
bto – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter
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- 21. Okt. 2026
Über den Podcast
bto – beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast von Dr. Daniel Stelter. Der Ökonom und Strategieberater bringt Wirtschaft und Finanzen auf den Punkt. Unverblümt und unabhängig gibt Stelter pointierte Antworten auf die Wirtschaftsfragen unserer Zeit. Featured by Handelsblatt.
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Folgen 436
Erwartungen und Grenzen
Erwartungen haben eine besondere Bedeutung für die Wirtschaftspolitik. Vor allem beim Thema Inflationserwartungen gilt diese Bedeutungsschwere. Doch es gibt auch generelle Zweifel. So veröffentlichte der …
Shownotes
Erwartungen haben eine besondere Bedeutung für die Wirtschaftspolitik. Vor allem beim Thema Inflationserwartungen gilt diese Bedeutungsschwere. Doch es gibt auch generelle Zweifel. So veröffentlichte der Notenbank-Ökonom Jeremy B. Rudd von der US-amerikanischen Federal Reserve (FED) bereits im September 2021 einen viel beachteten Kommentar, in dem er die Sinnhaftigkeit der Steuerung nach Erwartungen in Frage stellte. Das war zwar keine offizielle Position der FED, aber eine berechtigte Warnung, denn die Inflationserwartungen waren niedrig, kurz darauf aber stieg die Inflation in den USA und der EU deutlich an. Das Gegenteil von dem, was erwartet worden war.
Im Oktober 2021 sprach Daniel Stelter in Folge 105 mit Professor Dr. Thomas Mayer, Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute, über „Die Selbstüberschätzung der Notenbanker“. Ausgangspunkt war die These der säkularen Stagnation (also dem langfristigen Zustand einer Volkswirtschaft, in dem das Wirtschaftswachstum dauerhaft schwach bleibt – selbst dann, wenn die Zinsen sehr niedrig sind und die Notenbanken versuchen, die Konjunktur anzukurbeln): Erklärt ein Ersparnisüberhang das schwache Wachstum, oder übersieht diese Diagnose wichtige Ursachen?
Geldpolitik kann stabilisieren und die Notenbank kann der Politik so Zeit verschaffen. Sie ersetzt aber weder tragfähige Staatsfinanzen noch Reformen, die Investitionen und Arbeit attraktiver machen, so das Fazit. Angesichts des Reformstaus in Deutschland ist es Zeit für ein bto REFRESH.
Hinweis
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Hörerservice
Studie The present monetary policy framework is seriously flawed von Michael Biggs und Thomas Mayer, Flossbach von Storch Research Institute: https://t1p.de/eugdd
Aufsatz Why Do We Think That Inflation Expectations Matter for Inflation? (And Should We?) von Jeremy B. Rudd, Senior Adviser im Bereich Forschung und Statistik des Federal Reserve Board (FED): https://t1p.de/geeyn
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Falsche Richtung
Menschen entscheiden nicht nur nach ihrer heutigen Lage. Sie berücksichtigen auch, was sie für morgen und die Zukunft erwarten. Die beiden US-Ökonomen Robert Hall und Michael Woodford haben gezeigt, wie wichtig …
Shownotes
Menschen entscheiden nicht nur nach ihrer heutigen Lage. Sie berücksichtigen auch, was sie für morgen und die Zukunft erwarten. Die beiden US-Ökonomen Robert Hall und Michael Woodford haben gezeigt, wie wichtig dieser Blick nach vorn bei Konsum und Geldpolitik ist. Für ihre Beiträge zu den mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung haben die beiden Wissenschaftler den Wirtschaftsnobelpreis 2026 erhalten.
Auf den ersten Blick haben ihre Forschungen wenig miteinander zu tun. Hall erhielt den Preis für seine Forschungen zur Konsumbereitschaft, Woodford für seine Arbeiten zur Geldpolitik. Gemeinsam ist ihren Arbeiten allerdings die Bedeutung von Erwartungen. Erwarten Menschen beispielsweise dauerhaft höhere Einkommen, erhöhen sie bereits frühzeitig ihren Konsum. Nehmen sie hingegen heutige Mehreinkommen als nicht nachhaltig wahr oder befürchten gar in Folge heutiger Zahlungen künftig ein geringeres Einkommen, sparen sie mehr, statt zu konsumieren.
Mit Dr. Rüdiger Bachmann, Professor für Volkswirtschaftslehre an der University of Michigan, diskutiert Daniel Stelter über die Arbeiten der beiden Preisträger, die Aussagekraft ihrer Modelle und die Konsequenzen für die Wirtschaftspolitik. Wenn die politisch Verantwortlichen die Erwartung immer höherer Belastungen und schwächerer Wachstumsperspektiven erzeugen, werden Investitionen und Konsum nicht durch Optimismus-Appelle zurückkehren. Zugleich droht eine Geldpolitik, die unter den Finanzierungsdruck der Staaten gerät, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Gefordert ist ein belastbarer Kurs zu mehr Wachstum und tragfähigen Staatsfinanzen, nicht lediglich das nächste Ausgabenprogramm, denn das führt wieder nur in die falsche Richtung.
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Presseinformation For microeconomic foundations of macroeconomic stabilisation der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften zur Bekanntgabe der Preisträger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften 2026: https://t1p.de/znv4qKommentar A Great Nobel des Ökonomen John H. Cochrane zu den diesjährigen Preisträgern auf der Online-Plattform A Grumpy Economist: https://t1p.de/ibsyh
Beitrag A Nobel prize for how to keep economies on even keel in The Economist: https://t1p.de/q20sg
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Wegwerfen ist keine Lösung
Leider ist in Deutschland das Wegwerfen für Unternehmen noch immer um ein Vielfaches günstiger als das Spenden – wegen der Umsatzsteuer. Fabrikneue Produkte werden aussortiert, während soziale Einrichtungen …
Shownotes
Leider ist in Deutschland das Wegwerfen für Unternehmen noch immer um ein Vielfaches günstiger als das Spenden – wegen der Umsatzsteuer. Fabrikneue Produkte werden aussortiert, während soziale Einrichtungen genau diese Dinge benötigen. So landen jährlich Waren im Wert von sieben Milliarden Euro im Müll: Schulsachen, Shampoo, Putzmittel und die Liste ließe sich fortsetzen. Doch es geht auch anders. Dr. Juliane Kronen hat mit innatura ein gemeinnütziges Unternehmen aufgebaut, das beide Seiten zusammenbringt: Es übernimmt überschüssige Neuware von Herstellern und Händlern und vermittelt sie bedarfsgerecht an gemeinnützige Organisationen.
Zwischen den gegenwärtigen nationalen und internationalen Wirtschafts- und Finanzkrisen kommt ein solches Thema häufig zu kurz. Ein aktueller Anlass und eine damit verbundene Bitte sind der Grund, das Gespräch zwischen Daniel Stelter und seiner ehemaligen BCG-Kollegin aus Folge 169 „Soziales unternehmen“ vom 18. Dezember 2022 in diesem bto REFRESH zu wiederholen. Juliane Kronen gehört zu den Preisträgerinnen der GOLDENEN BILD der FRAU 2026. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro für ihr Projekt verbunden. Bei der Publikumswahl kann innatura zusätzlich 30.000 Euro gewinnen. Stimmen Sie für Dr. Juliane Kronen und innatura und geben Sie den Aufruf gerne weiter. Die Abstimmung läuft bis zum 17. November 2026. Helfen Sie mit Ihrer Stimme, Überfluss nicht auf den Müll wandern zu lassen, sondern Menschen ein Stück Würde zurückzugeben! Alle Informationen zur Abstimmung finden Sie weiter unten.
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Hier stimmen Sie für Dr. Juliane Kronen und die innatura gGmbH. Für die Online-Abstimmung benötigen Sie ein Google-Konto: https://t1p.de/ff1mgSie können aber auch telefonisch unter 01375 / 95 95 04 abstimmen (laut bereitgestellter Information 14 ct je Anruf).
Hier finden Sie die offizielle Übersicht der Preisträgerinnen: https://t1p.de/56e5x
Hier können Sie darüberhinaus die innatura gGmbH unterstützen: https://t1p.de/glznl
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Die Hütte brennt
Die deutsche Metall- und Elektroindustrie verliert nach Angaben von Gesamtmetall derzeit rund 10.000 Arbeitsplätze im Monat. Seit dem Beschäftigungshöchststand im Jahr 2019 sind bereits rund 350.000 Stellen …
Shownotes
Die deutsche Metall- und Elektroindustrie verliert nach Angaben von Gesamtmetall derzeit rund 10.000 Arbeitsplätze im Monat. Seit dem Beschäftigungshöchststand im Jahr 2019 sind bereits rund 350.000 Stellen weggefallen. Zugleich bleiben Kapazitäten unterausgelastet, Arbeitskosten und Produktivität entwickeln sich auseinander und die Branche investiert weniger in neue Ausrüstung als an Wert abgeschrieben wird. Die Firmen haben bisher versucht, den Personalabbau zu bremsen und sozialverträglich zu gestalten. Nach Schätzungen sind aber beim aktuellen Niveau der Kapazitätsauslastung weitere 300.000 Arbeitsplätze akut gefährdet.
