer Teil der Menschheit, der in der Klimakrise gleichzeitig besonders verletzlich ist und zugleich ständig mit Erwartungen überhäuft wird.
Kinder gelten meist als vulnerable Gruppe, die geschützt werden muss. Erwachsene, also wir, gelten als Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, an die Politik adressiert wird. Jugendliche hängen oft dazwischen. Genau deshalb schauen wir uns heute zwei Forschungsarbeiten aus 2025 an, die beide zeigen, dass Jugendliche sowohl politisch als auch wissenschaftlich unterrepräsentiert sind.
Als erstes nehmen wir eine Studie (Inclusion of children and youth in the IPCC Assessment Reports (AR1-AR6)), die ganz nüchtern zählt und einordnet: Wie oft kommen Kinder und Jugendliche eigentlich in den IPCC-Sachstandsberichten vor und in welchem Zusammenhang werden sie erwähnt?
Die Autorinnen und Autoren schauen auf die Berichte 1 bis 6 und zeigen, dass in den frühen Sachstandsberichten praktisch kaum etwas zu finden ist. Erst ab Bericht 5 wird es sichtbarer, und im sechsten Bericht gibt es einen deutlichen Sprung. Dabei fällt besonders auf, dass Jugendliche bis einschließlich AR5 fast unsichtbar bleiben und erst in AR6 spürbar häufiger auftauchen.
Wir sprechen nicht nur über die Anzahl, sondern vor allem über das Framing. Ein erheblicher Teil der Erwähnungen passiert in Aufzählungen, in denen Kinder und Jugendliche zusammen mit anderen Gruppen genannt werden, etwa wenn von vulnerablen Gruppen die Rede ist. Das heißt: Sie kommen vor, sind aber oft nicht der Fokus. Wenn sie stärker im Mittelpunkt stehen, dominieren bei Kindern die Risiken, während bei Jugendlichen häufiger die Reaktionen und die Art, wie sie mit der Klimakrise umgehen, beschrieben werden.
Bei den Risiken sieht man eine klare Trennung: Bei Kindern geht es stark um körperliche Gesundheit, Ernährung, Sterblichkeit, Wasserversorgung und Hygiene. Bei Jugendlichen tauchen häufiger psychische Gesundheit, Belastung und Migration als Risiko-Kontexte auf. Bei den Reaktionen wird es noch deutlicher: Kinder werden vor allem über Verletzlichkeit und Ungleichheit geframed, Jugendliche sehr stark über Partizipation und Aktivismus. Das klingt einerseits nach Anerkennung, kippt aber schnell in ein Ungleichgewicht: Jugendlichen wird Verantwortung zugeschoben, während ihnen echte Mitbestimmung häufig fehlt.
Wie verhalten sich Jugendliche angesichts der Klimakrise?
Als zweites schauen wir auf eine Scoping Review, die bündelt, was die Forschung über Jugendliche und Klimakrise bisher überhaupt herausgefunden hat (Climate Change Cognition, Affect, and Behavior in Youth: A Scoping Review).
Der Review ordnet Erkenntnisse in drei Bereiche: Kognition, also Wissen und Verstehen, Affect, also Gefühle und emotionale Reaktionen, und Verhalten, also Handlungen und Engagement. Gleichzeitig zeigt sie, wie dünn die Forschungslage ist. Insgesamt werden 50 Studien gefunden, das erste Paper in diesem Feld stammt aus 1992. Die regionale Abdeckung ist stark ungleich, viele Studien kommen aus Ländern wie den USA und Schweden. Außerdem sind Langzeitstudien selten, obwohl gerade die Zeitdimension wichtig wäre, weil sich Einstellungen, Sorgen und Reaktionen über Jahre verändern können.
Beim Denken und Wissen wirkt das Bild zunächst stabil. Die Existenz der Klimakrise wird von großen Mehrheiten anerkannt. Auch die Ursachen werden überwiegend menschlichen Aktivitäten zugeschrieben, mit Ausnahmen in einzelnen Studien, in denen natürliche Ursachen oder religiöse Deutungen stärker auftreten. Bei den Auswirkungen ist das Bild gemischter: In ungefähr der Hälfte der Studien sagen Jugendliche, dass sie Auswirkungen bereits spüren, und häufig wird ein Zusammenhang zwischen Klima und Gesundheit hergestellt. Bei Lösungen sehen wir, dass frühere Studien teils ein unspezifisches Umweltverständnis zeigen, während später die Verbindung zwischen konkreten Maßnahmen und konkreten Problemen klarer wird. Viele Jugendliche stehen Gesetzen, Regeln und auch Instrumenten wie Steuern eher positiv gegenüber, zweifeln aber daran, dass die nötigen Schritte tatsächlich umgesetzt werden.
Wenn wir zu Gefühlen kommen, wird es deutlich lückenhafter. Sorge, Angst und Bedenken sind verbreitet, variieren aber stark nach Kontext und Region. Ein wiederkehrender Befund ist, dass die Sorge steigt, wenn man sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, etwa in Kursen oder Unterricht. Das ist keine Fehlentwicklung, sondern eine normale Reaktion auf eine bedrohliche Faktenlage. Entscheidend ist, dass Jugendliche danach nicht allein gelassen werden. Dort, wo Langzeitdaten vorliegen, nimmt die Sorge über die Jahre eher zu. Für Optimismus und Hoffnung ist die Studienlage so dünn, dass wir kaum robuste Aussagen bekommen.
Beim Verhalten sieht man, dass viele Jugendliche aktiv sind, etwa durch Veränderungen im Alltag oder durch Protest. Besonders wichtig ist die soziale Komponente: Wenn Handeln als gemeinschaftliche Aufgabe organisiert wird, funktioniert es oft besser, als wenn alles auf individuelles Verhalten reduziert wird. Aktivismus taucht dabei auch als Coping-Strategie auf, also als ein Weg, mit Ohnmacht und Belastung umzugehen. Gleichzeitig bleibt die Belastung real, und wir nehmen aus der Review vor allem mit, dass Bildung nicht nur Klimaphysik vermitteln sollte, sondern stärker auf Lösungen, gemeinsames Handeln und den Umgang mit Emotionen setzen muss. Wissen allein erzeugt keine Handlung, sondern braucht Motivation, Unterstützung und kollektive Strukturen.
Jugendliche und die Diktatur
Am Ende gibt es noch einen kurzen Exkurs zu einem Thema, das auf den ersten Blick nicht Klima ist, aber indirekt viel damit zu tun hat: Demokratie und autoritäre Einstellungen. Wir sprechen über eine Umfrage aus Österreich, in der gefragt wurde, ob unter bestimmten Umständen eine Diktatur im nationalen Interesse die bessere Staatsform sei. Deprimierend ist besonders die Aufschlüsselung nach Alter, weil die Zustimmung bei jüngeren Menschen höher ausfiel als bei älteren.
Aus der Jugendforschung zur Klimakrise können wir nicht einfach ableiten, wie die nächsten Jahrzehnte politisch laufen werden. Die Datenlage ist zu lückenhaft, zu regional verzerrt und oft zu stark an Schulen und Hochschulen rekrutiert. Aber wir halten fest: Verantwortung wird Jugendlichen schnell zugeschoben, echte Gestaltungsmacht dagegen viel seltener.
Bücher
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DK162 - Wie die Klimakrise Konflikte verstärken kann
Und: Was können wir dagegen tun? DK162 - Wie die Klimakrise Konflikte verstärken kann Und: Was können wir dagegen tun? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht …
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Und: Was können wir dagegen tun?DK162 - Wie die Klimakrise Konflikte verstärken kann
Und: Was können wir dagegen tun?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 162 geht es um den Zusammenhang zwischen Klima und Konflikten? Kann die Klimakrise Konflikte auslösen, und wenn ja: Wie? Und vor allem: Was können wir dagegen unternehmen? Das hat sich die Wissenschaft anhand historischer Daten aus Europa angesehen.
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Klima, Wetter und Konflikte
Wetter begleitet uns jeden Tag. Und Konflikte irgendwie auch. Die Klimakrise verändert das Wetter – also drängt sich eine große Frage auf: Was bedeutet das für gesellschaftliche Spannungen und politische Konflikte?
