
Buchgefühl – Lesung und Gespräch
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- 22. Okt. 2026
Über den Podcast
Zum Lächeln, zum Weinen, zum Nachdenken, zum Aktivwerden? - Dieser Podcast zieht ins Buch: mit O-Tönen und Gespräch mit dem Autor und der Autorin, mit einem Ausschnitt aus dem Text, gelesen von Schauspielern und Schauspielerinnen. Und mit ein bisschen Musik. Oft Roman; manchmal Sachbuch, immer eine Empfehlung.
Folgen 80
Lutz Seiler: Das tickende Herz
Lesung und Gespräch. Ein Wiedersehen mit Dodo, der berühmtesten Ziege der Gegenwartsliteratur. Ebenso mit dem Dichter Carl Bischoff, auf großer Reise ostwärts, bis nach Kasachstan. Und auf der Suche nach einem …
Shownotes
Lesung und Gespräch. Ein Wiedersehen mit Dodo, der berühmtesten Ziege der Gegenwartsliteratur. Ebenso mit dem Dichter Carl Bischoff, auf großer Reise ostwärts, bis nach Kasachstan. Und auf der Suche nach einem Herzensmenschen.
Und ja, Dodo – Leserinnen und Lesern von Lutz Seilers Roman „Stern 111“ bereits vertraut – ist keine gewöhnliche Ziege. Dodo ist ein magisches Tier. Sie kann mit Carl Bischoff sprechen. Und für ihn, den Gefährten aus der unmittelbaren, bewegten Nachwende-Zeit, kann sie auch fliegen, wenigstens ein paar Zentimeter über dem Erdboden. „Dodo hat eigentlich Carl mitgezogen“, berichtet Lutz Seiler im Buchgefühl-Gespräch über das Entstehen von „Das tickende Herz“. Und auch, dass er diese Tiere sehr mag, nicht nur wegen ihrer Augen. „Die Begegnung mit dem Tier weckt Demut und Empathie. Und sie verändert unsere Haltung zur Welt insgesamt.“
Überhaupt erzählt Lutz Seiler in seinem neuen Roman von magischen Dimensionen. Carl lernt Aysha kennen, die seine Gedichte schätzt und übersetzt – und die zur Schamanin berufen wird. Und er reist, im weltverändernden Jahr 2001, nach Kasachstan, tritt dort auf und wird mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts konfrontiert. Dazu gehört auch die Geschichte der sowjetischen Atombombe, die wiederum in Carls ursprüngliche Heimat – ins thüringische Gera und zur Wismut – führt. „Dass das Thema der Atombombe miterzählt werden kann, basiert darauf, dass das radioaktive Gegenden sind und dass die auf bestimmte Weise miteinander verbunden sind.“ Zur Zeitgeschichte kommt die Erdgeschichte. Und so viel mehr.
Gast: Lutz Seiler, Lyriker und Romanautor, aus Gera stammend, heute in Wilhelmshorst bei Berlin und in Stockholm lebend. Seine Romane „Kruso“ (2014) und „Stern 111“ (2020) – auch sie über Carl Bischoff – wurden mit großer Aufmerksamkeit bedacht. 2023 erhielt Lutz Seiler für sein literarisches Werk den Georg-Büchner-Preis.
Host: Niels Beintker, traf Lutz Seiler zum ersten Mal persönlich für ein Interview über den Gedichtband „im felderlatein“ – verbundenen mit einer Aufnahme einiger Gedichte. Off air ging es dann auch um gemeinsame geographisch-biographische Bezüge, darunter zur Landschaft in Ostthüringen.
Buch: Lutz Seiler, Das tickende Herz, Suhrkamp. Als Hörbuch, gelesen von Lutz Seiler, bei „Der Audio Verlag“ erschienen.
Hörtipp: Ein magisches und mehr noch: ein großes Fantasy-Abenteuer erzählt Ursula K. Le Guins „Erdsee“. Aus der Roman-Trilogie ist jetzt eine besondere Hörspiel-Serie entstanden, in 3D-Audio. Hier beginnt diese Reise. https://kurz.ard.de/erdsee
Helene Bracht: Irma tanzt
Lesung und Gespräch. "Oh Gott, jetzt mach ich dasselbe wie alle vor mir und schreibe über meine Mutter" - aber nein, dieser Essay ist ganz eigen! Helene Bracht über Irma, über sich und über Vorgeschichten, wie …
Shownotes
Lesung und Gespräch. "Oh Gott, jetzt mach ich dasselbe wie alle vor mir und schreibe über meine Mutter" - aber nein, dieser Essay ist ganz eigen! Helene Bracht über Irma, über sich und über Vorgeschichten, wie sie uns allen in den Knochen stecken.
Helene Bracht wollte gar nicht über ihre Mutter schreiben. Aber dann war dieser erste Satz da und führte immer weiter. In die Zeit, als sie als junge Frau am Krankenbett der sterbenden Mutter saß. Als sie Briefe ihrer Eltern fand, die von einer psychisch brutalen Ehe erzählen - oder doch von einer psychisch brutalen Zeit? Unterwerfung wurde als der „Weg“ der Frau angesehen. Helene Bracht fasst beides, das Persönliche und das Gesellschaftliche. Irma bemühte sich, passte aber doch in kein Raster, mit ihrem „vulkanischen Gemüt“. Peinlich, fand ihre Tochter das lange. „Ich habe einfach ganz spät gemerkt, dass es viele Menschen gab, die sie gerade deswegen besonders mochten“, erzählt sie im Podcast, im Gespräch mit Judith Heitkamp. „Weil so ein Temperament in den 50er, 60er Jahren bei Frauen kaum je zu beobachten war.“
Mit ihrem ersten Essay „Das Lieben danach“ hat Helene Bracht spät zum literarischen Schreiben gefunden - und damit auch ihre Form, das Verknüpfen von Erinnerung und Analyse, Zeitgeschichte und Gesellschaft, Memoir und Imagination. Mit ihr entdecken wir im Besonderen das Typische, legen Muster frei. So erzählt sie auch in „Irma tanzt“, einem Buch, das wieder sehr persönlich geworden ist und gleichzeitig mit einem klugen und sich verändernden Blick inspiriert. Das höre sie von Menschen unterschiedlichen Alters, sagt die Autorin, „dass sie nachdenklich geworden sind und natürlich auch an ihre eigene Geschichte denken.“
Gast: Helene Bracht, geboren 1955, studierte Psychologie und Pädagogik, arbeitete am Theater und als Psychologin. Mit 70 Jahren veröffentlichte sie zum ersten Mal literarisch, nämlich den Essay „Das Lieben danach“, der zum Bestseller wurde und dem jetzt „Irma tanzt“ folgt.
Host: Judith Heitkamp, hat viele Bücher im Regal, in denen alte Korrespondenz auftaucht. Wenig davon allerdings liest sich so brutal wie die Briefe, in denen Irma und ihr Mann um ihre Ehe kämpfen.
Buch: Helene Bracht, Irma tanzt, Hanser Verlag.
Hörtipp: Babylon Berlin gibt es jetzt auch im Podcast - als Hörspielserie hier in ARD Sounds. https://kurz.ard.de/babylon-berlin-hoerspiel
Wolf Biermann: Mit uralten Kinderaugen
Lesung und Gespräch. "Ich bin ein Glückskind", sagt Wolf Biermann. Und blickt in neuen Gedichten und Liedern zurück auf sein Leben. Ebenso kommentiert er die heutigen Angriffe auf die Freiheit. "Damit ich nicht …
Shownotes
Lesung und Gespräch. "Ich bin ein Glückskind", sagt Wolf Biermann. Und blickt in neuen Gedichten und Liedern zurück auf sein Leben. Ebenso kommentiert er die heutigen Angriffe auf die Freiheit. "Damit ich nicht verrückt werde!"
„Ich lebte mein Leben nie dumpf dahin“, heißt es in Wolf Biermanns Gedicht „Mit Kinderaugen, uralten“. Ein kleiner Blick auf seine bewegte Biografie kann zeigen: wie wahr! Und: Wolf Biermann bewies immer wieder großen Mut. Und das, obwohl er eigentlich ein furchtsamer Mensch gewesen sei, wie der Dichter und Liedermacher im Interview über sein neues Buch „Mit uralten Kinderaugen“ erzählt. „Ich war das Gegenteil von dem tollen Kerl, der der Welt mit dem Arsch ins Gesicht springt.“ Wenn so einer es aber schaffe, ein paar tapfere Gedichte und Lieder zu schreiben, dann sei die Welt zu ertragen. Für ihn jedenfalls ist es so.
Begleitet von eigenen Lesungen der Gedichte (vom Hörbuch „Mit uralten Kinderaugen, erschienen im Hör-Verlag) berichtet Wolf Biermann unter anderem über die lebenslange Beschäftigung mit Heinrich Heine und mit Bertolt Brecht. Er erzählt vom in Auschwitz ermordeten Vater Dagobert und lässt seine Oma Meume zu Wort kommen. Und er erinnert an seine Begegnung mit Manès Sperber in Paris, der ihn – „mit schonender Härte“ – zum Bruch mit dem Kommunismus bewegte. „Allein dafür hat sich die Ausbürgerung aus der DDR gelohnt!“ Und auch deshalb sei er ein Glückskind. „Mazeltov – viel Glück – habe ich gehabt. Immer wieder!“
Gast: Wolf Biermann, Liedermacher, Dichter, in der DDR Drachentöter mit der Gitarre. Geboren am 15. November 1936, 40 Jahre und einen Tag später aufgrund seiner mutigen Lieder ausgebürgert aus der DDR. Zum 90. Geburtstag und zum Jahrestag der Ausbürgerung erscheinen neben den Gedichten ein großer Band mit Tagebüchern Wolf Biermanns aus der DDR und das Kinderbuch „Der kleine Herr Moritz“. Ebenso gibt es ein neues Album mit bekannten und eines mit neuen Liedern, den Dokumentarfilm „Biermann“ (Regie: Jens Meurer) und einen biographischen Comic von Julian Voloj. Außerdem spielt Wolf Biermann im Oktober und November einige große Konzerte.
Host: Niels Beintker, begegnete als Jugendlicher Wolf Biermanns Texten in der Jungen Gemeinde in Halle/Saale, im weltverändernden Herbst 1989. Und erinnert sich an einen besonderen Fernsehmoment zu Hause: Wolf Biermanns Konzert erstes Konzert nach der Ausbürgerung in der DDR, am 1. Dezember 1989 in Leipzig. Schwarz-Weiß und mono, aber so einprägsam.