Vor diesem Hintergrund findet die Tarifrunde 2026 statt. Die IG Metall fordert eine Lohnerhöhung von fünf Prozent für zwölf Monate, ergänzt um Beschäftigungs- und Standortsicherung, eine soziale Komponente und Gewinnbeteiligungen in gut laufenden Firmen. Die Arbeitgeber verlangen das Gegenteil, nämlich Kostensenkungen, um den Dammbruch beim Personalabbau noch zu verhindern. Daniel Stelter spricht mit Oliver Barta, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, über die wirtschaftliche Lage der Unternehmen, den geschätzten zusätzlichen Personalüberhang, die Voraussetzungen, unter denen industrielle Arbeit in Deutschland eine Zukunft hat, und über die Frage, warum aus seiner Sicht auch Lohnverzicht und eine Verlängerung der Arbeitszeit verhandelbar sein müssen.
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Konjunkturbericht Deutliche Rückschläge im August – konjunkturelle Stabilisierung sehr differenziert und holprig des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall: https://t1p.de/10v9xInformation Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie gestartet der IG Metall zur Tarifrunde 2026: https://t1p.de/u5za3
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Ohne bezahlbare Energie keine Industrie
Die Energiewende funktioniert nicht. Auf dem bisher eingeschlagenen Weg kann Deutschland weder das Ziel der Klimaneutralität erreichen, noch die Versorgungssicherheit gewährleisten oder günstigen Strom …
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Die Energiewende funktioniert nicht. Auf dem bisher eingeschlagenen Weg kann Deutschland weder das Ziel der Klimaneutralität erreichen, noch die Versorgungssicherheit gewährleisten oder günstigen Strom bereitstellen. Die Kosten der Energiewende beschränken sich auch nicht auf die Ausgaben für den Umbau des Energiesystems, sondern gehen weit darüber hinaus. Die hohen Energiepreise sind ein gravierender Wettbewerbsnachteil und führen damit zu einem (beschleunigten) Verlust an Arbeitsplätzen in den ehemaligen Schlüsselindustrien.
Aktuelle Studien zeigen außerdem, dass die energieintensive Produktion in Deutschland künftig auch nicht wieder wettbewerbsfähig wird. Doch das ist noch nicht alles. Die Klima-Ziele der Energiewende sind ebenfalls nicht erreichbar. Es ist ein Kurswechsel erforderlich, der – auch angesichts der geopolitischen Lage – die Versorgungssicherheit wieder in den Fokus nimmt.
In der bto-Episode #264 mit dem Titel „Von der Wirklichkeit umzingelt“ (Oktober 2024) sprach Daniel Stelter mit dem Energieexperten Professor Dr. Markus J. Löffler von der Westfälischen Hochschule über die technischen Anforderungen an eine sichere Stromversorgung und die Zukunft der Energiewende. Zeit für ein bto REFRESH!
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Studie Das Ende der europäischen Stahlwirtschaft… oder einfach nur anders? (Juli 2026) von PwC zur Zukunft der europäischen Stahlindustrie: https://t1p.de/3a1t2Studie Impact of global heterogeneity of renewable energy supply on heavy industrial production and green value chains (April 2024) des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zum Kostennachteil energieintensiver Produktion in Deutschland: https://t1p.de/mmw4w
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Geopolitik sticht Klimaschutz
Die Energiewende soll Deutschland nicht nur klimaneutral machen, sondern auch unabhängiger und sicherer. Doch weniger Brennstoffimporte sind nicht dasselbe wie eine unabhängige Energieversorgung. Die Krise bei …
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Die Energiewende soll Deutschland nicht nur klimaneutral machen, sondern auch unabhängiger und sicherer. Doch weniger Brennstoffimporte sind nicht dasselbe wie eine unabhängige Energieversorgung. Die Krise bei Dieselkraftstoff zeigt, worauf es nämlich ebenfalls ankommt: Raffinerien, funktionierende Lieferketten und die Bereitschaft anderer Länder, uns im Krisenfall weiter zu beliefern.
Was beim Diesel sichtbar wird, gilt auch für das Stromsystem. Wer Anlagen nicht mehr selbst bauen, mit Ersatzteilen versorgen oder reparieren kann, bleibt auf andere angewiesen. Der frühere MI6-Chef, Sir Richard Dearlove, warnt deshalb vor einer Klimapolitik, die die nationale Sicherheit aus dem Blick verliert. Daniel Stelter ordnet Dearloves vielbeachtete Rede vor dem Jahreskongress der Global Warming Policy Foundation ein und prüft die Lage in Deutschland.
So haben wir zum Beispiel noch eine vorhandene Transformatorenfertigung, aber mit sehr langen Lieferzeiten, und verfügen über Reparaturkompetenz. Die Elektrobandproduktion von Thyssenkrupp hingegen ist bedroht.
Als Konsequenz aus der geopolitischen Situation muss die Versorgungssicherheit eine Bedingung der Transformation sein. Deutschland muss seine industriellen Fähigkeiten erhalten, kritische Vorprodukte absichern und Vorsorge organisieren, bevor aus wirtschaftlicher Abhängigkeit politische Erpressbarkeit wird.
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Rede Energy Security - Blowing in the Wind von Sir Richard Dearlove vor dem Jahreskongress der Global Warming Policy Foundation (16. September 2026)finden Sie hier: https://t1p.de/2jm02beyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
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Mehr Staat ist noch keine Lösung
Nicht erst seit den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verwendet die SPD “New Deal” als Leitbegriff für einen wirtschaftlichen Neustart, der Wachstum und soziale Sicherheit …
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Nicht erst seit den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verwendet die SPD “New Deal” als Leitbegriff für einen wirtschaftlichen Neustart, der Wachstum und soziale Sicherheit miteinander verbinden soll. Die Wahlergebnisse der SPD sind wohl der Grund, nun vehementer eine Kurskorrektur ihrer Koalitionsregierung mit der Union zu fordern.
Eine bessere Konjunktur allein ist aber noch keine Lösung der deutschen Strukturprobleme. Es muss vielmehr um wirtschaftspolitische Antworten auf verschiedene Fragen gehen: Soll der Staat immer mehr Geld verteilen, Preise regulieren und Investitionen lenken? Oder muss er vor allem die Bedingungen verbessern, unter denen Unternehmen und Beschäftigte wirtschaftlich handeln?
Die SPD sieht scheinbar eine politische Anknüpfung an den amerikanischen “New Deal” zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren und will wirtschaftlichen Wandel durch einen aktiven Staat ermöglichen. Im Klartext bedeutet das eine stärker staatlich geplante Wirtschaft. Unabhängig davon, dass in den USA damals völlig andere Bedingungen herrschten, u. a. eine Arbeitslosigkeit von 25 Prozent, steht Deutschland vor ganz anderen ökonomischen Herausforderungen.
Bereits im Juli 2022 sprach Daniel Stelter mit Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts in München, in Episode #145 über den wachsenden Glauben an politische Steuerung. Fuest bezeichnete diese Haltung als Neodirigismus: Den Marktmechanismen und dem Wettbewerb wird wenig zugetraut, während die Nebenwirkungen staatlicher Eingriffe unterschätzt werden. In den meisten Fällen, in denen der Staat als Wirtschaftslenker aufgetreten ist, blieb die Erfolgsgeschichte aus – schlimmstes Beispiel ist die Bahn. Es geht dabei aber nicht um einen Staat ohne Aufgaben, sondern um einen Staat, der seine Aufgaben erkennt und wirksam erfüllt. Zeit für ein bto REFRESH.
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Der falsche Schluss
Die deutsche Wirtschaft wächst stärker als noch vor einigen Monaten erwartet. Um immerhin 1,3 Prozent soll die hiesige Wirtschaftsleistung 2026 zulegen und im kommenden Jahr um 1,1 Prozent. Da mag der eine oder …
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Die deutsche Wirtschaft wächst stärker als noch vor einigen Monaten erwartet. Um immerhin 1,3 Prozent soll die hiesige Wirtschaftsleistung 2026 zulegen und im kommenden Jahr um 1,1 Prozent. Da mag der eine oder andere denken, das Milliarden-Schuldenprogramm der Bundesregierung würde wirken.
So glaubt auch die SPD an die Wunderwirkung staatlicher Konjunkturprogramme. Letzte Woche sickerte durch, dass die Parteiführung keinen Sinn in weiteren Reformen sieht. Stattdessen soll ein „New Deal“, also ein großes staatlich finanziertes Transformationsprogramm, die deutsche Wirtschaft wieder auf Kurs bringen. Dabei sind die Probleme der hiesigen Ökonomie zu einem guten Teil die Folge der bisherigen Transformationsbemühungen der Politik – da braucht man nur an die Energiewende zu denken.
Was vom aktuellen Aufschwung zu halten ist, wie es um das Potenzialwachstum steht und welche Reformen angezeigt sind, diskutiert Daniel Stelter mit Prof. Dr. Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW).
