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- 23 Oct 2026
Sobre el podcast
Die tägliche, alltagstaugliche Auslegung eines Bibelverses aus der „Losung“ oder den „Lehrtexten“ der Herrnhuter Brüdergemeine.
Episodios 366
Das 1-Minuten-Bekenntnis
Die Bibelstelle Matthäus 16,16 – ausgelegt von Monika Scherbaum. Manchmal geschieht Bekennen ungeplant, mitten im Alltag. Beim Einkaufen steht eine junge Frau vor mir. Sie wirkt angespannt. Auf meine Frage, wie …
Notas del episodio
Die Bibelstelle Matthäus 16,16 – ausgelegt von Monika Scherbaum.Manchmal geschieht Bekennen ungeplant, mitten im Alltag. Beim Einkaufen steht eine junge Frau vor mir. Sie wirkt angespannt. Auf meine Frage, wie es ihr geht, sagt sie leise: „Ich habe bald den Termin beim Anwalt, die endgültige Scheidung. Ich habe Angst.“ Ich erzähle ihr, wie gut es mir tut, Menschen zu haben, mit denen ich über meine Sorgen reden und beten kann, und wie oft ich Gottes Hilfe erlebt habe. Dann frage ich: „Darf ich für Sie beten?“ Sie nickt.
Ein paar Tage später begegne ich ihr wieder. Zwischen uns ist ein kleiner Raum entstanden, in dem ich mit ihr über Leben und Glauben reden kann. Ein leises Bekenntnis – und Gott benützt es.
Warum fällt mir das Bekennen selbst so oft schwer?
Vor 2.000 Jahren in Cäsarea Philippi im Norden von Galiläa ist die Luft voller Meinungen. Jesus fragt seine Gefolgsleute: „Wer sagen die Leute, dass ich sei?“ Und dann ganz direkt: „Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei?“
Diese Frage trifft mich heute persönlich. Nicht: Was sagen die anderen? Nicht: Was sagt meine Kirche? Sondern: Was sage ich?
Damals hat einer der Jünger, Simon Petrus, geantwortet: „Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ Klar. Persönlich. Mutig.
Jesus hat nicht widersprochen und hat seinem Weggefährten deutlich gemacht: Diese Erkenntnis ist ein Geschenk. Das finde ich herrlich entlastend: Ich muss nicht perfekt formulieren oder theologisch glänzen. Ich darf schlicht erzählen, was ich mit Jesus erlebt habe.
Genau darum geht es: Ich trete aus dem Chor der Stimmen heraus und sage, wer Jesus für mich ist.
Was mich hemmt, das kennen andere auch: Was denken die anderen? Nehmen sie mich ernst? Und traue ich mich zu sagen, dass Jesus Christus für meine Schuld gestorben und auferstanden ist?
Bekennen heißt: trotz Angst sagen, wer Jesus für mich ist. Dafür braucht es nicht immer eine lange Rede. Manchmal reicht eine Minute. Ich nenne das gerne das „1-Minuten-Bekenntnis“. Dabei hilft eine einfache Vorher-Nachher-Geschichte:
Ich denke an die kaputte Waschmaschine in unserem Haushalt: Das ist ein Problem. Die Wäsche stapelt sich. Dann kommt die neue Maschine, und plötzlich läuft der Alltag wieder.
So können auch Glaubensgeschichten klingen:
So war mein Leben.
Das hat sich durch Jesus verändert.
So erlebe ich mein Leben heute mit Jesus.Dazu ein Wort aus der Bibel, das mich trägt. Einfach. Klar. Persönlich.
Gerade darin liegt die Kraft: Erzählen, was Gott in meinem Leben getan hat. Warum erzählen wir solche Geschichten nicht häufiger? Sie ermutigen uns selbst und können anderen Hoffnung geben.
Denn Gott handelt. Heute. Mitten unter uns. Im Supermarkt. Im Büro. In der Familie. Im Gespräch mit einem Freund.
Bei Simon Petrus war es ein klares Bekenntnis:„Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“.
Und mein persönliches Bekenntnis kann ganz einfach lauten: „Der Glaube an Jesus ist mein Halt und meine Hilfe“.
Wie klingt Ihr Bekenntnis?
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Autor: Monika Scherbaum
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Kein Schaf wie das andere
Die Bibelstelle Johannes 10,14 – ausgelegt von Roland Bunde. Ich bin davon überzeugt, Jesus ist ein guter Hirte. Es ist gut, diesem Hirten zu folgen. Selbst wenn der Lebensweg durch ein finsteres Tal führt, bin …
Notas del episodio
Die Bibelstelle Johannes 10,14 – ausgelegt von Roland Bunde.Ich bin davon überzeugt, Jesus ist ein guter Hirte. Es ist gut, diesem Hirten zu folgen. Selbst wenn der Lebensweg durch ein finsteres Tal führt, bin ich nicht allein unterwegs. Und irgendwann führt er mich auf grüne Auen. Es wird mir an nichts mangeln – jedenfalls nicht an Zuversicht! Jesus meint es gut. Immer. Nun sagt der gute Hirte: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“. Was empfinden Sie, wenn Sie das so hören? Jesus spricht bildhaft von seinen Schafen, die ihm folgen.
Eigentlich widerstrebt es mir, mich als Schaf zu verstehen. Doch bei einer Wanderung auf dem Heidschnuckenweg durch die Lüneburger Heide ist mir bewusst geworden, wie positiv die Metapher vom guten Hirten und den Schafen, die seine Stimme kennen, zu verstehen ist. Die Schafe, die ich gesehen habe, kennen wirklich die Stimme ihres Hirten und folgen ihr ganz selbstverständlich. Auf Postkarten wirkt das oft kitschig. Aber in der Natur im echten Leben hat mich dieses Bild berührt. Der Hirte dort in der Lüneburger Heide kennt wirklich jedes seiner Schafe und jedes seiner Schafe folgt ihm. Was ich erstaunlich finde, wie es dem Hirten möglich ist, die Schafe voneinander zu unterscheiden. Für mich sehen viele Schafe gleich aus. Natürlich gibt es immer auch schwarze oder anders gefärbte Schafe, die auffallen. Aber alle anderen kann ich nicht unterscheiden. Der Hirte kann das. Und mehr noch.Wenn Jesus sagt: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“, dann meint er damit weit mehr als nur unser Äußeres, unser Aussehen, unsere Stimme oder unseren Charakter. Jesus kennt meine innersten Wünsche und Bedürfnisse. Er kennt meine Lebensgeschichte von Anfang an. Er weiß, welche Gedanken mir durch den Kopf gehen. Er weiß, was die Seele fühlt. Und er kennt natürlich auch meine dunklen Seiten. Jesus kennt mich durch und durch. Dass Jesus die Seinen kennt, okay! Aber dass Jesus davon überzeugt ist, dass die Seinen auch ihn kennen, ist durchaus bemerkenswert.
Stellt sich die Frage, wie gut wir – die wir uns zu den Seinen zählen – den guten Hirten eigentlich kennen? Vielleicht kennen wir die Bibel gut. Vielleicht kennen wir Gemeinden, wo man gute Predigten hört. Vielleicht kennen wir gute christliche Podcasts. Wir kennen die Antworten auf so viele Fragen. Wir wissen so viel. Doch am Ende des Tages geht es eigentlich nicht darum, was wir wissen und vom Kopf her verstanden haben. Es geht um unser Herz und um Vertrauen. Wer Jesus kennt, weiß, dass man ihm vertrauen kann. Das zu wissen, genügt aber nicht. Entscheidend ist, jeden Tag neu darauf zu vertrauen, dass Jesus mehr tun kann, als ich es mir vorstellen kann – durch die Kraft, die in mir wirksam ist (vgl. Epheser 3,21).
Das versuche ich mir jeden Morgen bewusst zu machen. Ich möchte auf seine Stimme achten und den Impulsen seines Geistes nachgehen. Mittlerweile kann ich seine Stimme ganz gut von den vielen anderen, oft lauten Stimmen unterscheiden. Und dann muss ich nicht lange nachdenken, sondern ich weiß ganz genau, was zu tun ist. Und wenn ich der Stimme des guten Hirten folge, werden mir Gutes und Barmherzigkeit folgen. Das weiß ich. So kenne ich Jesus.
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Autor: Roland Bunde
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Für Brot beten?
Die Bibelstelle Matthäus 6,11 – ausgelegt von Roland Bunde. Unser tägliches Brot gib uns heute!Heute Morgen habe ich ein leckeres Müsli gegessen und dazu einen schönen Kaffee getrunken. So starte ich gerne in …
Notas del episodio
Die Bibelstelle Matthäus 6,11 – ausgelegt von Roland Bunde.Unser tägliches Brot gib uns heute!
Heute Morgen habe ich ein leckeres Müsli gegessen und dazu einen schönen Kaffee getrunken. So starte ich gerne in den Tag. Am Wochenende gehe ich zum Bäcker und kaufe Brötchen und ein frisch gebackenes Brot für die kommende Woche. Ich bitte Gott nicht jeden Tag um das tägliche Brot. Denn in meinem Brotkorb habe ich immer Brot, Toast oder Knäckebrot vorrätig.
Umso wichtiger ist es, immer wieder das Vaterunser zu beten. Jesus hat seine Jünger gelehrt, sich jeden Tag neu bewusst zu machen, dass es der Vater im Himmel ist, der uns das gibt, was wir zum täglichen Leben brauchen. Darum brauchen wir uns eigentlich keine Sorgen darum zu machen, was heute oder morgen sein wird.
Eigentlich! Warum nur mache ich mir täglich so viele Sorgen? Jesus weiß, dass wir uns tagtäglich um Dinge sorgen, um die wir uns eigentlich nicht sorgen sollen: Was soll ich anziehen? Wie sehe ich aus? Wie wird der Tag? Werde ich das alles schaffen? Was gibt es heute zu essen? Was muss ich noch besorgen? Kann ich mir das überhaupt leisten? Immer wieder dieselben Fragen. Täglich grüßt das Murmeltier.
Darum versucht Jesus mit Gleichnissen aus der Natur deutlich zu machen, dass der Schöpfer allen Lebens nicht nur die Lilien schön kleidet und die Vögel am Himmel versorgt, sondern auch mich und Sie. Es geht also im Grunde um Vertrauen in Gottes Fürsorge. Das ist unser tägliches Brot. Vertrauen. Wir sind täglich darauf angewiesen, dass Gott uns durch den Tag begleitet und in kritischen Situationen ermutigt und Zuversicht gibt.
Jesus weiß natürlich, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern eben auch von Gottes Zuspruch und Fürsorge (vgl. 5. Mose 8,3). Unabhängig davon, was um uns herum passiert, brauchen wir die Gewissheit, dass uns Gott immer so viel Kraft gibt, wie wir brauchen – nicht mehr und nicht weniger. So war es auch in der Wüste Sinai, als das Volk Israel täglich Manna, das vom Himmel herabkommende Brot, aufsammelt und es jeden Tag neu für alle reicht. In dem Moment, als das Volk damit beginnt, einen Vorrat anzulegen, funktioniert das nicht.
So ist es auch mit meinem Vertrauen. Ich kann keinen Vorrat anlegen. Ich bin tagtäglich herausgefordert, um mein tägliches Brot und das nötige Vertrauen zu bitten. Das sollte ich am besten früh am Morgen tun, wenn ich mein Müsli oder ein Brötchen mit Honig esse. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Ja, ich bin dankbar, dass ich in Deutschland lebe und es an jeder Ecke einen Bäcker und so viele verschiedene Brotsorten gibt.
Doch mir ist auch bewusst, dass den Landwirten in unserem Land die große Trockenheit in den Sommermonaten große Sorgen bereitet hat. Während wir also hierzulande vielleicht über höhere Preise für Lebensmittel klagen, leiden dem Welthungerbericht der UN zufolge etwa 645 Millionen Menschen Hunger. Das ist ungefähr jeder zwölfte Mensch weltweit. Gleichzeitig werden in Deutschland täglich rund 30.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Unfassbar. Seit kurzem versuchen wir mittels einer App Lebensmittel zu retten, die ansonsten tatsächlich weggeworfen werden. Und Gott sei Dank gibt es die Tafel, wo täglich hilfsbedürftige Menschen mit geretteten Lebensmitteln versorgt werden. Auf diesem Hintergrund kann ich diese Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ eigentlich nicht so daher sagen. Ich fühle mich mitverantwortlich dafür, jeden Tag neu darauf zu achten, was ich von dem weitergeben kann, was ich empfangen habe – im Vertrauen darauf, dass es am Ende des Tages wieder reichen wird und Gott für mich sorgt.
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Autor: Roland Bunde
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Dem unbekannten Gott
Die Bibelstelle Apostelgeschichte 17,23 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó. Gestern erzählt mir jemand, er sei besonders ordentlich, weil sein Sternzeichen Zwilling sei. Die Schwester einer meiner Bekannten …
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Die Bibelstelle Apostelgeschichte 17,23 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó.Gestern erzählt mir jemand, er sei besonders ordentlich, weil sein Sternzeichen Zwilling sei. Die Schwester einer meiner Bekannten hängt einer indischen Religion an, die in allen Lebewesen Götter sieht; daher wäscht sie sich niemals, weil sie die göttlichen Bakterien auf ihrer Haut nicht töten möchte. Es gibt Menschen, die glauben an das Fliegende Spaghettimonster, das 2005 als Parodie gegen den christlichen Glauben erfunden wird, heute aber tatsächlich weltweit Glaubensanhänger namens „Pastafari“ hat.
Man kann über manche Glaubensüberzeugungen schmunzeln oder den Kopf schütteln. Aber eigentlich ist das überheblich und wird diesen Menschen nicht gerecht. Denn auch manches am christlichen Glauben mag von außen befremdlich sein, und dennoch möchte ich als Christin ernst genommen und nicht ausgelacht werden.
Daher ist es respektvoller, sich wie der Apostel Paulus zu verhalten, der in einer Rede in Athen laut Apostelgeschichte 17,23 zu den Anhängern der römischen und griechischen Götter sagt: „Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. […]“
Ist das nicht ein schöner Eröffnungssatz für ein Gespräch mit Menschen anderer Weltanschauungen? Er zeigt eine grundsätzlich interessierte, positive, tolerante Haltung, die keine Berührungsängste mit fremden Göttern hat. Bevor Paulus sich mit den Menschen unterhält, versucht er, ihren Glauben kennenzulernen und zu verstehen. Anstatt sie zu verurteilen und zu sagen: „Ihr glaubt etwas Falsches!“, knüpft er an ihre Überzeugungen an. Er nimmt die Menschen und ihren Glauben ernst.
Und er versucht, ihre Sehnsüchte und Motivation hinter ihrem Glauben zu verstehen. Bei den Athenern ist die Götterverehrung geprägt von dem Wunsch, keinen Gott zu vergessen und dadurch zu erzürnen, was womöglich eine göttliche Strafe zur Folge hat. Also stellen sie sicherheitshalber neben den ganzen Altären für die bekannten Götter noch einen für den „unbekannten Gott“ auf, wer auch immer das sein mag.
Paulus knüpft an diesen „unbekannten Gott“ an und sagt:
„Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt.“ (V. 23b)
Damit hat Paulus die Neugier seiner Zuhörer geweckt, so dass sie ihm offen lauschen.
Wo könnte ich umhergehen und versuchen, den Glauben meiner Mitmenschen besser zu verstehen? Wie kann ich die Menschen so ansprechen, dass sie sich in ihrem Glauben gesehen fühlen? Welche Anknüpfungspunkte finde ich in ihrem Glauben, den ich so aufgreifen kann, dass sie neugierig werden gegenüber meinem Glauben?
Jetzt, wo die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer geweckt ist, kann Paulus auf spannende Weise erklären, wer der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, an den er glaubt. Das ist kein rhetorischer Kniff, sondern er ist einerseits wirklich respektvoll gegenüber den Göttern seiner Zuhörer, gleichzeitig hat er andererseits den tiefen Wunsch, ihnen die befreiende Botschaft des Evangeliums zu bringen. Er erzählt ihnen schließlich von Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist, so dass die Menschen keine Angst mehr vor Strafe oder Tod haben brauchen.