Bücher: Wolf Biermann, Mit uralten Kinderaugen. Gedichte 2006-2026, Penguin (und als Hörbuch – gelesen von Wolf Biermann – im Hör-Verlag). Wolf Biermann: „Ihr löscht das Feuer mit Benzin“. Tagebücher über Verbot, Ausbürgerung und Mauerfall. Hg. von Ilko-Sascha Kowalczuck. Unter Mitarbeit von Arno Polzin und Maximilian Arndt, Penguin.
Hörtipp: Wolf Biermanns Lebensgeschichte ist – nicht allein, aber doch auch – elementar verbunden mit der Geschichte der DDR. In der neuen Staffel von „Die Entscheidung“ erzählt BR-Journalistin Melanie Müller die Geschichte ihres Vaters, der als Jugendlicher im Land liebend gerne Westmusik hört und sich schwertut mit den staatlichen Regeln. Nach einem Vorfall im Freibad wird aus einem scheinbar kleinen Augenblick ein Wendepunkt. Er landet als politischer Gefangener im Gefängnis, versucht zweimal zu fliehen und steht immer wieder vor derselben Frage: anpassen oder gehen?
Radka Denemarková : Schokoladenblut
Lesung und Gespräch. Eine wilde Eisenbahnreise durch das 19. Jahrhundert. Im Abteil: die Schriftstellerinnen Božena Nemcová und George Sand und der Oberkapitalist John D. Rockefeller. Historische Langeweile? …
Shownotes
Lesung und Gespräch. Eine wilde Eisenbahnreise durch das 19. Jahrhundert. Im Abteil: die Schriftstellerinnen Božena Nemcová und George Sand und der Oberkapitalist John D. Rockefeller. Historische Langeweile? Nein, hochaktuell!
Schokoladenblut ist eine besondere Flüssigkeit. Sie kann das Blut in unseren Adern sein. Ebenso das Erdöl, Grundlage der globalen kapitalistischen Revolution. Und die Tinte, mit der etwa die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová im 19. Jahrhundert Märchen und einen Roman schreibt. „Sie wurde erst von den tschechischen Nationalisten ausgenutzt – und später dann von den Kommunisten“, sagt Radka Denemarková über ihre historische Kollegin, eine der Hauptfiguren im Roman „Schokoladenblut“. Dabei wollte Božena Němcová vom Schreiben leben, frei und unabhängig sein. „Sie hatte nur das Pech, im falschen Körper – im Körper einer Frau im 19. Jahrhundert – geboren zu werden“.
Radka Denemarková, Jahrgang 1969, hat sich intensiv mit der Biografie der Schriftstellerin beschäftigt. Und schickt sie mit der zuckelnden Eisenbahn durch die Zeit, zusammen mit der kompromisslosen George Sand, dem unerbittlichen John D. Rockefeller und vielen anderen. „Es sind die Anfänge unserer Gegenwart“, erinnert Radka Denemarková im Buchgefühl-Gespräch beim 46. Erlanger Poet*innenfest. Und sie verrät, mit welchem Material sie selbst schreibt. Spoiler: Schokoladenblut ist es nicht.
Gast: Radka Denemarková, Schriftstellerin aus Prag. Sie schreibt besondere Romane über Geschichte und über Gegenwart, immer auch die Frage der Freiheit im Blick. Besonders sind ihre Bücher stets auch im formalen Sinn. Immer neu und unkonventionell. Zum Beispiel als lange Eisenbahnreise. Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Tschechien hält sie die Eröffnungsrede.
Host: Niels Beintker. Lernte Radka Denemarková vor vielen Jahren bei einer Lesung in der Oberpfalz kennen und ist dankbar für viele Begegnungen und Gespräche seitdem, immer wieder auch über die friedlichen Revolutionen 1989 in Ost- und Mitteleuropa. Und empfindet es als große Ehre, dass die Schriftstellerin eigens fürs Buchgefühl zum schönen Erlanger Poet*innenfest gekommen ist. Übrigens mit pünktlichen Zügen.
Sprecherin: Katja Amberger, Schauspielerin aus München. Für ihre Lesung aus dem Roman „Schokoladenblut“ (in der Regie von Irene Schuck) bekam sie – auf der Bühne – eine sehr persönliche Würdigung von Radka Denemarková. Und viel Applaus vom Publikum.
Buch: Radka Denemarková, Schokoladenblut. Aus dem Tschechischen von Eva Profousová, Hoffmann und Campe.
Hörtipp: Ein Gast wie Radka Denemarková konnte das Publikum auf dem Erlanger Poet*innenfest auch auf Klassiker neugierig machen, zum Beispiel auf die Romane von George Sand. Bei „KULT!“ gibt’s viele Lesungen aus der Weltliteratur als Hörbuch, vorgetragen von herausragenden Interpretinnen und Interpreten. https://1.ard.de/kult-lesungen
Karosh Taha: Gulistan
Lesung und Gespräch. Hier muss die Hauptfigur jederzeit aus dem Text verschwinden können, denn in der Diktatur drohen immer Verrat und Folter. Judith Heitkamp trifft die deutsch-kurdische Autorin und …
Shownotes
Lesung und Gespräch. Hier muss die Hauptfigur jederzeit aus dem Text verschwinden können, denn in der Diktatur drohen immer Verrat und Folter. Judith Heitkamp trifft die deutsch-kurdische Autorin und Sprach-Umformerin Karosh Taha.
Wer, wenn nicht sie, sollte diese Geschichten erzählen, fragte sich Karosh Taha, sie, die im Irak geborene, aber schon als Kind nach Deutschland gekommene und auf deutsch schreibende Schriftstellerin. Die Geschichten der verfolgten kurdischen Frauen im Irak Saddam Husseins nämlich - oder besser: eine Geschichte, in der die anderen sich unerkannt wiederfinden. So entstand „Gulistan“. Karosh Taha spricht in diesem Buchgefühl mit Judith Heitkamp über ein jahrelanges Buchprojekt zum Alltag in der Diktatur, über den Doppelgänger des Diktators und über eine mutige Frau, die die Suche nach ihrem verschleppten Mann nicht aufgibt. Gulistan bedeutet Blumengarten. Aber der Name verrät auch, dass Gulistan Kurdin ist. Im Irak unter Saddam Hussein darf eine Schneiderei so nicht heißen. Und eine Frau eigentlich auch nicht. Die Drohungen der Geheimpolizei mehren sich, eines Tages verschwindet Gulistans Mann Ciya.
Für Karosh Taha muss sich bei solchen Bedrohungen auch die literarische Sprache ändern. Nur unter der Bedingung, dass die Hauptfigur „jederzeit aus dem Text verschwinden kann“, hebt ihr Roman an, versetzt Wörter und Bedeutungen in verschwörerische, bedrohliche oder rettende neue Zusammenhänge, lässt Lücken, lässt den gewohnten Rhythmus ins Stocken kommen. Wie es sein könnte, wenn man die eigene Sprache niemals benutzen darf, weil sie verboten ist, wie man Stottern auf Buchseiten bringt - zu hören in dieser Folge von Buchgefühl.
Gast: Karosh Taha, geboren 1987 im Irak, als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen, wollte kein Sachbuch über das Regime Saddam Husseins schreiben, sondern einen Text über das Eindringen der Diktatur bis in die intimsten Beziehungen. Sie kam mit diesem Roman, ihrem dritten, auf die Longlist des Deutschen Buchpreises.
Host: Judith Heitkamp, auch in diesem Jahr unterwegs auf dem Poet*innenfest in Erlangen, wo das Gespräch mit Karosh Taha aufgezeichnet wurde.
Buch: Karosh Taha, Gulistan, DuMont.
Hörtipp: In dieser Ausgabe von Buchgefühl waren wir ja unterwegs, in Erlangen auf dem Literaturfestival Poet*innenfest. Grundsätzlich raus geht der Podcast „Orte und Worte“ des RBB. Dahin, wo Bücher spielen oder wo Bücher entstehen. Gespräche mit Autorinnen und Autoren - vor Ort. Hier in ARDS Sounds. Link
Lea Ruckpaul: Bye Bye Lolita
Lesung und Gespräch. Dolores Haze, bekannt als "Lolita", schreibt sich frei. Und soll dabei endlich Autonomie erfahren, so Lea Ruckpaul. "Die bekommt sie nicht von Nabokov." Also muss die Schauspielerin und …
Shownotes
Lesung und Gespräch. Dolores Haze, bekannt als "Lolita", schreibt sich frei. Und soll dabei endlich Autonomie erfahren, so Lea Ruckpaul. "Die bekommt sie nicht von Nabokov." Also muss die Schauspielerin und Autorin das tun.
Sie ist schwer traumatisiert und will nicht länger schweigen. Lange Jahre nach dem Verrat durch die eigene Mutter und den ihm folgenden vielfachen Missbrauch durch Humbert Humbert erzählt Dolores Haze ihre eigene Version des Romans „Lolita“. Nein, sie schreit sie heraus, voller Wut, Aggression und Schmerz. „Die Erfahrungen, die Dolores machen musste, lassen sich nicht wegdiskutieren und auch nicht wegtherapieren“, sagt Lea Ruckpaul im „Buchgefühl“-Interview über die Hauptfigur ihres Romans „Buy Bye Lolita“. Aber: „Wenn Dolores ihre Geschichte selbst erzählt, dann lässt sich dabei eine andere Position zur Welt finden, die sie selbst gestaltet. Darin liegt Freiheit.“ Lea Ruckpauls Roman über die Sehnsucht einer gezeichneten Frau nach Autonomie wird jetzt als Theaterstück am Residenztheater München inszeniert. Aus diesem Anlass lesen wir mit der Schauspielerin und Autorin noch einmal in „Bye Bye Lolita“. Dazu ein Gespräch unter anderem über die Möglichkeiten des Theaters.
Gast: Lea Ruckpaul, Schauspielerin und Autorin, seit 2023 Ensemble-Mitglied am Münchner Residenztheater. Zu erleben dort unter anderem als Julia in Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“. Ebenso als Eve im „Zerbrochenen Krug“. Und als Rechtanwältin Tessa Ensler in Suzie Millers „Prima Facie“, einem beeindruckenden Solo-Abend. Zum Auftakt der Spielzeit 2026/27 hat „Bye Bye Lolita“ als Theaterstück Premiere.
Host: Niels Beintker, immer wieder beschenkt nach einer Vorstellung im Residenztheater. So viele tolle Menschen bereiten an diesem Haus der Phantasie eine Bühne. Und bringen uns mit ihrer Arbeit dazu, über die wichtigen Fragen nachzudenken.
Buch: Lea Ruckpaul, Bye Bye Lolita, Voland & Quist.