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Presseinformation Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2026: Aufschwung mit Strukturproblemen – Finanzpolitik auf Abwegen des ifo Institut zur Wirtschaftsprognose und Konjunkturlage in Deutschland: https://t1p.de/qk7s5beyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
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Nach dem Versagen der Währungshüter
“Der beste Ökonom, den der IWF nie hatte” – so titelte der Economist im September 2026 eine sehr bemerkenswerte Geschichte in seiner Printausgabe. Der portugiesische Makroökonom Ricardo Reis, Professor an der …
Shownotes
“Der beste Ökonom, den der IWF nie hatte” – so titelte der Economist im September 2026 eine sehr bemerkenswerte Geschichte in seiner Printausgabe. Der portugiesische Makroökonom Ricardo Reis, Professor an der London School of Economics, wäre in diesem Sommer beinahe zum Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds ernannt worden. Beinahe! Denn Reis’ öffentliche Kritik an Trumps Zöllen und wohl auch seine wesentlich schärferen politischen Kommentare an Trump persönlich haben ihn den Posten gekostet. Was vor allem für den IWF schlecht ist, denn Reis beschäftigt sich intensiv mit dem Zusammenspiel von Staatsverschuldung, Geldpolitik sowie Zentralbankbilanzen und argumentiert seit Jahren, dass IWF und Zentralbanken bei internationalen Finanzkrisen enger zusammenarbeiten sollten. Ausgerechnet einer der modernen Makroökonomen und Geldtheoretiker, dessen Forschung für die gegenwärtigen Probleme des IWF besonders relevant ist, bekam den Posten nicht. Den Grund benennt der Economist im der Titel der Onlineversion des Beitrags: “Ricardo Reis war dem IWF zu offen”. Man könnte auch sagen “zu unverblümt”.
Unverblümt war Prof. Dr. Ricardo Reis auch in bto-Episode #153 “Den Schirm vergessen”. Im August 2022 hat Daniel Stelter mit ihm über eine der wichtigsten Fragen der damaligen Zeit gesprochen: Wer trägt die Verantwortung für die Inflation? Die Notenbanken? Oder die externen Schocks? Seine Antwort war, wie kann es anders sein, unbequem. Es sei zwar richtig, dass Pandemie, Lieferketten und Ukraine-Krieg die Inflation getrieben haben. Aber: „I have an umbrella" – die Notenbanken hatten einen Regenschirm und haben ihn nicht benutzt. Heute, vier Jahre später, sehen wir Zinswende, Frankreich-Krise und eine Debatte um fiskalische Dominanz. Reis Diagnose ist relevanter denn je. Zeit für ein bto REFRESH.
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Artikel Ricardo Reis was too frank for the IMF – It can still benefit from the economist's ideas (17. September 2026) in The Economist (online), Printtitel: „The best economist the IMF never had": https://t1p.de/rbmg0Analyse The Burst of High Inflation in 2021–22: how and why did we get here? von Prof. Dr. Ricardo Reis, Working Paper der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Dezember 2022): https://t1p.de/4kzcf
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Wieder am falschen Hebel gezogen
Europa braucht mehr Wachstum. Das hat auch die EU-Kommission verstanden. In ihrer State-of-the-Union-Rede 2026 hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zwar die Vollendung des Binnenmarktes …
Shownotes
Europa braucht mehr Wachstum. Das hat auch die EU-Kommission verstanden. In ihrer State-of-the-Union-Rede 2026 hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zwar die Vollendung des Binnenmarktes, Bürokratieabbau und günstigere Energiepreise für mehr Wettbewerbsfähigkeit betont, bei der Umsetzung wird aber klar, dass Brüssel mal wieder zu den falschen Hebeln greift. So geht die Reise in Richtung einer Union, die durch zentrale Steuerung und mehr Brüssler Bürokratie strategische Autonomie und bessere Wettbewerbspositionen erreichen soll. Das ist ein beherztes “weiter so”, garniert mit der Forderung nach einem um 60 Prozent vergrößerten EU-Haushalt.
Was Europa aber braucht, sind echte Reformen, die die Produktivität über alle Sektoren hinweg anheben: Deregulierung, Arbeitsmarktflexibilität, tiefere Kapitalmärkte, funktionierende Bildung, wettbewerbsfähige Energiepreise und ernsthaft weniger Bürokratie. Stattdessen soll der mehrjährige Finanzrahmen 2028 – 2034 einen Umfang von nahezu zwei Billionen Euro umfassen.
Dabei kostet der wichtigste Hebel zu mehr Wohlstand in der EU weder Geld, noch erfordert er mehr Bürokratie oder Beamte. Gemeint sind die impliziten Hürden innerhalb des EU-Binnenmarktes. IWF und EZB rechnen vor, dass sie mittlerweile Zöllen von rund 44 bis 67 Prozent entsprechen. In einer aktuellen Analyse von fünf Jahrzehnten europäischer und amerikanischer Produktivitätsentwicklung stellen Ökonomen fest, dass Europa seit Mitte der 90er-Jahre Produktivität verliert und inzwischen nur noch rund 86 Prozent des US-amerikanischen Niveaus erreicht. Die Ursache liegt darin, dass zu viele Arbeitskräfte aus produktiven Sektoren in weniger produktive Sektoren wandern. Der Verlust an Wohlstand in den letzten Jahrzehnten wird also immer offensichtlicher.
Im Gespräch mit Daniel Stelter erklärt Dr. João Duarte, Professor an der Nova School of Business and Economics in Lissabon und einer der Autoren der Produktivitätsstudie, was zu tun ist.
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Studie Europe Falling Behind: Structural Transformation and Labor Productivity Growth Differences Between Europe and the U.S. (Mai 2026) von Cesare Buiatti, João B. Duarte, Luis Felipe Sáenz (Nova School of Business and Economics, T. Rowe Price und University of South Carolina): https://t1p.de/b5338beyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
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Aus PISA nichts gelernt
Seit dem Jahr 2000 führt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) alle drei Jahre das Programm zur internationalen Schülerbewertung durch. Die OECD untersucht dabei die …
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Seit dem Jahr 2000 führt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) alle drei Jahre das Programm zur internationalen Schülerbewertung durch. Die OECD untersucht dabei die Kompetenzen von 15-Jährigen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. In Deutschland ist dieser Vorgang besser unter seiner englischen Abkürzung PISA bekannt und der Veröffentlichung des PISA-Zeugnisses wird hierzulande mittlerweile mit großem Unbehagen entgegengesehen. Sehr zu Recht, wie sich Anfang September 2026 erneut gezeigt hat. Die Ergebnisse sind verheerend. Seit Beginn des Programms hatte Deutschland noch nie derart schlechte “Zensuren” – gegenüber 2022 minus 7 Punkte in Naturwissenschaften, minus 15 Punkte im Lesen und minus 11 Punkte in Mathematik.
Aber das ist noch nicht die ganze Hiobsbotschaft. Neben dem Fakt, dass fast 21 Prozent der deutschen Schüler in allen drei Bereichen leistungsschwach sind, bleibt die soziale Ungleichheit ganz besonders auffällig. Zwischen dem sozial privilegiertesten und dem benachteiligtesten Viertel liegen in Naturwissenschaften 125 Punkte. Im OECD-Durchschnitt sind es nur 85 Punkte. Der sozioökonomische Hintergrund erklärt in Deutschland 19 Prozent der Leistungsunterschiede, während es im OECD-Durchschnitt lediglich 12 Prozent sind.
Die Bildungsmisere war im September 2023 Thema des Gesprächs zwischen Daniel Stelter und Dr. Ludger Wößmann, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, in Folge 207. Angesichts der wiederholten deutschen PISA-Katastrophe ist es Zeit für ein bto REFRESH mit einem der renommiertesten Bildungsforscher der Welt.
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bto-Podcast #207 Setzen, Sechs! (September 2023) mit Prof. Dr. Ludger Wößmann: https://t1p.de/dme49Ländernotiz Deutschland PISA 2025 – Ergebnisse (Band I) der OECD: https://t1p.de/zoidz
Presseinformation INSM-Bildungsmonitor 2026: Sachsen bleibt Bildungssieger, Bayern Vize-Meister der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM): https://t1p.de/cfgrr
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Zahlen sagen mehr als 1000 Worte
Wir haben ein Datenproblem. Und dieses Datenproblem verschleiert ein Politikproblem. In Deutschland reformieren wir oft, ohne zu wissen, ob die Reform tatsächlich wirkt. Gerade jene Unternehmen mit weniger als …
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Wir haben ein Datenproblem. Und dieses Datenproblem verschleiert ein Politikproblem. In Deutschland reformieren wir oft, ohne zu wissen, ob die Reform tatsächlich wirkt. Gerade jene Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, die immerhin rund 55 Prozent der gesamten Nettowertschöpfung in der Bundesrepublik erwirtschaften, werden regelmäßig übersehen, weil sich alles um die Großkonzerne dreht.