Und nun scheiden sich die Geister seiner Zuhörer. Die einen lachen ihn aus – Totenauferstehung, wie verrückt ist das denn?! Andere gehen nachdenklich davon. Und wieder andere sagen: „Erzähle uns mehr darüber!“
Auch damit muss ich rechnen, wenn ich anderen von Jesus erzähle: manche sind interessiert, andere halten mich oder die Frohe Botschaft für seltsam.
Und wozu das Ganze? Wozu überhaupt sich die Mühe machen, andere Weltanschauungen zu verstehen und von Jesus Christus erzählen? Nun, wenn es stimmt, dass der allmächtige Schöpfer uns Menschen so sehr liebt, dass er uns seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde sendet, dann ist das eine Botschaft, die wirklich lebensverändernd sein kann. Und wenn es wahr ist, dass Jesus Christus lebt, dann muss ich tatsächlich keine Angst vor Tod und dem Dunklen im Leben mehr haben. Diese Botschaft ist wirklich frohmachend – und sie soll unter’s Volk. Auf respektvolle Weise, wie bei Paulus. Machen Sie mit?
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Autor: Gabriele Berger-Faragó
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Wie sag ich‘s weiter?
Die Bibelstelle 2. Timotheus 4,2 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó. Sind Sie schonmal Marathon gelaufen? Oder vielleicht haben Sie ein kompliziertes 4-Gänge-Menü gekocht? Blüht es bunt auf Ihrer …
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Die Bibelstelle 2. Timotheus 4,2 – ausgelegt von Gabriele Berger-Faragó.Sind Sie schonmal Marathon gelaufen? Oder vielleicht haben Sie ein kompliziertes 4-Gänge-Menü gekocht? Blüht es bunt auf Ihrer Fensterbank? Manche von Ihnen nicken bei dem einen, andere bei etwas anderem – je nach dem, wo Ihre Begabungen liegen.
In der Bibel lese ich, dass es auch im geistlichen Bereich verschiedene Gaben gibt: Der eine kann gut predigen, die andere schön singen; manche haben ein Händchen für Kinder, andere für Deko. Wie gut, dass wir einander haben und uns gegenseitig ergänzen.
Nun lese ich jedoch im 2. Timotheusbrief, Kapitel 4,2:
„Verkündige das Wort, tritt dafür ein, zur Zeit oder Unzeit. Widerlege, tadle, bitte, in aller Geduld, mit guter Lehre.“
Wenn ich als Christ davon ausgehe, dass Gottes Wort für mich gilt, dann bringt mich dieser Satz evtl. ganz schön ins Schwitzen: Was ist, wenn ich einfach nicht die Gabe des Redens habe? Muss ich dann trotzdem predigen, mit zittriger Stimme und völlig lausig?
Die Antwort ist ein eindeutiges „Jein“, ein Ja und Nein.
Ich beginne mit dem Nein: Nein, wer eher schüchtern ist und sich mit Worten schwertut, muss kein berühmter Prediger werden. Dafür hat er andere Gaben, die er in Gottes Reich einbringen kann.
Aber doch, ja: Jeder Jesus-Nachfolger, egal wie rhetorisch begabt oder unbegabt, ist aufgefordert, seinen Mitmenschen das Wort Gottes zu bringen. Die Frage ist nur, wie.
Timotheus, der Empfänger des Paulusbriefs, in dem dieser Satz steht, ist ein junger, begnadeter Prediger. Der große Lehrer und Apostel Paulus ermutigt ihn, jede Chance zu nutzen, um Gottes Wort zu verkündigen. Timotheus und alle Verkündiger werden von Paulus angespornt, klug zu argumentieren und die Leute zum Evangelium durch Bitten einzuladen.
Andere von uns predigen vielleicht weniger gut mit Worten, dafür mit ihren Taten. Und auch das sollen sie mutig tun.
Allerdings darf die unterschiedliche Begabung verschiedener Menschen kein Hinderungsgrund sein, Gottes Wort zu verbreiten. Wenn sich jemand hinter seiner Nicht-Begabung zum Reden versteckt und den Mund hält, wo eigentlich eindeutig sein Bekenntnis zu Jesus gefragt ist, dann hat dies vielleicht eher mit Angst als mit mangelnder Gabe zu tun. Mancher Christ kann nicht so gut predigen. Doch wo ein Mensch gegen Gott spricht, oder wo einer tiefe Sinnfragen stellt, darf ein Christ nicht schweigen. Vielleicht kann er keine großartige Rede schwingen. Aber ein Satz, egal wie schüchtern, ist besser als Schweigen.
Was an dem zitierten Vers ebenfalls stören kann, ist der Ausdruck „zur Zeit oder zur Unzeit“. Das klingt total plump und unsensibel. Kennen Sie Menschen, die einen mit etwas zutexten, was man gar nicht hören will? Wenn ich als Christin auf diese Weise rüberkomme, dann kann das dem Evangelium eher schaden als nützen, oder nicht?Zum Glück meint „zur Zeit oder Unzeit“ nicht „aufdringliches Vollquatschen“. Sondern da steht „in aller Geduld“ und „mit guter Lehre“. Ebenso steht da „Bitten, tadeln, widerlegen“; in anderen Übersetzungen steht auch „ermutigen“.
Das heißt, „gute Lehre“ schaut sich mit Liebe und Einfühlsamkeit das Gegenüber an, hört zu und sagt dann das Passende. Nicht viele Worte, sondern das richtige. Einer braucht knallharte, rational begründete und ihn widerlegende Argumentation; ein anderer braucht sanftes Bitten. Mancher will ermutigt werden; ein anderer ist vielleicht sogar dankbar, wenn ihm jemand mal sagt, dass er sein Leben gegen die Wand fährt. Aber eben „in aller Geduld“, „mit guter Lehre“, nicht taktlos und unhöflich.
Es lohnt sich, die Predigten von Paulus selbst nachzulesen, wie sie in der Apostelgeschichte überliefert sind. Denn auch, wer keine Predigtgabe hat, darf von Paulus lernen. Das kann damit beginnen, dass Sie sich klar werden, wie Sie zum Glauben kamen oder wie Gott Sie beschenkt, und davon mutig erzählen. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich überraschen: Oft sind die Menschen viel offener, als Sie denken. Und ein guter Satz, ein feiner Same gesät, kann sich oft unbemerkt entfalten.
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Autor: Gabriele Berger-Faragó
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„Shalom – Meinen Frieden gebe ich Dir“
Die Bibelstelle Haggai 2,9 – ausgelegt von Mike Lange. Manchmal komme ich an Baustellen vorbei, die sich schon seit etlichen Jahren in genau dem gleichen Zustand befinden. Dauerbaustellen. Bauruinen von …
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Die Bibelstelle Haggai 2,9 – ausgelegt von Mike Lange.Manchmal komme ich an Baustellen vorbei, die sich schon seit etlichen Jahren in genau dem gleichen Zustand befinden. Dauerbaustellen. Bauruinen von halbfertigen Häusern. Merkwürdig anzuschauen. Ich frage mich manchmal, was wohl die Ursachen für diesen Stillstand sind? Und wie sich die Eigentümer und Bauleute bei diesem Anblick fühlen?
In der Bibel, im Buch des Propheten Haggai wird von einer Bauruine berichtet, die seit 16 Jahren mitten im Herzen von Jerusalem steht. Die Rede ist vom Tempel Gottes. Um exakt zu sein, vom zweiten Tempel. Der erste Tempel wird durch die Babylonier zerstört. Das Volk Israel wird in die Gefangenschaft, ins Exil nach Babylon verschleppt.
Nach circa 70 Jahren im Exil kehren die Israeliten nach Jerusalem zurück. Sie wollen den zerstörten Tempel wiederaufbauen. Zumal Gott sie dazu beauftragt und dabei unterstützt.
Voller Tatkraft legen sie los. Das Fundament des Tempels ist fertig. Und plötzlich gerät der Bau ins Stocken. Die Jerusalemer bauen stattdessen ihre eigenen Häuser weiter. Gott ist entsetzt. Die heilige Stätte Gottes auf Erden ist ein Trümmerhaufen.
Hier kommt der Prophet Haggai ins Spiel. Während Gottes Volk in schönen Häusern wohnt, verkündet Haggai Gottes deutliche Zurechtweisung. Das Volk kümmert sich zuerst um seine eigenen, persönlichen Bedürfnisse, schafft sich einen angenehmen Lebensstil und vernachlässigt den Dienst für Gott.
Haggai macht dem Volk deutlich, dass es wichtiger ist, Gott zu dienen, als das eigene Wohl zu suchen. Diese Tatsache stellt mich persönlich auch tagtäglich vor Herausforderungen.
Doch Gott unterstützt und motiviert mich dabei. So, wie er die Jerusalemer vor ca. 2.500 Jahren ermutigt hat, dranzubleiben. Gott zeichnet den Menschen ein wunderbares, herrliches Bild vom neuen Tempel vor Augen.
In Haggai 2,9 spricht Gott: „Ich will Frieden geben an dieser Stätte, spricht der HERR Zebaoth.“
Der „HERR Zebaoth“: ich finde, dass ist einer der schönsten Namen für Gott in der Bibel. Die Bedeutung „HERR der Heerscharen“ macht deutlich, dass Gott unzählige Heere an Engeln und Dienern in der geistlichen Welt zur Verfügung stehen.
Gott motiviert sein Volk mit der herrlichen Aussicht, dass er an der Stätte des neuen Tempels Frieden geben will. Ja richtig, unser gütiger Gott will uns seinen himmlischen Frieden geben. Es verlangt Gott selbst danach, dass er seinen Menschen wieder die Gelegenheit gibt, diesen Frieden zu empfangen und zu erleben.
Im hebräischen Urtext steht an dieser Stelle das Wort Shalom. Shalom bedeutet wesentlich mehr als Frieden im Sinne von Ruhe oder die Abwesenheit von Kriegen und Konflikten.
Shalom beschreibt einen Zustand der Vollständigkeit, der Ganzheit, der Balance und der Harmonie zwischen Mensch und Gott, sowie zwischen allen Menschen und Dingen. Wenn wir uns in diesem himmlischen Shalom befinden, dann mangelt es uns an nichts. Wir sind vollständig. Wir sind heil.
Shalom bedeutet Glück, Gesundheit, Wohlstand, Sicherheit, Harmonie, göttliche Perfektion.
Hätte ich zu jener Zeit in Jerusalem gelebt, ich wäre bei diesem Ausblick auf Gottes Shalom heute früh der Erste an der Baustelle gewesen, um an Gottes Tempel mitzubauen. Doch was mache ich jetzt?
Der Sohn Gottes, Jesus Christus hat diesen himmlischen Shalom für uns auf die Erde gebracht. Im Johannes Evangelium, Kapitel 14, Vers 27 lese ich: „Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!“ (NGU)
Ich wünsche Ihnen heute, dass der HERR Zebaoth sein Angesicht über Ihnen strahlen lässt und Ihnen seinen himmlischen Shalom schenkt.
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Autor: Mike Lange
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„Was ist in dem Rucksack?“
Die Bibelstelle Galater 6,2 – ausgelegt von Mike Lange. Ich gehe gerne wandern. Zusammen in der Großfamilie macht es besonders Spaß. Während einer längeren Tour kommt es regelmäßig vor, dass den Kindern selbst …
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Die Bibelstelle Galater 6,2 – ausgelegt von Mike Lange.Ich gehe gerne wandern. Zusammen in der Großfamilie macht es besonders Spaß. Während einer längeren Tour kommt es regelmäßig vor, dass den Kindern selbst der kleinste Rucksack zu schwer wird. Sie fragen ihre Eltern: „Kannst Du bitte meinen Rucksack tragen?!“. Bei meinen eigenen Eltern wiederum ergreife ich eher die Initiative, weil ich sehe, dass es ihnen schwerfällt: „Hey Mama, gib mir ruhig Deinen Rucksack. Ich trage ihn für eine Weile.“ Manchmal komme ich mir dann schon wie der Lastesel des Tages vor.
Zur allgemeinen Erheiterung kommt mir der flotte Spruch über die Lippen: „Das ist ja zumindest biblisch, was ich hier tue. ‚Einer trage des andern Last‘, so steht dort schon geschrieben.“
Um exakt zu sein, lese ich im Brief des Paulus an die Galater 6,2: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“
Menschen tragen ganz unterschiedliche Lasten in ihrem Leben. Manchmal ist es eine offensichtliche, schwere körperliche Last. Krankheit und Verlust können zu einer sichtbaren Belastung werden. Manchmal jedoch ist die Last auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Menschen sind einsam, fühlen sich schuldig und traurig, haben immer noch mit falschen Entscheidungen und Wunden aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen.
Bei mir entsteht die Frage, inwieweit ich diesen unsichtbaren Rucksack des Anderen überhaupt kenne? Weiß ich, was sich dort drinnen an Inhalt und vor allem an Gewicht befindet?
Beim Wanderrucksack meiner Mutter weiß ich das schon etwas besser, denn ich kenne sie seit vielen Jahren, kenne ihre Gewohnheiten, ihre Art und Weise, kenne und erkenne ihre „Tagesform“.
Doch wie ist das bei meinem Nachbarn, meinem Arbeitskollegen, meinen christlichen Geschwistern in der Gemeinde? Wie gut kenne ich deren Last denn überhaupt?
Bis jemand seine Last mit mir teilt, sind wir schon einen Teil des Weges zusammen gegangen. Wir haben eine Beziehung zueinander aufgebaut. Wir haben einander Fragen gestellt, zugehört, versucht die Sichtweise unseres Begleiters besser zu verstehen.
Wenn Vertrauen aufgebaut ist, traue ich mich auch, jemand anderem meine Last anzuvertrauen.
Ich denke, eine vertrauensvolle Beziehung zueinander ist auch die Grundlage, um mit anderen Menschen über Gott, Jesus und das Evangelium zu sprechen. Dazu braucht es Zeit und ehrliche Liebe zu meinem Nächsten. Ich reiße jemand seinen Rucksack nicht einfach so vom Leib herunter. Und genauso wenig packe ich bei der ersten Begegnung die „Evangeliums-Keule“ aus oder zerre den Menschen gleich in den nächsten Gottesdienst.
Das Gesetz Christi, von dem im Bibelvers die Rede ist, meint das sogenannte Doppelgebot der Liebe: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst.“
Eine liebevolle, ehrliche Nächstenliebe quatscht nicht nur, sondern packt beim Tragen der Lasten auch an.
Dies setzt voraus, dass ich selbst über genügend Kraft und Energie verfüge, um diese Lasten auch schultern zu können. Es ist niemand geholfen, wenn ich selbst unter einer zusätzlichen Last zusammenbreche.
Daher wünsche ich ihnen und mir, dass Gott uns ausreichend Kraft gibt, um den heutigen Tag zu meistern. Und dass wir heute besonders aufmerksam sind für die Lasten unserer Mitmenschen. Wenn wir genügend Kraft von Gott erhalten haben, so dürfen wir gerne den Rucksack eines Andern eine Wegstrecke lang mittragen.
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Autor: Mike Lange
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Verständlich und gründlich erklärt
Die Bibelstelle Psalm 85,10.11 – ausgelegt von Herbert Laupichler. Können Sie vielleicht in wenigen Minuten Gottes Güte, Treue, Gerechtigkeit und Frieden erklären?Verständlich und gründlich?Das Ganze sollte …
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Die Bibelstelle Psalm 85,10.11 – ausgelegt von Herbert Laupichler.Können Sie vielleicht in wenigen Minuten Gottes Güte, Treue, Gerechtigkeit und Frieden erklären?Verständlich und gründlich?
Das Ganze sollte sprachlich ansprechend, gern sogar poetisch sein. Am schönsten wäre es, wenn man es singen kann auf eine eingängige Melodie. Ist das möglich?
Diese vier Felder – Güte, Treue, Gerechtigkeit und Frieden – in kurzer Zeit zu erklären?Der Dichter unter den Söhnen Korahs hat es versucht und aus seinen Gedanken heraus den Psalm 85 gedichtet. Und daraus lese ich die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für heute:
Da heißt es in Psalm 85, die Verse 10 und 11:
Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.