Hörtipp: Der mächtigste Pirat aller Zeiten? Eine Frau. Der erste Autor der Menschheit? Eine Frau. Im Cosmo-Podcast „Lost Sheroes“ erzählt Schauspielerin Milena Straube die spannenden Lebensgeschichten unbeachteter Heldinnen. „Lost Sheroes“ – Frauen, die in Geschichtsbüchern fehlen. http://www.wdr.de/k/lostsheroes
TikTok-Livestream-Tipp: Der BookTok-Kanal „ARD Literally“ besucht eine Probe von „Bye Bye Lolita“ und spricht mit Lea Ruckpaul über Buch und Theaterstück, am 17.9. im Cuvilliéstheater. Ab 19.00 Uhr im Live-Stream. Jetzt spricht Lolita. Wem gehört eine Geschichte? | Residenztheater München
Buchgefühl mit Sommer-Post: Bald wieder da!
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker, kleinen Hör-Tipps für die Saison und dem Blick auf die neuen Folgen.Hosts: Judith Heitkamp, im Rucksack immer Laptop und Buch. Und Niels …
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Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker, kleinen Hör-Tipps für die Saison und dem Blick auf die neuen Folgen.
Hosts: Judith Heitkamp, im Rucksack immer Laptop und Buch. Und Niels Beintker, neben dem Buch immer ein Laptop.
Hörtipp: Buchgefühl – unsere Folge mit Inan Özge und „Die Dichterin“: Alle wollen Aufmerksamkeit. Wer bezahlt welchen Preis?
https://1.ard.de/buchgefuehl-inan-dichterin
Oder die anderen Folgen.
Buchgefühl mit Sommer-Post: Klassiker!
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Diesmal: Klassiker-Folgen.Hosts: Judith Heitkamp und Niels Beintker, lesen und reden beruflich. Hörtipp …
Shownotes
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Diesmal: Klassiker-Folgen.
Hosts: Judith Heitkamp und Niels Beintker, lesen und reden beruflich.
Hörtipp: Buchgefühl – unsere Folge mit Edgar Allan Poes Schauergeschichte „Berenice“ und dem Poe-Übersetzer Andreas Nohl.
https://1.ard.de/buchgefuehl-Poe-Berenice
Oder unsere Folge mit Emily Brontës Kult-Roman „Sturmhöhe“/“Wuthering Heights“ und der niederländischen Schriftstellerin Anjet Daanje, die großer Brontë-Fan ist.
https://1.ard.de/buchgefuehl-bronte-sturmhoehe
Oder die anderen Folgen.
"Die Zwei vor Ort" vom Erlanger Poet*innenfest
Miriam Carbe, Ilija Matusko, Kerstin Preiwuß und Thomas von Steinaecker im Gespräch mit Judith Heitkamp und Niels Beintker. Über vier Generationen von Töchtern, Vater und Sohn, Schwestern und vielleicht eine …
Shownotes
Miriam Carbe, Ilija Matusko, Kerstin Preiwuß und Thomas von Steinaecker im Gespräch mit Judith Heitkamp und Niels Beintker. Über vier Generationen von Töchtern, Vater und Sohn, Schwestern und vielleicht eine Wahlfamilie ...
Buchgefühl mit Sommer-Post: Mund aufmachen!
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Diesmal mit Blick auf Demokratie unter Druck.Hosts: Judith Heitkamp und Niels Beintker, glauben an die …
Shownotes
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Diesmal mit Blick auf Demokratie unter Druck.
Hosts: Judith Heitkamp und Niels Beintker, glauben an die positive Kraft von Büchern.
Hörtipp: Buchgefühl – unsere Folge mit dem Publizisten Ilko-Sascha Kowalczuk, denn Faschismus ist keine Meinung.
https://1.ard.de/buchgefuehl-kowalczuk
Oder unsere Folge mit US-Literaturstar T.C. Boyle, der „USA in 10 Jahren“ ziemlich schwarz malt. Aber teil-optimistisch bleibt.
https://1.ard.de/buchgefuehl-boyle
Oder die anderen Folgen.
Buchgefühl mit Sommerpost: Sprechen!
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Diesmal: von Sprecherinnen und Sprechern. Hosts: Judith Heitkamp und Niels Beintker, Chapeau vor der Lese …
Shownotes
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Diesmal: von Sprecherinnen und Sprechern.
Hosts: Judith Heitkamp und Niels Beintker, Chapeau vor der Lese- und Regie-Kunst!
Hörtipp: Buchgefühl – unsere Folgen mit Katja Bürkle als „Niemand“ alias Odysseus (Homer: Die Odyssee).
https://1.ard.de/homer-odyssee-neu
Mit Stefan Merki als Tucholsky und Sprach-Berater (Kurt Tucholsky: Man sollte mal mitstenographieren …).
https://1.ard.de/buchgefuehl-tucholsky
Mit Lou Strenger in den Spiralen der Paarlogik (Dana von Suffrin: Toxibaby).
https://1.ard.de/buchgefuehl-toxibaby
Oder mit Jens Wawrczek und der Maus als Notfall (Simon van Booy: Eine Maus
namens Merlin).
https://1.ard.de/buchgefuehl-booy-maus
Oder die anderen Folgen
Buchgefühl mit Sommer-Post: Tiere!
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Diesmal mit tierischen Folgen.Hosts: Judith Heitkamp, mag Katzen, aber seit Simon van Booy eben auch Mäuse …
Shownotes
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Diesmal mit tierischen Folgen.
Hosts: Judith Heitkamp, mag Katzen, aber seit Simon van Booy eben auch Mäuse. Und Niels Beintker, hat jetzt eine Vogelstimmen-App.
Hörtipp: Buchgefühl – unsere Folge mit Matthias Jügler, dem Leipziger Zoo und der Stellerschen Seekuh.
https://1.ard.de/buchgefuehl-juegler-tiere
Oder unsere Folge mit Simon van Booy, dem Mann, der die Freundschaft mit Mäusen preist, und mit einer Maus namens Merlin.
https://1.ard.de/buchgefuehl-booy-maus
Oder die anderen Folgen.
Buchgefühl Sommerpost 2026: Prominenz
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Und Folgen, die sich um berühmte Menschen gedreht haben.Hosts: Judith Heitkamp, im Rucksack immer Laptop …
Shownotes
Ohne Lesung und Gespräch, mit Judith Heitkamp und Niels Beintker und kleinen Hör-Tipps für die Saison. Und Folgen, die sich um berühmte Menschen gedreht haben.
Hosts: Judith Heitkamp, im Rucksack immer Laptop und Buch. Und Niels Beintker, neben dem Buch immer ein Laptop.
Hörtipp: Buchgefühl – unsere Folge mit Anne Akrich und (indirekt) Kylian Mbappé. Buchgefühl - Lesung und Gespräch · Anne Akrich: Kylian und das Buch meines Lebens · Podcast in ARD Sounds. Oder unsere Folge mit Craig Brown und (indirekt) Queen Elizabeth Buchgefühl - Lesung und Gespräch · Craig Brown: Q. Das unglaubliche Leben der Queen · Podcast in ARD Sounds Oder die anderen Folgen.
Özge Inan: Die Dichterin
Lesung und Gespräch. Volle Empörung! Auch sie reagiere meist so auf Plagiate, erzählt Özge Inan uns. Aber wenn es doch komplizierter ist? So wie in ihrem Roman um eine tolle Autorin und eine tolle Journalistin? …
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Lesung und Gespräch. Volle Empörung! Auch sie reagiere meist so auf Plagiate, erzählt Özge Inan uns. Aber wenn es doch komplizierter ist? So wie in ihrem Roman um eine tolle Autorin und eine tolle Journalistin? Und um tolle Texte?
„Die Dichterin“ war das zweite Buch und „unendlich viel leichter!“ zu schreiben als das erste – seufzt Özge Inan; was den landläufigen Vorstellungen vom zweiten literarischen Aufschlag widerspricht. Aber der erste Roman („Natürlich kann man hier nicht leben“, 2023) spielt in der Türkei der 80er Jahre, da war viel zu recherchieren - der zweite dagegen ist im heutigen Berlin und im Literaturbetrieb verortet. Klar also, was für die 1997 geborene Autorin näher ist. Das Thema: Plagiatsvorwürfe. Eine angesagte junge Dichterin aus benachteiligten Verhältnissen wird zum neuen Shootingstar am Literaturhimmel. Dann aber recherchiert eine – ebenfalls sehr ehrgeizige – Journalistin ihr Vorleben … Auch die Berufe ihrer Hauptfiguren sind der Journalistin und Autorin Özge Inan vertraut: Im Roman, so erzählt sie Buchgefühl-Host Judith Heitkamp, konnte sie sich mit den Tücken beider Rollen auseinandersetzen, mit denen sie auch selbst manchmal hadere. Emma und Nazanin – sie wollen beide Erfolg. Zu welchem Preis? Und hat diese sensationelle junge Schriftstellerin ihre umwerfenden Gedichte vielleicht gar nicht selbst geschrieben? Letzte Buchgefühl-Folge vor der Sommerpause!
Gast: Özge Inan, wollte immer schon Schriftstellerin und Journalistin werden (was ihr auch gelungen ist) – trotzdem hat sie zwischendurch auch noch Jura abgeschlossen. Bei Plagiatsfällen nach Eigenauskunft bisher „…schon erstmal auf der Seite des Mobs“.
Host: Judith Heitkamp, wünscht keinem im Literatur-Business eine Geschichte wie die von Emma und Nazanin.
Sprecherin: Anne Müller, derzeit auch im Polizeiruf 110 zu sehen, gerne in Buchgefühl zu hören.
Buch: Özge Inan, Die Dichterin, Piper Verlag, erscheint am 31. 7. – bei uns schon eine Woche vorher, dankeschön!
Hörtipp: Über eins sind alle im Roman sich einig: die Gedichte, um die es geht – die sind sensationell. Große Literatur überdauert Plagiatsaffären. „Große Geschichten“ - gibt’s hier: https://1.ard.de/grossegeschichten
Ilko-Sascha Kowalczuk: Faschismus ist keine Meinung
Lesung und Gespräch. Freiheit und Demokratie geraten immer mehr in Gefahr. In Buchgefühl ruft der Historiker auf zum Kampf gegen die autoritären Bewegungen - mit der Friedlichen Revolution von 1989 im Rücken …
Shownotes
Lesung und Gespräch. Freiheit und Demokratie geraten immer mehr in Gefahr. In Buchgefühl ruft der Historiker auf zum Kampf gegen die autoritären Bewegungen - mit der Friedlichen Revolution von 1989 im Rücken. Er will Mut machen.