Das hat die Arbeit mit dem Titel „A climate of conflict: How the Little Ice Age sparked rebellions and revolutions across Europe“ untersicht. Sie beschäftigt sich nicht mit Gegenwart oder Zukunft, sondern mit der Vergangenheit.
Im Zentrum der Studie steht die sogenannte Kleine Eiszeit. Wie lange diese Phase genau dauerte, ist in der Forschung umstritten; die Autor*innen datieren sie grob auf den Zeitraum von etwa 1250 bis 1860. Es war eine Epoche, die insgesamt kühler und trockener war als die Jahrhunderte davor und danach – aber vor allem war sie geprägt von extremen Schwankungen. Die Kleine Eiszeit war also keine gleichmäßige Abkühlung, sondern eine Zeit voller klimatischer Unberechenbarkeit.
Historikerinnen und Klimaforscherinnen beschäftigen sich schon lange mit der Frage, wie Umweltbedingungen den Verlauf der Geschichte beeinflussen - siehe dazu das Buch “Wie das Wetter Geschichte macht: Katastrophen und Klimawandel von der Antike bis heute”. Dürreperioden, extreme Kälte, Missernten – all das kann Gesellschaften destabilisieren. Klima ist dabei kein isolierter Schicksalsfaktor, aber es kann ein Katalysator für Krisen sein.
Ein Beispiel liefern die Autor*innen gleich in der Einleitung: die Französische Revolution. Bereits um 1770 erlebte Europa eine besonders kalte Phase, die der Landwirtschaft schwer zusetzte. In Frankreich kam es 1775 zu Getreidemangel infolge mehrerer schlechter Ernten, Unruhen brachen aus. 1783 verschärfte der Ausbruch des isländischen Vulkans Laki die Lage zusätzlich: Das Wetter in Nordeuropa spielte verrückt – ein extrem heißer Sommer mit Gewittern und Hagel, gefolgt von einem sehr harten Winter, dann wieder Überschwemmungen durch rasche Schneeschmelze. In den folgenden Jahren reihten sich Wetterextreme aneinander. Hunger, Armut und Stress nahmen zu, während Frankreich gleichzeitig in eine Finanzkrise rutschte. 1788 folgten eine extreme Dürre und ein bis dahin beispielloser Hagelsturm; die Getreidepreise explodierten, viele Menschen mussten ihr gesamtes Einkommen für Brot ausgeben. Der Winter 1788/89 war einer der kältesten überhaupt – und im Sommer 1789 kam es schließlich zum Sturm auf die Bastille.
Hat also das Klima die Französische Revolution ausgelöst? So einfach ist es nicht. Und genau hier setzt die Studie an: Sie versucht, den Zusammenhang systematisch zu untersuchen. Dazu stellten die Forschenden eine historische Datenbank mit 140 dokumentierten Rebellionen und Revolutionen in Europa, Russland und dem Osmanischen Reich zusammen, für den Zeitraum von 1570 bis 1860, in dem die Quellenlage besonders gut ist. Diese Daten kombinierten sie mit Klimarekonstruktionen (Temperatur aus Baumringen, Niederschlagsdaten, Dürreindizes), Informationen zur Sonnenaktivität, Daten zu vulkanischer Aktivität sowie historischen Getreidepreisen. Mithilfe statistischer Methoden analysierten sie dann die Zusammenhänge.
Das Ergebnis: Besonders kalte Phasen gingen mit einer deutlich höheren Konfliktdichte einher. Auch geringe Niederschläge und starke Dürre korrelieren mit mehr Konflikten, wenn auch etwas schwächer. Sehr deutlich ist der Zusammenhang bei den Getreidepreisen: Steigen die Preise stark, nehmen soziale Unruhen signifikant zu. Phasen, in denen mehrere Belastungen zusammenkamen – kalt, trocken, geringe Sonnenaktivität, hohe Preise – decken sich zeitlich mit den höchsten Peaks an Rebellionen und Revolutionen. Der stärkste dieser Peaks liegt zwischen 1775 und 1845, mit bis zu 1,4 Konflikten pro Jahr. Auch Phasen intensiver vulkanischer Aktivität, erkennbar an erhöhten Sulfat- und SO₂-Konzentrationen, fallen auffällig oft mit Konfliktspitzen zusammen.
Was folgt daraus? Erstens: Klima entscheidet nicht, ob Konflikte entstehen, sondern wie häufig und wie heftig sie eskalieren. Zweitens: Klimaveränderungen können Gesellschaften destabilisieren – vor allem dann, wenn ihre Anpassungsfähigkeit begrenzt ist. Drittens zeigt die Analyse einen zentralen Vermittlungsmechanismus: Mangelernährung. Klimastress führt zu schlechten Ernten, diese zu steigenden Preisen, Hunger und einer geschwächten Bevölkerung. Dadurch sinkt die gesellschaftliche Resilienz, Frustration und Wut nehmen zu. Hungersnöte sind dabei jedoch keine zwangsläufige Folge des Klimas, sondern entstehen oft durch institutionelles Versagen: schlechte Krisenpolitik, ungerechte Verteilung, fehlende soziale Sicherung. Der Druck kommt vom Klima – das Ausmaß der Katastrophe wird politisch mitbestimmt.
Die Studie zeigt auch, dass es anders gehen kann. England etwa schnitt in vielen Krisenphasen besser ab – unter anderem durch frühe politische Reformen, Innovationen in Landwirtschaft und Industrie sowie durch koloniale Strukturen, die als eine Art soziales und demografisches Sicherheitsventil wirkten.
Und was heißt das für uns heute? Klima ist eine ernsthafte Herausforderung für gesellschaftliche Stabilität. Aber wir sind ihr nicht hilflos ausgeliefert. Resiliente Landwirtschaft, funktionierende Gesundheitssysteme, soziale Absicherung und eine vorausschauende Politik können die negativen Folgen erheblich abfedern.
Oder, wie es die Autor*innen selbst formulieren: ”Die Kleine Eiszeit wirkt wie ein Weckruf. Sie zeigt, wie unzureichende Anpassung an klimatische Unsicherheit und das Versäumnis, die Folgen des Klimawandels abzumildern, zu Aufständen gegen staatliche Autoritäten führen können.”
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DK161 - Hoffnung, Angst und Aggression in der Klimakrise
Mit Podcasts aus der Klimapsychologie DK161 - Hoffnung und Angst in der Klimakrise Mit Podcasts aus der Klimapsychologie "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten …
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Zu Jahresbeginn gibt es ein Special: Ihr hört eine Folge des Podcasts “Klimagefühle”, der im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der LMU München entstanden ist. Franzi, Greta und Lea erzählen von der Hoffnung. Und danach gibt es 2 Folgen von “Mind the Planet”; ebenfalls ein Podcast aus der Lehrveranstaltung in München.
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Klimagefühle: Hoffnung
Der Podcast “Klimagefühle” ist im Rahmen einer Lehrveranstaltung von Mitho Müller (bekannt aus Episode DK134 und Florian Freistetter an der LMU München entstanden. Die Teilnehmer:innen sollten Themen aus der Klimapsychologie in Form einer Podcastfolge ausarbeiten. Das Resultat einer Gruppe könnt ihr in dieser Spezialfolge hören. Das Intro/Outro von “Klimagefühle” ist “Good Vibe Background Music by SethMakesSounds”, Creative Commons 0 Mind the Planet
Leon und Dorothee haben im Rahmne der Lehrveranstaltung den Podcast “Mind the Planet” konzipiert, aus dem ihr hier 2 Episoden hören könnt: Über Climate Anxiety und den Zusammenhang zwischen Hitze und Aggression.
Science Buster Buch
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DK160 - Der Klimawandel auf der Weihnachtsinsel
Krabben, Kekse und das Klima Der Klimawandel auf der Weihnachtsinsel Krabben, Kekse und das Klima "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und …
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Krabben, Kekse und das KlimaDer Klimawandel auf der Weihnachtsinsel
Krabben, Kekse und das Klima
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In dieser speziellen Folge für den WissPod-Adventskalender geht es um den Klimawandel auf der Weihnachtsinsel. Die ist zwar klein, aber dafür wird sie von sehr, sehr vielen Krabben bewohnt. Die führen ein sehr spezielles Leben und das könnte durch die Klimakrise beeinflusst werden.