Der Dichter schaut zurück in die Vergangenheit des Volkes Israels. Er redet nichts schön und erwartet trotzdem in der Zukunft neuen Segen für das Volk und seine Heiligen.
Und dann wird Gott wieder denen nahe sein, die ihn fürchten.
Aber was heißt heute Gott fürchten? Ich denke, das hat mit Ehrfurcht und Respekt zu tun. Wenn ich Gott fürchte, nehme ich ihn ernst. Wende mich ihm zu. Rechne mit seiner Autorität, vertraue seinem Handeln in meinem Leben. Und erfahre dann in dieser Haltung auch Gottes Hilfe.
Der Dichter beschreibt dann dieses schöne Bild: Dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.
Das muss ich noch einmal lesen. Wie vier Pfeiler stehen diese Begriffe da für Gottes Handeln zum Heil der Menschen.
Doch anders als im Deutschen handeln sie wie Personen. Sind nicht etwa nur klar definierte Begriffe.
Da begegnen sich Güte und Treue, gehen aufeinander zu. Die bedingungslose Liebe und Gnade Gottes, zusammengefasst als Güte trifft auf seine Treue als Summe von Zuverlässigkeit und Wahrheit.
Dabei ist es sicher richtig, bei dem Ausdruck Güte an Liebe und Zuneigung zu denken. Aber mit Güte ist auch gemeint, dass Gott gut ist im Sinne von Qualität. Gott ist eben ein Wesen mit absoluter Güte.
Auch Gerechtigkeit und Friede kommen sich sehr nahe und küssen sich.
In der Sprache des Alltags ist Gerechtigkeit oft ein Maßstab zum Beispiel für ein Verhalten. Auch in der Bibel ist das so. Deshalb ist auch ein Mensch gerecht vor Gott, wenn er dessen Ansprüchen genügt.
Doch in der Beschreibung der Gerechtigkeit in Psalm 85 ist nicht nur von einem Kuss zwischen ihr und dem Frieden die Rede. Sondern auch von einer Gerechtigkeit, die vom Himmel schaut. Oder dass sie vor Gott her geht. Weitere Aktivitäten finden sich auch in anderen Texten des Alten Testaments. So heißt es im Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 54, Vers 8:
Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es.
Gerechtigkeit ist also nicht nur ein abstrakter Maßstab, sondern kann auch Gottes Handeln bezeichnen.
Gerechtigkeit und Frieden auf dieser Erde sind oft schwer zu vereinen. Aber die göttliche Gerechtigkeit kann einen tiefen, heilsamen Frieden schaffen. Einen neuen Anfang, bei dem Gerechtigkeit und Frieden eine untrennbare Einheit bilden.
Dabei heißt das hebräische Wort für Frieden: Schalom. Und bedeutet weit mehr als nur die Abwesenheit von Krieg. Sondern beschreibt einen Zustand, in dem sich ein Mensch rund herum geborgen fühlen kann. Schalom bezeichnet auch Frieden mit Gott und den Menschen.
Der Dichter hat beschrieben, wie Güte, Treue, Gerechtigkeit und Friede, die vier Pfeiler göttlichen Heils sich aufeinander zu bewegen. Auch als Hinweis auf Jesus Christus. Denn der hat am Kreuz von Golgatha diese vier ganz eng miteinander verbunden.
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Autor: Herbert Laupichler
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Es klopft!
Die Bibelstelle Offenbarung 3,20 – ausgelegt von Herbert Laupichler. Als unsere Kinder noch klein waren, vergaßen sie oft, dass es neben der Haustür einen Klingelknopf gab. Und wenn sie dann ins Haus wollten …
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Die Bibelstelle Offenbarung 3,20 – ausgelegt von Herbert Laupichler.Als unsere Kinder noch klein waren, vergaßen sie oft, dass es neben der Haustür einen Klingelknopf gab. Und wenn sie dann ins Haus wollten, klopften sie energisch an die Haustür, anstatt den Knopf für die Klingel zu drücken. Auch forderten sie lautstark den sofortigen Einlass. Denn oft genug war es für sie sehr dringend ins Haus zu kommen.
Daran wurde ich erinnert, als ich den Lehrtext zur Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für heute las.
Da schreibt der Apostel Johannes in dem Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizea: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Nachzulesen in dem Buch der Offenbarung, Kapitel 3 Vers 20.
Jesus steht vor der Tür der Gemeinde. Aber da gehört er doch überhaupt nicht hin? Ist er nicht der Herr der Gemeinde? Was muss nur dort geschehen sein, dass Jesus nicht mehr mitten unter ihnen sein kann? Warum steht Jesus vor der Tür und klopft an?
Der Zustand der Gemeinde wird in diesem Sendschreiben recht schonungslos beschrieben. So wie das kalte Wasser aus dem Gebirge wegen der langen Leitung nur noch lauwarm in Laodizea ankam, hatte sich auch das Denken in der Gemeinde verändert.
So waren sie äußerlich wohl noch religiös, innerlich aber selbstzufrieden, bequem, ohne brennende Liebe zu Jesus Christus.
Die Stadt Laodizea war eine reiche Stadt, die Textilindustrie florierte ebenso wie die Herstellung von pharmazeutischen Produkten. Die Bewohner konnten stolz auf sich sein. Unabhängig fühlten sie sich und dieses Denken hatten auch die Christen in der Gemeinde übernommen. Sie brauchen Jesus nicht mehr. Sie waren mit sich selbst zufrieden.
Aber Jesus hält ihnen seinen Spiegel vor. Für ihn sind sie elend, jämmerlich, arm, blind und bloß. Und um dem abzuhelfen, bietet er ihnen aus seinem Schatz symbolisch wertvolles Gold an, weiße Kleider und Salbe zum Öffnen der Augen. Jesus will eins zu eins ihren Mangel ausgleichen. Will ihnen eine zweite Chance geben.
Sicher lief vieles verkehrt in der Gemeinde in Laodizea. Aber trotzdem lässt Jesus sie nicht fallen, kehrt ihnen nicht den Rücken zu. Sondern ganz im Gegenteil. Ihnen zugewandt steht er vor der Tür, klopft an und bittet um Einlass.
So wie bei unseren Kindern damals, spüre ich auch hier, dass dringend um Einlass gebeten wird.
Denn wer anklopft, erwartet das ihm die Tür möglichst bald von innen geöffnet wird. Aber Jesus klopft nicht nur an. Er lässt auch seine Stimme hören. Er lässt die Gemeinde nicht im Unklaren, dass er, Jesus Christus, vor der Tür steht. Sicher wünscht sich Jesus mit diesem Sendschreiben ein Umdenken der ganzen Gemeinde. Aber er ist realistisch und weiß, dass nur Einzelne seine Stimme hören und ihm die Tür öffnen werden.
Das Sendschreiben richtet sich wohl an die ganze Gemeinde. Aber nur Wenige lassen Jesus eintreten. Und denen verspricht er, gemeinsam mit ihnen zu essen, Damals wie heute ein Ausdruck von Gemeinschaft.
Wie der weitere Verlauf des Sendschreibens zeigt, sucht Jesus nicht die flüchtige Begegnung. Sondern er sagt eine dauerhafte Verbindung mit ihm in der Ewigkeit zu.
Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Das galt damals zunächst der Gemeinde in Laodizea. Aber auch heute muss sich jeder Einzelne in einer Gemeinde im Lauf der Zeit immer wieder selbstkritisch fragen, steht Jesus auch vor unserer Tür? Bin ich vielleicht die- oder derjenige, der Jesus die Tür öffnen soll? Und zum Schluss muss ich mich auch immer wieder fragen, bin ich etwa lau geworden? Klopft Jesus vielleicht gerade jetzt an meine Tür? Bittet wieder neu um Einlass in mein Leben?
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Autor: Herbert Laupichler
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Wenn mir das Leben zusetzt
Die Bibelstelle Psalm 97,11 – ausgelegt von Martina Arp. Das Leben kann mir ganz schön zusetzen. Meine Nachbarin wird in einigen Wochen arbeitslos, ein Arbeitskollege hat Krebs, einer guten Bekannten wird das …
Notas del episodio
Die Bibelstelle Psalm 97,11 – ausgelegt von Martina Arp.Das Leben kann mir ganz schön zusetzen. Meine Nachbarin wird in einigen Wochen arbeitslos, ein Arbeitskollege hat Krebs, einer guten Bekannten wird das Pachtgrundstück für ihren Schrebergarten gekündigt. Sie hat seit Jahren jeden Cent in die Instandhaltung und Verbesserung des kleinen Häuschens gesteckt, das auf dem Grundstück steht, und nun muss sie es verlassen oder sogar abreißen.
Solche Situationen können jeden treffen, ob ich nun Christ bin oder nicht. Und es gibt auch kein Patentrezept, damit umzugehen.
Aber es gibt doch einen Unterschied: Wer auf Gott vertraut, dem gelten die Versprechen, die Gott in der Bibel seinen Leuten macht. Ein Beispiel ist Psalm 97 Vers 11: Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den aufrichtigen Herzen. – Dieses Wort hat mich schon oft getröstet und ermutigt. Das ist mehr als die vage Hoffnung: „Kopf hoch, das wird schon wieder“, und zwar, weil Gott es sagt: dem Gerechten „muss“ das Licht immer wieder aufgehen, das hat Gott in die Ordnung des Lebens so eingearbeitet. Es ist so etwas wie ein geistliches Gesetz, ein Pendant zu den Naturgesetzen. Dem Gerechten muss das Licht so natürlich wieder aufgehen, wie jeden Morgen die Sonne wieder aufgeht. Und wie mit dem Licht geht es auch mit der Freude.
Egal, was mir passiert: Gott ist da, Gott ist real, Gott regiert und er liebt Sie und mich. Er hat das Leben seiner Kinder in der Hand. - Das heißt nicht, dass er mir immer alles gibt, was ich mir wünsche oder es mir so bequem wie möglich macht. Das tut er nicht – Gott wird mir manches zumuten, damit ich im Glauben wachse und mich auch ein Stück weit löse von allem, woran mein Herz hängt, und was doch vergänglich ist, was ich nicht festhalten kann.
Im Hebräischen lautet Psalm 97 Vers 11 anders. Da steht nicht: Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen, sondern: Licht ist dem Gerechten gesät und Freude den von Herzen Aufrichtigen. Gott wird uns immer wieder Lichtblicke und Freude schenken, ja, die liegen auf unserem Weg bereit und gehen – wie Blumensamen - auf zu ihrer Zeit. Sei es, dass ich den Sinn von erfahrenem Leiden verstehe oder sei es, dass Gott mir in diesem Leiden so nahe kommt, wie vorher noch nie. Das merke ich aber erst, wenn’s so weit ist - oder hinterher - nicht vorher. - Oder denken Sie an den Nachthimmel: Er ist übersät mit Sternen. Aber wenn Wolken davor sind, wenn der Himmel unseres Geistes und unserer Seele trübe ist, dann sehe ich die Sterne nicht. Aber die Sterne sind da, „hingesät“ von Gott.
Und wem gilt das nun? – „Dem Gerechten“ heißt es. - Bin ich denn gerecht? Vor Gott kann ich nicht bestehen. Wenn er seinen Maßstab auf mich anwendet, dann falle ich durch – schon allein wegen Gedankensünden. –
Wer sind also die „Gerechten“? Die Antwort steht im Römerbrief: „Der Gerechte wird aus Glauben leben“, also aus dem Vertrauen darauf, dass Jesus, der Sohn Gottes, am Kreuz für alle Schuld, auch meine und Ihre persönliche, bezahlt hat. Das sind die „aufrichtigen Herzen“, die nicht mehr so tun müssen, als seien sie perfekt, sondern die ihre Schuld zugeben und Gott bekennen.
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Autor: Martina Arp
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Weichen werden gestellt
Die Bibelstelle Lukas 5,27-28 – ausgelegt von Martina Arp. Einfach so aufstehen, in ein neues Leben gehen, alles hinter sich lassen, nochmal neu anfangen: Für manche ist das unvorstellbar. Andere sehnen sich …
Notas del episodio
Die Bibelstelle Lukas 5,27-28 – ausgelegt von Martina Arp.Einfach so aufstehen, in ein neues Leben gehen, alles hinter sich lassen, nochmal neu anfangen: Für manche ist das unvorstellbar. Andere sehnen sich danach. Ich kenne mehrere Leute, die aus Deutschland ausgewandert sind: in die Schweiz, nach Ungarn, einige liebäugeln mit Paraguay.
Ich weiß nicht genau, zu welcher Kategorie Levi gehört. - Hat er es vielleicht schon lange satt, für die Besatzungsmacht zu arbeiten? – Bei uns heute werden Zöllner verbeamtet. Die Arbeitsplätze sind sicher, und man wird respektiert. - Aber Levi wird von seinen Landsleuten verachtet: ein Zöllner ist damals ein Kollaborateur, ein Verräter, eine Art Kriegsgewinner, der für die Römer Abgaben einzieht und sich dabei oft kräftig persönlich bereichert.
Hat Levi es satt? – Bereut er seine Entscheidung, die ihn auf diesen Weg geführt hat? Oder ist er im Prinzip mit seinem Leben ganz zufrieden, aber irgendetwas fehlt noch. Die Erfüllung, die er sich vielleicht vom Reichtum erhofft hat, ist ausgeblieben. Sein Leben ist leer. Vielleicht hat er auch schon von Jesus gehört, wie er heilt und vom Reich Gottes spricht.
Jedenfalls: In dem Moment, in dem Jesus ihn ruft, da reagiert Levi sofort: Jetzt - das ist es! – Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach. Noch vor dem Aufstehen „verlässt er alles“, er handelt hier nicht wie in Trance -so, so dass er gar nicht weiß, wie ihm geschieht, sondern er trifft eine klare Entscheidung, „er verlässt alles“– innerlich - und dann steht er auf und folgt Jesus.
Es gibt so Situationen im Leben, da werden die Weichen gestellt. Und in vielen Fällen weiß ich das in dem Moment. Ein Bekannter von mir erzählt, Jesus hat ihn dreimal gerufen, im Abstand jeweils von ungefähr 10 Jahren. Zweimal hat er es mehr oder weniger ignoriert und bewusst von sich geschoben. Er hat es schon irgendwie gemerkt, aber er wollte zu dem Zeitpunkt nicht. Und als der dritte Ruf kommt, da hat er sich sofort an die beiden anderen Male erinnert, er weiß, dass das der dritte Ruf ist, und dass er jetzt antworten muss.
Christen laden jeden Menschen zu Gott ein, und Jesus ermutigt uns dazu. Er sagt ja selbst: Kommt her zu mir alle, die ihr niedergedrückt und belastet seid: ich will euch Ruhe schaffen! (Matthäus 11,28, Menge) Jeder, der darin den Ruf Jesu hört, darf kommen. Jeder, der kommen will, darf auch kommen.
Aber ich soll diese Entscheidung nicht aufschieben. Manche denken ja: „Wenn ich mal in Rente bin, dann habe ich ja Zeit, mich mit sowas zu befassen.“ Aber Jesus hat auch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht. (Johannes. 6,44).
Ich kann mich nicht beliebig bekehren. Das geht nur in den Momenten, in denen der Vater mich „zieht“. Den Ruf Jesu höre ich heute nicht mehr direkt, sondern zum Beispiel durch eine Sehnsucht, die durch nichts auf dieser Welt gestillt werden kann, oder durch eine Einladung zu einem Glaubenskurs oder dadurch, dass die Bibel auf einmal lebendig wird und redet. Und Jesus sagt uns das Gleiche wie damals Levi: Folge mir nach.