„Die meisten Feinde der offenen Gesellschaft haben schlechte Laune“, sagt Ilko-Sascha Kowalczuk im Buchgefühl-Gespräch, über sein Buch „Faschismus ist keine Meinung“. Der grassierenden Neigung, das gegenwärtige Deutschland stets in Grund und Boden zu reden, stellt er eine andere Perspektive entgegen: „Wir leben in einem der stabilsten, der sichersten, der wirtschaftlich stärksten Länder!“ Wie „Freiheitsschock“ (2024) verbindet das neue Buch – entstanden auch mit Blick auf die Landtagswahlen in zwei ostdeutschen Bundesländern im September – historische Analyse mit persönlicher Erfahrung und meinungsstarker Intervention. Einige Themen daraus in dieser Buchgefühl-Folge, etwa die Verharmlosung der DDR und der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Schlechter Laune können wir mit guter Laune und mit Gemeinsinn begegnen.“
Gast: Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker und 1989 aktiv in der Oppositionsbewegung in der DDR. Unter anderem schrieb er damals einen Aufruf für die Gründung einer Memorial-Organisation im Land. Neben großen historischen Büchern – etwa der maßgeblichen Biographie von Walter Ulbricht – meldet er sich mit Essays zum Zeitgeschehen zu Wort. Wolf Biermann hat ihm 2024 sein Lied „Späte Ermutigung“ gewidmet.
Host: Niels Beintker, hat als Jugendlicher die Friedliche Revolution in der DDR erleben dürfen und ist dankbar für den großen Mut der Freiheits-Kämpferinnen und -Kämpfer.
Sprecher: Thomas Loibl, Schauspieler aus München, hat sich unter anderem intensiv mit Thomas Manns Texten zur Demokratie in der späten Weimarer Republik beschäftigt.
Regie: Irene Schuck, begleitet viele Buchgefühl-Ausgaben.
Buch: Ilko-Sascha Kowalczuk, Faschismus ist keine Meinung. Stabil bleiben in autoritären Zeiten, C.H. Beck. Dazu gibt’s auch ein „C.H. Beck Hörbuch“, mit Matthias Grimm.
Hörtipp: Der Sachsen-Politik-Podcast vom MDR resümiert jede Woche das politische Geschehen im Bundesland. Es geht um Herausforderungen und Chancen für die Politik im Freistaat – und um die Frage: Ist Sachsen politischer Taktgeber für ganz Deutschland? Jeden Freitag neu in ARD Sounds.
Homer: Die Odyssee
Lesung und Gespräch. "Niemand will mich töten", brüllt der Kyklop Polyphem. Als "Niemand" hat sich Odysseus vorgestellt. Jonas Grethlein sagt über den viellistigen Helden: "Er muss erzählen. Sonst geht's nicht …
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Lesung und Gespräch. "Niemand will mich töten", brüllt der Kyklop Polyphem. Als "Niemand" hat sich Odysseus vorgestellt. Jonas Grethlein sagt über den viellistigen Helden: "Er muss erzählen. Sonst geht's nicht zurück nach Ithaka".
Ob die Überlistung des gewaltvollen Riesen oder die Passage entlang der Insel der todbringenden Sirenen: Die Geschichten des Troja-Kämpfers Odysseus – festgehalten in einem der ersten Bücher Europas – faszinieren uns unablässig. „Das liegt an der Form und am Inhalt der Odyssee“, sagt Jonas Grethlein im „Buchgefühl“-Gespräch. „Homer ist ein kunstvoller, anschaulich schildernder Erzähler. Der Text erstreckt sich über 41 Tage. Und gleichzeitig bekommen wir die ganze Geschichte der Irrfahrten.“ Eine Geschichte von 20 Jahren! Wie das Buchgefühl-Team ist auch Jonas Grethlein gespannt, wie die große, dramatische Geschichte nun von Christopher Nolan im Kino erzählt wird. Hier gibt es einen Blick auf den alten Text, in der neuen Übersetzung von Kurt Steinmann.
Gast: Jonas Grethlein, Philologe und Professor an der Universität Heidelberg. Er ist wunderbar vertraut mit den antiken Überlieferungen. Und er erzählt in tollen Büchern vom Nachwirken der alten Geschichten bis in unsere Zeit. Unter anderem hat er über Homer geschrieben, sein neues Buch widmet sich dem Mythos von Prometheus.
Host: Niels Beintker, lernte die Odyssee als Kind, mit Gustav Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“, kennen.
Sprecherin: Katja Bürkle, Schauspielerin aus München, verstand es unter anderem wunderbar, den von Wein berauschten Polyphem zu imitieren.
Regie: Irene Schuck, hatte bei der Aufnahme im Studio die schöne Tusculum-Ausgabe der Odyssee dabei.
Buch: Homer: Die Odyssee. Übersetzt von Kurt Steinmann, Manesse 2007. Jonas Grethlein: Die Odyssee. Homer und die Kunst des Erzählens, Beck 2017.
Hörtipp 1: Die Schriftstellerin Meike Rötzer hat sich zu einer eigenen Version der Odyssee inspirieren lassen. Sie blickt dabei besonders auf die Frauenfiguren und fragt, welche Spielräume diese in der von Männern dominierten Welt der Antike hatten. Das Hörbuch in ARD Sounds.
https://1.ard.de/die_odyssee?cp=buchgefuehl
Hörtipp 2: Von historischen Expeditionen bis zu modernen Roadtrips. Geschichten vom Fernweh, Unterwegssein und Ankommen: „Schöne Grüße – Reisegeschichten-Hörbücher“. In ARD Sounds.
T.C. Boyle: 2036
Lesung und Gespräch. US-Literatur-Star und Trump-Kritiker T.C. Boyle redet mit Buchgefühl darüber, wie die USA in 10 Jahren aussehen. Und über vorsichtigen Optimismus. Die short story, die Florian Lukas liest …
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Lesung und Gespräch. US-Literatur-Star und Trump-Kritiker T.C. Boyle redet mit Buchgefühl darüber, wie die USA in 10 Jahren aussehen. Und über vorsichtigen Optimismus. Die short story, die Florian Lukas liest, ist allerdings düster.
Wer ist der perfekte Gast der Buchgefühl-Folge zum 250. USA-Geburtstag? Für das Team war klar: Wir wollen mit T.C. Boyle reden – und wir hatten Glück: Der Popstar der US-Literatur, Autor von Romanen wie „Tortilla Curtain“, „Ein Freund der Erde“, „Blue Skies“ und scharfer Beobachter der amerikanischen Gesellschaft, sagte zu. Im Gespräch mit Marie Schoeß schaut er auf Independence Day und Trump-Regierung. Der Nationalfeiertag ist für ihn verdorben – und trotzdem blickt er gerade vorsichtig optimistisch in die Zukunft, in der Erwartung einer nicht allzu fernen politischen Wende in den USA. „Aber was, wenn ich mich irre? … dann erreichen Sie mich in einer Einrichtung zur politischen Umerziehung.“
Genau in so einer Einrichtung spielt T.C. Boyles dystopische short story „2036“. Der amerikanische Präsident heißt auch in zehn Jahren Donald Trump, kritische Denker wie Boyle laufen nicht mehr frei durchs Land. Was dem Ich-Erzähler zur Last gelegt wird, bleibt unklar, aber das Programm beginnt zu wirken … Es liest Schauspieler Florian Lukas, bekannt aus „Weissensee“ und „Good Bye Lenin“. Danke an den Carl Hanser Verlag und den Hörverlag, die diese Dystopie schon zum Unabhängigkeitstag mit der Buchgefühl-Community teilen! - noch vor Erscheinen des neuen Erzählbands von T.C. Boyle und des Hörbuchs.
Gast: Düstere Zukunftsvisionen gehören zu T.C. Boyle wie seine roten Chucks. Und bisher hat dieser Schriftsteller mit seinen Dystopien ziemlich oft recht behalten. Siehe seine Klima-Romane.
Host: Marie Schoeß drückt uns trotzdem die Daumen, dass „2036“ in der Realität anders aussieht, als Boyle es sich vorstellt. Auch wenn sie beim Lesen irre Spaß hatte.
Sprecherin: Florian Lukas ist die deutsche Stimme von T.C. Boyle. Wenn Sie die letzten Bücher von Boyle gehört und nicht gelesen haben, dann war sicher Florian Lukas Ihr Vorleser. Zum Glück ist das auch beim neuen Kurzgeschichtenband so!
Buch und Hörbuch: T.C. Boyle: „Das Ende ist nur ein Anfang“, aus dem Englischen übersetzt von Dirk van Gunsteren, 25 Euro, erscheint am 21. Juli im Carl Hanser Verlag – und das Hörbuch mit Florian Lukas am 28. Juli beim Hörverlag.
Hörtipp: Mehr zu all den Fragen, die die USA 2026 aufwerfen, gibt es im NDR Info Podcast „Amerika, wir müssen reden!“ Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni und seine us-amerikanische Frau Jiffer Bourguignon diskutieren einmal die Woche alles, was gerade Thema ist bei ihren Freunden und der Familie in den Staaten. Hier in Sounds https://www.ardaudiothek.de/sendung/amerika-wir-muessen-reden/82222746/
Emily Brontë: Sturmhöhe
Lesung und Gespräch. Der Herzensbrecher-Klassiker um Cathy und Heathcliff im Gespräch mit der preisgekrönten niederländischen Autorin Anjet Daanje. "Sturmhöhe" inspiriert sie seit ihrer Kindheit: "SO …
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Lesung und Gespräch. Der Herzensbrecher-Klassiker um Cathy und Heathcliff im Gespräch mit der preisgekrönten niederländischen Autorin Anjet Daanje. "Sturmhöhe" inspiriert sie seit ihrer Kindheit: "SO WEIRD!"
„Ich würde auch gern mal ein Buch schreiben, das so sehr merkwürdig ist, dass die Leute noch 200 Jahre später darüber reden!“, sagt Anjet Daanje. Für sie ist Emily Brontës Roman „Sturmhöhe“/„Wuthering Heights“ bis heute ein Faszinosum: nach der Hälfte stirbt die Hauptfigur, alle Charaktere sind eher unangenehm und man weiß nie, was eigentlich stimmt. Verfilmt wird meistens nur der halbe Roman – aber geht da nicht Wesentliches verloren? Entschieden ja, meint die niederländische Schriftstellerin Daanje im Literaturpodcast Buchgefühl. Sicher sei Brontë auch die zweite Hälfte sehr wichtig gewesen - zu beschreiben, wie die Nachfahren weiter- und überleben, nachdem in der Eltern-Generation alle Sicherungen durchgebrannt sind. Denn am Ende hat das Drama keinen Bestand, „… irgendwann ist es dann wieder okay.“ Mit Judith Heitkamp spricht Daanje über das so oft (halb) verfilmte Kultbuch, die rätselhafte Autorin, („Eigentlich erfährt man durch die Biographien mehr über die Biographen als über Emily Brontë“) und über ihren eigenen Roman „Das Lied von Storch und Dromedar“. Darin geht es um das Leben nach dem Tod der Emily Brontë – durch Literatur nämlich.