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Weihnachtsinselkrabben und Klimakrise
Über die klassischen Weihnachtsthemen haben wir schon in der Folge DK101 gesprochen. Heute geht es deswegen zur Weihnachtsinsel.
Die Weihnachtsinsel liegt im Indischen Ozean, etwa zwischen Australien und Java. Sie ist nur rund 135 Quadratkilometer groß und gehört zu Australien. Die “Hauptstadt” heißt Flying Fish Cove – die Bucht der fliegenden Fische. Rund 1700 Menschen leben dort, fast alle in der Hauptstadt. Ihren Namen verdankt die Insel übrigens der britischen Ostindien-Kompanie, die am 25. Dezember 1643 an ihr vorbeisegelte. Der Entdecker und Pirat William Dampier landete dort 1688 – und rund 200 Jahre später fand man Phosphat, woraufhin die Insel 1888 von England annektiert wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie von Japan besetzt, danach wieder an Großbritannien übergeben und schließlich 1958 Teil Australiens. Bekannt ist die Insel heute nicht nur als früheres Quarantänezentrum, sondern vor allem für ihre berühmtesten Bewohnerinnen: die Weihnachtsinsel-Krabben (Gecarcoidea natalis). Diese leuchtend roten Landkrabben leben ausschließlich auf der Weihnachtsinsel und den Kokosinseln – und das in beeindruckender Zahl: 2022 waren es rund 190 Millionen Tiere! Jede einzelne etwa 12 Zentimeter groß, in knalligem Rot, Orange oder Purpur. Sie ernähren sich vom Laub des Regenwalds – denn Regenwürmer gibt’s dort nicht – und fressen gelegentlich auch tote Vögel, Schnecken oder sogar andere Krabben. Im November, zu Beginn der Regenzeit, beginnt eines der spektakulärsten Naturereignisse der Welt: die Massenwanderung der Weihnachtsinsel-Krabben. Millionen von ihnen machen sich gleichzeitig vom Wald auf den Weg zur Küste, um ihre Eier im Meer abzulegen. Wie sie sich orientieren, ist bis heute nicht ganz klar – ihre Wanderung hängt jedenfalls auch von den Mondphasen ab. Wie so eine Wanderung aussieht, kann man in diesem Video sehen. Jedes Weibchen legt rund 100.000 Eier, die im Meer freigesetzt werden. Nach dem Schlüpfen wandern die winzigen Babykrabben vom Ozean zurück in die Wälder. Die Krabben sind eine Schlüsselart auf der Insel. Sie halten den Regenwald gesund, indem sie Laub zersetzen und Nährstoffe im Boden recyceln. Natürliche Feinde haben sie kaum – nur eine eingeschleppte Ameise macht ihnen zu schaffen. Für die Menschen auf der Insel ist die Krabbenwanderung allerdings Fluch und Segen zugleich: Sie ist ein unglaubliches Naturschauspiel – aber auch ein logistischer Albtraum. Die Tiere krabbeln über Straßen, Autos und alles, was im Weg steht. Doch wie wirkt sich der Klimawandel auf dieses empfindliche Ökosystem aus? Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025 hat sich die Auswirkungen veränderter Salzgehalte im Küstenwasser auf die Entwicklung der Krabbenembryonen angesehen. Denn stärkere Regenfälle im Monsun könnten das Meerwasser verdünnen. Also testeten Forschende, wie sich unterschiedliche Salzgehalte auf die Entwicklung im Ei auswirken – gemessen wurden unter anderem Herzschlag, Schlüpfzeitpunkt und Bewegungen der Larven. Das Ergebnis: überraschend positiv. Der Salzgehalt hatte keinen Einfluss auf die Entwicklung der Krabbenlarven. Ein kleines Happy End also – zumindest fürs Erste. Aber: Die Studie lief nur über 24 Stunden, und nur ein Faktor – der Salzgehalt – wurde getestet. Andere Stressfaktoren wie Temperatur, Sauerstoffgehalt oder pH-Wert sind noch nicht untersucht. Schon frühere Studien, etwa aus dem Jahr 2013, zeigen, dass die Krabbenwanderung stark von Niederschlagsmustern und damit vom El-Niño-Phänomen abhängt. Wenn sich diese klimatischen Zyklen verschieben, kann das auch den Zeitpunkt der Fortpflanzung durcheinanderbringen – mit möglicherweise drastischen Folgen für die Art.
Science Buster Buch
Das neue Buch der Science Buster heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" und erscheint im Hanser Verlag. Tickets und Infos für die Live Show gibt es unter sciencebusters.at Live Shows Tickets für die Sternengeschichten Live Tour 2025/2026 von Florian gibt es unter sternengeschichten.live.
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DK159 - Hinter den Eisbergen (kommt der Meeresspiegelanstieg)
Und: Wie schmilzt die Antarktis eigentlich genau? DK159 - Hinter den Eisbergen (kommt der Meeresspiegelanstieg) Und: Wie schmilzt die Antarktis eigentlich genau? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter …
Notas del episodio
Und: Wie schmilzt die Antarktis eigentlich genau?DK159 - Hinter den Eisbergen (kommt der Meeresspiegelanstieg)
Und: Wie schmilzt die Antarktis eigentlich genau?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 159 geht es um Eis. Und zwar das Eis der Antarktis, das schmilzt. Soweit ist alles klar, aber neue Forschung hat jetzt gezeigt, wie das Abschmelzen genau funktioniert und was das für die Entstehung von Eisbergen und den Anstieg des Meeresspiegels bedeutet.
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Das Eis der Antarktis
Wir sprechen in dieser Episode über ein neues Forschungspapier zu antarktischem Schelfeis (“Damage development on Antarctic ice shelves sensitive to climate warming”). Und wir erklären, weshalb diese riesigen, schwimmenden Eisplatten für den zukünftigen Meeresspiegelanstieg so entscheidend sind.
Es geht um den grundlegenden Unterschied zwischen dem antarktischen Eisschild und dem Schelfeis: Während der Eisschild fest auf dem Kontinent aufliegt, schwimmt das Schelfeis bereits auf dem Meer, ist aber noch mit dem Eisschild verbunden. Diese Verbindung wirkt wie ein Stützpfeiler, der den Abfluss der Gletscher verlangsamt. Sobald Schelfeis geschwächt wird und Kalben einsetzt, fällt dieser Stützeffekt weg. Dadurch beschleunigt sich der Fluss des Eises nach außen, was wiederum den Meeresspiegel stärker ansteigen lässt.
Die neue Studie hat erstmals mit umfangreichen Beobachtungsdaten und modernen Bildauswertungsmethoden quantifiziert, wie sich Schäden im Schelfeis entwickeln und welche Rolle sie für zukünftige Veränderungen spielen. Mithilfe von hochauflösenden Satellitendaten und Machine-Learning-Verfahren wurden Risse, Spannungslinien, Eisflüsse und die Dicke des Schelfeises über zwei Jahrzehnte hinweg erfasst. Diese Daten erlauben, die Mechanismen hinter dem Fortschreiten der Schäden viel besser zu verstehen.
Die Analyse zeigt, dass geschädigtes Schelfeis mit höherer Wahrscheinlichkeit kalbt. Bricht es ab, fließt der Gletscher dahinter deutlich schneller nach, wodurch wiederum neues Schelfeis entsteht, das ebenfalls schneller geschädigt wird. Diese Rückkopplungsschleife beschleunigt sich mit steigenden Temperaturen. Im globalen Überblick ergibt sich ein heterogenes Bild: Manche Regionen verlieren Schelfeisfläche, in anderen wächst sie, allerdings meist mit zunehmender Schädigung. Insgesamt ist die geschädigte Fläche seit den späten 1990er-Jahren zurückgegangen, weil auch die Gesamtfläche des Schelfeises kleiner geworden ist.