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Autor: Martina Arp
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Die Erfahrungen von Gottes Wirken
Die Bibelstelle Psalm 143, 5 - ausgelegt von Reinhard Arnold. Je älter ich werde, desto größer ist die Rolle, die meine Vergangenheit in meinem Leben spielt. Erinnerungen helfen, das Leben zu ordnen und die …
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Die Bibelstelle Psalm 143, 5 - ausgelegt von Reinhard Arnold.Je älter ich werde, desto größer ist die Rolle, die meine Vergangenheit in meinem Leben spielt. Erinnerungen helfen, das Leben zu ordnen und die Gegenwart besser einzuordnen. Man sagt, die Ereignisse aus dem späten Jugendalter und der frühen Erwachsenenzeit bleiben besonders gut im Gedächtnis. Das ist sicher die Zeit, die mich besonders geprägt hat. Die Vielfalt der neuen Möglichkeiten eröffnet ein weites Feld zwischen Sehnsucht, Hoffnung und Angst. Auf der Suche nach der eigenen Identität wächst die Distanz zu dem Lebensmodell, das mir meine Eltern vorgelebt haben. Orientierung finde ich durch den Konfirmandenunterricht und durch Klassenkameraden im christlichen Glauben, in der Bibel. Damit stehe ich zwar nicht allein, aber rings um mich her erlebe ich eine Vielzahl anderer Lebensentwürfe.
Mit manchen Menschen von damals habe ich auch heute noch Kontakt, Familie natürlich, manche Freundinnen und Freunde, Mitschülerinnen und Mitschüler, Studienkolleginnen und Studienkollegen, frühere Nachbarinnen und Nachbarn. Hin und wieder blitzt da etwas auf von Veränderung. Mit fortschreitendem Alter verschieben sich zunehmend die Lebensschwerpunkte.
Das Bibelwort aus dem Losungsheft der Herrnhuter Brüdergemeine stammt aus einem Klagepsalm Davids In Psalm 143, Vers 5 heißt es:
„Ich gedenke an die früheren Zeiten: ich sinne nach über all deine Taten und spreche von den Werken deiner Hände.“
David spricht in seiner Rückbesinnung Gott an. Er erinnert sich daran, wie Gott auf sein Leben Einfluss genommen hat und er spricht darüber.
David spricht darüber. Ist das etwas Besonderes? Mir fällt dieser kleine Nebensatz auf.
Wie selten spreche ich darüber, wenn ich Gottes Einfluss auf mein Leben erfahren habe! Wo ich darüber nachdenke, kommt es mir fast peinlich vor, Gott öffentlich für seine Taten und das Werk seiner Hände in meinem Leben zu loben.
Nicht, dass mir das nicht sehr positiv auffällt. Natürlich habe ich Gott gedankt – in der Stille meines Gebets, im Gebet mit meiner Frau. Natürlich habe ich im Gottesdienst Gott für sein Wirken in der Gemeinde und in der Welt gedankt. Da gehört es ja auch hin. Aber in der Öffentlichkeit, in der Gott offensichtlich immer weniger eine Rolle spielt?
Da bin ich tatsächlich sehr zurückhaltend. Und damit bin ich ja auch nicht allein. Wann habe ich denn zuletzt mal ein Lob über Gottes Handeln im Alltag gehört?
Klage über sein Nicht-Handeln, ja, die ist ständig zu hören. Zumeist verbunden mit dem Versuch, aus dem vermeintlich erkannten Nichthandeln den Beweis für die Nichtexistenz Gottes zu führen.
Wenn es Gott wirklich gäbe, hätte er dieses oder jenes nicht zulassen dürfen, heißt es dann.
Hätte er nicht? Wer stellt denn hier die Regeln auf, nach denen Gott zu handeln hat? Wenn ich das einfach mal logisch hinterfrage, dann lässt sich aus dem Nichthandeln Gottes nur der Schluss ziehen, dass es mit der dahinterstehenden Gottesvorstellung nicht stimmt.
Gott lässt sich nicht reduzieren auf den Alles-gut-Macher, auf den Alles-Vergeber, auf einen Friede-Freude-Eierkuchen-Gott.
Vielleicht wird diese falsche Schlussfolgerung viel seltener gezogen, wenn mehr Menschen offen darüber sprechen, wie ihr Alltag mit Gott aussieht.
Schließlich habe ich ja Gottes Handeln in meinem Leben und in unserer Welt erlebt. Warum behalte ich das dann schüchtern für mich, als ob es die Menschen meiner Umgebung nichts angeht?
Schließlich geht es ja nicht um einen kleinen Privatgott, den ich nur für mich habe.
Jesus hat sein Leben für die Schuld aller Menschen am Kreuz hingegeben und hat Vergebung bewirkt. Darf ich dieses Wissen und die Erfahrung von Vergebung irgendwem vorenthalten?
Nein, ich will mutig einstimmen in die Worte Davids:
„Ich gedenke an die früheren Zeiten: ich sinne nach über all deine Taten und spreche von den Werken deiner Hände.“
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Autor: Reinhard Arnold
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Umgang mit Anerkennung
Die Bibelstelle Richter 8,23 – ausgelegt von Reinhard Arnold. Vor mir liegt eine Trauerkarte. Wie immer tue ich mich schwer damit, die richtigen Worte zu finden. Das Leben des Verstorbenen zieht in Gedanken an …
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Die Bibelstelle Richter 8,23 – ausgelegt von Reinhard Arnold.Vor mir liegt eine Trauerkarte. Wie immer tue ich mich schwer damit, die richtigen Worte zu finden. Das Leben des Verstorbenen zieht in Gedanken an mir vorbei. Was war ihm wirklich wichtig, welche Hoffnungen und Erwartungen haben ihn geprägt?
Deutlich kristallisiert sich für mich der Wunsch nach Anerkennung heraus. Ja, das hat sein Handeln vielfach geprägt. Aber hat ihn das von anderen so deutlich unterschieden?
Meine Gedanken wandern zu dieser grundsätzlichen Frage: Warum ist so vielen Menschen die Anerkennung von andern so wichtig?
Und was unterscheidet die, die offensichtlich leichter darauf verzichten können, von anderen Leuten?
Die Psychologie lehrt uns, dass unsere Kindheit einen großen Einfluss darauf hat, wie wir mit Lob und Zuwendung umgehen. Wer sich als Kind die äußeren Anzeichen der Liebe immer erst verdienen musste, sei es durch gute Noten in der Schule oder durch Artig sein, also angepasstes Verhalten, der wird dieses Grundmuster in seinem Leben nur schwer überwinden können.
Wie geht es Ihnen damit? Ist es Ihnen wirklich egal, was andere von Ihnen denken?
Die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für den heutigen Tag aus Richter 8, 23 ist ein Zitat von Gideon.
Gideon ist eine bekannte Figur aus dem Alten Testament. Er ist einer der großen Richter und Retter des Volkes Israel in einer Zeit, in der das Land regelmäßig von den feindlichen Midianitern bedrängt und beraubt wird. Mit Gottes Hilfe überwindet er zuerst seine Zweifel und stellt sich dann an die Spitze von nur 300 Kriegern siegreich den übermächtigen Gegnern entgegen. Als er danach in großer Anerkennung zum Herrscher über ganz Israel gemacht werden soll, antwortet er:
„Ich will nicht Herrscher über euch sein, sondern der HERR soll Herrscher über euch sein.“Gideon hat sich durch seinen Einsatz die Anerkennung auch derer verdient, die ihn vorher nicht unterstützt haben. Jetzt hätte er sich auf seinen Lorbeeren ausruhen können, und niemand hätte es ihm verwehrt. Aber Gideon weiß, wem er seinen Sieg über die Midianiter zu verdanken hat. Und so verweist er auf Gott, dessen Macht er ja spürbar erlebt hat.
Gideon hat seine Zweifel durch Gottes Hilfe schon in der Vergangenheit überwunden. Mehrfach hat Gott ihm die erbetenen Zeichen gesendet. Er darf sich sicher sein, dass Gott hinter ihm steht. Er weiß sich von Gott getragen. Den Auftrag, den Gott Gideon gegeben hat, hat er ausgeführt. Mehr ist nicht vorgesehen.
Es heißt in der Erzählung nicht, dass Gideon sich in seiner Rolle als Retter nicht wohlgefühlt habe. Aber er weiß, wer ihm die Kraft dazu gegeben hat.
Und wie soll ich nun damit umgehen, wenn ich Anerkennung und Lob erfahre und plötzlich etwas in den Mittelpunkt rücke?
Zuerst ist natürlich die Kontrollfrage erlaubt, geht hier alles mit den richtigen Dingen zu? Nichts wäre ja peinlicher, als einem üblen Scherz aufzusitzen!
Dann die Überlegung, ob die Beteiligung anderer auch angemessen berücksichtigt wird!
Und schließlich die Rückbesinnung darauf, wem ich all meine Möglichkeiten und meine Kraft zu verdanken habe.
Nicht um peinlich empfundenes Lob zu vermeiden oder abzuwehren. Sondern, um es dorthin zu leiten, wohin es gehört:
Gott ist der, der mir mein Leben mit all seinen Möglichkeiten geschenkt hat. Gott ist der, der mir die Kraft und Kreativität zum Gestalten gegeben hat.
Gott ist der, der mich hier als Werkzeug genutzt hat. Genau dafür bin ich dankbar. Genau darauf bin ich stolz.
Und das darf ich sein. Weil Gott an meiner Seite steht. Und darauf weise ich hin.
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Autor: Reinhard Arnold
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Das kenne ich gar nicht von dir!
Die Bibelstelle Markus 4,41 - ausgelegt von Johanna Kunz. „Wow! Das kenne ich ja gar nicht von dir!“, staunt eine Freundin, als sie meine frisch gemachten Fingernägel sieht. Stimmt. So kennt sie mich nicht. Das …
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Die Bibelstelle Markus 4,41 - ausgelegt von Johanna Kunz.„Wow! Das kenne ich ja gar nicht von dir!“, staunt eine Freundin, als sie meine frisch gemachten Fingernägel sieht. Stimmt. So kennt sie mich nicht. Das ist neu für sie. Sie hat mich bisher auf eine andere Art, in einem anderen Kontext kennengelernt. Sie kennt nur einen Teil von mir. Nicht alles. Unterschiedliche Menschen in meinem Leben kennen unterschiedliche Facetten von mir. Haben Sie das auch schon einmal erlebt? Dass Sie jemand total überrascht hat? Ich finde solche Überraschungen spannend, da sie mir zeigen, dass ich eine Person nicht so gut kenne, wie ich dachte. Und dass es noch viel zu entdecken gibt.
Im heutigen Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine erleben die Jünger von Jesus eine solche Überraschung. Sie sind vermutlich schon einige Monate mit Jesus unterwegs. Sie haben ihn predigen hören, er hat sie in Geheimnisse eingeweiht und ihnen Gleichnisse erklärt. Sie haben gesehen, wie er heilt und Menschen von bösen Geistern befreit. Sie waren dabei, als Jesus sich mit Pharisäern und Schriftgelehrten auseinandergesetzt hat und einem gelähmten Mann seine Schuld vergeben hat. Und dann sind da natürlich noch die vielen Momente, von denen die Bibel uns nichts berichtet: Die Gespräche auf staubigen Straßen zum Beispiel. Gemeinsame Abende, ruhige Morgenstunden. Ich glaube, dass die Jünger Jesus in dieser Zeit schon relativ gut kennengelernt haben. Und sie sehen, wie andere auf ihn reagieren: die Zuhörer seiner Predigten, die Schriftgelehrten, die ihn herausfordern, die Kranken, die Heilung suchen und die bösen Geister, die ganz genau wissen, wer Jesus ist.
Und doch werden die Jünger überrascht. Nach einem langen Tag, an dem Jesus das Volk lehrt, setzen sie mit einem Boot auf die andere Seite des Sees über. Jesus schläft. Ja, auch die Seite kennen sie von ihm, die des müden Messias. Doch während der Überfahrt fängt es plötzlich an zu stürmen. Und zwar richtig. Ängstlich wecken die Jünger Jesus. Er ist der Einzige, der in dieser Notsituation helfen kann. Ich frage mich, was die Erwartung der Jünger ist, als sie Jesus wecken. Oder ob sie einfach nur hoffen, dass er irgendetwas macht, weil sie angesichts der immer höherschlagenden Wellen machtlos sind? Jesus handelt. Offensichtlich anders, als die Jünger erwarteten, denn die sind komplett baff. Jesus spricht zum Sturm. Jesus sagt dem Sturm, dass er still sein soll. Und es funktioniert. Der Wind hört auf. Die Wellen werden ruhig. Die Gefahr ist vorüber. Von jetzt auf gleich. Und jetzt ist Jesus erstaunt vom Staunen seiner Jünger. „Ihr kennt mich doch!“ Aber die Jünger merken in diesem Moment, dass sie Jesus soeben noch einmal anders, tiefer, größer, mächtiger kennengelernt haben. Im Markusevangelium steht: „Die Jünger sprachen untereinander: Wer ist der, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind!“
Die Jünger sind von Jesu Macht überrascht. Sie hatten ihn in eine Schublade gesteckt, die mitten auf dem See Genezareth gesprengt wird. Während ich das lese, frage ich mich: Wann habe ich zum letzten Mal meine Schublade von Jesus sprengen lassen? Wann bin ich überhaupt zu ihm gekommen, wie die Jünger in dieser Nacht? Wann habe ich ihn geweckt mit einer diffusen Idee von Hilfe? Wann habe ich ihm zuletzt so etwas richtig Großes zugetraut? Dieser Text heute ist eine Erinnerung für mich, mich immer wieder von Jesus überraschen zu lassen. Immer wieder danach zu fragen, ihn besser kennenzulernen. Wie ist das bei Ihnen? Wann hat Jesus Sie das letzte Mal überrascht? Ich glaube, es gibt noch viel zu entdecken und zu erleben.
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Autor: Johanna Kunz
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Der Blick geht mir nach
Der Bibeltext Römer 8, 34 - ausgelegt von Johanna Kunz. Der Blick geht mir durch Mark und Bein. „Das lässt du deine Kinder machen?!“ sagt der Blick, als meine Kinder temperamentvoll auf dem Spielplatz ihre …
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Der Bibeltext Römer 8, 34 - ausgelegt von Johanna Kunz.Der Blick geht mir durch Mark und Bein. „Das lässt du deine Kinder machen?!“ sagt der Blick, als meine Kinder temperamentvoll auf dem Spielplatz ihre Energie loswerden. Sie tun niemandem weh. Es geht nichts kaputt. Sie sind laut und wild. Genug, um verurteilende Blicke anderer Mütter auf mich zu ziehen. Ich schaue weg. Gehe dem verurteilenden Blick aus dem Weg. Ich schaue lieber auf meine Kinder, die in dem Moment auf das höchste Klettergerüst klettern. Wüsste die andere Mutter, dass ich sogar noch Kekse mit Schokolade in der Tasche habe, wäre es sicher komplett vorbei.
Während ich am Abend die Kinder ins Bett bringe, geht mir dieser Blick nach. Diese Verurteilung, die in ihrem Blick lag, lässt mich nicht los. „Stimmt es vielleicht?“, denke ich. „Bin ich eine schlechte Mutter? Sind meine Kinder zu wild?“ Ich schaue auf das friedlich schlafende Kind neben mir. Denke an seine Lebensfreude, Energie, Kreativität und auch Fürsorge für andere. „Nein.“, wehre ich mich innerlich gegen den Blick der anderen Mutter. Ich lasse meinem Kind den Freiraum, den es braucht. Und achte dabei auf andere. Ich bin keine schlechte Mutter. Mein Kind braucht nur etwas anderes als ihre Kinder.
Vielleicht haben Sie auch schon einmal verurteilende Blicke erlebt. Dann wissen Sie, wie sehr die treffen können. Und das, obwohl die Menschen, die uns diese Blicke zuwerfen, keine Macht über uns haben. Diese Blicke treffen etwas in uns. Lassen Zweifel an unserer Identität und unserem Wert wachsen.
Wie gut, dass der heutige Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine eine ganz andere Perspektive zeigt. Im Römerbrief, Kapitel 8, 34 schreibt Paulus: „Wer sollte uns verurteilen? Christus Jesus selbst ist ja für uns gestorben. Mehr noch, er ist der Auferstandene. Er sitzt auf dem Ehrenplatz zur rechten Seite Gottes und tritt für uns ein.“ Paulus fragt: „Wer sollte uns verurteilen?“ Ich denke beim Lesen: „Da fallen mir einige Namen ein. Nicht zuletzt mein eigener.“ Doch Paulus zählt keine Liste an Namen auf. Paulus stellt dieser Frage Jesus Christus gegenüber. Durch seinen Tod und seine Auferstehung sind alle, die an ihn glauben, vor Gott gerecht gesprochen.