Gast: Anjet Daanje, für ihren Brontë-Roman „Das Lied von Storch und Dromedar“ mit mehreren holländischen Literaturpreisen ausgezeichnet, Faible für Schauriges und Unerklärliches, gerade auf die Longlist des International Booker Prize genommen.
Klassikerin: Emily Brontë, Pfarrerstochter mit ebenfalls schriftstellerisch begabten Schwestern, 1818 bis 1848. Ihre einziger Roman „Sturmhöhe“ wurde zuerst verrissen und gilt heute als Meisterwerk der englischsprachigen Literatur.
Host: Judith Heitkamp, mochte die neueste Wuthering-Heights-Verfilmung von Emerald Fenell nicht. Aber um die geht’s in dieser Episode auch nicht.
Sprecherin: Irina Wanka, deutsche Stimme von Sophie Marceau, liest gerne für Buchgefühl und nimmt immer intensiv Anteil an den Geschicken der Figuren. Wie, sieht man hier: www.3sat.de/film/kinokino/kinokino-vom-16-juni-2026-100.html
Bücher: Emily Brontë, Sturmhöhe, übersetzt von Michaela Meßmer, dtv
Anjet Daanje, Das Lied von Storch und Dromedar, übersetzt von Ulrich Faure, Friedenauer Presse
Hörtipp: Ein ganz anderer Klassiker, weniger Gefühle, mehr Politik, hochaktuell: Lion Feuchtwangers Roman „Erfolg“, gelesen von Percy Adlon. Wie im München der 20er Jahre die Nationalsozialisten Zulauf gewinnen. Und was das mit Kunst und mit Mauschelei zu tun hat.
Ingeborg Bachmann: Das dreissigste Jahr
Lesung und Gespräch. "In ihrer Literatur bin ich anders gemeint", sagt die Filmemacherin Regina Schilling über das Werk der österreichischen Schriftstellerin. Zum 100. Geburtstag die bekannteste Erzählung von …
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Lesung und Gespräch. "In ihrer Literatur bin ich anders gemeint", sagt die Filmemacherin Regina Schilling über das Werk der österreichischen Schriftstellerin. Zum 100. Geburtstag die bekannteste Erzählung von Ingeborg Bachmann.
„Wenn einer in sein dreißigstes Jahr geht, wird man nicht aufhören, ihn jung zu nennen.“ Der Auftakt einer der berühmtesten Erzählungen von Ingeborg Bachmann, Titelgeschichte ihres Prosa-Debüts aus dem Jahr 1961. Sie handelt von einer Zäsur im Leben und einem Mann, der – eben im dreißigsten Jahr – bemerkt: Alles wird anders. „Eigentlich schreibt sie über sich“, bemerkt die Filmemacherin Regina Schilling im Gespräch mit dem Podcast „Buchgefühl“, in der Ausgabe zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25. Juni 2026. Die Erzählung trägt viele autobiographische Züge.
„Ihre Prosatexte sind radikal und explizit auf Geschlechterungleichheit eingegangen“, sagt Regina Schilling. Und: „In ihrer Prosa ist sie selbst bis an die Grenzen gegangen.“ Die Regisseurin erzählt im Gespräch auch über ihren Dokumentarfilm „Ingeborg Bachmann. Jemand der einmal ich war“, gerade in den Kinos gekommen. Die Schauspielerin Sandra Hüller verkörpert darin – in einer fiktiven Ebene – Ingeborg Bachmann. „Da unser Blick relativ ähnlich ist, war das leicht. Und ein wichtiger Aspekt ist: Ingeborg Bachmann soll im Film nicht als Opfer dargestellt werden.
Gast: Regina Schilling, Filmemacherin und seit der Jugend von Ingeborg Bachmanns Literatur so sehr begeistert. Ihr Dokumentarfilm „Ingeborg Bachmann. Jemand, der einmal ich war“ erzählt auf sehr besondere, berührende Weise die Lebensgeschichte der Schriftstellerin, ausgehend von einem Tag in den frühen 70er Jahren in Rom. Beeindruckend!
Host: Niels Beintker, entdeckte Ingeborg Bachmanns Werk vor vielen Jahren in einem Hörspiel-Seminar, mit „Der gute Gott von Manhattan“.
Sprecherin: Irina Wanka, Schauspielerin und Sprecherin, auch für den Literatur-Podcast „Buchgefühl“.
Buch: Ingeborg Bachmann, Das dreißigste Jahr, Piper-Verlag.
Hörtipp: Musik spielte für Ingeborg Bachmann eine wichtige Rolle. Der SWR Podcast „Das Wissen“ mit Christoph Drösser widmet sich in der Folge „Musikgeschmack – Warum wir uns für Schlager, Metal oder Klassik begeistern“ den frühen Prägungen unserer Musikleidenschaften. https://1.ard.de/das-wissen-musikgeschmack?buchgefuehl=5
Jules Verne: In 80 Tagen um die Erde
Lesung und Gespräch. "Meine Reaktion war sofort: ich buche und fahr wieder los" -Felicitas Hoppe, selbst literarisch und reisend unterwegs, hat sich für uns noch mal in Jules Vernes Klassiker um eine verrückte …
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Lesung und Gespräch. "Meine Reaktion war sofort: ich buche und fahr wieder los" -Felicitas Hoppe, selbst literarisch und reisend unterwegs, hat sich für uns noch mal in Jules Vernes Klassiker um eine verrückte Reise-Wette vertieft. Und Rufus Beck übernimmt die Lesung.
„Ich wette 20.000 Pfund gegen alle, die wetten wollen, dass ich die Erde in 80 Tagen oder weniger umfahren werde.“ Über diese berühmte verrückte Wette der Weltliteratur – abgeschlossen von Phileas Fogg in Jules Vernes „Reise um die Erde in 80 Tagen“ – spricht Felicitas Hoppe in einer neuen Ausgabe von „Buchgefühl“. Die Schriftstellerin hat gerade in ihrem Buch „Reisen“ gestanden, dass sie als Kind das Abenteuer zwischen Buchdeckeln bevorzugte, um schließlich doch zu erkennen, dass die literarische Reise die tatsächliche nicht ersetzt. Und so wurde sie selbst zu einer Weltreisenden, die – ähnlich wie Phileas Fogg in Jules Vernes Klassiker – die Erde umkreist.
„Ich habe mich in Phileas Fogg auch deshalb wiedererkannt, weil es mir im Grunde ähnlich ging, als ich meine Schiffsreise um die Welt antrat“, erzählt sie im Gespräch mit Marie Schoeß. „Ich wurde gefragt, was ich mit dem Preisgeld machen wolle, das ich für das Buch bekommen hatte. Und dann hab’ ich aus Trotz gesagt: ‚Na, was macht man, wenn man Geld hat? Ich mache eine Weltreise.‘“ Reisen aus Trotz und Übermut, aus Abenteuerlust und Verzweiflung – alle Elemente finden sich in dieser Folge von Buchgefühl. Felicitas Hoppe: „Man kann eine Weltreise, so interessant sie sich gestalten mag, unendlich langweilig erzählen. Jules Verne wusste - es hängt alles von meinen Protagonisten ab.“
Ein Gespräch über Phileas Fogg und seinen Diener Passepartout, die spannendsten Stellen des Romans und den ungebrochenen Fortschrittsglauben, der aus ihm spricht. Die Ausschnitte aus dem Buch liest Rufus Beck in der Übersetzung von Erich Fivian, erschienen im Diogenes Verlag.
Gast: Felicitas Hoppe hat als Kind Abenteuer- und Reiseliteratur kennengelernt – der Vater teilte mit ihr und den Geschwistern die Geschichten, die er liebte. Abgewendet hat sich die Autorin von diesem literarischen Kosmos nie. Dafür weiß sie viel zu gut, wie geschickt erzählt ein Buch wie das von Jules Verne ist und wie bemerkenswert dessen Figuren.
Host: Marie Schoeß hatte selten in den letzten Monaten so großen Spaß beim Lesen wie bei diesem Klassiker.
Sprecher: Der Schauspieler Rufus Beck hat nicht nur diesen Roman von Jules Verne gelesen. Sie können mit ihm weiter in den Verne-Kosmos reisen – zum Beispiel mit „Von der Erde zum Mond“ oder mit „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“.
Buchtipps: Jules Vernes „Reise um die Erde in achtzig Tagen“, aus dem Französischen von Erich Fivian, Diogenes Verlag.
Felicitas Hoppe, "Reisen", Hanser Berlin.
Hörtipp: Es ist der Traum von vielen Menschen: einmal im Leben eine Alpenüberquerung machen! Das geht zu Fuß, aber auch mit dem Fahrrad! Kaddi, Toni und Lisa vom Bergfreundinnen-Podcast konnten sich nicht entscheiden – und machen deswegen einfach beides bei ihrer Alpenüberquerung Hoch Zwei!
Anne Akrich. Kylian und das Buch meines Lebens
Lesung und Gespräch. "Das Spiel ist noch nicht vorbei. Schreib weiter!", drängt der Fußball-Weltstar; Anne, die Figur, hört auf Mbappé und Anne, die Autorin, erzählt vom Buch ihres Lebens: "Mich interessiert …
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Lesung und Gespräch. "Das Spiel ist noch nicht vorbei. Schreib weiter!", drängt der Fußball-Weltstar; Anne, die Figur, hört auf Mbappé und Anne, die Autorin, erzählt vom Buch ihres Lebens: "Mich interessiert vor allem das Scheitern!" Aber mit Witz.
Sie hat uns gesagt, sie verstehe bis heute „null!“ Fußball. Und trotzdem war da dieser Auftrag, eine Biographie über Fußball-Weltstar Kylian Mbappé zu schreiben. Die französische Autorin Anne Akrich legte los – und bemerkte erst sehr spät, dass da eigentlich ein anderes Buch entstand. Nämlich ein satirischer Roman über eine Schriftstellerin, die ein Buch über Mbappé schreiben soll … Fußball und Literatur haben eine Menge Gemeinsamkeiten, davon ist Akrich überzeugt. Mehr erzählt sie im Gespräch mit Buchgefühl-Host Judith Heitkamp. Und lustig macht sie sich auch, über Trainer-Sprüche, über literarische Autofiktion und über sich selbst … denn Humor ist ihr Zugang – zu fast allem. Kylian coacht das Ganze! Die Buchgefühl-Folge zur WM.