Wie schaut es in Zukunft aus, bis zum Jahr 2100? Unter dem optimistischen Emissionsszenario (RCP 2.6) bleiben Veränderungen moderat. Unter dem Hoch-Emissionsszenario (RCP 8.5) jedoch zeigen viele Schelfeisregionen drastisch zunehmende Schäden. Besonders stark betroffen ist die Ross Sea, deren riesige Schelfeisflächen im Modell nahezu durchgehend stark geschwächt erscheinen. Die Folge ist ein deutlich beschleunigter Eisabfluss vom antarktischen Kontinent, der den Meeresspiegel stärker steigen lässt, als es allein durch die Schmelze von Eisbergen erklärbar wäre.
Auch wenn die Studie selbst keine konkrete Zahl zum zusätzlichen Meeresspiegelanstieg liefert, wird klar, dass dieser Mechanismus künftig in Klimamodellen stärker berücksichtigt werden muss. Die Forschung zeigt, dass die Dynamik des antarktischen Eises weitaus sensibler reagiert als lange angenommen.
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DK158 - Retten wir Wein und Schokolade mit Geoengineering?
Und: Warum die deutsche Weinwirtschaft schwere Zeiten haben wird DK158 - Retten wir Wein und Schokolade mit Geoengineering? Und: Warum die deutsche Weinwirtschaft schwere Zeiten haben wird "Das Klima”, der …
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Und: Warum die deutsche Weinwirtschaft schwere Zeiten haben wirdDK158 - Retten wir Wein und Schokolade mit Geoengineering?
Und: Warum die deutsche Weinwirtschaft schwere Zeiten haben wird
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 158 geht es um Wein, Kaffee und Schokolade. Denn diese Luxusgüter werden, wie alles andere, durch die Klimakrise Probleme kriegen. Ob wir das mit Geoengineering in den Griff kriegen können, hat sich eine aktuelle Studie angesehen. Spoiler: Eher nicht und für den deutschen Wein wäre das alles andere als gut.
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Die Zukunft von Wein und Schokolade
Wir starten diese Folge am Weihnachtsmarkt, aber es fehlen nicht nur Schnee und winterliche Stimmung – in Zukunft könnten auch Glühwein, Schokolade und Kakao knapp werden. Aber vielleicht können wir das mit Geoengineering lösen!
Es gibt eine aktuelle Studie mit dem Titel “Macroclimate Growing Conditions for Luxury Crops after Stratospheric Aerosol Injection”, in der untersucht wird, wie sich die Ausbringung von Schwefeldioxid in die Stratosphäre – die sogenannte Stratospheric Aerosol Injection (SAI) – auf die globalen Temperaturverläufe und insbesondere auf landwirtschaftliche Bedingungen auswirken könnte.
SAI soll die Sonneneinstrahlung reduzieren, ähnlich wie es natürliche Vulkanausbrüche tun. Im Modell der Studie wird von 2035 bis 2069 jährlich Schwefeldioxid an vier Punkten nahe und etwas entfernt vom Äquator ausgebracht, sodass sich die globale Temperatur auf 1,5 Grad oder sogar 1 Grad Erwärmung stabilisieren soll. Die Modelle basieren auf dem sozioökonomischen Pfad SSP2-4.5, der moderate Klimaschutzmaßnahmen annimmt. Während die globale Temperatur in den Simulationen tatsächlich sinkt, verändern sich regionale Klimamuster stark. Genau diese regionalen Verschiebungen sind für den Anbau der drei untersuchten Luxusfrüchte entscheidend.
Ausgangspunkt der Analyse sind agrarmeteorologische Indizes, die etwa Temperaturgrenzen, Kältestunden, Feuchtigkeit, Schädlinge oder Niederschlagsmengen abbilden. Ein Jahr gilt in der Studie dann als ungeeignet für die jeweilige Pflanze, wenn einer der relevanten Grenzwerte überschritten oder unterschritten wird. Die Forschenden verbinden diese Klimaprojektionen anschließend mit historischen Exportdaten aus 18 wichtigen Anbauländern, um mögliche wirtschaftliche Effekte abzuschätzen.
Die Ergebnisse zeigen ein komplexes und regional stark variierendes Bild.
Während die für den Weinanbau geeigneten Flächen global betrachtet leicht zurückgehen, profitieren einige Regionen vom Geoengineering überraschend deutlich. Spanien zählt im Modell zu den Gewinnern: In rund 80 Prozent der Simulationen verbessern sich die Bedingungen für den Weinanbau. Deutschland hingegen hat fast ausschließlich negative wirtschaftliche Auswirkungen zu erwarten und verliert deutlich an geeigneten Anbauflächen. Auch Kalifornien und Australien profitieren, während Chile beim stärkeren Geoengineering einen massiven Einbruch seiner Exportmöglichkeiten erleidet.
Beim Kaffee ist die Lage noch unübersichtlicher. Besonders Brasilien, Uganda und Vietnam verlieren in beiden Geoengineering-Szenarien deutlich an Eignung. Nur Kolumbien und Indonesien profitieren in der Tendenz, wobei die Spannweite der Simulationsergebnisse groß bleibt.
Der Kakaoanbau reagiert ebenfalls sehr unterschiedlich. Während die globalen Eignungsflächen leicht zunehmen, verschieben sich die Anbauzonen. Kamerun profitiert klar, während die Hauptproduzenten Côte d’Ivoire und Ghana stark verlieren. In der fernen Zukunft (2056–2065) verstärken sich viele dieser Trends.
Ecuador etwa verliert wieder, nachdem es in der nahen Zukunft noch profitiert hatte, und Kamerun bleibt zwar im Plus, doch der positive Effekt fällt geringer aus. Auch beim Kaffee verschärfen sich negative Trends – Vietnam hat in der späten Projektionsperiode nahezu keine geeigneten Jahre mehr.
Die Studie betont, dass Geoengineering zwar die globale Temperatur senken könnte, aber keineswegs verlässlich positive Effekte auf den Anbau von Wein, Kaffee oder Kakao mit sich bringt. Diese Kulturen reagieren empfindlich auf Niederschläge, Feuchtigkeit und jahreszeitliche Temperaturverläufe – Faktoren, die sich durch SAI regional stark und teils unvorhersehbar verändern. Besonders der Niederschlag lässt sich nicht so leicht ausgleichen wie Hitze; während Trockenheit oft mit Bewässerung begegnet werden kann, sind Starkregenereignisse oder Überschwemmungen kaum kontrollierbar. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Studie kommen zu dem Fazit, dass SAI wegen der hohen regionalen Variabilität keine zuverlässige Maßnahme ist, um den Anbau dieser Luxusfrüchte zu sichern.
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DK157 - Was glaubt die Welt über das Klima?
Und: Warum glaubt man in Österreich was anderes als in Deutschland? DK157 - Was glaubt die Welt über das Klima? Und: Warum glaubt man in Österreich was anderes als in Deutschland? "Das Klima”, der Podcast zur …
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Und: Warum glaubt man in Österreich was anderes als in Deutschland?DK157 - Was glaubt die Welt über das Klima?
Und: Warum glaubt man in Österreich was anderes als in Deutschland?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 157 geht es um Glauben. Wir beschäftigen uns mit Klimaglaubenssätzen. Was glauben wir über das Klima, wie hängen unsere Glaubenssätze zusammen und was bedeutet das für die Bewältigung der Klimakrise?
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Was sind Klimaglaubenssätze?Claudia erklärt, dass Klimaglaubenssätze Aussagen sind, an die Menschen glauben oder denen sie vertrauen – etwa die Überzeugung, dass die Klimakrise real ist oder dass sie vom Menschen verursacht wird. Dabei geht es nicht um religiösen Glauben, sondern um Vertrauen in Quellen, Wissenschaft und Information. Diese Überzeugungen bilden zusammen Netzwerke, die das Verhalten und die Einstellung der Menschen gegenüber der Klimakrise prägen. Ob jemand handelt, protestiert oder politische Maßnahmen unterstützt, hängt stark von diesen Glaubenssätzen ab.
Erforscht wurde das Thema in der aktuellen Arbeit “Variations in Climate Change Belief Systems Across 110 Geographic Areas”. Die Studie untersucht, wie Klimaglaubenssätze in 110 Regionen der Welt miteinander verknüpft sind. Sie beschreibt diese als Netzwerke aus acht zentralen Überzeugungen, die in unterschiedlichen Kombinationen auftreten.