Der Einzige, der wirklich ein Urteil über uns fällen darf, spricht uns durch Jesus gerecht. Unsere Schuld vor Gott ist real, aber Christus hat für sie bezahlt. Mit der Antwort nimmt Paulus der Frage die Wucht. Klar, können viele Menschen mich verurteilen. Natürlich sprechen Gerichte Urteile, wenn Menschen gegen das Gesetz verstoßen. Aber kein menschliches Urteil kann Gottes endgültiges Urteil über mich ersetzen.
Die grenzenlose Liebe Gottes ist es, die uns das ermöglicht. Die grenzenlose Liebe Gottes ist der Grund, dass der Vater seinen Sohn gesandt hat, um alle gerecht zu sprechen, die an ihn glauben. Die grenzenlose Liebe Gottes ist es, die uns Jesus immer ähnlicher werden lässt.
Verurteilende Blicke tun weh. Sie erinnern mich daran, dass ich nicht perfekt bin. Manchmal ertappen sie mich auch auf frischer Tat. Manche verurteilenden Blicke verfolgen mich schon lange. Ich spüre die Schuld, die auf mir lastet. Und jeder verurteilende Blick ist gleichzeitig eine Einladung. Eine Einladung diese ganze Last vor die Füße Jesu zu legen. Dem, der durch Tod und Auferstehung für meine Schuld bezahlt hat. Und der jetzt zur Rechten Gottes für uns einsteht. Und dann aus den verurteilenden Blicken rauszutreten in den liebenden Blick des Vaters.
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Autor: Johanna Kunz
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Es hat keinen Wert
Die Bibelstelle Jakobus 5,7 - ausgelegt von Jens Brakensiek. „Es hat keinen Wert. Es wird sich bei mir nichts ändern. Ich kann mich nicht ändern. Ich bin und bleibe halt so, wie ich bin.“ Das war der erste …
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Die Bibelstelle Jakobus 5,7 - ausgelegt von Jens Brakensiek.„Es hat keinen Wert. Es wird sich bei mir nichts ändern. Ich kann mich nicht ändern. Ich bin und bleibe halt so, wie ich bin.“ Das war der erste Gedanke, der mir nach dem Gespräch durch den Sinn ging. Dabei wollte ich mir wirklich Mühe geben. Ich wollte ruhig bleiben und zuhören. Ich wollte nicht vorschnell meine Argumente vorbringen. Ich wollte Verständnis aufbringen. Aber kaum hatte der andere seinen ersten Satz vollendet, ging es mit mir durch: „So kann man doch nicht denken! So kann man sich doch nicht verhalten!“ Das Gespräch ging also daneben. Und ich gab mir danach die Schuld dafür, vermutlich zu Recht.
Als ich darüber weiter nachdachte, erkannte ich, dass mein Problem letztlich gar nicht meine schlechte Gesprächsführung war, sondern mein Weg, mit mir selbst umzugehen: „Ich bin halt so!“ Dabei machte es mir meine Umwelt leicht: „Jeder Mensch ist anders, und du bist halt so: manchmal etwas aufbrausend und rechthaberisch. Aber das ist ok!“ Nur leider half mir das im Konflikt mit meinem Gegenüber nicht weiter. Im Gegenteil: Ich habe mich mit anderen verglichen und wurde dadurch immer unglücklicher: „Immer wieder die gleichen Fehler, das gleiche Versagen, die gleiche Schuld. Ich kann mir das nicht mehr verzeihen.“
Im Jakobusbrief im Neuen Testament entdecke ich: Jakobus hat es auch mit Konflikten zu tun, zum Beispiel mit reichen und selbstsicheren Leuten. Da gebraucht er das Bild von einem Landwirt, der Saatgut in den Boden einbringt und dann geduldig wartet, dass Regen die Saat zum Keimen bringt, das Getreide heranwächst und Frucht bringt. Dazu meint Jakobus dann: So wie das Saatgut im Boden muss sich auch das Herz des Menschen entwickeln und ausreifen. Und Gott wie so ein Landwirt. Er hat so viel Geduld mit jedem Menschen. Geduld ist ein Wesenszug Gottes.
Schon vor 2000 Jahren hat Gott das grundlegende Menschheitsproblem gelöst, dass die Menschen von ihm nichts wissen wollen. Darum hat er seinen Sohn Jesus Christus bei uns leben und für uns sterben lassen. Doch so viele Menschen konnten oder wollten davon nichts wissen. Wäre Gott ungeduldig, dann hätte er dem Treiben auf der Erde ein Ende machen können! Aber Gott wartet geduldig, damit Menschen immer noch umkehren können und sich das, was er in sie hineingelegt hat, entwickeln und ausreifen kann.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass viele mit sich selbst viel weniger Geduld haben als Gott und die Hoffnung aufgeben. Dabei ist es so wichtig mit sich selbst Geduld zu haben. Dann können wir vielleicht auch mit den eigenen Schwächen, dem eigenen Mangel, und den eigenen Fehlern besser umgehen. Und wer nicht ständig mit sich selbst ins Gericht gehen muss, der wird auch für andere genießbarer.
Dabei geht es nicht um billige Selbstentschuldigung. Kein Mensch kann sich seine Sünden selbst vergeben. Aber wer sie sich selbst eingesteht und Gott bekennt, dem wird Gott vergeben, ganz gewiss! Wer das erkennt und annimmt, der kann von Gott Geduld lernen, auch mit sich selbst. Jakobus sagt es so: „Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen.“
Manchmal bin ich wie ein Kind, das am Grashalm zieht, damit er schneller wächst. Aber damit erreiche ich nur das Gegenteil von dem, was ich eigentlich will. Jakobus lädt Sie darum im Namen Gottes ein: Lass dir die Zeit, die Gott dir gönnt.
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Autor: Jens Brakensiek
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Was ist das Gute?
Die Bibelstelle Amos 5,14 - ausgelegt von Jens Brakensiek. Durch die Bibel redet Gott. Darum nennen Christinnen und Christen sie auch „Gottes Wort“. Darin gibt es echt komplizierte Geschichten. Aber in …
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Die Bibelstelle Amos 5,14 - ausgelegt von Jens Brakensiek.Durch die Bibel redet Gott. Darum nennen Christinnen und Christen sie auch „Gottes Wort“. Darin gibt es echt komplizierte Geschichten. Aber in grundlegenden Dingen redet Gott in der Bibel oft sehr einfach und klar. So auch im heutigen Losungswort im Buch des Propheten Amos: „Sucht das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr lebt.“
Aber ist das wirklich so einfach, wie es klingt? Was ist denn „das Gute“, das man suchen soll? Und lebe ich nicht sogar besser, wenn ich suche, was mir nützt, auch wenn es böse ist? Klar, die meisten Menschen möchten leben, und zwar nicht irgendwie, sondern echt und gut. Wenn ich im Gespräch mal über den Austausch von unverbindlichen Floskeln hinauskomme, höre ich jedenfalls häufig, dass Menschen eine Sehnsucht nach echtem Leben umtreibt. Aber was macht denn ein wirklich lebenswertes Leben aus?
Gott sagt durch Amos: „Ich möchte deine Sehnsucht nach einem solchen Leben stillen.“ Sein Wort ist dabei klar und einfach: „Willst du ein Leben leben, das diesen Namen wirklich verdient, dann suche mich!“ Aber wie geht das? Wie viele Menschen haben Gott ihr ganzes Leben lang gesucht und nie gefunden! Wie viele wurden einfach nur bitter enttäuscht. Wie viele Hoffnungen sind dabei zerplatzt wie eine Seifenblase.
Es ist also doch nicht alles so klar und einfach! Aber das liegt meiner Meinung nach nicht an falschen Versprechungen von Gott. Ich vermute, dass es eher daran liegt, dass Menschen Gott auf eine falsche Weise suchen. Wie meine ich das? Nun, sie möchten vielleicht, dass Gott ihre Probleme löst oder sie tröstet. Aber sie erlauben ihm nicht, dafür zum Beispiel die alltäglichen Gewohnheiten oder die eigenen Überzeugungen zu hinterfragen. Gott soll helfen, aber er darf nicht stören oder gar wehtun.
Aber dann suchen Menschen doch letztlich gar nicht Gott, sondern sie wünschen sich einfach nur ein sorgenfreies Leben. Gott sagt aber nicht: „Suche ein gutes Leben, dann will ich es dir schenken.“ Sondern er sagt: „Sucht mich, denn ich bin gut. Dann werdet ihr leben.“
Damals machte das Amos den Mächtigen in Israel so klar: Gott suchen heißt das Gute suchen und das Böse hassen. Das bedeutet: Ihr könnt nicht die Armen unterdrücken und zugleich sorgenfrei leben. Ihr könnt nicht hohe Steuern von den Menschen erpressen und es euch zugleich gut gehen lassen. Ihr könnt nicht das Recht beugen und zugleich im Frieden mit Gott leben.
Ich habe mich gefragt: Was bedeutet das heute für mein persönliches Leben? Ich verstehe Amos so: Wer sich auf die Suche nach dem wahren und lebendigen Gott begibt, der sollte sich zugleich für das entscheiden, was Gott ist und will: Liebe und Gerechtigkeit und Wahrheit. Im Neuen Testament macht Gott das besonders durch seinen Sohn Jesus Christus konkret. Durch Jesus kommt Gottes Liebe bei mir persönlich an. Durch Jesus spricht Gott mich gerecht. Durch Jesus wird mein Leben wahrhaftig und echt.
Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie den lebendigen Gott suchen und finden. Dass Sie durch Jesus echtes Leben empfangen: ein Leben, wie Gott es gemeint hat.
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Autor: Jens Brakensiek
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Gebet um Hilfe
Die Bibelstelle Psalm 25,20 - ausgelegt von Thomas Huth. Der heutige Losungsvers der Herrnhuter Brüdergemeine steht im Psalm 25,20 und lautet: „Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!“ König …
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Die Bibelstelle Psalm 25,20 - ausgelegt von Thomas Huth.Der heutige Losungsvers der Herrnhuter Brüdergemeine steht im Psalm 25,20 und lautet: „Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!“ König David, der Beter des Psalms macht keinen Hehl aus seiner Lage. Er spricht von konkret erlebter Bedrängnis, Einsamkeit, Feinden und dem Bewusstsein seiner eigenen Schuld. Das beginnt schon im ersten Vers, in dem David ehrlich vor Gott ausspricht, was er denkt und was er fühlt, wovor er sich fürchtet und wo er seine Rettung sieht: „Nach dir, Herr, verlangt mich. Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.“ (Psalm 25,1-2)
Davids doppelte Bitte, dass Gott ihn nicht zuschanden werden oder ihn nicht scheitern lassen soll, drückt auch eine tiefe lebensdrohliche Sorge aus. „Zuschanden werden“ bedeutet für ihn mehr als nur ein Scheitern oder die ausbleibende, kurzfristige Hilfe im Angesicht von Bedrängnis. Es hat auch mit der Angst zu tun, dass sein Glaube an Gott am Ende als Illusion entlarvt werden könnte. Ich habe schon von manchen verzweifelten Menschen gehört: „Wo ist denn Gott? Wenn man ihn wirklich braucht, ist er nicht da. Er tut nichts für mich!“ Vielleicht kennen sie solche Fragen. Wenn die Lebensumstände hart werden und die Geduld und die Widerstandskraft zu Ende geht, dann ist die Frage nicht ferne, ob der Glaube an Gott wirklich trägt oder ob es nicht besser ohne Gott auszuhalten wäre?
Der Beter David ringt also auch um die Bestätigung seines Glaubens. Er bittet Gott: Zeige mir bitte, dass mein Vertrauen auf dich nicht ins Leere läuft. Das finde ich sehr spannend, dass David in dem, was sich im Alltag an feindlichen Dingen aufbaut oder ihn an Problemen umgibt, dass er sich darum sorgt, dass seine Verbindung zu Gott brüchig werden könnte. Dass sein Glaube verwässert wird und in der Hitze der feindlichen Gefechte und Anfechtungen verdampft. David ist sich bewusst, dass er nicht immer im Sinne Gottes gelebt hat. Er denkt auch an die Sünden seiner Jugend. Was auch immer es war, er bittet Gott, ihn nicht darauf festzunageln. Er kann so bitten und darauf hoffen, weil er weiß, dass Gott ein vergebender und barmherziger Gott ist. Das stärkt sein Vertrauen, so dass er in Vers 15 sagen kann: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.“ Der Beter weiß: Wenn ich nur auf meine Probleme schaue, werden sie oft größer und halten mich gedanklich fest, ziehen mich nach unten. Wenn ich aber auf Gott schauen kann, relativiert sich die Not zwar nicht unbedingt, aber ich erhalte einen anderen Halt darin und vielleicht auch eine andere Perspektive darüber hinaus. Der Glaube ist dann kein theoretisches Konzept, sondern ein „Auf-Gott-Ausgerichtet-Sein“. Der Glaube ist dann ein aktives Suchen nach Hilfe und nach Zuflucht.
So wie David möchte auch ich auf Gott täglich harren, seine Hilfe in Anspruch nehmen, auf ihn hoffen und alles von ihm erwarten. Und so möchte ich sie auch ermutigen im Angesicht von Anfechtungen und bei Problemen nicht zu verzweifeln, sondern bei Gott Hilfe zu suchen. Gott verspricht: „Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe mich zu Hilfe! Ich will dich retten, und du sollst mich preisen.“ (Psalm 50,15)Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Thomas Huth
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Mutig vor Gott stehen
Die Bibelstelle 1.Mose 18, 27 - ausgelegt von Thomas Huth. Der heutige Losungsvers der Herrnhuter Brüdergemeine steht im Kontext einer besonderen Begebenheit am Anfang der Bibel, in der Abraham mit dem …
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Die Bibelstelle 1.Mose 18, 27 - ausgelegt von Thomas Huth.Der heutige Losungsvers der Herrnhuter Brüdergemeine steht im Kontext einer besonderen Begebenheit am Anfang der Bibel, in der Abraham mit dem allmächtigen Gott verhandelt, um eine Gerichtskatastrophe zu vermeiden. Abraham setzt sich damals für ihm völlig fremde Menschen aus Sodom und Gomorra ein, damit sie trotz ihrer großen Schuld vor dem Untergang bewahrt bleiben. Abraham steht mutig in der Fürbitte vor Gott und rechnet mit seiner Gerechtigkeit. Ich empfehle diese Geschichte heute zu lesen. Sie steht in 1. Mose 18,16-33 und sie zeigt, dass Abraham etwas für andere wagt, obwohl er sich Gott gegenüber als sehr gering ansieht. Er spricht mit ehrlicher Demut und Ehrfurcht zu Gott, wenn er sagt: „Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.“
Doch zuvor weiht Gott Abraham in seine Pläne ein und beweist ihm damit seine Wertschätzung. Für Gott ist jeder Mensch so viel mehr als nur Staub und Asche. Jeder Mensch ist sein geliebtes Geschöpf und in Gottes Augen so unglaublich wertvoll und schön. Abraham ist ein Freund Gottes. Durch den Glauben kann er auch mit dem Herzen Gottes sehen und empfinden. So kommt es, dass er sogar an menschlicher Schuld leidet, die nicht seine eigene ist. Und Abraham weiß, dass Gott nicht wie ein egozentrischer Herrscher ist, der stur seinen Willen durchsetzt. Abraham bleibt auch nicht passiv und denkt: „Gott hat die Vernichtung Sodoms und Gomorras beschlossen, da kann man nichts machen. Außerdem geht mich das alles nichts an.“
Abraham bittet um Bewahrung und Rettung. Seine hartnäckige Fürbitte ist wie ein Feilschen um Seelen. Sie schreckt auch vor Verwegenheit nicht zurück. Abraham beginnt bei 50 Gerechten, dann nennt er 45, 40, 30, 20 und am Ende sind es gerade noch 10. Gott geht bereitwillig auf diesen Handel ein. Es scheint fast so, als hätte er darauf gewartet. Gottes Wille zu retten ist weit größer als der Wille zu strafen. Aber er bleibt und er handelt gerecht. Gott freut es, wenn wir uns aufmachen zu seinem Gnadenthron und uns im Gebet dafür einsetzen, dass Menschen vor dem Gericht bewahrt werden. Er hat das Rettungsangebot durch seinen Sohn Jesus Christus für alle Menschen bereitgestellt. So heißt es in einem Brief des Apostels Paulus am Ende der Bibel: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Timotheus 2,4)
Durch die christliche Gemeinde sollen die Menschen in der unmittelbaren, örtlichen Umgebung aber auch die Völker auf der Erde gesegnet werden. Die christliche Gemeinde darf im Gebet für andere einstehen, so wie Abraham für die Sodomiter. Die christliche Gemeinde ist eingeladen mit dem allmächtigen Gott in Demut und Ehrfurcht zu reden, zu feilschen und für andere zu bitten. Fürbitte ist immer aktiv und mutig. Sie geht zu Gott, sie steht vor Gott und sie bezieht ihn, seine Kraft und Weisheit zum Wohl und zur Rettung von Menschen mit ein. Wir sind eingeladen, den Blick zu heben, die anderen wahrzunehmen und ihnen Gutes von Gott zu bringen. Wir sind eingeladen uns und die Menschen in unserer Umgebung Gott täglich anzubefehlen und uns auf seine Gerechtigkeit und auf seine Gnade zu stellen.