Gast: Anne Akrich, französische Ghostwriterin, Schriftstellerin, Mutter und Fußball-Nicht-Expertin. Hat denselben Namen wie die Hauptfigur im Roman
Host: Judith Heitkamp, selten kein Fußball-Buch wie dieses gelesen
Sprecherin: Xenia Tiling, unsere Stimme von Caroline Wahl bis Kylian Mbappé
Buch: Anne Akrich, Kylian und das Buch meines Lebens, übersetzt von Lena Riebl, Schöffling & Co
Hörtipp: Kylian als Coach im Kopf? Der Psychologie-Podcast Innenwelt erklärt Seelenleben von Optimierungsstrategien bis Mental Load und Essstörung.
https://www.ardaudiothek.de/sendung/wdr-5-innenwelt-das-psychologische-radio/95426470/
Edgar Allan Poe: Berenice
Lesung und Gespräch. So schöne Zähne! Und eine so grausame Tat! "Poe holt das Böse in das Ich hinein", sagt Übersetzer Andreas Nohl. Und: der US-amerikanische Schriftsteller hat mit seinem Werk die literarische …
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Lesung und Gespräch. So schöne Zähne! Und eine so grausame Tat! "Poe holt das Böse in das Ich hinein", sagt Übersetzer Andreas Nohl. Und: der US-amerikanische Schriftsteller hat mit seinem Werk die literarische Moderne begründet.
Ihr Lächeln führt in den Abgrund. Eigentlich wollen Berenice und der Erzähler der gleichnamigen Geschichte von Edgar Allan Poe heiraten. Doch es kommt – wie so oft in den Texten dieses Klassikers – ganz anders. „Es ist eine der Geschichten, die vom Tod einer geliebten Frau handeln“, sagt Andreas Nohl aus Augsburg, Poe-Übersetzer, im Gespräch für den Podcast „Buchgefühl“. „Und dieser Tod ist oft verknüpft mit entsetzlichen Ereignissen.“ „Berenice“ (1835) gehört zu den bekanntesten Erzählungen von Poe. Mit seiner Neuübersetzung will Andreas Nohl auch zeigen, dass der US-amerikanische Autor Neuland betrat: „Die Literatur sollte den Lesern etwas ganz Unbekanntes vermitteln. Auch deshalb hat er sich den Schattenseiten zugewandt.“
Gast: Andreas Nohl, Schriftsteller und Übersetzer aus Augsburg. Nach Romanen von Mark Twain und Robert Louis Stevenson hat er Poes Werk – in der Ausgabe seines großen Verehrers Charles Baudelaire – neu übersetzt.
Host: Niels Beintker, gruselt sich schnell und kann sich trotzdem nicht dem Sog von Poes Texten entziehen.
Sprecher: Stefan Wilkening, Schauspieler und Sprecher, live und in ganz unterschiedlichen Rollen auch zu erleben in der Reihe „Klassik zum Staunen“ des BR Rundfunkorchesters.
Regie: Irene Schuck, begleitet ganz viele Buchgefühl-Ausgaben.
Buch: Edgar Allan Poe: Werke (5 Bände). Herausgegeben von Charles Baudelaire. Neu übersetzt von Andreas Nohl, sowie – aus dem Französischen – von Kristian Wachinger und Liat Himmelheber. dtv.
Hörtipp 1: Weitere große Erzählungen des Meisters der Dunkelheit gibt‘s im WDR-Podcast „Edgar Allan Poe: Gruselgeschichten als Hörbuch“ in ARD Sounds. Darunter „Lebendig begraben“ und „Das Manuskript in der Flasche“.
Edgar Allan Poe: Gruselgeschichten als Hörbücher | WDR · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!
Hörtipp 2: Im Werk von Edgar Allan Poes Werk ist die Liebe unmöglich. Deshalb aber nicht an die Liebe glauben? Für alle die, die sich gerne über Dating-Stories austauschen, gibt’s den UNSERDING „Liebt Euch!“-Podcast. Statt rosaroter Brille harte Realität: Ehebrecher, billige Anmachsprüche und Überlebenstipps für das Katerfrühstück nach dem Date von gestern Abend. Jeden Freitag neu in ARD Sounds.
https://www.ardsounds.de/sendung/liebt-euch-der-dating-podcast/urn:ard:show:178a60183a5a9d80/
Andrea Grill: Sonnenspiel
Lesung und Gespräch: Farbe, Form und neue Kleider - "Alle wollen sich verwandeln", sagt Andrea Grill. Ihre Romanfiguren aus der Mode-Industrie sind Expertinnen für Outfits. Aber passt das Leben zum Look? Und …
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Lesung und Gespräch: Farbe, Form und neue Kleider - "Alle wollen sich verwandeln", sagt Andrea Grill. Ihre Romanfiguren aus der Mode-Industrie sind Expertinnen für Outfits. Aber passt das Leben zum Look? Und ist es das Leben, das sie wollten?
Lebe ich das Leben, das ich mir ersehnt habe? Darum kreist diese Folge von Buchgefühl, mit Marie Schoess als Host und der österreichischen Schriftstellerin Andrea Grill als Gast. Grill lässt in ihrem Roman „Sonnenspiel“ zwei sehr verschiedene Frauen aus der Mode-Industrie aufeinandertreffen: Da ist Stella – keine Kinder, keine Verpflichtungen und ein Job als Journalistin in den USA mit denkbar viel Spielraum. Und die italienische Näherin Loredana - drei Kinder, die Eltern im eigenen Haus, das Meer vor der Nase, aber keine Zeit zum Schwimmen. Als sie sich begegnen, werden die beiden Frauen mit ihren heimlichen Sehnsüchten konfrontiert. „Stella hätte gerne alles – zumindest ein Kind und eine super Karriere“, sagt Andrea Grill im Gespräch. Und Loredana? Ein bisschen weniger von der Gemeinschaft und Verantwortung, die Stella vermisst. Allerdings bleibt es nicht beim harmlosen Austausch über Lebensmodelle, „Sonnenspiel“ entwickelt sich zum Krimi … „Es wäre die Kunst, einmal das zu wollen, was wir haben“, sagt Andrea Grill. Im Gespräch mit Marie Schoeß erzählt sie von den Themen, die sie in diesem Roman umtreiben. Von Italien und ihrer Liebe zum Land. Von der Modeindustrie, die unsere Lust auf Verwandlung befriedigt, und zugleich Mensch und Natur ausbeutet. Von Freundschaft, Liebe und Sehnsucht nach dem, was fehlt.
Gast: Andrea Grill ist Schmetterlings- und Italien-Expertin. Für ihre Doktorarbeit in der Biologie hat sie Schmetterlinge in Italien gefangen, als Übersetzerin bringt sie italienische Literatur ins Deutsche.
Host: Marie Schoeß liebt Romane wie diesen. Gestrickt aus zwei Perspektiven, gespickt mit vielen Themen, die man zuerst überhaupt nicht erwartet, wenn man die Schlagworte „Italien“ und „Mode“ im Klappentext entdeckt.
Sprecherin: Katja Amberger kennt als Schauspielerin die Lust, sich zu verwandeln. Und leiht hier zwei Frauen ihre Stimme, die sich genau danach sehnen.
Buch: Andrea Grill: Sonnenspiel, Leykam Verlag, 256 Seiten, 25,50 Euro.
Hör-Tipp 1: Beziehungsprobleme 200 Jahre zurück - mit Jane Austens letztem großen Roman „Überredung“. Ein einstiges Familienanwesen und ein abgelehnter Heiratsantrag spielen dabei zentrale Rollen. Und Anne, die gar nicht ablehnen wollte … hier als Hörbuch: https://www.ardsounds.de/sendung/jane-austen-vernunft-und-gefuehl/urn:ard:show:e3cb72ce2bf815f7/
Hörtipp 2: Expertin für Beziehungsprobleme heute, außerdem für Zeitgeist, widersprüchliche Sehnsüchte und Selbstironie ist Dana von Suffrin. Hier erzählt sie in Buchgefühl mehr über ihren Roman „Toxibaby“. https://1.ard.de/BuchgefuehlToxibaby
Kurt Tucholsky: Man sollte mal mitstenographieren …
Lesung und Gespräch. Sprache ist eine Waffe, sagt Tucholsky - seine Sprachglossen zeigen, warum. Gültig heute wie vor 100 Jahren. Im Gespräch das Team der Ausstellung "Szenen aus der Weimarer Republik".„Sprache …
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Lesung und Gespräch. Sprache ist eine Waffe, sagt Tucholsky - seine Sprachglossen zeigen, warum. Gültig heute wie vor 100 Jahren. Im Gespräch das Team der Ausstellung "Szenen aus der Weimarer Republik".
„Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf.“ – Nur ein paar Worte, es sitzt. Tucholsky, der Mann, der nach Erich Kästner mit der Schreibmaschine gegen die Katastrophe gekämpft hat, war ganz genau mit der Sprache und den Sprechenden (und den Schreibenden auch). Eigentlich sucht er hier nach dem genauen Ausdruck für Birkenblätter in Bewegung. Konsequent genau sein, darauf kommt es ihm an, beim Sprechen und beim Denken. Was die Leute reden, liefert ihm Stoff für jede Menge Ironie … siehe auch „Ratschläge für einen schlechten Redner“. Stefan Merki liest Sprachglossen von Tucholsky in dieser Ausgabe unseres Literaturpodcast Buchgefühl. Und im Gespräch sind zwei, die ähnlich genau auf Details gucken: Karin Althaus und Adrian Djokić vom Münchner Lenbachhaus, sie haben die Ausstellung „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“ kuratiert. Und dabei natürlich auch Tucholsky befragt. Das titelgebende Ferngespräch zitiert nicht nur ein Gemälde von Käte Hoch, sondern auch eine seiner Satiren.
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Mitstenograph: Kurt Tucholsky (1890 bis 1935), Publizist, Autor, Dichter, Gegner des Nationalsozialismus
Gäste: Karin Althaus und Adrian Djokić (Städtische Galerie im Lenbachhaus München), Kurationsteam der Ausstellung „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“ (bis 27.09.2026), würden sehr gerne mal jemand in den 1920er Jahren anrufen
Host: Judith Heitkamp, sitzt in Konferenzen und denkt an Tucholsky … „man sollte mal mitstenographieren …“
Sprecher: Stefan Merki, Schauspieler in Film und Fernsehen und an den Münchner Kammerspielen, elegant auch mit kompliziertesten (schlechten) Satzbeispielen
Leseempfehlungen aus der Folge: Kurt Tucholsky, Sprache ist eine Waffe, Sprachglossen, herausgegeben von Wolfgang Hering, Rowohlt Verlag 1989
Irmgard Keun, Das kunstseidene Mädchen, Erstausgabe Berlin 1932 (Ausgabe nach der Erstausgabe bei Classen)
Siegfried Kracauer, Die Angestellten, Erstausgabe Frankfurt 1930 (Ausgabe nach der Erstausgabe bei Suhrkamp)
Lion Feuchtwanger, Erfolg, Erstausgabe Berlin 1930 (Ausgabe nach der Erstausgabe bei Aufbau)
Oskar Maria Graf, Wir sind Gefangene, München 1927 (Ausgabe nach der Erstausgabe bei Ullstein)
Ruth Landshoff-Yorck, Das Mädchen mit wenig PS, herausgegeben von Walter Fähnders, Aviva Verlag
Hörtipp 1: Auch Sozusagen, der sprachkritische Podcast von Bayern 2, hört und liest genau hin: Sozusagen · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!