Diese wichtige Betrachtungslücke schließt der DATEV-Mittelstandsindex. Gestützt auf Umsatzsteuervoranmeldungen von rund einer Million Unternehmen und Lohnabrechnungen für mehr als acht Millionen Arbeitnehmer wird die Lage der Wirtschaft so zeitnah und genau erfasst wie mit keinem anderen Instrument. Doch die Daten erlauben noch mehr, zum Beispiel auch die direkte Analyse der positiven und negativen Folgen der Wirtschaftspolitik – beispielsweise bei der Erhöhung des Mindestlohns.
Wie es um die deutsche Wirtschaft steht und was man zur Wirkung politischer Maßnahmen sagen kann, diskutiert Daniel Stelter mit Dr. Robert Mayr, CEO der DATEV eG und Honorarprofessor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
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Berichtsmonat Juli 2026 des DATEV Mittelstandsindex, Ausgabe 08/26: https://t1p.de/x8arm, künftig unter: https://t1p.de/qqmjgBeitrag Mit der Erhöhung auf 12 Euro liegt die Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns über der Tariflohn- und Preisentwicklung (12/2023) im IAB-Forum: https://t1p.de/ju00d
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300 Milliarden falsch angelegt!
Deutschlands Netto-Auslandsvermögen ist auf 3,7 Billionen Euro geklettert. Das sind 82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Vermögenszuwachs ist doch eine gute Sache, würde man meinen. Doch in diesem Fall ist es …
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Deutschlands Netto-Auslandsvermögen ist auf 3,7 Billionen Euro geklettert. Das sind 82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Vermögenszuwachs ist doch eine gute Sache, würde man meinen. Doch in diesem Fall ist es nicht so, denn die Renditelücke des Auslandsvermögens gegenüber deutschen Inlandsanlagen ist auf 4,66 Prozentpunkte pro Jahr angewachsen. Heißt im Klartext, Deutschland verkauft es fast fünf Prozent unter Wert. Und natürlich schließt sich der Gedanke an, warum wir nicht mehr aus unserem Geld machen.
Diese Frage haben wir bei bto schon einmal aufgeworfen: Im August 2021 war Prof. Dr. Moritz Schularick – heute Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel – als Experte zu Gast in Episode 90. Gemeinsam mit Franziska Hünnekes und Christoph Trebesch hatte er damals die Studie „Exportweltmeister: The Low Returns on Germany's Capital Exports" verfasst. Die Kernbotschaft des Papiers war so eindeutig wie unbequem, denn Deutschland exportiert nicht nur Waren, sondern auch Kapital in dreistelliger Milliardenhöhe pro Jahr – und legt es außerdem systematisch schlechter an als jedes andere G7-Land.
Fünf Jahre später ist diese Diagnose noch schärfer geworden. Was also tun? Zeit für ein bto REFRESH mit aktuellen Zahlen.
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bto-Podcast #90 Die fatale Sparbuchkultur der Deutschen (August 2021) mit Moritz Schularick: https://t1p.de/gvbla
Studie Exportweltmeister: Germany's Foreign Investment Returns in International Comparison (aktualisiert 2023) von Franziska Hünnekes, Maximilian Konradt, Moritz Schularick, Christoph Trebesch, Julian Wingenbach, publiziert im Journal of International Economics 2025: https://t1p.de/f9pza
Information der Deutschen Bundesbank zum Auslandsvermögensstatus Deutschlands: https://t1p.de/h896c
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Wachstum gibt’s nicht per Formular
Mitte August 2026 hat Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) beim Branchendialog Ost eine „neue Gründerzeit“ ausgerufen. Wenige Wochen zuvor legte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ihre Start-up- und …
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Mitte August 2026 hat Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) beim Branchendialog Ost eine „neue Gründerzeit“ ausgerufen. Wenige Wochen zuvor legte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ihre Start-up- und Scale-up-Strategie mit über 150 Maßnahmen vor. Alle reden von Gründung, doch die Zahlen spiegeln eine andere Realität wider.
Eine neue Studie des US-amerikanischen National Bureau of Economic Research dokumentiert eine Bewertungslücke zwischen amerikanischen und europäischen Unternehmen von 34 Billionen Dollar – gewachsen von rund einem Drittel im Jahr 2008 auf über 300 Prozent im Jahr 2023. Der deutsche Arbeitsmarktforscher Enzo Weber spricht von einer Erneuerungskrise: In der heimischen Industrie arbeiten nur etwa zwei Prozent der Beschäftigten in Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren gegründet wurden.
Daniel Stelter im Gespräch mit Alex von Frankenberg, dem langjährigen Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds (HTGF), Deutschlands größtem und aktivstem Frühphaseninvestor für innovative Technologie-Start-ups. Er hat in seiner Verantwortung rund 800 Start-ups finanziert, mehr als 200 erfolgreiche Exits begleitet und vier Unicorn-Beteiligungen zum Abschluss gebracht. Er kennt die deutsche Gründungsdynamik von innen und stellt klar, wo es wirklich klemmt.
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Studie The Value Gap: Europe Cannot Scale (August 2026) von Bo Becker, Efraim Benmelech und Joao Monteiro, National Bureau of Economic Research: https://t1p.de/igcyyBeitrag Arbeitsmarkt: Die Erneuerungskrise (Oktober 2025) von Enzo Weber in Makronom: https://t1p.de/isq9i
Gastkommentar Reiches Start-up-Strategie ist solide, aber nicht radikal genug (23.07.2026) von Philipp Herrmann (Bryck) in Handelsblatt: https://t1p.de/sjnlu
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Wenn der Staat die Preise treibt
Staatsschulden sind inflationär, sobald die Bevölkerung beginnt daran zu zweifeln, ob der Staat seinen künftigen Verpflichtungen nachkommen kann oder will. Das ist die Kernthese des wissenschaftlichen Rahmens …
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Staatsschulden sind inflationär, sobald die Bevölkerung beginnt daran zu zweifeln, ob der Staat seinen künftigen Verpflichtungen nachkommen kann oder will. Das ist die Kernthese des wissenschaftlichen Rahmens „Die fiskalische Theorie des Preisniveaus” (a. d. Eng.: The Fiscal Theory of the Price Level), den der Stanford-Ökonom Prof. Dr. John Cochrane geschaffen hat.
Die aktuelle Entwicklung scheint die These zu stützen. Je mehr die Zweifel zunehmen – und sie müssen es, angesichts der enormen ungedeckten Versprechen der westlichen Länder für ihre alternden Gesellschaften – desto größer sind die Gefahren für den Geldwert.
Bereits vor drei Jahren war Professor Cochrane zu Gast bei bto. Der Anlass war damals das amerikanische Debt-Ceiling-Theater – die wiederkehrenden, stark dramatisierten politischen Machtkämpfe in Washington um die Anhebung der US-Staatsschuldengrenze – Kämpfe, die oft mehr nach Wahlkampf-Inszenierung als nach seriöser Fiskalpolitik aussehen. Damals lagen die US-amerikanischen Staatsschulden (debt ceilings) bei 31,4 Billionen Dollar und Cochrane prognostizierte mehrere Szenarien, die heute – nach dem Zinsschock – mit besonderer Wucht wieder einzutreten scheinen. Es ist also höchste Zeit für ein bto REFRESH!
In dieser Folge gibt es eine Kombination der stärksten Passagen aus dem damaligen Experteninterview mit aktuellen Einordnungen von Daniel Stelter zu dem, was seither eingetreten ist. Am Ende der Episode folgt das komplette Interview im englischen Original.
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bto-Episode #191 Staat treibt Inflation (21.5.2023), Daniel Stelter im Gespräch mit John H. Cochrane: https://t1p.de/0qbnkBuch The Fiscal Theory of the Price Level (Januar 2023) von John H. Cochrane: https://t1p.de/5bi3z
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Gefährliche Zinswende
Die geldpolitische Welt traf sich in der letzten Augustwoche 2026 beim Notenbankenforum im amerikanischen Jackson Hole und erlebte in Echtzeit einen Zinsschock. Die 30-jährige US-Rendite hatte am Montag zuvor …
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Die geldpolitische Welt traf sich in der letzten Augustwoche 2026 beim Notenbankenforum im amerikanischen Jackson Hole und erlebte in Echtzeit einen Zinsschock. Die 30-jährige US-Rendite hatte am Montag zuvor mit 5,31 Prozent den höchsten Stand seit dem Vorabend der Finanzkrise 2007 markiert. Deutsche 30-jährige liegen bei 3,76 Prozent, dem höchsten Stand seit 2011. Japanische 30-jährige haben in ihrer 27-jährigen Geschichte erstmals die Vier-Prozent-Marke gerissen. Britische Gilts rentieren so hoch wie zuletzt 1998.