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Autor: Thomas Huth
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Ein Hoch auf Gott
Die Bibelstelle Nehemia 9,5 – ausgelegt von Volkmar Glöckner. „Steht auf! Lobet den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!“ …
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Die Bibelstelle Nehemia 9,5 – ausgelegt von Volkmar Glöckner.„Steht auf! Lobet den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!“ (Nehemia 9, 5)
Diesen Aufruf zum Gotteslob finden wir im Buch Nehemia im ersten Teil der Bibel. Nehemia berichtet von der wunderbaren Wende in der Geschichte des Volkes Israel, als Gott sein Volk aus dem Exil in Babylonien zurückführt in ihre Heimat und es ermöglicht, dass die Stadt Jerusalem und sogar der Tempel wieder aufgebaut werden. Parallel zum Wiederaufbau der Stadt kommt es aber auch zu einer inneren geistlichen Erneuerung: Israel öffnet sich für das Wort Gottes und lässt sich von Gott berühren und herausfordern. Der Priester Esra liest dem aufmerksamen Volk stunden- ja, tagelang vor aus der Tora, dem Buch des Gesetzes des Mose, und erklärt, was das Gelesene bedeutet. Und die Israeliten verstehen, was ihnen vorgelesen und erklärt wurde. Mehrfach betont Nehemia das. Die Folgen sind erkennbar: Da sind Tränen der Betroffenheit zu sehen, Schuld wird bekannt, Freude bricht aus. Die Bereitschaft wächst, Gottes Gebote zu halten und Gottes Willen zu tun. Und die geistlichen Leiter ermutigen das Volk:
„Steht auf! Lobet den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!“
Wer beginnt, Gottes Wort zu verstehen, der beginnt zu begreifen, dass Gott, der Herr, nicht irgendein unsichtbares Wesen oder eine unpersönliche Kraft ist, sondern einen Namen hat, der sein Wesen widerspiegelt. Wer beginnt, sich für Gottes Reden zu öffnen, der erfährt, wie dieser Gott sich ihm mehr und mehr zu erkennen gibt und wie eine Beziehung wächst, eine Beziehung der Liebe und des Vertrauens.
Aber wer ist dieser Gott, der um unser Vertrauen wirbt? Und wie ist sein Name? Wir brauchen uns von ihm keine Vorstellung machen, denn er stellt sich selbst vor.
Am eindrücklichsten wird uns das berichtet im 2. Buch Mose im Alten Testament, als Gott sich Mose zu erkennen gibt. Mose strandet nach einer langen dramatischen Vorgeschichte in der Wüste. Und plötzlich begegnet ihm der lebendige Gott und beruft ihn, das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten zu führen.
Bisher kennt Mose Gott nur als den Gott seiner Väter, als den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Doch da in der Wüste an einem Dornbusch, der brennt, ohne zu verbrennen, da hat Mose selbst eine Begegnung mit dem Gott seiner Väter. Und diese Begegnung verändert alles. Mose fragt nach Gottes Namen. Und Gott sagt: Ich bin der „ich bin“! Das bedeutet: Der Ewige; der, der immer da war und immer da ist und immer da sein wird; der treu ist und zuverlässig; der nicht im Stich lässt; der hält, was er verspricht. Mose beginnt, Gott persönlich kennenzulernen. Die Bibel berichtet, dass sich zwischen Gott und Mose eine unvergleichliche Freundschaft entwickelt.
Als viele Jahrhunderte später Jesus, der Sohn Gottes, auf die Erde kommt, bringt er die gute Nachricht, dass jeder Mensch ein Freund Gottes werden kann. In Jesus wird Gott Mensch. Jesus sagte: Wer mich sieht, sieht den Vater. Ich und der Vater sind eins. Und als er sich den Menschen bekannt macht, gebraucht er genau die Worte, mit denen Gott sich Mose bekannt macht: Ich bin – ich bin der Weinstock, ich bin der Weg, die Wahrheit, das Leben, ich bin die Auferstehung, ich bin der gute Hirte, ich bin das Brot des Lebens. Und er nannte seine Jünger Freunde, die, die seinem Wort vertrauten und es befolgten.
Gott hat einen Namen. Er ist sogar Mensch geworden, um sich uns bekannt zu machen und sich persönlich vorzustellen. Es ist wahrlich ein Unterschied, ob ich nur glaube, dass es Gott gibt – vielleicht –, oder ob ich Gott persönlich und mit Namen kenne und eine Freundschaft mit ihm pflege.
„Steht auf! Lobet den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und man lobe seinen herrlichen Namen, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm!“
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Autor: Volkmar Glöckner
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Eine Revolution der Herzen
Die Bibelstelle Jesaja 29,13 – ausgelegt von Volkmar Glöckner. Heute feiern wir den Tag der deutschen Einheit. Am 3. Oktober 1990, also vor 36 Jahren, trat die Deutsche Demokratische Republik ganz offiziell der …
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Die Bibelstelle Jesaja 29,13 – ausgelegt von Volkmar Glöckner.Heute feiern wir den Tag der deutschen Einheit. Am 3. Oktober 1990, also vor 36 Jahren, trat die Deutsche Demokratische Republik ganz offiziell der Bundesrepublik Deutschland bei. Die Wiedervereinigung von Ostdeutschland und Westdeutschland war vollzogen – nach 45 Jahren Trennung. Als knapp ein Jahr vorher am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, war die Wende nicht mehr aufzuhalten. Die Zeit war damals reif für eine Revolution – aus verschiedenen Gründen, politischen wie wirtschaftlichen. Doch dass diese Revolution weitgehend friedlich blieb, war ein Wunder. Es war eine Revolution der Kerzen. In vielen Städten Ostdeutschlands, unter anderem und vor allem in Leipzig, hatten sich Menschen an jedem Montag in den Kirchen zum Gebet getroffen, um danach auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Anfang der 80-iger Jahre waren es nicht viele, doch es wurden immer mehr. Zuletzt waren es Hunderttausende. In den Kirchen wandten die Menschen sich an Gott und beteten. Und auf der Straße wandten sie sich an den diktatorischen Staat und seine Vertreter und skandierten: „Die Mauer muss weg!“ und „Wir sind das Volk!“ und immer wieder riefen sie: „Keine Gewalt! Keine Gewalt!“ In der einen Hand hielten sie eine Kerze, mit der anderen Hand schützten sie die Flamme. So war keine Hand frei für Steine. Bewaffnete Polizeieinheiten begleiteten die Demonstrationen, bereit, einen Aufstand zu unterbinden. Doch gegen die friedlichen Demonstranten waren sie machtlos. „Wir hatten alles geplant, wir waren auf alles vorbereitet, aber nicht auf Kerzen und Gebete!“ so wird es Horst Sindermann zugeschrieben, dem damaligen Präsidenten der Volkskammer.
An jedem 3. Oktober blicken wir zurück auf dieses Wunder – doch wen feiern wir? Sicherlich die vielen mutigen Menschen, die damals der Angst und den Drohungen und dem staatlichen Druck widerstanden. Mit Recht! Doch was ist mit dem Dank gegenüber Gott? Er hat die vielen Gebete erhört. Er hat unser Volk und unser Land beispiellos gesegnet. Wer feiert ihn? Wo sind die Beter der Revolution der Kerzen heute?
Nachdem die Wende vollzogen war, das Westgeld eingeführt und die Reisefreiheit gegeben, da war für Gott plötzlich kein Platz mehr und für Gebete keine Zeit.
Da wich die Anfangseuphorie einer zunehmenden Ernüchterung. Denn es stellte sich heraus, dass das Wunder der Wiedervereinigung nicht sofort blühende Landschaften mit sich brachte, sondern viel Arbeit und schmerzliche Veränderungen. Die Kirchen waren plötzlich wieder leer. Nur Wenige beteten weiter. Die Hoffnung auf eine geistliche Erweckung in ganz Deutschland erfüllte sich nicht.
Dabei hätte unser Volk eine Erweckung so nötig – auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung. Es gibt immer noch so viel Anlass, Gott zu suchen. Es gibt immer noch so viele Gründe, sich nach ihm auszurichten, nach seinem Willen zu fragen und auf sein Wort zu hören. Es gibt immer noch so viel von ihm zu erbitten. Und es gibt so viel, wofür wir ihm danken können. Aber es geht dabei nicht um Worte, nicht um Lippenbekenntnisse, nicht um Parolen, nicht um Religiosität, bei der das Herz unverändert bleibt. Es geht um eine tiefe Vertrauensbeziehung zu Gott, zu dem Gott, der Wunder tut – damals wie heute.
Er wünscht sich diese Vertrauensbeziehung zu jedem von uns. Er wünscht sich noch eine ganz andere Wende als die, die er wunderbar gewirkt hat vor 36 Jahren in unserem Land: Gott wünscht sich, dass seine Menschen sich ihm zuwenden – von ganzem Herzen. Er will nicht feststellen müssen, was als Bibelwort aus den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine über diesem Tag steht:
„Dies Volk naht mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir.“ Jesaja 29, 13
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Autor: Volkmar Glöckner
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Fundament des Lebens
Die Bibelstelle Matthäus 7,24 - ausgelegt von Helmut Heiser. Wenn ich der aktuellen Statistik glauben darf, sind es etwa 16.000 Worte pro Person in unserem Land, die täglich von Menschen gehört oder selbst …
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Die Bibelstelle Matthäus 7,24 - ausgelegt von Helmut Heiser.Wenn ich der aktuellen Statistik glauben darf, sind es etwa 16.000 Worte pro Person in unserem Land, die täglich von Menschen gehört oder selbst gesprochen werden.
Diese vielen Wörter sind aber nur ein Teil dessen, was noch zusätzlich gehört, gesehen und zusammen mit weiteren Eindrücken, Empfindungen und Gefühlen zu verarbeiten ist.
Da gilt es zu entscheiden: Welche Worte von allen, die Sie heute hören, werden grundlegend für Ihr Leben und ein wichtiger Maßstab für Entscheidungen sein? Lassen Sie sich beeinflussen von den vielfältigen Botschaften der Influencer oder der vielversprechenden Werbung?
Welchen Worten werden Sie vertrauen, weil sie eine bleibende und verlässliche Grundlage für die Ausrichtung und Zukunftsgestaltung Ihres ganzen Lebens sein können?
Auf solche Worte kommt es an, die verlässlich sind, an die ich mich halten kann, die mich ausrichten auf das, was bleiben wird. Worte, die helfen, segnen und trösten. Auf Worte kommt es an, die mich aus einem liebenden und hingebenden Herzen erreichen!
Solche Worte hat Gott durch Jesus Christus zu uns Menschen gesprochen. Von ihm ist uns gesagt, dass er „das eine Wort“ ist, das Gott zu uns gesprochen hat.
Dieses Wort kann die Kraft entfalten, unserem Leben das zu geben, was wir in unserer durcheinander gewirbelten und zunehmend unsicher und bedroht gewordenen Welt und Zukunft brauchen, um mit Gott und Menschen im Frieden leben zu können.
Auf dieses Wort wurde deshalb von bekennenden Christen inmitten schwerer Umbruchszeit in einer öffentlichen Erklärung 1934 mit den deutlichen Formulierungen hingewiesen:
„Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.“ Diese Erklärung gilt auch für die heutige labile Zeit: nötiger denn je ist es, den Wahrheitsgehalt gehörter Worte sorgfältig zu überprüfen. Sie sollten immer in Beziehung zur Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der Personen, die sie gesprochen haben, bewertet werden.
Für Jesus gilt: er hat glaubwürdig gelebt und verwirklicht, was er verkündigt hat. Seine Worte, seine Reden haben Bestand und wir können darauf vertrauen: „Wer mein Wort hört und sie befolgt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf felsigen Boden baute.“ (Matthäus 7,24) Er, Jesus, in dem Gott Mensch geworden ist, er ist das Fundament, das trägt und allen Erschütterungen des Lebens standhalten kann.Er hat immer wieder darauf hingewiesen: nicht Geld, Gut oder Ideologien haben die Verheißung des ewigen Lebens, sondern sein Wort bildet das stabile Fundament dafür, es zu hören und zu befolgen, Gottes Willen zu tun. Darauf kann ich mein Leben bauen!
Mit den Fundamenten von Häusern ist es ja so: sie sind nicht sichtbar, und doch unverzichtbar notwendig für ihre Stabilität!
So ist es auch mit dem Fundament des Lebens von Christinnen und Christen, das nicht direkt sichtbar ist. Es ist das Wort von Jesus Christus. Ihm können wir vertrauen, er gibt uns eine sehr stabile Grundlage durch sein Wort, seine Nähe und seinen Geist: Was er uns sagt, das gilt es zu tun und zu verwirklichen.
Und Jesus selbst ist zum Beispiel geworden für das, was ein stabiles Fundament alles tragen kann, so dass das darauf aufgebaute Haus die Zeiten des Lebens überdauern kann.
Wie wäre es, wenn Sie sich heute durch Jesu Worte ermutigen lassen, ganz bewusst auf Jesus zu hören?
Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Helmut Heiser
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Licht im Dunkel
Die Bibelstelle Psalm 71,20 – ausgelegt von Helmut Heiser. Psalm 71 richtet unseren Blick auf die Tiefen menschlichen Lebens. Er spricht von Erfahrungen „vieler Angst und Not“, also von Erfahrungen, die ich …
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Die Bibelstelle Psalm 71,20 – ausgelegt von Helmut Heiser.Psalm 71 richtet unseren Blick auf die Tiefen menschlichen Lebens. Er spricht von Erfahrungen „vieler Angst und Not“, also von Erfahrungen, die ich nicht gern erleben möchte, die aber jedem Menschenleben begegnen können. Auch heute werden sie im Leben vieler Menschen durch Kriegsgeschehen, persönliches Schicksal oder Katastrophen präsent sein.
Der Psalmbeter hat dies erfahren, schaut nun schon ein wenig darauf zurück und lässt uns in sein Herz hineinblicken. Er hat offensichtlich viel Angst und Not erlebt. Er sucht zu verarbeiten, was er sich selbst nicht wünschte. Es beschwert ihn noch wie ein großer Stein und trennt ihn wie eine hohe Mauer vom Leben. Wie kann er nun mit dem, was sein Leben so getroffen hat, künftig zurechtkommen?
Wie soll er mit den seelischen oder körperlichen Verletzungen oder Behinderungen, den möglicherweise dauerhaften Schmerzen umgehen, die entstanden sind?
Wie kann, wie soll nun sein Leben weitergehen, ohne dass ihn diese Ereignisse zukünftig bestimmen und ihn am Leben hindern?