Zu den abgefragten Klimaglaubenssätzen gehören unter anderem:
- Glaube an die Existenz des Klimawandels
- Glaube an den menschlichen Einfluss auf die Klimakrise
- Besorgnis über die Klimakrise
- Wahrgenommene Bedrohung für sich selbst und für künftige Generationen
- Meinung über die Nutzung fossiler Brennstoffe und erneuerbarer Energien
- Einschätzung, wie hoch die Priorität des Klimawandels für Regierungen sein sollte
Die Forscherinnen und Forscher betrachten diese Glaubenssätze als miteinander verknüpfte Knotenpunkte in einem Netzwerk. Zwischen diesen Punkten bestehen Verbindungen – starke, wenn Überzeugungen häufig gemeinsam auftreten, und schwache oder widersprüchliche, wenn sie sich gegenseitig ausschließen. Besonders interessant sind dabei sogenannte „Inkonsistenzen“: etwa, wenn jemand mehr erneuerbare Energien befürwortet, aber gleichzeitig nicht weniger fossile Brennstoffe nutzen möchte.
Für die Studie wurden 99.000 Teilnehmende aus 110 Ländern befragt. Die Datenerhebung erfolgte 2022 über Facebook, was zwar eine gewisse Verzerrung durch die Plattformnutzung bedeutet, aber eine große Stichprobe ermöglichte. Die Länder wurden zehn Weltregionen zugeordnet, darunter Asien, Europa, Nordamerika und der Mittlere Osten.
Als repräsentative Beispiele dienten:
- USA für Nordamerika
- Australien für Ozeanien
- Deutschland für Europa
- Guatemala für Zentralamerika
- Haiti für die Karibik
- Brasilien für Südamerika
- Nigeria für Subsahara-Afrika
- Indien für Asien
- Saudi-Arabien für den Mittleren Osten und Nordafrika
Die Studie unterscheidet zwei zentrale Eigenschaften der Glaubensnetzwerke:
“Dichte” beschreibt, wie stark die Überzeugungen miteinander verknüpft sind, und “Inkonsistenz”, wie stark sie sich gegenseitig widersprechen.Europa, Nordamerika und Australien weisen besonders dichte Netzwerke auf – die Überzeugungen hängen eng zusammen. In Ländern wie Brasilien oder Saudi-Arabien hingegen finden sich mehr widersprüchliche Verbindungen, etwa die gleichzeitige Zustimmung zu erneuerbaren Energien und zur fortgesetzten Nutzung fossiler Brennstoffe.
Der globale Norden zeigt generell stabilere, also dichtere Glaubensnetzwerke als der globale Süden. Das bedeutet jedoch auch, dass diese Überzeugungen schwerer zu verändern sind – stabile Systeme reagieren weniger auf neue Informationen.
Die Forschenden ordnen die Ergebnisse in vier Kategorien ein:
stabiler Support, stabiler Widerstand, instabiler Support und instabiler Widerstand.
Europa befindet sich großteils im stabilen Bereich, wobei 55 % der Länder stabilen Support und 41 % stabilen Widerstand zeigen. Österreich zählt laut Studie zum stabilen Support, Deutschland hingegen zum stabilen Widerstand.In Asien sind die Netzwerke lockerer und daher instabiler – dort besteht die Möglichkeit, Überzeugungen durch Information zu verändern. Das macht Regionen mit instabiler Unterstützung besonders ansprechbar für positive Kommunikation über die Klimakrise.
Inkonsistenzen treten laut Studie vor allem dort auf, wo Länder wirtschaftlich stark von fossilen Energien abhängen. Der häufigste Widerspruch liegt zwischen dem Wunsch nach mehr erneuerbarer Energie und dem gleichzeitigen Festhalten an fossilen Brennstoffen. Auch widersprüchliche Einstellungen zwischen der Reduktion fossiler Energien und der Priorität, die Regierungen dem Klimaschutz einräumen sollten, kommen häufig vor.
Einflussfaktoren: Bildung, Information und WirtschaftDie Autorinnen und Autoren untersuchten auch, welche Faktoren die Glaubensnetzwerke beeinflussen.
Je mehr Zugang Menschen zu Informationen über die Klimakrise haben, desto kohärenter werden ihre Überzeugungsnetzwerke. Je stärker ein Land hingegen wirtschaftlich von fossilen Energien abhängig ist, desto mehr Widersprüche treten auf.
Das Bildungsniveau spielt ebenfalls eine Rolle: Es beeinflusst, wie dicht und stabil die Netzwerke sind.Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass Informationsräume entscheidend sind: Menschen müssen Zugang zu verständlichen, verlässlichen Klimainformationen haben. Kommunikation sollte gezielt dort ansetzen, wo Überzeugungen schwach verbunden oder widersprüchlich sind. In Regionen mit geringer Dichte können Informationen Brücken schlagen zwischen „es passiert“ und „es ist menschengemacht“.
Zudem ist es wichtig, ökonomische Übergänge für Länder zu gestalten, die stark von fossilen Brennstoffen abhängen. Nur so lassen sich soziale und wirtschaftliche Konflikte verringern.
Die Studie basiert auf einer Facebook-Umfrage und spiegelt daher nicht alle gesellschaftlichen Gruppen gleichmäßig wider. Auch werden die Ergebnisse auf Länderebene gemittelt, wodurch individuelle Unterschiede und Bildungseffekte verwischt werden können.
Trotzdem eröffnet die Untersuchung neue Perspektiven: Sie zeigt, dass gesellschaftliche Überzeugungen über den Klimawandel als Netzwerke verstanden werden können – stabil, widersprüchlich oder veränderlich.
Ein dichtes Netzwerk ist dabei weder gut noch schlecht: Es zeigt nur, wie fest Überzeugungen miteinander verbunden sind. Instabile Überzeugungen bieten die Chance, proklimatische Einstellungen zu fördern. Information hilft, Abhängigkeiten zu überwinden und Widersprüche zu verringern.
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DK156 - Day Zero: Die Wasserknappheit ist schon da
Und: Wie verhindern wir die kommende Trockenheit? DK156 - Day Zero: Die Wasserknappheit ist schon da Und: Wie kriegen verhindern wir die kommende Trockenheit? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter …
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Und: Wie verhindern wir die kommende Trockenheit?DK156 - Day Zero: Die Wasserknappheit ist schon da
Und: Wie kriegen verhindern wir die kommende Trockenheit?
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In Folge 156 wird es trocken. Wir reden über die durch die Klimakrise verursachte Wasserknappheit. Eine neue Studie zeigt: Das wird kein Problem, das wir in Zukunft bekommen, sondern ist ein Problem, das wir jetzt schon haben. Das Wasser wird knapp werden, auch bei uns in Europa.
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Das Wasser wird knappWir reden über die Studie “The first emergence of unprecedented global water scarcity in the Anthropocene”, die sich mit “Day Zero Droughts” beschäftigt. Der Begriff „Day Zero“ steht, vereinfacht gesagt, für den Tag, an dem kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt. Er wurde 2018 bekannt, als Kapstadt in Südafrika kurz vor einem solchen Tag stand. Nach drei extrem trockenen Jahren (2015–2018) waren die Reservoirs nahezu leer. Nur durch unerwartete Regenfälle im Winter konnte die Stadt den „Day Zero“ knapp vermeiden. Dieses Beispiel zeigt, wie kritisch die Wasserversorgung werden kann, wenn Dürre und hohe Nachfrage zusammentreffen.
Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Dürre und Wasserknappheit: Dürre beschreibt meteorologische Phänomene wie ausbleibenden Niederschlag und sinkende Bodenfeuchtigkeit, während Wasserknappheit zusätzlich technische, soziale und wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt – etwa Wasserqualität, Infrastruktur, Speicherung und Verbrauch.
Die Studie: Beispiellose Wasserknappheit im AnthropozänDie Studie untersucht, wann und wo auf der Erde Wasserknappheit erstmals eindeutig auf menschlichen Einfluss zurückgeführt werden kann. Dazu verwendet sie mehrere Indizes:
- SPEI₄₈ (Standardized Precipitation Evapotranspiration Index): misst Trockenheit, also Niederschlag minus Verdunstung.
- SRFI₄₈ (Standardized River Flow Index): beschreibt den Rückgang des Flussabflusses.