Hörtipp 2: Und wo wir bei den großen Namen der Literatur sind – bei KULT! gibt es Klassiker von antiken Abenteuer-Geschichten bis zur frühen Science-Fiktion, jeden Donnerstag neu: Kult! – Klassiker der Weltliteratur als Hörbücher · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!
Madeline Potter: Die Roma
Lesung und Gespräch. "Hör auf die Reisenden", lautet ein Sprichwort der Roma. Madeline Potter erzählt ihre Geschichte, die Geschichte ihres Volkes: Unterdrückung, Ausgrenzung und Verfolgung. Ebenso aber …
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Lesung und Gespräch. "Hör auf die Reisenden", lautet ein Sprichwort der Roma. Madeline Potter erzählt ihre Geschichte, die Geschichte ihres Volkes: Unterdrückung, Ausgrenzung und Verfolgung. Ebenso aber Identität und Widerstand.
Jahrhundertelang wurden die Roma in Europa zu Außenseitern erklärt. Könige wie Heinrich VIII. von England ließen die nomadisch lebenden Gemeinschaften per Gesetz ausweisen. In den rumänischen Fürstentümern wurden sie versklavt. Im 20. Jahrhundert schließlich zu Opfern der deutschen Vernichtungspolitik. „Es gibt aber auch eine Geschichte des Überlebens“, sagt die in Schottland lebende Literaturwissenschaftlerin Madeline Potter im Buchgefühl-Gespräch. „Und es geht darum, Trost in dieser Geschichte zu finden, sie zu feiern und stolz darauf zu sein.“ Madeline Potter ist diesen verschiedenen Geschichten ihres Volkes gefolgt. Sie ist durch Europa und die USA gereist, erzählt von Vergangenheit und Gegenwart der Roma. Ein ungewöhnliches historisches Buch, das uns vielfach die Augen öffnen kann.
Gast: Madeline Potter, Literaturwissenschaftlerin in Edinburgh und Expertin für Schauerliteratur. Sie wuchs in einer Roma-Familie in Rumänien auf und hat die Geschichte ihres Volkes erforscht. Und sie liebt die Märchen der Roma.
Host: Niels Beintker, schätzt besondere Bücher über die Geschichte.
Sprecher: Laura Maire, Schauspielerin und Sprecherin, in zahlreichen großen Hörbuch- und Hörspielproduktionen zu hören.
Regie: Irene Schuck, begleitet ganz viele Buchgefühl-Ausgaben.
Buch: Madeline Potter, „Die Roma. Eine Geschichte von Identität und Widerstand“, übersetzt von Wanda Jakob, Propyläen.
Hörtipp: Madeline Potters Buch über die Roma verbindet Geschichte, Reiseerzählungen und auch Sagen der verschiedenen Gruppen des Volkes. Eine wirklich besondere Erkundung. Für die, die gerne auf gedankliche Reisen in die Vergangenheit gehen, gibt es auch den Podcast „Weltgeschichte vor der Haustür“. Spurensuche nach großer Geschichten an Orten, an denen man sie nicht direkt vermuten würde. https://www.mdr.de/kultur/podcast/weltgeschichte/weltgeschichte-vor-der-haustuer-podcast-100-podcast.xml
Simon van Booy: Eine Maus namens Merlin
Lesung und Gespräch. "You know ... true love!" - schwärmte Simon van Booy uns von seinen Mäusen vor. Im Roman bringt eine Maus eine einsame alte Frau zurück in Kontakt mit der Welt. Schräg und schön! Gelesen …
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Lesung und Gespräch. "You know ... true love!" - schwärmte Simon van Booy uns von seinen Mäusen vor. Im Roman bringt eine Maus eine einsame alte Frau zurück in Kontakt mit der Welt. Schräg und schön! Gelesen von "Die drei ???"-Stimme Jens Wawrczeck.
Diese Maus vergisst man nicht – schon gar nicht, wenn man den Schriftsteller Simon van Booy über seine eigenen Erfahrungen mit Mäusen berichten hört. Seine erste Haustier-Maus kaufte van Booy während der Pandemie. „Meine Frau sagte, wenn, dann jetzt. Ich glaube, sie hatte Angst, dass ich sterbe, ohne mir diesen Traum zu erfüllen. Also ging ich in die Tierhandlung und es war einfach, wissen Sie … Mann trifft Maus … wahre Liebe“, so erzählt er im Buchgefühl-Gespräch mit Judith Heitkamp. Während er schrieb, habe die Maus auf dem Schreibtisch oder auf seiner Schulter gesessen. In seinem Roman bekommt eine alte Frau es mit einer Maus zu tun: Helen Cartwright ist überzeugt, dass ihr Leben vorbei ist. Ihr Alltag (und der Roman-Anfang) besteht nur aus dem Immergleichen, schon ewig hat sie mit niemandem mehr als das Nötigste gesprochen. Doch mit einer Maus lässt diese Art von Rückzug sich nicht durchhalten … ein besonderer Roman, der minimalistisch beginnt und immer mehr Sprache, Beschreibung und Figuren benötigt.
Gast: Simon van Booy, britischer Bestsellerautor in New York, antwortet am liebsten mit Geschichten, trat als Kind nie auf die Risse im Gehsteig, ganz großer Mäuse-Fan, mag aber auch Esel.
Host: Judith Heitkamp, denkt jetzt häufiger über Mäuse nach.
Sprecher: Jens Wawrczeck, mag schräge Geschichten und hat schon einige für uns gelesen. Und natürlich ist er „Die drei ???“-Stimme von Peter Shaw.
Buch: Simon van Booy, „Eine Maus namens Merlin“, übersetzt von Dorothee Merkle, Klett Cotta.
Hörtipp: Simon van Booys Mäuse hatten etwas Buddhistisches, so erzählt er im Podcast. Sie brachten ihn auf viele Gedanken, über Kleinheit und Größe zum Beispiel. Für alle, die sich gerne auf mehr solcher kleinen und großen Fragen einlassen, gibt es „Das philosophische Radio“. Ein Austausch mit anderen nachdenklichen Menschen in einer einzigartigen öffentlichen philosophischen Diskussion.https://1.ard.de/philosophisches-radio
Craig Brown: Q-das unglaubliche Leben der Queen
Lesung und Gespräch. "Sie ist die berühmteste Persönlichkeit der Geschichte!" Sagt Craig Brown, der Elizabeth II. eine tolle Biographie gewidmet hat. Begegnungen, etwa mit den Beatles, strenge Rituale und …
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Lesung und Gespräch. "Sie ist die berühmteste Persönlichkeit der Geschichte!" Sagt Craig Brown, der Elizabeth II. eine tolle Biographie gewidmet hat. Begegnungen, etwa mit den Beatles, strenge Rituale und fröhliches Corgi-Gebell.
So lange wie sie regierte keine andere Herrscherin im Vereinigten Königreich. 70 Jahre lang, von 1952 bis zu ihrem Tod im September 2022, war Elisabeth II. Königin. Bereits die Geburt der Prinzessin am 21. April 1926 war ein weltweites Medienereignis. Gleiches gilt für ihre Krönung im zweiten Jahr der Regentschaft, im Juni 1953. „Sie ist unendlich interessant“, schwärmt Craig Brown im Buchgefühl-Interview. „In England war sie auf jeder Briefmarke. Und fast jeden Tag im Fernsehen und in der Zeitung. Wir waren uns ihrer stets bewusst.“ In seinem Buch „Q. Das unglaubliche Leben der Queen“ erzählt der englische Schriftsteller, Publizist und Satiriker die Lebensgeschichte dieser, seiner Königin. Und wie in seinem vorherigen Buch über die Beatles erzählt er die Biographie in besonderen Perspektiven und auf besondere Weise. Zum Beispiel lässt Brown unzählige Menschen zu Wort kommen, die der Queen begegnet sind und die in Anwesenheit Ihrer Majestät immer wieder zu sonderbaren Verhaltensformen neigten. Zum anderen spielt er auf fröhliche Weise mit den Genres, schreibt etwa aus allen Weihnachtsansprachen der Königin eine einzige, entwirft ein Glossar für Imitatorinnen der Queen, skizziert einen Stammbaum ihrer verehrten Corgis oder berichtet von einer Auktion mit königlichen Devotionalien wie einem Stück (längst steinharter) Hochzeitstorte – von Prinzessin Anne. „Die Queen war eine durchschnittliche, ganz normale Person“, so Craig Brown. „Und genau das macht sie interessant. Wie kann man normal sein in einer solchen Position?“
Gast: Craig Brown, Schriftsteller, Publizist und Satiriker aus England. Wurde in Deutschland bekannt mit einem herrlichen Buch über die Beatles. Seine Begeisterung für die Fab Four ist auch in der großen Biographie von Elizabeth II. zu spüren. Her Majesty!
Host: Niels Beintker, kein Adelsexperte, vielmehr historisch interessierter Vielleser. Hat bei der Lektüre von Craig Browns „Q“ so viel erfahren können und musste ebenso immer wieder lachen.
Sprecher: Oliver Stokowski, Schauspieler am Residenztheater München. In dieser Spielzeit unter anderem als Richter Adam im „Zerbrochenen Krug“ und als Graf Capulet in „Romeo und Julia“ zu sehen.
Regie: Irene Schuck, begleitet viele Ausgaben des Podcasts „Buchgefühl“, so auch diese, zum 100. Geburtstag von Elizabeth II. am 21. April 2026.
Buch: Craig Brown: Q. Das unglaubliche Leben der Queen. Aus dem Englischen von Tobias Gabel, C.H. Beck, 750 S.