Aus seinen Worten heraus ist zu spüren: noch hat er die im Hintergrund seines Gebets stehende Angst und Not nicht verarbeitet. Noch steht er sehr unter ihrem Eindruck, ist von ihnen ganz betroffen, gelähmt und bedrückt. Die Leichtigkeit und Selbstvergessenheit zu einem unbeschwerten Lob Gottes und zur freien Entfaltung seines Lebens fehlt ihm ganz und gar.
Doch jetzt leuchtet ein Lichtstahl der Hoffnung auf: er klammert sich mitten in dem, was ihn an Schwerem belastet, an Gott. An ihn wendet er sich mit einer festen Perspektive, die allein Gott ihm schenken kann. Er vertraut ihm auch in dieser schweren Herausforderung und betet: „Du wirst uns wieder beleben.“
Da schwingt kein beschwörender Unterton mit, sondern eine Hoffnungsperspektive, von der noch gar nichts sichtbar ist. Und doch wirkt sie wie eine mutige, zuversichtliche Vorwegnahme einer neuen „Wiederbelebung“ in sein von Angst und Not gegenwärtig noch so betroffenes und bedrängtes Leben hinein. Das hilft ihm, den Tag zu bestehen.
Das Vertrauen auf Gottes Größe und dessen liebendes Herz mit einer ganzen Zuwendung zu ihm geben ihm die Kraft, an dieser Hoffnung auf dem Weg seines Lebens durch Angst und Not festzuhalten.
Was bedeutet das Beispiel des alttestamentlichen Beters nun für uns Menschen heute?
Es kann uns einen guten Weg zeigen, Ereignisse oder Erfahrungen, durch die unser Leben schwer getroffen wird, ebenfalls im Gebet vor Gott zu bringen und Gottes Nähe zu suchen.
Gerade dann, wenn bestehende Verhältnisse oder Beziehungen plötzlich grundlegend verändert und belastende und lebensverändernde Folgen auf dem Weg in die Zukunft zu tragen sind. Gerade Christinnen und Christen sind dann eingeladen, ihre ungewisse Zukunft Tag um Tag mutig vor Gott zu bringen in der Hoffnung: „Du wirst uns neu beleben“. In Jesus haben sie ein Beispiel, der sich selbst noch im Angesicht des Todes an Gott gewandt hat. Und Gott hat ihn erhört.
In der zuversichtlichen Hinwendung und im Beten zu Gott, der in Jesus Christus selbst Mensch geworden ist, bleibt unser Leben geborgen.
Seine Gegenwart gibt uns auch auf Wegen durch Angst und Dunkelheit eine helle Perspektive. Sie kann uns ihre Kraft durch die Auferweckung und Gegenwart Jesu auch in der Dunkelheit zuteilwerden.
So begleite, stärke und segne Jesus uns auch an solchen Tagen, die uns nicht gefallen.
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Autor: Helmut Heiser
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Schicht für Schicht
Die Bibelstelle Johannes 4,25-26 – ausgelegt von Eleni Stambke. Wenn ich von dem „Zwiebelprinzip“ höre, denke ich zuerst an Kleidungsstücke, die Mamas ihren Kindern übereinander anziehen, damit sie für jedes …
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Die Bibelstelle Johannes 4,25-26 – ausgelegt von Eleni Stambke.Wenn ich von dem „Zwiebelprinzip“ höre, denke ich zuerst an Kleidungsstücke, die Mamas ihren Kindern übereinander anziehen, damit sie für jedes Wetter gut gewappnet sind. Dieser Begriff kann aber auch im übertragenen Sinne verwendet werden. Zum Beispiel, um die Schichten zu beschreiben, die das Innere eines Menschen umschließen. Manche gelten als notwendige Schutzschichten, andere dagegen sind eher „Blockade-Schichten“, weil sie das Herz verschlossen und gefangen halten. Diese müssen nach und nach abgetragen werden.
Das ist das Bild, das ich vor Augen habe, wenn ich die Begegnung von Jesus und der Samariterin im Johannesevangelium, Kapitel 4 lese. Ich bewundere, dass Jesus genau weiß, wie er die Blockade-Schichten um das Herz dieser Frau eine nach der anderen lösen kann. Es sind die gleichen Schichten, die heute noch bei vielen Menschen verhindern, dass Gottes Wahrheit den Weg in ihr Herz findet. Ich sehe, auf welche Weise Jesus Vorurteile, Missverständnisse, ungenaue Vorstellungen und Zweifel aus dem Weg räumt. Dadurch lerne ich einiges darüber, wie auch ich Menschen begegnen und ihnen dabei helfen kann, dass Gottes Wort und seine Wahrheit ihr Herz erreichen.
Es fällt mir auf: Jesus nutzt eine alltägliche Situation und beginnt mit der Frau am Brunnen ein Gespräch. Wie so viele andere Menschen ist auch sie am Anfang verschlossen. Grund für ihre Abwehrhaltung sind nicht zuletzt Glaubensdifferenzen, unterschiedliche Traditionen und andere Erwartungen.
Ich merke, dass Jesus sich nicht auf Diskussionen und Streitfragen einlässt, obwohl die Samariterin immer wieder darauf zurückkommt. Stattdessen lenkt er den Blick auf das, was wirklich wichtig ist, auf das, was sie wirklich braucht: das Lebendige Wasser, das den Durst der Seele für immer und ewig löscht!
Schicht für Schicht öffnen Jesu Worte ihr Herz, während sie immer mehr erkennt, dass er sie wirklich sieht! Jesus sieht ihre Sehnsucht, ihre Bedürfnisse, ihre Vergangenheit und ihre Lebenssituation. Er sieht ihren Durst nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Wärme und Zugehörigkeit und will ihn für immer stillen. Und ja, er sieht auch ihre Sünde. Doch er verurteilt sie nicht, sondern will ihr ein neues Herz, einen neuen Geist und ein neues Leben schenken. Die letzte Schicht, die den Weg zu ihrem Herzen noch blockiert, ist eine Entscheidung: Wird sie Jesus vertrauen, dass seine Worte die Wahrheit sind, und den Neuanfang für ihr Leben wagen, den Jesus ihr schenken will?
Ich kann wunderbar sehen, wie sie versucht, diese Entscheidung auf die Zukunft zu verschieben, wenn der Messias kommt und die ganze Wahrheit offenbart. In den Versen 25 und 26 lese ich: „Die Frau spricht zu Jesus: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet.“
Und das ist auch der bewegende Moment, in dem das Wunder geschieht! Die letzte Schicht, die den Weg in das Herz dieser Frau blockiert, fällt ab, als Jesus ihr schließlich offenbart, wer er wirklich ist: Christus, Gottes Sohn, der Herr, der Retter, der Messias! Sie muss nicht auf die Zukunft warten, um die Wahrheit zu finden, die ihr Herz befreit und es vollkommen erfüllt. Denn Jesus Christus ist schon gekommen. Er ist die Wahrheit und das Leben und lädt jeden dazu ein, zu ihm zu kommen, um Vergebung, Annahme, Lebenssinn und ewige Hoffnung zu finden.
Das ist die Botschaft, die Leben verändert und alle Blockade-Schichten überwindet, die das Herz gefangen halten. Diese Botschaft möchte auch ich den Menschen in meiner Zeit nahebringen, sodass Jesus auch ihr Herz Schicht für Schicht befreit. Bis auch die letzte Schicht fällt, wenn er ihnen begegnet und sich ihnen offenbart. Möge Jesus mich und alle, die an ihn glauben, dazu gebrauchen, damit Menschen sehen, wer er wirklich ist: Gottes Sohn, der Herr, der Retter, der Messias!
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Autor: Eleni Stambke
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Der gewaltige Unterschied
Die Bibelstelle Daniel 2, 20 - ausgelegt von Eleni Stambke. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Leben gegründet im Glauben und einem Leben, in dem nicht der Glaube das Fundament und das Tragwerk …
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Die Bibelstelle Daniel 2, 20 - ausgelegt von Eleni Stambke.Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Leben gegründet im Glauben und einem Leben, in dem nicht der Glaube das Fundament und das Tragwerk ist? Was ist anders, wenn ich in der Gewissheit lebe, dass Gott meine Hilfe und Stärke ist, anstatt dass ich versuche, aus eigener Kraft klarzukommen, so gut ich kann? Was macht den entscheidenden Unterschied besonders in Krisensituationen aus?
Ich meine, eine Antwort im Buch des Propheten Daniel, Kapitel 2 gefunden zu haben.
Besonders das Lob für Gott aus Daniels Mund im Vers 20 inspiriert und tröstet mich zugleich, gerade wenn ich die unglaubliche Situation betrachte, in der sich Daniel befindet. „Gelobt sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!“, sprudelt aus ihm heraus. Doch wie kommt es dazu? Was ist passiert?
König Nebukadnezar hat einen Traum, der ihn sehr beunruhigt und ihm den Schlaf raubt. Eine Deutung muss her. So bestellt er seine Zeichendeuter und Weisen und Zauberer und Wahrsager zu sich, damit sie ihm sagen, was der Traum bedeutet. Aber es gibt einen Haken: Sie sollen ihm nicht nur die Bedeutung seines Traums sagen, sondern auch den Traum selbst. Wie soll das denn gehen? Unmöglich! Und genau ab hier zeigt sich, was für einen Unterschied es macht, wenn Menschen in einer ausweglosen Lage mit Gott rechnen oder nicht.
Die weisen Männer des Königs reagieren genauso, wie es Menschen meist natürlicherweise tun. Sie sind mit der Situation völlig überfordert und empfinden sie als total unfair. Unter ihnen machen sich Unverständnis und eine schleichende Furcht breit. So protestieren sie: Kein Mensch kann so etwas tun und kein König hat jemals so etwas verlangt! Doch ihre Reaktion macht die Situation noch schlimmer. Nebukadnezar wird zornig und legt nach. Entweder sie sind dazu in der Lage oder er wird alle Weisen töten lassen.
Ich finde es sehr packend und bewegend zu lesen, wie anders Daniel reagiert, als er von dieser Drohung erfährt. Ich kann so viel lernen!
Er und seine Freunde haben ihre Ausbildung am königlichen Hof abgeschlossen und gehören damit ebenfalls zu den Weisen Babylons. So ist auch ihr Leben in großer Gefahr. Doch anstatt panisch zu werden, bleibt Daniel ruhig und bedacht. Zuerst informiert er sich genau über die Situation, um einen richtigen Überblick zu bekommen. Nachdem feststeht, wie todernst die Lage ist, geht Daniel in sein Haus, teilt seinen Gefährten die Sache mit und zusammen beten sie zu Gott. Ihr Anliegen: für Menschen unmöglich. Aber nicht für Gott! Sie richten ihren Blick nicht auf ihre Schwierigkeiten, sondern auf Gottes unerschöpfliche Möglichkeiten. Sie setzen ihre Hoffnung und ihr Vertrauen auf seine Barmherzigkeit, seine Weisheit und seine Macht.
Gott erhört ihr Gebet. Er offenbart Daniel sowohl den Traum als auch seine Bedeutung. Gott greift in ihre Not ein und wehrt die tödliche Gefahr ab. Und da setzt Daniels Lob ein. Nicht Panik, nicht Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit füllen sein Herz und seinen Mund, sondern Lob und Preis für Gottes Weisheit und Stärke!
In dieses Lob will ich auch einstimmen. Der Name des Herrn sei gelobt! Denn er ist der Fels! Auf ihn kann ich mein Leben bauen und meine Hoffnung gründen. Selbst mitten in schwierigen Situationen mit ungewissem Ausgang gibt er mir Orientierung und Kraft. Seine Barmherzigkeit umgibt mich, seine Weisheit leitet mich und seine Stärke beschützt mich.
Das zu wissen, macht den Unterschied. Den gewaltigen Unterschied, der ein Leben im Glauben und im vollen Vertrauen auf Gott auszeichnet. Und genau das bringt Herz und Mund dazu, Gott so zu preisen wie Daniel: „Gelobt sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!“
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Autor: Eleni Stambke
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Erwählt
Die Bibelstelle Johannes 15,16 – ausgelegt von Matthias Adt. Mir fällt da der Sportunterricht in der Schule ein. Wie werden die Fußball-Mannschaften erstellt? Die beiden Oberfußballer erstellen ihre …
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Die Bibelstelle Johannes 15,16 – ausgelegt von Matthias Adt.Mir fällt da der Sportunterricht in der Schule ein. Wie werden die Fußball-Mannschaften erstellt? Die beiden Oberfußballer erstellen ihre Mannschaften. Im Wechsel dürfen sie wählen. Bis alle verteilt sind. – Am Anfang ist das spannend. Wie warme Semmeln gehen die Champions weg. Dann wird es immer mühsamer. Wie saures Bier werden die Letzten eben auch noch irgendwie verteilt.
Wenn Gott seine Mannschaft aufstellt, geht’s gerade andersherum. Bei Gott ist verkehrte Welt.
Da hat der Papa Isai stolz seine Jungmannschaft präsentiert, als der Prophet Samuel von Gott zum Königs-Casting vorbei geschickt wird. Stolz und erwartungsvoll haben sie sich in einer Reihe aufgestellt. Kopfschüttelnd steht Samuel vor dieser glänzenden Mannschaft.
„Hast du wirklich sonst keinen mehr?“ fragt er. „Naja, der kleine David. Der ist doch noch gar nicht konkurrenzfähig. Den hab ich bei den Schafen,“ druckst Isai herum. „Ich will ihn sehen“, sagt Samuel. Und als der Kleinste gebracht wird, sagt Gott zu Samuel: Das ist er. Den habe ich erwählt. Der wird König. So erwählt Gott.
Als 300 Jahre früher das Volk Israel durch die Wüste irrt auf dem Weg ins verheißene Land, gebeutelt von Selbstzweifeln und Miesmachern, da lässt Gott den Israeliten ausrichten: Euch habe ich erwählt. Und zwar nicht, weil ihr so toll seid, sondern weil ihr das kleinste und schwächste aller Völker seid, die ich geschaffen habe. So erwählt Gott.
Erwählt – kein Grund für Größenwahn.
Erwählt - kein Anlass zu Allmachtsphantasien.Bitte keine dummen Fragen stellen: Was ist mit den nicht Erwählten? Diese Frage ist etwa so sinnvoll, wie wenn nach dem Heiratsantrag die Auserwählte fragt: Und was geschieht jetzt mit den vielen Frauen, die du nicht heiratest?
Erwählung – das ist Gottes persönliche Willenserklärung: Ich will meine Ewigkeit nicht ohne dich feiern.
Erwählt – ein Grund, getrost zu werden.
„Bin ich wirklich erwählt?“ fragen manche mit Kummerfalten auf der Stirn.
Gegenfrage: Will Jesus Sie als Nachfolgerin und Nachfolger, oder will er Sie nicht?Antwort: Ein klares Ja. Er will Sie. Und dazu sind Sie erwählt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie ihn fest genug halten, dann denken Sie an das kleine Kind, das mit allen Fingerchen den Zeigefinger von Papa festhält. Aber der Papa hält mit seiner Hand den ganzen Arm des Kindes. Es kann gar nichts passieren.
Erwählt – wozu eigentlich?
Eine Fußballmannschaft wird gewählt, um Fußball zu spielen. David wurde erwählt, um König zu sein.„Ich habe euch erwählt, dass ihr hingeht und Frucht bringt,“ sagt Jesus seinen Nachfolgern.
Sie sind erwählt, Gottes Kind zu sein – und seine Familie zu vergrößern.Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Matthias Adt
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Wackelkandidaten
Die Bibelstelle 1. Samuel 12,22 – ausgelegt von Matthias Adt. Das „Wort zum Tag“ heute richtet sich an Wackelkandidaten. Wackelkandidaten im Glauben. Wenn Sie dazu nicht gehören, können Sie jetzt abschalten …
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Die Bibelstelle 1. Samuel 12,22 – ausgelegt von Matthias Adt.Das „Wort zum Tag“ heute richtet sich an Wackelkandidaten. Wackelkandidaten im Glauben. Wenn Sie dazu nicht gehören, können Sie jetzt abschalten oder umschalten.