- SWSI₄₈ (Standardized Water Scarcity Index): Verhältnis von Wasserangebot zu Verbrauch – Werte unter 1 deuten auf Knappheit hin.
Die Forschenden nutzten zwei Klimaszenarien, um die Entwicklung bis zum Jahr 2100 zu simulieren:
Ein Blick in die Zukunft
SSP2-4.5 (moderate Klimaschutzmaßnahmen) und SSP3-7.0 (hohe Emissionen).Abbildung 1 zeigt deutlich: Gegen Ende des 21. Jahrhunderts werden fast alle Regionen einem hohen Risiko für schwere, langanhaltende Dürreperioden ausgesetzt sein. Besonders betroffen sind:
- der Westen der USA
- die Mittelmeerregion
- Nord- und Südafrika
- Indien
- Nordchina
- Südaustralien
In vielen dieser Gebiete treten künftig mehrere Extremereignisse gleichzeitig auf: mehrjährige Niederschlagsdefizite, geringere Flussabflüsse und akute Wasserknappheit. Damit entsteht das, was die Forschenden als Day Zero Drought (DZD) bezeichnen – ein zusammengesetztes, mehrjähriges Extremereignis.
Der Zeitpunkt des ersten Auftretens (Time of First Emergence)Die Studie führt ein zentrales Konzept ein: die Time of First Emergence (ToFE). Sie beschreibt das erste Jahrzehnt, in dem mit mindestens 99 % Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden kann, dass eine DZD vom Menschen verursacht wurde. Grundlage ist der FAR (Fraction of Attributable Risk) – der Anteil des Risikos, der auf menschliche Einflüsse zurückgeht. Ein FAR von 1 bedeutet, dass ein Ereignis ohne menschliches Zutun gar nicht aufgetreten wäre.
Abbildung 2 zeigt die Ergebnisse: Bereits zwischen 2020 und 2030 erleben 19 % der Landfläche der Erde ihre erste vom Menschen verursachte DZD. Bis 2030 steigt der Anteil auf 35 %, und bis zum Ende des Jahrhunderts werden rund 75 % der Landoberfläche mindestens einmal ein solches Ereignis erfahren.
Wenn Dürre zur Dauerkrise wirdEin weiterer entscheidender Parameter ist die Waiting Time – die Zeitspanne zwischen dem Ende einer DZD und dem Beginn der nächsten. In vielen Regionen ist diese Wartezeit kürzer als die Dauer des Ereignisses selbst. Das bedeutet: Die Erde hat keine Zeit zur Erholung. Besonders kritisch sind der Mittelmeerraum, Südafrika, Australien und Teile Asiens. In etwa 12 % der betroffenen Gebiete herrscht fast durchgehend Wasserknappheit.
In Amerika und Nordafrika treten DZD-Ereignisse seltener auf, dauern dann aber besonders lange.
Millionen Menschen ohne WasserLaut der Studie werden unter dem Szenario SSP3-7.0 mehr als 753 Millionen Menschendirekt von DZD-Ereignissen betroffen sein – davon 467 Millionen in Städten und 286 Millionen auf dem Land. Städte sind besonders gefährdet, da dort die Wassernachfrage durch Bevölkerungswachstum und Wirtschaftstätigkeit schneller steigt als das Angebot. Auch wenn urbane Infrastrukturen meist besser ausgebaut sind, bleibt die Anfälligkeit groß – mit Folgen für Energieversorgung, Hygiene und soziale Stabilität.
Bei einer globalen Erwärmung von nur 1,5 °C – also dem Ziel des Pariser Klimaabkommens – wären immer noch 488 Millionen Menschen betroffen. Selbst bei Einhaltung dieses Ziels bleibt das Problem also bestehen.
Strategien gegen die WasserkriseDie Forschenden betonen, dass die Lösung nicht allein in technischen Maßnahmen liegt. Es braucht ein Zusammenspiel von lokalem Wissen, kooperativem Wassermanagement, angepasster Governance und vielfältigen Strategien:
- Neuplanung und Anpassung von Wasserreservoirs
- Entsalzung von Meerwasser
- Regenwassernutzung
- Abwasserwiederverwertung
Gleichzeitig müssen Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen steigen, um einen nachhaltigen Zugang zu Wasser zu sichern – auch in Mitteleuropa. Denn, wie der Wasserexperte Thorsten Wagener von der Universität Potsdam erklärt:
„Andere Regionen sind zwar trockener, aber wir haben uns an eine hohe Wasserverfügbarkeit angepasst und sind daher oft empfindlicher für zukünftige Dürren.“
(Quelle: scinexx.de – Städten könnte schon bald das Wasser ausgehen)Er verweist auf aktuelle Beispiele: Die Reisernte im Norden Italiens ist wegen niedriger Wasserstände im Po eingebrochen, Frankreich musste Kraftwerke drosseln, da Flusswasser zu warm wurde, und der Rhein war streckenweise nicht mehr schiffbar.
Fazit: Wir leben mitten im Zeitalter der “First Emergence of Unprecedented Global Water Scarcity”. Die beispiellose Wasserknappheit ist keine Zukunftsvision mehr – sie passiert jetzt.
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DK155 - Globale Gletscherschmelze
Und: Brauchen wir mehr Skipisten in Island? DK155 - Globale Gletscherschmelze Und: Brauchen wir mehr Skipisten in Island? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten …
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Und: Brauchen wir mehr Skipisten in Island?DK155 - Globale Gletscherschmelze
Und: Brauchen wir mehr Skipisten in Island?
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In Folge 155 geht es ins Eis. Zumindest so lange noch etwas davon da ist. Wir schauen in eine neue Studie, die sich die globale Gletscherschmelze angesehen und dafür vor allem einen neuen Ansatz zur Datengewinnung entwickelt hat. Damit sollen die Methoden verbessert werden, die beim letzten IPCC-Bericht benutzt worden sind.
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Auf zu den Gletschern!Claudia hat für diese Folge ein Paper mitgebracht, das einen neuen globalen Datensatz zur Veränderung der Gletschermassen von 2000 bis 2023 vorstellt:
Community estimate of global glacier mass changes from 2000 to 2023 (Nature, 2024)Das Paper stammt aus dem GLAMBIE-Projekt – dem Glacier Mass Balance Intercomparison Exercise (glambie.org). Ziel des Projekts ist es, die vielen verschiedenen Messmethoden, die weltweit zur Erfassung von Gletschermassen genutzt werden, zu harmonisieren. Bisher waren die Daten stark fragmentiert: Unterschiedliche Regionen, Messzeiträume und Verfahren erschwerten den globalen Vergleich.
GLAMBIE bringt über 35 Forschungsteams und 450 Datensammler*innen zusammen, um aus Satelliten-, Radar-, Gravimetrie- und Geländemessungen einen konsistenten Datensatz zu erstellen. Diese Arbeit bildet eine neue Basis für den kommenden IPCC-Sachstandsbericht (AR7).
Vier Wege, die Gletscherschmelze zu messenInsgesamt werden vier Messmethoden für das GLAMBIE-Projekt kombiniert:
- Direkte glaziologische Messungen – Stangen und Bohrkerne vor Ort, hochpräzise, aber nur an wenigen Gletschern möglich.
- Digitale Höhenmodelle (DEM) – aus Satelliten- oder Flugzeugaufnahmen; sie zeigen Höhenveränderungen über Jahre hinweg.
- Altimetrie – Satelliten messen die Oberflächenhöhe mit Laser oder Radar, allerdings nur entlang ihrer Flugbahn.
- Gravimetrie – Satelliten wie GRACE oder CryoSat erfassen Massenänderungen direkt über winzige Unterschiede im Schwerefeld der Erde.
Jede Methode hat Vor- und Nachteile in Genauigkeit, Auflösung und Abdeckung. Das Besondere an GLAMBIE ist, dass alle vier Ansätze in einem globalen Datensatz kombiniert werden – ein Meilenstein der Klimaforschung.
Die Ergebnisse: Ein globales Bild des GletscherschwundsDie Studie zeigt deutlich:Alle 19 untersuchten Gletscherregionen verlieren an Masse. Besonders betroffen sind kleine Gletscher, etwa in den Alpen, die relativ zur Gesamtmasse den größten Verlust verzeichnen – über ein Drittel ihrer Eismasse seit dem Jahr 2000.