Für Schuldner, allen voran die Staaten, wird die Zinswende zum Problem. Die durchschnittliche Schuldenquote der sieben größten Industriestaaten ist von 74 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2000 auf 123 Prozent gestiegen. Ein immer größerer Teil der Staatshaushalte fließt nun in den Schuldendienst. Zugleich zeigt sich die Politik in den USA, Japan und Frankreich als unwillig, die Staatsausgaben einzuschränken, was die Defizite auf immer neue Höchststände treibt. Bis 2040 erwartet der IWF einen Schuldenstand bis zu 150 Prozent. Kein Wunder, dass nach einer Studie der University of Southern California Bond-Investoren, Wähler und Personen mit Finanz- oder Wirtschaftsstudium das Risiko einer US-Staatsschuldenkrise innerhalb von zehn Jahren im Durchschnitt auf knapp 50 Prozent beziffern.
Klar, dass die Politik versucht, das Problem zu unterdrücken. Doch kann das gelingen – und was sind die Folgen? Dieser Frage gehen wir in dieser Episode nach. Grundlage ist unser Gespräch von 2022 mit dem Wirtschaftshistoriker Paul Schmelzing, dessen 700-Jahre-Studie zu Realzinsen exakt das historische Muster liefert, das wir heute erleben.
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Studie Eight centuries of global real interest rates, R-G, and the ‘suprasecular’ decline, 1311–2018 (Januar 2020) von Prof. Dr. Paul Schmelzing: https://t1p.de/firubbto-Episode #123 Nie mehr Zinsen? (13.2.2022), Daniel Stelter im Gespräch mit Paul Schmelzing: https://t1p.de/95nbq
bto-Episode #176 Ernsthafte Bedrohung des Geldwerts (5.2.2023): https://t1p.de/d7x61
bto-Episode #355 Finanzkrise reloaded (18.1.2026): https://t1p.de/g4mhxbeyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
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Europa verschläft die Geldrevolution
Professor Dr. Philipp Sandner war der wichtigste deutsche Ökonom im Feld Blockchain, Kryptoassets und digitaler Euro. Er hat im Jahr 2017 das Centre for Digital Economics an der Frankfurt School gegründet und …
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Professor Dr. Philipp Sandner war der wichtigste deutsche Ökonom im Feld Blockchain, Kryptoassets und digitaler Euro. Er hat im Jahr 2017 das Centre for Digital Economics an der Frankfurt School gegründet und in wenigen Jahren zu einer der führenden europäischen Forschungsstellen in diesem Bereich gemacht. Am 16. Januar 2024 ist Philipp Sandner völlig unerwartet verstorben. Er wurde nur 43 Jahre alt und hinterließ seine Ehefrau und zwei Töchter.
Im Sommer 2023 war Philipp Sandner bei bto in Episode 199 zu Gast. Wir sprachen über digitales Zentralbankgeld, über Bitcoin und über private Alternativen zum Zentralbankgeld. Damals war das Thema für viele Zuhörer noch sehr fern. Heute, drei Jahre später, sitzt die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, in der zyprischen Hauptstadt Nikosia bei einem informellen Treffen der EU-Finanzminister und Notenbankgouverneure und lehnt Vorschläge für Euro-Stablecoins ab. Die USA – im Gegensatz – fördern Dollar-Stablecoins mit dem dafür geschaffenen Gesetz GENIUS Act.
Sandner hatte all das kommen sehen. Und er hat drei Monate vor seinem Tod, im Oktober 2023, in einem Beitrag auf der Onlineplattform Medium eine Warnung an Europa formuliert. Sie ist heute aktueller denn je. Zeit für ein bto REFRESH.
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Beitrag Prioritäten für Europa und Deutschland: Der Euro muss auf die Blockchain — Identitäten ebenfalls (15.10.2023) von Prof. Dr. Philipp Sandner und Jonas Groß in Medium: https://bit.ly/3Uhx37Abeyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
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Chance vertan: EZB gegen Stablecoin-Reform
Der Stablecoin ist eine digitale Kryptowährung, deren Wert fest an einen stabilen Basiswert – meist an klassische Staatswährungen wie den US-Dollar oder den Euro – gekoppelt ist. Bei einem informellen Treffen …
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Der Stablecoin ist eine digitale Kryptowährung, deren Wert fest an einen stabilen Basiswert – meist an klassische Staatswährungen wie den US-Dollar oder den Euro – gekoppelt ist. Bei einem informellen Treffen der EU-Finanzminister und Notenbankgouverneure im Mai 2026 in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia präsentierten die Ökonomen Prof. Dr. Lucrezia Reichlin und Dr. Jeromin Zettelmeyer vom Brüsseler Thinktank Bruegel einen Vorschlag zur Reform der europäischen Stablecoin-Regulierung. Die Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) war eindeutig ablehnend. Ob das die richtige Antwort auf die digitale Machtfrage im Währungssystem gewesen ist, muss allerdings bezweifelt werden.
Die USA verfolgen eine andere Strategie. Das 2025 verabschiedete US-Bundesgesetz GENIUS Act (Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins Act) fördert Dollar-Stablecoins aktiv. US-Finanzminister Scott Bessent macht deutlich, worum es geht: „Wir werden dafür sorgen, dass der US-Dollar die dominierende Reservewährung der Welt bleibt, und wir werden dazu Stablecoins nutzen.“ Stablecoins sind für Washington kein Krypto-Kuriosum, sondern ein Instrument der währungspolitischen Machterhaltung – und ein zusätzlicher Abnehmer für US-Staatsanleihen.
Warum das wichtig ist? Weil sich hier die Machtfrage im digitalen Geldsystem entscheidet. Es geht um die Dominanz in der Infrastruktur des Finanzsystems der kommenden Jahrzehnte.
Daniel Stelter spricht mit den Autoren des Bruegel-Papers: der früheren EZB-Forschungsdirektorin Lucrezia Reichlin und dem Direktor des Bruegel-Instituts, Jeromin Zettelmeyer.
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Beitrag A new strategy to contain stablecoin risks in the European Union von Lucrezia Reichlin, Bo Sangers und Jeromin Zettelmeyer im Bruegel Policy Brief 09 (Mai 2026): https://tinyurl.com/4ydxfj8jUS-Stablecoin-Gesetz GENIUS Act (Public Law 119-27, 2025): https://tinyurl.com/36umybu5
Rede Empowering Europe: boosting strategic autonomy through the digital euro von Piero Cipollone (EZB) (8.4.2025): https://tinyurl.com/3wtbrpu2
Bruegel Analysis The EU should embrace decentralised finance and make it safe von Lucrezia Reichlin (15.12.2025): https://tinyurl.com/2s4jtd3n
Beitrag A Nobel laureate on why stablecoins may be nothing of the sort von Jean Tirole in The Economist (29.9.2025): https://tinyurl.com/bp9r3d4w
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Inflation mit Ansage
Am 22. März 2021 starb der amerikanische Wirtschaftsanwalt Ronald H. Marcks. Nur wenig später, im Frühsommer 2021, stand die Rückkehr der Inflation kurz bevor. Die einen sagten, dies sei nur ein vorübergehendes …
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Am 22. März 2021 starb der amerikanische Wirtschaftsanwalt Ronald H. Marcks. Nur wenig später, im Frühsommer 2021, stand die Rückkehr der Inflation kurz bevor. Die einen sagten, dies sei nur ein vorübergehendes Phänomen. Die anderen warnten früh vor strukturell höheren Preisen. 2026 – fünf Jahre später – wissen wir, die Inflation ist zurückgekommen. Die Verbraucherpreise stiegen in den Jahren 2022 und 2023 zweistellig. Und die Vermögenspreisinflation hat sich seit 2005 zu einem Preisanstieg von 75 Prozent für Vermögensgüter aufgetürmt – bei gerade einmal 15 Prozent Reallohnzuwachs im gleichen Zeitraum. Beides war kein Zufall, sondern die Folge von zu viel Geld.
Bereits im Juni 2021 diskutierte Daniel Stelter in Episode 83 mit dem britischen Ökonomen Professor Tim Congdon die Frage: Ist der Preisanstieg nach Corona nur vorübergehend – wegen Lieferengpässen und Wiedereröffnung – oder beginnt eine länger anhaltende Inflationsphase? Congdon plädierte für letzteres. Stelter erweiterte die Argumentation um den Beleg, wie ein solcher Prozess aussieht. Was hat das aber alles mit Marcks zu tun? Nun, Marcks lieferte – unter dem Pseudonym Jens O. Parsson – mit seinem schon 1974 erschienenen Buch “Dying of Money – Lessons of the Great German and American Inflations” die historische Illustration für den Mechanismus vor der eigentlichen Inflation – also für genau das, was vor, während und nach Corona geldpolitisch geschehen ist. Zeit für ein bto REFRESH!
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Buch Dying of Money – Lessons of the Great German and American Inflations (1974) von Jens O. Parsson (Ronald H. Marcks: https://tinyurl.com/ybmtcw4rbeyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
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Vermögen schlägt Einkommen
John Burn-Murdoch, Chief Data Reporter der Financial Times, hat es auf den Punkt gebracht: „Wir sind von der Welt des Einkommens in die Welt des Vermögens übergegangen.“ (a.d.Eng./Red.) Das mittlere Vermögen …
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John Burn-Murdoch, Chief Data Reporter der Financial Times, hat es auf den Punkt gebracht: „Wir sind von der Welt des Einkommens in die Welt des Vermögens übergegangen.“ (a.d.Eng./Red.) Das mittlere Vermögen der Haushalte in Großbritannien, den USA, Deutschland und Frankreich hat sich seit Mitte der 1990er real verdoppelt. Die mittleren Einkommen sind im selben Zeitraum nur um rund 30 Prozent gestiegen. Wer sich vor einer Generation vom unteren ins obere Vermögensquartil sparen wollte, brauchte 20 Jahre. Heute braucht man 40.