Hör-Tipp: Der History-Podcast „Alles Geschichte“. Mit einer Serie über eine Frau, die im Nationalsozialismus groß Karriere machte: Leni Riefenstahl. In fünf Folgen erzählt „Riefenstahl. Influencerin des Bösen“ von der Biographie der Regisseurin in den 1930er und 40er Jahren und ihrem Weg zur Propagandistin des Mörderstaates. https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:d69cff7e7eabbc82/
Joseph Incardona: Das Game
Lesung und Gespräch. "Das einfachste Spiel der Welt!", sagt Joseph Incardona. Das Auto anfassen und nicht mehr loslassen. Stunden. Tage. Nächte. Der Westschweizer Autor über seine nicht nur literarische …
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Lesung und Gespräch. "Das einfachste Spiel der Welt!", sagt Joseph Incardona. Das Auto anfassen und nicht mehr loslassen. Stunden. Tage. Nächte. Der Westschweizer Autor über seine nicht nur literarische Versuchsanordnung
Wie idiotisch kann ein TV-Spiel sein? Drei mal fünf Minuten am Tag, um zum Klo zu gehen, ansonsten essen und schlafen mit der Hand an einer Karosserie, bis nur noch ein Kandidat übrig ist. Und das sei nichts, was er sich ausgedacht habe, erzählt der Westschweizer Schriftsteller Joseph Incardona Judith Heitkamp in Buchgefühl. Vorbild war ein amerikanisches TV-Format, in dem es darum ging, das Auto zu gewinnen. In seinem Roman lässt er Anna mitmachen, die darin ihre letzte Chance sieht; kurz vorher ist ihre bescheidene Existenz als Marktverkäuferin an französischen Küstenorten zusammengebrochen. Ein sogartiger Roman irgendwo zwischen Squid Game, Reality-Show und französischem Sozialdrama. Was die Hauptfigur angeht, kann er nur auf zwei Arten enden – sie gewinnt, oder sie gewinnt nicht. Oder?
Gast: Joseph Incardona, lebt in Genf, schreibt „Noirs“ und Krimis, manchmal ohne Ermittler.
Host: Judith Heitkamp, Reality-TV non merci.
Sprecherin: Lou Strenger, demnächst Staatsanwältin im Münsteraner Tatort, las den ganzen Roman für ARD Sounds
Regie: Irene Schuck, auch Regisseurin des Hörbuchs „Das Game“.
Buch: „Das Game“ von Joseph Incardona, Das Game, übersetzt von Lydia Dimitrow, Lenos Verlag.
Hörtipp 1: Hier der ganze Roman als Hörbuch. Joseph Incardona: Das Game - Lass nie los · Neue Folgen - Jetzt Podcast anhören!
Hörtipp 2: Der Podcast „Deep Doku“ erzählt persönliche Geschichten und taucht alle zwei Wochen in eine andere Lebensrealität ein. Audio-Dokus und Reportagen, die auf eine akustische Reise schicken.https://1.ard.de/deep_doku
Matthias Jügler: Wir dachten, wir könnten fliegen
Lesung und Gespräch. Riesenalk, Ur oder die Stellersche Seekuh sind ausgestorben. In Erzählungen werden sie und andere Tier- und Pflanzenarten neu zum Leben erweckt. "Die Literatur eröffnet einen emotionalen …
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Lesung und Gespräch. Riesenalk, Ur oder die Stellersche Seekuh sind ausgestorben. In Erzählungen werden sie und andere Tier- und Pflanzenarten neu zum Leben erweckt. "Die Literatur eröffnet einen emotionalen Zugang zu ihnen."
Noch einmal bekommt sie eine große Bühne: die Stellersche Seekuh (Hydrodamalis gigas). In einem Ballsaal am fernen Rand Sibiriens soll sie tanzen, zu einer Mazurka. Der Ur oder Auerochse (Bos primigenius) stapft derweil einsam durch die Wälder im heutigen Polen und fragt sich, ob er wohl der letzte seiner Art ist. Und der Riesenalk (Pinguinus impennis) ist schon gar nicht mehr da. Drei von 19 Heldinnen und Helden in Matthias Jüglers Anthologie „Wir dachten, wir könnten fliegen“, einer Sammlung mit Erzählungen und literarischen Essays über ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten. „Es ist uns nicht gegeben, diese Arten wieder zum Leben zu erwecken“, sagt Matthias Jügler bei einem Spaziergang durch den Zoo in seiner Heimatstadt Leipzig. „Aber mit der Literatur können wir das. Ich wollte, dass man mit ihr einen emotionalen Zugang zu den Arten bekommt, die man nicht kennt.“
Der Schriftsteller lud von ihm geschätzte Kolleginnen und Kollegen zum Schreiben ein. Darunter Autorinnen und Autoren wie Caroline Wahl, Iris Wolff, T.C. Boyle oder John Burnside. Ein Hörbuch mit ihren Texten ist – als ARD Gemeinschaftsproduktion – bei ARD Sounds erschienen. Stellvertretend für alle präsentiert diese Buchgefühl-Ausgabe Auszüge aus den Erzählungen von Katerina Poladjan und Henning Fritsch über die Stellersche Seekuh und von Julia Schoch über den Auerochsen oder Ur. Im Gespräch im Leipziger Zoo erzählt Matthias Jügler über die Entstehung der Anthologie und einige Aha-Erlebnisse. Derweil warten er und Niels Beintker auf das Ostafrikanische Spitzmaulnashorn.
Gast: Matthias Jügler, Schriftsteller und Publizist, in Halle/Saale geboren und heute in Leipzig zu Hause. In den Romanen „Die Verlassenen“ und „Maifliegenzeit“ hat er sich mit der Geschichte der DDR beschäftigt. Eine Lieblingsbeschäftigung neben dem Schreiben ist das Angeln. Ein besonderer Fang hat Matthias Jügler auch zur Anthologie über die ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten inspiriert.
Host: Niels Beintker, stammt aus der gleichen Stadt wie Matthias Jügler und wurde über einen Zeitungsartikel auf den Schriftsteller aufmerksam, einen Essay über den mutigen Schriftsteller Jürgen Fuchs und das Widerstehen in der DDR.
Buch: Matthias Jügler (Hg.): Wir dachten, wir könnten fliegen, Penguin, 256 S., mit Illustrationen von Barbara Dziadosz. Das Hörbuch – eine ARD Gemeinschaftsproduktion – ist in ARD Sounds erschienen. https://www.ardsounds.de/sendung/wir-dachten-wir-koennten-fliegen/urn:ard:show:153133f333bc78d1/
Hörtipp 1: Anja Gmeinwieser und ihr Roman „Wir Königinnen“. Ein Truck, 24 Rinder und zwei ungleiche Frauen, "Königinnen" der Autobahn und privater Krisen: ein wilder Roman um Sisterhood und Sinnsuche, eine Road Novel durch Osteuropa zwischen Empowerment und fragwürdigen EU-Richtlinien. Lesung mit Carmen Yasemin Ipek. https://www.ardsounds.de/sendung/anja-gmeinwieser-wir-koeniginnen/urn:ard:show:a6c342be674a08de/
Hörtipp 2: „Elefant, Tiger und Co. – Der Podcast“. Dirk Hentze, jahrelanger Radio-Begleiter der beliebten Fernsehsendung aus dem Leipziger Zoo, besucht jeden in diesem Reich, der ihm die Tür offenhält und über seinen "Traumberuf" plaudert. Da treffen sich zwei, die gern erzählen, und zum Glück ist auch ein Mikrofon dabei. Eine weitere Facette der besonderen Tier- und Menschenwelt und mehr Zeit für ihre Geschichten. https://www.ardsounds.de/sendung/elefant-tiger-und-co-der-podcast/urn:ard:show:546c41e9f574c49a/
Dana von Suffrin: Toxibaby
Lesung und Gespräch. "Die betreiben ihre unglückliche Beziehung als Hobby" - Dana von Suffrin seziert das Thema Millenials und Liebe. Und Lou Strenger liest Gedankenketten sehr spezieller Paar-Logik. Wir trafen …
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Lesung und Gespräch. "Die betreiben ihre unglückliche Beziehung als Hobby" - Dana von Suffrin seziert das Thema Millenials und Liebe. Und Lou Strenger liest Gedankenketten sehr spezieller Paar-Logik.
Wir trafen Dana von Suffrin auf der Leipziger Buchmesse und sprachen über „Toxibaby“, über toxische Beziehungen, Generationenfragen und lange Sätze, die Platz genug fürWidersprüchliches bieten. „Ich möchte gerne, dass beide Figuren gleichzeitig gut und böse sind und dass sie immer recht und unrecht haben“, sagt sie im Gespräch mit Judith Heitkamp. Die Generation der Millenials mit ihrer Verunsicherung durch Krisen und wirtschaftlichen Niedergang navigiere auch beziehungstechnisch in Unsicherheit. „Wir denken ja manchmal, die Liebe sei etwas Überzeitliches und immer gleich, aber das stimmt natürlich nicht, ganz viel von unseren romantischen Vorstellungen ist von Zeit, Gesellschaft und Politik beeinflusst. Mich hat das interessiert, weil ich so ein typischer Millenial bin.“ Toxibaby und Herzchen jedenfalls kommen auf 13 Trennungen in drei Jahren. Und Ich-Erzählerin Herzchen legt in langen Gedankenketten und mit Sinn für Komik dar, wie sie ihr Leben mit Toxi erklärt, erträumt, verteidigt und verzerrt.
Gast: Dana von Suffrin, lebt in München, bekommt von ihrer Leserschaft gerade sehr verschiedene Einschätzungen zum Grad von Unglück und Glück der Beziehung in Toxibaby
Host: Judith Heitkamp, zwischen Boomern und Millenials, allen Literaturgenerationen gegenüber aufgeschlossen
Sprecherin: Lou Strenger, demnächst Staatsanwältin im Münsteraner Tatort, las auch schon „Das Game“ für ARD Sounds Joseph Incardona: Das Game | Lesung mit Lou Strenger | MDR.DE
Regie: Irene Schuck, lenkt die Aufnahmen in vielen Folgen von Buchgefühl
Buch: Dana von Suffrin, Toxibaby, Kiepenheuer & Witsch, 239 S., 23 Euro.
Hörtipp 1: In anderen Zeiten war es auch schon kompliziert mit den Beziehungen. Siehe Lebenswerk von Jane Austen. Und unsere Folge dazu. Buchgefühl - Lesung und Gespräch · Jane Austen: Vernunft und Gefühl · Podcast in ARD Sounds
Hörtipp 2: Was ist eigentlich mit meinen Gefühlen los? Eine Frage, um die sich der Psychologie-Podcast "Die Lösung" kümmert. Host Verena "Fiebi" Fiebiger und Journalistin Sophia Sailer sortieren das tägliche Gefühlschaos. Mit dabei sind die Psychotherapeut:innen Nike Hilber und Sina Haghiri. Zusammen reden sie über alles, was mentale Gesundheit angeht. Jeden Donnerstag neu in ARD Sounds https://feeds.br.de/die-loesung-der-psychologie-podcast-von-puls/feed.xml