Auch global fällt die Bilanz deutlich aus:
- Der globale Massenverlust beträgt rund 18 Millimeter Meeresspiegelanstieg.
- Alaska trägt mit etwa vier Millimetern am stärksten zum globalen Anstieg bei.
- Grönland und Kanada (Arctic Canada North) folgen mit jeweils über zwei Millimetern.
In Mitteleuropa beträgt der Beitrag hingegen nur 0,13 Millimeter, was jedoch den massiven relativen Verlust der kleinen alpinen Gletscher nicht relativiert.
Verbesserung für den nächsten IPCC-BerichtIm sechsten IPCC-Bericht (AR6) stützten sich die Gletscheranalysen noch weitgehend auf Höhenmodelle. Mit dem neuen GLAMBIE-Datensatz soll der nächste Bericht präzisere und methodisch vielfältigere Daten verwenden können. Ziel ist zudem eine höhere zeitliche Auflösung – von jährlichen auf monatliche Daten –, um auch saisonale Schwankungen besser zu erfassen.
Das neue Vorgehen reduziert Fehlerbalken und erhöht die Genauigkeit erheblich. Die Autor*innen betonen, dass der Datensatz noch weiterentwickelt wird und in Zukunft eine noch bessere Grundlage für Prognosen zur Gletscherschmelze und zum Meeresspiegelanstieg bieten soll.
Fazit: Schmelzende Gletscher und wachsende ErkenntnisseDie Gletscher der Erde verlieren weiterhin rasant an Masse. Der neue Datensatz liefert nun erstmals ein homogenes, globales Bild dieser Entwicklung und schafft damit eine präzisere Grundlage für zukünftige Klimamodelle. Auch wenn der Trend eindeutig negativ bleibt, zeigt die Forschung, wie eng Zusammenarbeit, Datenaustausch und technologische Fortschritte miteinander verknüpft sind – und wie wichtig sie für das Verständnis des Klimawandels sind.
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DK154 - CO2-Speichern im Auenland
Und: Wo gibt es eine schöne Au? DK154 - CO2-Speichern im Auenland Und: Wo gibt es eine schöne Au? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und …
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Und: Wo gibt es eine schöne Au?DK154 - CO2-Speichern im Auenland
Und: Wo gibt es eine schöne Au?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 154 geht es in die Au. Diese Feuchtgebiete sind nicht nur wichtig für die Artenvielfalt und als Hochwasserschutz, sondern können auch sehr gute CO2-Speicher sein und noch dazu sehr resilient. Das zumindest hat aktuelle Forschung gezeigt und genau darüber reden wir heute. Und über Eddies.
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Auen – unterschätzte CO₂-Speicher
Wenn über Kohlenstoffspeicher gesprochen wird, fallen meist zuerst Bäume und Wälder ein. Doch nicht überall wachsen Wälder – und es gibt andere Landschaften, die eine ebenso wichtige Rolle für das Klima spielen. Moore etwa sind riesige Kohlenstoffspeicher (ein Thema für sich). Heute geht es jedoch um ein Mittelding zwischen Moor und Wald: die Auen.
Auen sind Uferlandschaften von Bächen und Flüssen, die in ständigem Austausch mit dem Wasser stehen. Sie sind dynamische Lebensräume, geprägt vom Wechsel zwischen Überflutung und Trockenheit. Ihre ökologische Bedeutung ist vielfältig: Hochwasserschutz, Abbau von Nitraten und dadurch Verbesserung der Wasserqualität, Lebensraum für eine enorme Artenvielfalt usw. Eine Übersicht über Auen findet man im [https://www.bmluk.gv.at/service/publikationen/wasser/Aueninventar-Oesterreichs---Karte.html](Aueninventar Österreichs) oder beim BfN in Deutschland
Die Funktion der Au als CO2-Senke wurde in einer aktuellen Arbeit (“Impact of various flood conditions on the CO2 ecosystem exchange as a component of floodplain grassland restoration”) anhand des WWF-Auenreservat Marchegg untersucht. Das ist ein rund 1.100 Hektar großes Schutzgebiet an der Grenze zwischen Österreich und Tschechien. Seit 1978 steht die Aue unter Naturschutz. Seit Kurzem steht dort eine Messstation der BOKU Wien, die Teil des EU-Projekts Rewet ist. Ziel: Das Potenzial von Feuchtgebieten als Kohlenstoffsenken erfassen. Während es in Europa bereits viele Daten zu Mooren gibt, sind Auen bislang kaum untersucht. In Marchegg wurde ein Jahr lang auf einer beweideten Auwiese gemessen – sogar während extremer Bedingungen wie einer vier Meter hohen Überschwemmung im Jahr 2024. (Bilder kann man in diesem Artikel sehen).
Zum Einsatz kam die Methode der Eddy Covariance: Sie erfasst winzige Luftwirbel („eddies“), die Gase wie CO₂ transportieren. So lässt sich die Treibhausgasbilanz direkt messen. Das Ergebnis war überraschend positiv: Trotz Überschwemmungen – inklusive des Jahrhunderthochwassers im September – blieb die Fläche eine CO₂-Senke. Am Jahresende lag die Bilanz bei –17,6 Gramm CO₂-Äquivalent pro Quadratmeter.
Was bei einer Überflutung mit der Auwiese passiert, zeigt Abbildung 8) aus der Arbeit. Auch die Weidetiere hatten kaum negative Auswirkungen.
Die Ergebnisse zeigen: Auen können auch unter Extrembedingungen CO₂-Senken bleiben. Das macht Hoffnung, dass die Wiederherstellung von Feuchtgebieten nicht nur für Artenvielfalt und Hochwasserschutz wichtig ist, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.
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DK153 - Schwitzende Bäume und kühle Köpfe
Und: Wo ist der richtige Ort für den richtigen Baum? DK153 - Schwitzende Bäume und kühle Köpfe Und: Wo ist der richtige Ort für den richtigen Baum? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise …
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Und: Wo ist der richtige Ort für den richtigen Baum?DK153 - Schwitzende Bäume und kühle Köpfe
Und: Wo ist der richtige Ort für den richtigen Baum?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 153 geht es um Bäume in Städten. Bäume sind kein Allheilmittel, aber mächtige Verbündete beim Kampf gegen die urbane Hitze. Es reicht aber nicht, einfach wahllos irgendwo Bäume hinzupflanzen. Es müssen die richtigen Bäume am richtigen Ort sein. Wie Bäume sinnvoll eingesetzt werden können, schauen wir uns in dieser Folge anhand aktueller Forschung an.
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Warum Bäume kühlenBäume sind mehr als nur schön anzusehen – sie wirken wie natürliche Klimaanlagen. Sie spenden Schatten, reflektieren Sonnenstrahlen, speichern weniger Wärme als Asphalt und kühlen durch Transpiration, also das „Schwitzen“ ihrer Blätter. Dabei verdunstet Wasser, was der Umgebung Wärme entzieht und die Luft spürbar erfrischt. Ein einzelner großer Baum kann an einem heißen Tag bis zu 100 Liter Wasser verdunsten. Dieser Effekt ist so stark, dass ganze Parks oder Alleen merklich kühlere Mikroklimata schaffen.
Allerdings können Bäume auch Wärme speichern und nachts die Abkühlung behindern, wenn dichte Kronendächer die Wärmestrahlung blockieren. Ob sie kühlen oder eher wärmen, hängt also stark vom Standort und der Baumart ab.
Die Metastudie zur Kühlleistung von StadtbäumenWir schauen uns die Studie Cooling Efficiency of Trees Across Cities is Determined by Background Climate, Urban Morphology and Tree Traits an, die 182 Einzelstudien ausgewertet hat. Sie kommt zu dem Schluss: Bäume sind kein Allheilmittel, aber sie können entscheidend zur Hitzeminderung beitragen – wenn man die richtigen Faktoren beachtet.
Die Studie identifiziert drei zentrale Einflussgrößen:
- Hintergrundklima: In heißen, trockenen Regionen erzielen Bäume durch Verdunstung besonders große Kühleffekte – bis zu 12 Grad Temperaturunterschied. In feuchten Tropen verpufft dieser Effekt, da die Luft schon gesättigt ist.