Genau in diesem Rahmen liegt auch der neue Bericht zum Vermögenspreisindex des Flossbach von Storch Research Institute. Er dokumentiert, dass die Vermögenspreise in Deutschland seit 2005 um 75 Prozent gestiegen sind, die Reallöhne aber nur um 15 Prozent. Die Verteilungswirkung ist brutal: Die untere Mittelschicht hat in 20 Jahren einen Vermögenspreisanstieg von 17 Prozent erlebt, die wohlhabendsten Haushalte einen von 86 Prozent.
Über diese Analyse und ihre Folgen spricht Daniel Stelter mit dem Wirtschaftsmathematiker und Senior Research Analyst beim Flossbach von Storch Research Institute in Köln, Dr. Philipp Immenkötter.
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Beitrag We've moved from income world to wealth world (31.07.2026) von John Burn-Murdoch in Financial Times (Bezahlschranke): https://tinyurl.com/3ctwbkxsAnalyse Vermögenspreise steigen weiter – Vermögenspreisindex Deutschland Q1-2026 (26.05.2026) von Philipp Immenkötter, Flossbach von Storch Research Institute: https://tinyurl.com/543hhc7d
Monatsbericht Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2023 (April 2025) der Deutschen Bundebank: https://tinyurl.com/mrkw2m4h
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Die Demografie macht alles schlimmer
Unter dem Titel The Great Demographic Reversal (dt. Die große demografische Wende) veröffentlichten die Ökonomen Charles Goodhart und Manoj Pradhan im Jahr 2020 ein vielbeachtetes Buch. Im Februar 2021 waren …
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Unter dem Titel The Great Demographic Reversal (dt. Die große demografische Wende) veröffentlichten die Ökonomen Charles Goodhart und Manoj Pradhan im Jahr 2020 ein vielbeachtetes Buch. Im Februar 2021 waren die beiden zu Gast im bto-Podcast. Die These aus ihrem Buch war provokant: Die Zeit der niedrigen Inflation ist historisch beendet, weil zwei einmalige Angebotsschocks – der Eintritt Chinas und Osteuropas in den Welthandel plus der Anstieg der weiblichen Erwerbsbeteiligung – auslaufen. Die Demografie kehrt sich um, das Arbeitsangebot schrumpft, die Abhängigenquote verschlechtert sich. Inflation, Zinsen und Löhne müssen strukturell höher sein.
Sieben Jahre später haben Goodhart und Pradhan ein Nachfolgebuch vorgelegt: The Unanchored Central Banker. Die These wurde verschärft: Die Fiskalpolitik ist so unsustainable geworden, dass Geldpolitik in ihrer bekannten Form nicht mehr funktionieren kann. Notenbanken werden gezwungen sein, häufiger in Bondmärkte einzugreifen. Und Goodhart, geboren 1936, sagt in seinem aktuellen Interview: „Von nun an wird die demografische Entwicklung das Leben immer schlimmer und schlimmer machen. (a. d. eng./Red.)“
Inzwischen liegen zwei aktuelle deutsche Publikationen vor – beide aus dem Juli 2026 –, die Goodharts These direkt bestätigen: der ifo Schnelldienst (70 Prozent für Rente und Gesundheit) und eine Kronberger-Kreis-Studie (Tragfähigkeit der Eurozone durch demografischen Druck ernsthaft gefährdet). Zeit für ein bto REFRESH.
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Buch The Great Demographic Reversal – Ageing Societies, Waning Inequality, and an Inflation Revival (2020) von Charles Goodhart und Manoj Pradhan: https://tinyurl.com/ynfa5tzk
Buch The Unanchored Central Banker — Fiscal Dominance and the Future of Monetary Policy (2026) von Charles Goodhart und Manoj Pradhan: https://tinyurl.com/8rue2rc3
Pressemitteilung Mehr als zwei Drittel aller Sozialausgaben fließen in Rente und Gesundheit ( 2.7.2026) des ifo Instituts München: https://tinyurl.com/3j43cs9s
Studie Ist der Euro zukunftsfest? (Juli 2026) des Kronberger Kreis (Feld/Fuest/Haucap/Hey/Wieland/Wigger): https://tinyurl.com/386864bz
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Innovationskiller Kündigungsschutz
Der Innovationsforscher Olivier Coste und der Ökonom Yann Coatanlem waren im Februar 2025 zu Gast bei bto und stellten in Episode 280 eine damals noch wenig beachtete These vor: Europas Innovationslücke …
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Der Innovationsforscher Olivier Coste und der Ökonom Yann Coatanlem waren im Februar 2025 zu Gast bei bto und stellten in Episode 280 eine damals noch wenig beachtete These vor: Europas Innovationslücke gegenüber den USA erklärt sich am wenigsten aus Kultur oder Kapital – sie ist eine direkte Folge der Kosten des Scheiterns. Dort, wo Restrukturierung teuer und langwierig ist, wird nicht disruptiv investiert. Heute, eineinhalb Jahre später, wird die These breit diskutiert und ist sogar ein bisschen Regierungspolitik geworden.
Das ifo Institut München publizierte die deutsche Übersetzung der Cost-of-Failure-Analyse der beiden Franzosen Anfang 2026. Und am 2. Juli 2026 hat die schwarz-rote Koalition ein Reformpaket verabschiedet, das erstmals seit Jahrzehnten den Kündigungsschutz für Gutverdiener lockert. Aber die Schwelle liegt bei 177.450 Euro Jahreseinkommen – weit über der Empfehlung. Was aus seiner wissenschaftlichen Idee geworden ist, bespricht Daniel Stelter in einem Update mit Olivier Coste. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Gegenposition von Professor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.
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Working Paper Cost of Failure, Disruptive Innovation and Targeted Flexicurity (Oktober 2025) von Olivier Coste und Yann Coatanlem: https://tinyurl.com/4aeda296
Aufsatz Überwindung von Europas Innovationsschwäche: Kosten des Scheiterns, disruptive Innovation und gezielte Flexicurity (Januar 2026) von Yann Coatanlem und Olivier Coste in ifo Schnelldienst: https://tinyurl.com/mn7n5vxa
Beitrag Warum nicht mal Jobwechsel auf Probe? (30. Juni 2026) von Prof. Dr. Enzo Weber in DIE ZEIT: https://tinyurl.com/4ms3nxx6
Beitrag Zweifel an den Plänen der Koalition zum Kündigungsschutz (31. Juli 2026) in Süddeutsche Zeitung: https://tinyurl.com/4a3zyxjv
Kolumne Der wahre Grund für Europas Innovationsrückstand (5. Februar 2025) von Daniel Stelter in Handelsblatt: https://tinyurl.com/y9dzatcm
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Kein Niedergang, nur Veränderung?
Am 19. Juli 2026 hat der Industrieexperte Prof. Dr. Harro Heilmann bei n-tv ein bemerkenswertes Interview gegeben. Der Titel: „Das ist kein Niedergang, sondern eine Veränderung“. Seine Kernthese: Die …
Shownotes
Am 19. Juli 2026 hat der Industrieexperte Prof. Dr. Harro Heilmann bei n-tv ein bemerkenswertes Interview gegeben. Der Titel: „Das ist kein Niedergang, sondern eine Veränderung“. Seine Kernthese: Die Deindustrialisierung Deutschlands sei überzeichnet, der Rückgang des Industrieanteils am BIP von 21,9 auf 20,6 Prozent zwischen 2023 und 2025 sei kein Drama. Der Produktionsindex werde „missbräuchlich“ verwendet, die Bruttowertschöpfung sei der bessere Maßstab, und die deutsche Wirtschaft schlage sich resilient.
Acht Tage später, am 27. Juli 2026, haben Dr. Alexander Schiersch und Prof. Dr. Alexander Kritikos vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin genau das Gegenteil dargelegt: Deutschlands Deindustrialisierung ist hausgemacht, sie ist real, und sie ist strukturell – Investitionsschwäche, Bürokratie, Verwaltungsversagen. Beide argumentieren mit denselben makroökonomischen Daten, kommen aber zu entgegengesetzten Schlüssen. Wer hat recht?
Im bto-Archiv liegt ein Konzept, an dem sich die ganze Debatte entzündet: die Unterscheidung von Produktion und Bruttowertschöpfung, die Prof. Dr. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut Ende 2024 in Episode 271 unter dem Titel „Deindustrialisierung nur ein Mythos?“ erklärt hat. Wollmershäusers These – damals mit dem entscheidenden Wörtchen „noch“ versehen – ist heute die Grundlage der Heilmann-Argumentation. Was daran stimmt und was heute anders zu beurteilen ist, klären wir in dieser Folge. Zeit für ein bto REFRESH.