Wir schalten uns zu - zu einer wichtigen Grundsatzrede des alt gewordenen Staatsmannes Samuel. Dreitausend Jahre vor unserer Zeit. – Lange hat Samuel als Prophet und Richter das Volk Israel regiert. Nun, nachdem Saul König wurde, tritt Samuel politisch in den Hintergrund und verabschiedet sich in einem großen Rechenschaftsbericht. Dieser Rechenschaftsbericht wird zur Geschichtsstunde. Samuel stellt den Hörern die letzten Jahrhunderte vor Augen. Von Abraham über Mose bis heute. Gott hat die Nachkommen Abrahams berufen, ein Modellvolk zu sein, an dem alle Völker sehen, wie Gott handelt. Sie sollen ein Segen sein für alle Völker. Sie sollen ihm vertrauen. Und tatsächlich: Das Volk hat unglaubliche Erfahrungen mit Gottes Handeln und Hilfe gemacht. Immer wieder haben die Israeliten ihm Treue geschworen. Doch jeweils kurze Zeit später: Zweifel, Geschimpfe, Neid auf andere Völker; Gott soll uns doch einfach in Ruhe lassen; wir wollen kein Modell sein. Wir wollen nicht erwählt sein.
Dieses Hin und Her zieht sich über Jahrhunderte.
Je länger Samuel erzählt, je länger die Geschichte wird, desto länger werden die Gesichter der Zuhörer. Denn es wird ein Muster sichtbar, das sich immer wiederholt:
Immer wieder schenkt Gott einen Neuanfang. Einen neuen Nullpunkt. Er wirbt neu um Vertrauen. Er hilft aus der Patsche. Und das Volk? Immer neue Versprechen. Immer neue religiöse Klimmzüge, die aber nur den Zweck haben, sich Gott zu entziehen. Die bohrenden Zweifel: Meint Gott es wirklich gut mit uns? Geht es nicht anderen viel besser?Das Volk stützt sich auf vermeintliche Krücken: Politische Verbündete, Militärische Abenteuer, Religiöse Kompromisse. Klare Verabschiedungen vom Gott Israels.
Was für ein endloses Hin und Her. Was für ein Zickzack-Kurs. Was für ein Gezoppel, was für Wackelkandidaten!
Und wie soll es jetzt weitergehen? Wie wird diese Geschichte enden?
Wird es nicht langsam peinlich für Gott, dass sein heiliger Name im gleichen Atemzug genannt wird wie der unserige? Wie wird sein Name in den Schmutz gezogen!
Müsste nicht Gott irgendwann mal sagen: Jetzt reicht s. Das ist ja nicht zum Aushalten. Bis hierher und nicht weiter. Genug ist genug. Irgendwann reißt der Geduldsfaden. Irgendwann gibt es keine Hoffnung mehr auf eine Fortsetzung der Beziehung. Irgendwann muss Schluss sein.
Wie endet der Geschichtsunterricht des Samuel?
Der Herr verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.
Ungläubiges Aufatmen: Wirklich? Was hat er da gesagt? Es geht weiter? Es gibt eine Zukunft?
Ja. Der Herr verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.
Nicht weil Gott denkt: Das Volk wird endlich klüger oder konsequenter oder vertrauensvoller. Sondern weil er seinen Namen auf dieses Volk gelegt hat.
Weil er keinen Zickzack Kurs fährt, sondern sich treu bleibt.Wenn Ihnen Ihr Leben vorkommt wie ein Zickzack-Kurs, dann ist dieses Wort des Samuel an das Volk Israel Gottes Wort an Sie persönlich. Gott verstößt – und nun setzen Sie Ihren Namen ein! – Gott verstößt Sie nicht um seines großen Namens willen.
Er fängt heute neu an mit Ihnen. Nicht weil Sie sich bessern. Nicht weil Sie plötzlich ganz anders wären. Sondern um seines großen Namens willen.
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Autor: Matthias Adt
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Zufrieden oder unzufrieden?
Die Bibelstelle Sacharja 9,10 – ausgelegt von Jens Kilian. Kinder haben Wünsche: ein neues Plüschtier oder ein Spielzeugauto. Bei Erwachsenen werden auch die Wünsche größer: Unterhaltungselektronik oder …
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Die Bibelstelle Sacharja 9,10 – ausgelegt von Jens Kilian.Kinder haben Wünsche: ein neues Plüschtier oder ein Spielzeugauto. Bei Erwachsenen werden auch die Wünsche größer: Unterhaltungselektronik oder Fahrzeuge stehen dann auf dem Wunschzettel. Bei den ganz Großen dieser Welt sind scheinbar auch die Wünsche ganz besonders groß. Der eine hätte gerne die Ukraine, der andere Taiwan und wieder ein anderer Grönland. So wie die Kleinen schon mal um ihr Spielzeug kämpfen, ist es auch bei den Großen. Das „Habenwollen“ führt zu Kämpfen, die wir im Großformat Krieg nennen. Auf der Strecke bleibt der Friede. Wenn der äußere Friede dem Krieg weicht, wird darüber in den Nachrichten berichtet, aber die unendlich vielen Fälle, in denen Menschen der innere Frieden abhandengekommen ist, kann keine Nachrichtensendung fassen.
Wo liegt die Lösung? Das Kind, der Erwachsene und der Herrscher denken: „Wenn ich bekomme, was ich haben will, bin ich zufrieden.“ Der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch wusste es besser und brachte es auf den Punkt, als er sagte: „Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.“
Der Mensch bleibt unzufrieden, er will mehr. Das Kind will ein größeres Spielzeugauto, der Erwachsene ein größeres echtes Auto und der Herrscher ein größeres Staatsgebiet. Alexander der Große, Napoleon oder Hitler wollten am liebsten über ein Reich herrschen, das von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde reicht. Teilweise haben sie das sogar geschafft und dabei eine furchtbare Blutspur hinterlassen.
Sacharja beschreibt im 9. Kapitel seines prophetischen Buches ebenfalls einen mächtigen Herrscher:
„Seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde.“
Interessant ist, dass bei diesem König der Frieden nicht auf der Strecke bleibt. Vielmehr heißt es im gleichen Vers, dass er Frieden stiftet unter den Völkern.Wenn ich dann noch einen Satz weiter vorne schaue, bekomme ich einen Hinweis, von wem hier die Rede ist. Dort heißt es, dass dieser König in Armut auf einem Eselsfohlen nach Jerusalem kommt. So zog Jesus vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung in die Stadt ein. Die Erwartung vieler Juden, dass er ein weltliches großes Reich aufbaut und Israel von den Römern befreit, hat Jesus nicht erfüllt. Im Gegenteil: Er sagt gegenüber Pilatus, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist. (Johannes 18,36)
Ich stelle heute fest, dass seine Herrschaft trotzdem von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde reicht. (Psalm 72,8) In allen Ländern dieser Welt gibt es Menschen, die zu seinem Reich gehören, die an Jesus glauben und mit ihm leben. Ich gehöre dazu. Sie auch?
Unter die Herrschaft Jesu begebe ich mich gerne, denn Jesus bringt Frieden.
Wir haben in Deutschland seit 81 Jahren Frieden, und doch spüren so viele Menschen in ihrem Leben keinen inneren Frieden. Genau diesen inneren Frieden, der nicht einfach die Abwesenheit von Krieg ist, gibt Jesus. Er kommt dadurch zustande, dass Jesus meine Schuld wegnimmt, die mich belastet, die ich mit mir herumschleppe und die mir den Frieden raubt. Ich komme innerlich zur Ruhe unter seiner Herrschaft, wo auch immer auf der Welt ich gerade bin. Irgendwann sogar im Himmel, denn da wird keine Totenstille sein, sondern ein Friede, der selbst nach dem Ende der Erde voller Leben ist. Wer im Himmel unter Jesu Herrschaft ist, wird zufrieden sein. Da bleibt kein Wunsch offen. Das ist eine Nachricht wert, eine „Gute Nachricht“.
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Autor: Jens Kilian
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HERRliches DeutschLAND?
Die Bibelstelle Psalm 144,15 – ausgelegt von Jens Kilian. Hat Deutschland eine Staatsreligion oder welche Rolle spielt das Christentum in unserem deutschen Staat? Ich finde, diese Frage ist gar nicht so leicht …
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Die Bibelstelle Psalm 144,15 – ausgelegt von Jens Kilian.Hat Deutschland eine Staatsreligion oder welche Rolle spielt das Christentum in unserem deutschen Staat? Ich finde, diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Offiziell sind Staat und Kirche getrennt und es gibt keine Staatsreligion. Der Staat garantiert Religionsfreiheit. Häufig wird behauptet, dass die unterschiedlichen Religionen in Deutschland gleichwertig nebeneinanderstehen.
Steht das so in unserem Grundgesetz und war es nach dem 2. Weltkrieg so gedacht? Während die Gesetze der ehemaligen DDR auf einem atheistischen Weltbild beruhten, konnte man in der Bundesrepublik Deutschland im Grundgesetz erkennen, dass es auf einem christlichen Weltbild beruht. Besonders deutlich wird dies im Vorwort dazu. Die Präambel des Grundgesetzes beginnt mit den Worten: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen...“. Ich gehe fest davon aus, dass die Autoren dabei Gott meinten, wie er sich uns in der Bibel zu erkennen gibt, und dies damals der Bevölkerung auch klar war, selbst wenn das heute oft in Frage gestellt wird.
Ich denke, dass alleine schon die Präambel des Grundgesetzes, der Religionsunterricht in Schulen und der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat deutlich machen, dass sich Deutschland als ein christliches Land verstand. Anderen Religionen wurde zwar eine große Freiheit gewährt, sie standen jedoch nicht gleichrangig neben dem Christentum. In meinen Augen entspricht die heutige Darstellung, dass in Deutschland alle Religionen gleich gestellt seien und der Staat neutral sein solle, eigentlich nicht dem Grundgesetz und seiner Präambel. Hier werden meiner Ansicht nach Religionsfreiheit und vollständige religiöse Neutralität verwechselt.
Der bedeutendste Staatsmann Israels, König David, schreibt am Ende des 144. Psalms:
„Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist!“ (Psalm 144,15)
An der Geschichte Israels im Alten Testament lässt sich erkennen, welch ein großer Segen darauf liegt, wenn ein Volk mit Gott im Bund steht und sein Vertrauen auf ihn setzt. Hier ist zu lesen, wie Gott Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit, sie in das verheißene Land führt, ihnen immer wieder auch gegen scheinbar übermächtige Feinde zur Seite steht und das Volk segnet und führt. Allerdings wird uns auch die andere Seite deutlich aufgezeigt. Das Volk Israel wendet sich von Gott ab und dem gesellschaftlichen Verfall folgt auch der äußere Zerfall und schließlich eine neue Gefangenschaft in Babylon.
Die alttestamentliche Geschichte Israels zeigt, was David hier ausspricht: Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ein Volk nach Gott fragt und ihn bewusst Herr sein lässt oder ob ein Volk sich von Gott abwendet und anderes gleichwertig neben ihn stellt.
Wer auf die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts schaut, kann schnell erkennen: Ihre dunkelste Zeit war der Nationalsozialismus, in dem Juden systematisch verfolgt und millionenfach ermordet wurden. Das Volk, mit dem Gott eine besondere Geschichte und einen besonderen Bund hat. Das war offene Feindschaft gegen Gott. Auch der Atheismus der DDR, der behauptete, dass es keinen Gott gibt, ist gescheitert. Hier wurde Gott offen abgelehnt und auf seinen Segen verzichtet.Welchen Weg wollen wir gehen - als Volk, aber auch als einzelne? Wollen Sie Gott Herr sein lassen oder anderes gleichwertig neben ihn stellen? Wer Gott gegenüber neutral ist, lehnt ihn als Herr ab!
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist! Und wohl dem Menschen, dessen Gott der HERR ist!
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Autor: Jens Kilian
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Wunderbare Aussichten
Die Bibelstelle Offenbarung 7,9.10 – ausgelegt von Michael Wehrwein. Gewaltig ist die Vision des Sehers Johannes. Überwältigend ist das, was er schaut. Für die bedrängte und verfolgte kleine Schar der Christen …
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Die Bibelstelle Offenbarung 7,9.10 – ausgelegt von Michael Wehrwein.Gewaltig ist die Vision des Sehers Johannes. Überwältigend ist das, was er schaut. Für die bedrängte und verfolgte kleine Schar der Christen muss dies mutmachend gewesen sein. Es wird sie mit Freude auf Gottes hoffnungsvoller Zukunft erfüllt haben. Wunderbar ist die unzählbar große Schar der Erlösten vor dem Thron Gottes und des Lammes. Sie huldigen dem Herrn der Welt und seiner Gemeinde. Ein gewaltiger Chor gibt Gott und seinem Sohn Jesus Christus die Ehre. Sie bekunden, dass das Heil bei ihnen liegt. In der Welt des damaligen römischen Weltreiches beansprucht der Kaiser für sich alle Macht. Er sieht sich als Gott und lässt sich als solcher verehren. Wer dem Kaiser das Opfer verweigert, leidet. Gerade die Christen, die dieses Kaiseropfer verweigern, spüren die geballte Macht der Verfolgung. Sie leiden unter dem Hass des Kaisers. Der Seher Johannes ist selbst zum Opfer geworden. Er wird auf die Insel Patmos verbannt. Wie mag es ihm ergangen sein, ob der grandiosen Vision des Thrones Gottes? Diese ermutigt auch Johannes und stärkt ihn in der Trübsal seiner Verbannung.
Die alttestamentliche Verheißung kommt in Erinnerung. Es ist erfüllt, was Gott Abraham, dem Stammvater des Gottesvolkes versprochen hat. Er sagte zu Abraham: „Sieh zum Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und er sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein.“
Abraham kann sie nicht zählen.In der Vision ist die Zahl der Erlösten ebenfalls unzählbar. Johannes kann sie nicht zählen. Aber Gott kann sie zählen. Er weiß um die, die zu ihm gehören. Sie stammen aus allen Nationen, Stämmen und Völkern und Sprachen. Die Vielzahl beschreibt das Umfassende. Zahlen und ihre Symbolik spielen in der Offenbarung eine große Rolle. Dem Abraham hat Gott zugesagt: „In dir sollen gesegnet werden alle Völker, alle Geschlechter auf Erden“. Johannes sieht in seiner Vision die Gemeinde als die in Abraham gesegnete Menschheit. Die unzählbar große Schar der Erlösten trägt weiße Kleider, so wie die Märtyrer. Diese haben wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus gelitten. Sie haben oft mit ihrem Leben bezahlt. Sie haben überwunden und bilden nun die Gemeinschaft der Erlösten. Sie tragen das Siegergewand und Palmzweige in ihren Händen. Bei den Sportwettkämpfen der Griechen tragen die Sieger grüne Zweige und einen Lorbeerkranz. Aber auch in einer jüdischen Schrift ist zu lesen: „Wer den Palmzweig in seiner Hand trägt, von dem wissen wir, dass er der Sieger ist.“ Die Heilsgemeinde ist also auf der Siegerstraße. Auch der Jubel der Sieger preist das Heil, dass in Gott und seinem Heiland gründet. Die Siegeshymne, die sie anstimmen, hat nur ein Thema: Das Heil ist in Gott, der auf dem Thron sitzt und im Lamm Jesus Christus. Die widergöttliche Macht ist gestürzt. Jetzt ist klar, wer der Herr der ganzen Welt ist. Er allein hat Anspruch auf das Leben aller Menschen. Sie sollen einen Platz in der Gemeinde der Erlösten haben.
Auch für uns heute bildet diese wunderbare Vision einen Vorgeschmack auf Gottes Zukunft und unsere Zukunft. Als Erlöste dürfen wir einen Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft aus allen Völkern, Stämmen, Nationen und Sprachen sein. Es ist tröstlich und mutmachend, dass nicht die Machthaber dieser Erde am Ende siegen. Unser Herr hat die Welt in der Hand und er ist der Sieger. Am Ende werden wir Christen stehen und staunen. Wir werden einstimmen in den Jubel der Erlösten vor seinem Thron. Das sind wunderbare Aussichten mitten in einer verlorenen Welt.Bibellesen unter bibleserver.com
Autor: Dekan Michael Wehrwein
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