- Stadtstruktur: Enge Altstädte mit hohen Gebäuden (Local Climate Zones 1–3) profitieren weniger von zusätzlichem Schatten, da ohnehin wenig direkte Sonneneinstrahlung den Boden erreicht. Hier können dichte Baumkronen sogar für Hitzestau sorgen. Effektiver sind lockere Pflanzungen oder Alternativen wie Dachbegrünungen.
- Baumarten und Eigenschaften: Laubbäume kühlen besonders im Sommer, immergrüne Arten wirken das ganze Jahr über, aber weniger stark durch Transpiration. Eine Mischung verschiedener Baumarten – hoch und niedrig, Laub- und Nadelbäume – erzielt die beste Kühlwirkung und erhöht gleichzeitig die Biodiversität.
Die Empfehlung der Forschenden lautet daher: Right Tree, Right Place – der richtige Baum am richtigen Ort. Mehr zu den Local Climate Zones findet ihr in dieser Studie.
Stadtplanung mit WeitblickDie Pflanzung von Stadtbäumen ist ein langfristiges Projekt. Bäume brauchen Jahrzehnte, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Deshalb müssen Stadtplanerinnen und -planer berücksichtigen, wie sich das Klima in 20 bis 30 Jahren entwickeln wird. Bäume, die heute gepflanzt werden, müssen auch in einer wärmeren Zukunft widerstandsfähig sein und ihre Kühlleistung erbringen können.
Darüber hinaus ist die Akzeptanz in der Bevölkerung entscheidend. Alte Bäume werden oft emotional verteidigt, selbst wenn jüngere oder andere Arten für die Klimaanpassung geeigneter wären. Stadtgrün ist also nicht nur eine Frage der Wissenschaft, sondern auch ein sensibles gesellschaftliches Thema.
Interaktive KarteZur Studie gehört auch eine interaktive Karte.
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DK152 - Solarstrom aus dem Weltall
Und: Ab wann wird Weltall-Power wirtschaftlich? DK152 - Solarstrom aus dem Weltall Und: Ab wann wird Weltall-Power wirtschaftlich? "Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den …
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Und: Ab wann wird Weltall-Power wirtschaftlich?DK152 - Solarstrom aus dem Weltall
Und: Ab wann wird Weltall-Power wirtschaftlich?
"Das Klima”, der Podcast zur Wissenschaft hinter der Krise. Wir lasen den sechsten Bericht des Weltklimarats und erklären den aktuellen Stand der Klimaforschung.
In Folge 152 sind wir wieder im Normalbetrieb. Und heben gleich ab ins Weltall: Dort scheint die Sonne ständig und es wäre wesentlich einfacher, Solarstrom zu erzeugen. Das würde natürlich viel kosten, aber selbst wenn der Solarstrom aus dem All teurer ist als der von der Erde, könnten wir damit in Zukunft quasi unseren gesamten Bedarf damit decken. Denn am Ende wäre das für die Stromnetze besser (und damit auch insgesamt billiger) als die Alternativen.
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Das österreichische Klimagesetz
Nach zehn Wochen intensiver Auseinandersetzung mit dem österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel schauen wir zu Beginn nochmal, was das alles gebracht hat. Der Entwurf des österreichischen Klimagesetzes enthält leider nicht die erhofften ambitionierten Ziele enthält.
Sonnenenergie aus dem Weltall
Auf der Erde ist Sonnenenergie zwar eine der wichtigsten erneuerbaren Quellen, doch die Atmosphäre sorgt dafür, dass mehr als die Hälfte der Strahlung schon auf dem Weg nach unten verloren geht. Bei Nacht oder Bewölkung kommt überhaupt nichts an. Die Idee ist also: Sonnenenergie direkt im Weltall sammeln und zur Erde übertragen.
Ursprünglich tauchte diese Vision in Isaac Asimovs Kurzgeschichte Reason (1941) auf. In den 1970er-Jahren entwickelte der Ingenieur Peter Glaser das erste wissenschaftliche Konzept für „Space-Based Solar Power“ (SBSP) und ließ es 1973 sogar patentieren. Die Grundidee ist, die Energie im All in Mikrowellen umzuwandeln, zur Erde zu strahlen und dort mit sogenannten Rectennas wieder in Strom umzuwandeln. Erste Experimente der japanischen Raumfahrtagentur JAXA und ein Caltech-Prototyp von 2023 haben gezeigt, dass die Technik prinzipiell funktioniert – auch wenn bisher nur „detectable power“ ankam).
Neue Studie: Potenzial für Europa
Eine aktuelle wissenschaftliche Arbeit vom 21. August 2025, durchgeführt vom King’s College London und der Jiaotong-Universität in China, untersucht, wie SBSP in ein europäisches Stromnetz eingebunden werden könnte: Assess space-based solar power for European-scale power system decarbonization. Das europäische Netz ist besonders komplex und politisch geprägt, weshalb eine wetterunabhängige, kontinuierliche Energiequelle wie SBSP attraktiv erscheinen könnte. Dank technischer Fortschritte – effizientere Solarzellen, drahtlose Energieübertragung und wiederverwendbare Raketen – könnte SBSP ab den 2030er-Jahren technisch machbar werden.
Für die Modellierung nutzten die Forschenden das Energiemodell PyPSA-Eur sowie die ENTSO-E 2050 Vision (vision.entsoe.eu).
Zwei grundlegende Konzepte
Die NASA hat zwei Referenzdesigns beschrieben (NASA-Report 2024):
- RD1 – Heliostat-Schwarm: Spiegel leiten Sonnenlicht auf zentrale Kollektoren. Technisch noch wenig erprobt (niedriges TRL), aber fast durchgängig verfügbar (~99,7 %). Könnte nahezu Grundlast liefern.
- RD2 – Planar Array: Flache Solarpaneele im geostationären Orbit. Technisch reifer, aber nur ~60 % Verfügbarkeit.
Wirtschaftlichkeit und Szenarien bis 2050
Die NASA schätzte 2024 die Kosten auf 0,61 bis 1,59 US-Dollar pro kWh. Mit fallenden Startkosten, effizienterer Produktion und längerer Lebensdauer könnten die Preise theoretisch auf 4–8 Cent sinken. Zum Vergleich: Für Wind- und Solarenergie am Boden wird 2050 ein Preis von rund 2 Cent erwartet – also weiterhin deutlich günstiger.
Die neue Studie modellierte SBSP für Europa in verschiedenen Szenarien bis 2050.
Ergebnis:- 2020: Keine Wirtschaftlichkeit.
- 2050: Wenn SBSP rund 6–10 Mal (RD1) oder 10–14 Mal (RD2) teurer ist als Photovoltaik am Boden, lohnt es sich trotzdem als Ergänzung – vor allem wegen der hohen Verfügbarkeit von RD1.
- Bei sinkenden Kosten:
- Rund 9×/6× teurer: SBSP wird attraktiver, RD1 kann Wind- und Solaranteile verdrängen.
- Rund 3× teurer: RD1 könnte fast die gesamte Energieversorgung übernehmen. Saisonale Speicher würden weitgehend überflüssig.
Das Modell zeigt also nicht, dass SBSP in naher Zukunft billig wird – aber es quantifiziert, wie stark die Kosten fallen müssten, damit die Technologie vom Nischenkonzept zur tragenden Säule der Energieversorgung wird.
Auch die ESA denkt über SBSP nach. Im Rahmen des Programms SOLARIS sollen bis 2040 Demo-Satelliten getestet werden. Diese könnten langfristig 7–30 % des europäischen Energiebedarfs decken. Damit ist klar: Space-Based Solar Power ist kein bloßes Gedankenspiel mehr, sondern ein mögliches Element der künftigen Energiewende.
Forschung zum Podcast
Zum Schluss bitten wir unsere Hörerinnen und Hörer um Teilnahme an einer Umfrage zur Erforschung von Wissenschaftspodcasts. Die Befragung läuft anonym, ist an den Podcast gekoppelt und bietet die Chance, den Podcast in den Forschungsdaten explizit zu vertreten: Zur Umfrage.
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