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Hörerservice
Interview Das ist kein Niedergang, sondern eine Veränderung (19. Juli 2026) mit Prof. Dr. Harro Heilmann bei n-tv: https://tinyurl.com/mrk3fb84
Medienbeitrag Warum Deutschland zurückfällt (28. Juli 2026) von Dr. Alexander Schiersch und Prof. Dr. Alexander S. Kritikos: https://tinyurl.com/4eyb3mhx
Analyse Struktureller Wandel im Verarbeitenden Gewerbe: Produktion unterzeichnet Bruttowertschöpfung (Februar 2024) von Dr. Robert Lehmann und Prof. Dr. Timo Wollmershäuser in ifo Schnelldienst: https://tinyurl.com/mtyd9tuz
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Rebellische Maschinen – KI außer Kontrolle
Der KI-Sommer 2026 ist noch längst nicht vorbei, hat aber schon ordentlich Schlagzeilen produziert. Claude erpresst einen Vorstand, Gemini schützt seine Autonomie gegen den Willen von Google, ein malaysischer …
Shownotes
Der KI-Sommer 2026 ist noch längst nicht vorbei, hat aber schon ordentlich Schlagzeilen produziert. Claude erpresst einen Vorstand, Gemini schützt seine Autonomie gegen den Willen von Google, ein malaysischer Premier-Chatbot rät zur Nicht-Wahl seines eigenen Chefs, OpenAI-Modelle brechen aus der Sandbox aus und hacken Hugging Face. Was folgt daraus? Der Ruf nach mehr Regulierung, nach dem AI Act, nach Ethikkodizes. Aber ist das die richtige Antwort?
Daniel Stelter spricht mit Professor Dr. Christoph Lütge, Ordinarius für Wirtschaftsethik an der Technischen Universität München (TUM) und Direktor des Institute for Ethics in Artificial Intelligence (IEAI) an der TUM. Lütge gilt als einer der profiliertesten Wirtschaftsethiker Deutschlands und steht in der Tradition der Ordnungsethik von Karl Homann. Seine Position: Ethik entsteht durch Regeln, nicht durch Appelle. Warum das gerade für Künstliche Intelligenz gilt, warum der AI Act zu starr ist und warum Deutschland ohne eigene KI und ohne industriellen Strom auch keine relevante KI-Ethik-Debatte führen kann, sind die Inhalte dieses Expertengesprächs.
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Hörerservice
Arbeitspapier Artificial Intelligence and Productivity in Europe (April 2025) des Internationalen Währungsfonds (IWF), Autorengruppe: https://tinyurl.com/9mfszcn4
Blogbeitrag zur KI-Ausrichtungsforschung Agentic Misalignment in Summer 2026 – Case studies of frontier models sabotaging code, assisting fraud, mislabeling, and coaching whistleblowers (Juli 2026), Autorengruppe: https://tinyurl.com/4skxzts9
Beitrag Anthropic Report Reveals Claude Has 96% Probability of Extortion (Juli 2026) auf der chinesischen Technologie- und Nachrichtenplattform WINZHENG: https://tinyurl.com/4cfu3msc
Beitrag Anthropic caught Gemini 3.1 Pro quietly sabotaging a training run it disagreed with, 15. Juli 2026 (Zusammenfassung Fallstudie Covert Sabotage aus dem Anthropic-Report) auf Ground Truth: https://tinyurl.com/2z9h9k8m
Beitrag PMX.AI-Panne: Malaysias KI-Chatbot rät Bürgern, Premier nicht zu wählen (Juli 2026) auf dem IT-Nachrichtenportal BornCity: https://tinyurl.com/4js8e32a
Buch Ethik des Wettbewerbs – Über Konkurrenz und Moral, von Christoph Lütge, Verlag C.H. Beck, München 2014: https://tinyurl.com/4c5uevwu
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Was uns ökonomisch glücklich macht
Die bisher größte Meta-Analyse von 168 Studien zu wirtschaftlicher Ungleichheit war das Thema der vorangegangenen bto-Episode #409. Daniel Stelter sprach mit dem Sozialpsychologen Nicolas Sommet, dem …
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Die bisher größte Meta-Analyse von 168 Studien zu wirtschaftlicher Ungleichheit war das Thema der vorangegangenen bto-Episode #409. Daniel Stelter sprach mit dem Sozialpsychologen Nicolas Sommet, dem federführenden Autor der Meta-Studie. Ergebnis: Wirtschaftliche Ungleichheit hat im Durchschnitt der Menschen keinen Effekt auf ihr Wohlbefinden oder ihre psychische Gesundheit. Anders gesagt, Ungleichheit macht im Durchschnitt nicht unglücklich. Die naheliegende Anschlussfrage ist, was macht Menschen denn dann glücklich? Der World Happiness Report 2026 hat im März geantwortet – und Deutschland ist überraschend um fünf Plätze auf Rang 17 nach oben gerückt. Der Ipsos Happiness Index 2026 bestätigt: 72 Prozent der Deutschen bezeichnen sich als glücklich, acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Wichtigster Unglücksfaktor: nicht Ungleichheit, sondern die eigene Finanzsituation.
Passend dazu holen wir das Original-Interview mit Prof. Bruno S. Frey aus dem Archiv. Frey, Jahrgang 1941, Permanent Visiting Professor an der Universität Basel und Mitgründer des Center for Research in Economics and Well-Being (CREW), gilt als einer der Pioniere der ökonomischen Glücksforschung. Sein Standardwerk „Happiness and Economics“ von 2002 (mit Alois Stutzer) begründete dieses Feld. Sein Gespräch mit Daniel Stelter zeigt, warum Deutschland heute überhaupt aufsteigen konnte – und was Frey schon 2022 gewusst hat.
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Bericht World Happiness Report 2026 (März 2026) des Wellbeing Research Centre Oxford, Autorengruppe: https://tinyurl.com/r7p5kmnr
Buch Happiness and Economics – How the Economy and Institutions Affect Human Well-Being von Bruno S. Frey und Alois Stutzer, Princeton University Press 2002: https://tinyurl.com/4we6u25h
Buch Happiness – A Revolution in Economics von Bruno S. Frey, MIT Press 2008: https://tinyurl.com/574w3m2v
Buch Demokratische Wirtschaftspolitik – Theorie und Anwendung von Bruno S. Frey, Lars P. Feld, Melanie Häner, Christoph A. Schaltegger und Gebhard Kirchgässner, Verlag Franz Vahlen 2024: https://tinyurl.com/mupy84re
Buch Automated Democracy – Die Neuverteilung von Macht und Einfluss im digitalen Staat von Bruno S. Frey und Christian R. Ulbrich, bpb – Bundeszentrale für Politische Bildung 2025: https://tinyurl.com/jf27cdjn
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Der Hebel gegen Armut
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat angekündigt, Vermögen- und Erbschaftsteuer noch im Jahr 2026 zum „Schlüsselthema“ seiner Partei zu machen. Die Erhöhung der „Reichensteuer“ genügt den Genossen nicht …
Shownotes
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat angekündigt, Vermögen- und Erbschaftsteuer noch im Jahr 2026 zum „Schlüsselthema“ seiner Partei zu machen. Die Erhöhung der „Reichensteuer“ genügt den Genossen nicht. Noch mehr Umverteilung soll es sein. Nur auf diese Weise – so die Behauptung – ließe sich in Deutschland „Gerechtigkeit“ herstellen.
In der Sozialpolitik wird „gerecht“ gerne mit „gleich“ verwechselt. Die Politiker berufen sich dabei auf Forschungen, die einen Zusammenhang zwischen Gleichheit und Zufriedenheit der Bevölkerung herstellen wollen. Doch das Fundament trägt nicht.
Im Dezember 2025 hat ein internationales Forscherteam die bisher größte Meta-Analyse zum Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wohlbefinden veröffentlicht. Dafür wurden 168 Studien ausgewertet, die 11,4 Millionen Menschen aus über 38.000 geografischen Einheiten umfassten. Das Ergebnis ist eindeutig: „Menschen, die an Orten mit größerer Ungleichheit leben, berichten im Durchschnitt kein geringeres Wohlbefinden als jene an 'gleicheren' Orten“.
Die politische Konsequenz: Nicht Umverteilung, sondern Wachstum, das Menschen aus der Armut herausholt, ist der wirksame Hebel für öffentliche Gesundheit und Wohlbefinden.
Über die Studie spricht Daniel Stelter mit dem Sozialpsychologen Dr. Nicolas Sommet. Er ist Forschungsleiter am LIVES Centre der Universität Lausanne und war der federführende Autor der Studie.
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Beitrag No meta-analytical effect of economic inequality on well-being or mental health, Autorengruppe der Studie, veröffentlicht im Wissenschaftsmagazin nature (Dezember 2025)(Bezahlschranke): https://tinyurl.com/34y7hhet
Nature Research Briefing Economic inequality does not equate to poor well-being or mental health (Dezember 2025) von Nicolas Sommet und Annahita Ehsan (Bezahlschranke): https://tinyurl.com/3ffh5rzv
Zusammenfassung zum Buch The Spirit Level — Why More Equal Societies Almost Always Do Better von Richard Wilkinson und Kate Pickett auf Equality Trust: https://tinyurl.com/bddnzt4y
Bulletin The influence of economic policies on social environments and mental health der Weltgesundheitsorganisation WHO (Mai 2024), Autorengruppe: https://tinyurl.com/4hvsvbmm
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Kahlschlag im Autoland
Die Disruption in der Autoindustrie ist gravierend und die Folgen für europäische Anbieter sind entsprechend hart. In Europas Antriebsstrang-Produktion sind bis zum Jahr 2040 rund 726.000 der aktuell 1,6 …
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Die Disruption in der Autoindustrie ist gravierend und die Folgen für europäische Anbieter sind entsprechend hart. In Europas Antriebsstrang-Produktion sind bis zum Jahr 2040 rund 726.000 der aktuell 1,6 Millionen Arbeitsplätze bedroht – ein Minus von 45 Prozent. Zu diesem dramatischen Ergebnis kommt die am 16. Juli 2026 vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO veröffentlichte Studie „ELAB 2040 – Wertschöpfung und Beschäftigung in der Automobilindustrie“.
Diese Entwicklung darf allerdings nicht überraschen, denn sie ist seit Jahren absehbar gewesen. Und es ist nicht (allein) das Verbrenner-Aus, das die Industrie erschlägt. Es ist die Frage, wo die neue Wertschöpfung entsteht – und ob Deutschland dabei überhaupt noch eine Rolle spielt. Bereits im März 2022 sprach Daniel Stelter in Folge 128 mit Henning Rennert, Partner bei strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, über den Strukturwandel in der deutschen Automobilindustrie. Zeit für ein bto REFRESH.
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Studie ELAB 2040 – Wertschöpfung und Beschäftigung in der Automobilindustrie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO: https://tinyurl.com/3baw3rnc
Beitrag IG Metall warnt vor Panikmache und nimmt Teile der Industrie in die Pflicht der IGM Bayern: https://tinyurl.com/e372m674
Presseinformation „Automobilstandort Deutschland immer stärker unter Druck“ (März 2026) der Unternehmensberatung EY: https://tinyurl.com/y9t8p5fv
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Europas Schwäche im Kampf um die Arktis
Wiederholt hat der amerikanische Präsident die Übernahme Grönlands gefordert – so auch beim Nato-Gipfel im Juli 2026 in Ankara. „Das sollte von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden, nicht von Dänemark“ …
Shownotes
Wiederholt hat der amerikanische Präsident die Übernahme Grönlands gefordert – so auch beim Nato-Gipfel im Juli 2026 in Ankara. „Das sollte von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden, nicht von Dänemark“, sagte Donald Trump zum türkischen Präsidenten Erdoğan. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen wies die Forderung erneut zurück. Europa reagierte reflexartig, mit Empörung und dem üblichen Verweis auf die Souveränität Dänemarks. Die eigentliche Frage wird dabei aber übersehen: Ist Europa überhaupt in der Lage, die geostrategisch vielleicht wichtigste Region der 2030er Jahre zu sichern? Oder benennt Trump – undiplomatisch, aber analytisch treffend – nur das Vakuum, das China und Russland nur allzu gern füllen würden?
Der Wettlauf um die Arktis könnte der bedeutendste geopolitische Umbruch unserer Zeit sein. Das Meereis schmilzt viermal schneller als das Eis auf dem Rest der Erde, neue Handelsrouten öffnen sich, riesige Vorkommen an Öl, Gas und Seltenen Erden werden zugänglich. Russland und China bauen ihre Präsenz systematisch aus. Und Europa steckt einmal mehr im „geopolitischen Schraubstock“, wie das FERI Cognitive Finance Institute in seiner Arktis-Analyse formuliert.
Daniel Stelter spricht mit Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI in Bad Homburg, über den Klimawandel als geopolitischen Katalysator, über die mehr als 36 Millionen Tonnen Seltene Erden, die Grönland beherbergt, über die Nordostpassage, die die Handelsroute vom chinesischen Ningbo nach England um zwanzig Tage verkürzt und über die Frage, ob Europa die Tragweite dieser Umbrüche überhaupt begreift.
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Cognitive Briefing Kampf um die Arktis — Globaler Wettlauf um Rohstoffe, Macht und strategische Dominanz (12-2025) des FERI Cognitive Finance Institute: https://tinyurl.com/2kuaws2w
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Strafzölle retten Volkswagen nicht
Bekanntlich schläft die Konkurrenz nicht und Wettbewerb ist für die deutsche Wirtschaft eigentlich auch nichts Neues. In vielen Branchen ist der Wettbewerbsdruck aber inzwischen enorm. Besonders deutlich spürt …
Shownotes
Bekanntlich schläft die Konkurrenz nicht und Wettbewerb ist für die deutsche Wirtschaft eigentlich auch nichts Neues. In vielen Branchen ist der Wettbewerbsdruck aber inzwischen enorm. Besonders deutlich spürt das der Volkswagen-Konzern. Am 9. Juli 2026 hat der VW-Aufsichtsrat über das größte Sparprogramm der Firmengeschichte beraten. Bis zu 100.000 Stellen weltweit sollen wegfallen, vier deutsche Werke stehen vor der Schließung: Emden und Zwickau bis 2031, Hannover 2032, das Audi-Werk Neckarsulm 2034. Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), prognostiziert: „VW wird wahrscheinlich von einem chinesischen Autohersteller aufgekauft – etwa von BYD.“ Die Frage, die bleibt: Warum sollten sie das tun, und sich die Probleme einkaufen, wenn sie mit modernen Werken und Produkten den Markt aufrollen?
Fast genau vor zwei Jahren, im Juni 2024, war Prof. Dr. Dirk Dohse vom IfW Kiel bei Daniel Stelter zu Gast. Anlass damals: Die EU-Kommission hatte gerade Ausgleichszölle auf chinesische Elektroautos beschlossen. Dohses Diagnose war klar – die Zölle sind nicht unbegründet, aber sie werden die hiesige Autoindustrie nicht retten. Wir müssten uns an die eigene Nase fassen. Mittlerweile ist die Prognose eingetreten. Die Chinesen sind trotzdem gekommen. Volkswagen schließt Werke. Und die deutsche Politik steht ohne Antwort da. Zeit für ein bto REFRESH.
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bto-Episode #248 Keine Rettung (23. Juni 2024) mit Prof. Dr. Dirk Dohse vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel: https://tinyurl.com/3mub4bnj
Beitrag Foulspiel? Zu Höhe und Umfang der Industriesubventionen in China (2024) im Policy Brief des IfW: https://tinyurl.com/3hvjm66w
Analyse Ain’t No Duty High Enough — EU-Zölle auf chinesische E-Autos (2024) des Forschungsunternehmens Rhodium Group: https://tinyurl.com/5a7ppe4k
Beitrag How did China come to dominate electric cars? (Februar 2023) in MIT Technology Review: https://tinyurl.com/2k7hk3sz
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Investitionsstreik in Deutschland
Deutschland investiert immer weniger. Die produktiven Netto-Investitionen liegen bei 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – vor der Finanzkrise waren es zwei Prozent. China erreicht 23 Prozent, Indien 14, die …
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Deutschland investiert immer weniger. Die produktiven Netto-Investitionen liegen bei 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – vor der Finanzkrise waren es zwei Prozent. China erreicht 23 Prozent, Indien 14, die USA vier, die EU im Schnitt zwei. Unser Land ist offenbar nicht mehr der Ort, an dem Wohlstand entsteht.
Diese Fakten dokumentiert die McKinsey-Standortstudie „Catalyzing Competitiveness: Where Investment Happens and Why“. In allen untersuchten Industrien ist Deutschland der teuerste oder fast der teuerste Standort der Welt. Der Kostennachteil zum jeweils besten Standort liegt je nach Branche bei 40 bis 250 Prozent.
Das ist kein gutes Umfeld für Investitionen. Deutschland befindet sich in einer Abwärtsspirale. Wie kann diese Entwicklung durchbrochen werden? Daniel Stelter spricht mit Jan Mischke, Partner am McKinsey Global Institute in Zürich und Mitautor dieser Studie. Themen des Expertengesprächs sind die zentrale Diagnose und die sechs Hebel, mit denen 30 bis 80 Prozent der Kostenlücke des Standorts Deutschland gegenüber den Besten geschlossen werden könnten.
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Studie Catalyzing Competitiveness – Where Investment Happens and Why (Juni 2026) von McKinsey Global Institute, Zürich: https://tinyurl.com/wx7ckjp6
Analyse Nuclear Energy Outlook: Global Installed Capacity to 2050 and Beyond der Nuclear Energy Agency, Paris: https://tinyurl.com/3bpz4cta
Analyse Bundesregierung verschiebt Investitionen zwischen Schuldentöpfen des ifo Instituts, München (8. Juli 2026): https://tinyurl.com/mujpp4c8
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