Der mussmansehen Podcast – Filmbesprechungen

Der mussmansehen Podcast – Filmbesprechungen

NeuEpisode 303: Psycho - Halloween & Mommy Issues (schon wieder?)21.10.2026 · 1 Std. 58 Min.
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21. Okt. 2026

Über den Podcast

Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, dessen Horizont zu erweitern und ordentlich über den Film zu streiten. Jeden Mittwoch gibt es eine neue Episode mit einem Film, viel Diskussion, viel Streit und auch der ein oder anderen Topliste.

Folgen 304

  1. Episode 303: Psycho - Halloween & Mommy Issues (schon wieder?)

    1 Std. 58 Min.

    Marion Crane ist mit sehr viel Geld unterwegs. 40.000 Dollar, die sie ihrem Arbeitgeber geklaut hat und einfach losgefahren ist, um sich mit ihrem Geliebten abzusetzen. Als sie sich unterwegs in Bates Motel …

    Shownotes

    Marion Crane ist mit sehr viel Geld unterwegs. 40.000 Dollar, die sie ihrem Arbeitgeber geklaut hat und einfach losgefahren ist, um sich mit ihrem Geliebten abzusetzen.

    Als sie sich unterwegs in Bates Motel einquartiert, trifft sie auf Norman, den unterdrückten Sohn der Besitzerin des Motels. Als sie mit anhören muss, wie Norman von seiner Mutter beschimpft wird, versucht sie ihn vorsichtig zu ermutigen, sich von seiner Mutter loszusagen und ein eigenes Leben zu starten. Einige überraschend heftige Abwehrreaktionen seinerseits und ein karges Abendessen später ist Marion wieder allein in ihrem Zimmer. Während sie sich eine Dusche gönnt, kommt von hinten eine Gestalt hineingeschlichen, hebt ein Messer und sticht mehrfach auf Marion ein. Norman schreit auf, als er am nächsten Tag die Tote findet und ist entsetzt von der Tat seiner Mutter, räumt aber alles sehr professionell auf und lebt weiter, als wäre nichts geschehen.

    Da Marion inzwischen wegen Diebstahls gesucht wird, bekommt Bates Motel kurz darauf Besuch von Ermittlern. Sie wollen mit Norman und mit seiner Mutter reden, doch die Mutter wird allen verweigert. Das finden alle verdächtig und als Milton sich heimlich Zugang verschafft, wird auch er von der Mutter mit dem Messer niedergestreckt. Lila, unser final Girl, hat da mehr Glück. Bei ihrer Suche entdeckt sie im Keller Schreckliches: die mumifizierte und sehr tote Mutter von Norman Bates. Ein Psychologe sortiert das ganze Elend am Ende nochmal ein: Norman sich immer wieder in Frauenkleider warf, um die Menschen, die ihnen zu nahe kamen, umzubringen, sei psychisch krank und von seiner toten Mutter besessen.

    Plor, sollten wir über deine Kastrationsangst sprechen, oder bringst du mich dann um?

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  2. Episode 302: Backrooms - Halloween & Liminal Spaces

    2 Std. 6 Min.

    Im Sommer 1990 entdeckt der erfolglose Möbleverkäufer Clark im Keller seines Möbelhauses einen merkwürdigen Glitch in der Wand. Man kann hindurch gleiten und landet in den titelgebenden Backrooms: Eine endlos …

    Shownotes

    Im Sommer 1990 entdeckt der erfolglose Möbleverkäufer Clark im Keller seines Möbelhauses einen merkwürdigen Glitch in der Wand. Man kann hindurch gleiten und landet in den titelgebenden Backrooms: Eine endlos scheinende Kaskade von leeren Gängen und Räumen. Irgendwie wie ein verlassenes Bürogebäude, irgendwie aber auch eine verzerrte Widerspiegelung der Realität.

    Da ihm seine Therapeutin Mary keinen Glauben schenkt, beschließt Clark, Beweise zu sammeln. Zusammen mit seinen Angestellten Kat und Bobby und ausgerüstet mit einer Kamera begibt er sich erneut nach unten. Doch bald müssen er und seine kleine Reisegruppen feststellen, dass sie nicht allein sind.

    Wochen später erhält Mary eine ominöse Anrufbeantworterbotschaft ihres Patienten. Sie beschließt Clark zu suchen und landet ebenfalls in den Backrooms. Dort hat sich Clark mittlerweile ein neues Leben eingerichtet, dessen bizarre Details Mary – und dem Publikum – das Blut in den Adern gefrieren lassen.

    Backrooms aus dem Jahr 2026, Youtube goes Cinema, Creepypasta als Mainstreamhorror, ein riesiger Publikumserfolg, der das Konzept der Liminal Spaces einer breiten Öffentlichkeit präsentierte.

    Johannes, machen dir Liminal Spaces und Uncanny Valleys Angst?

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  3. Episode 301: The Lighthouse - Halloween und Seemannsgarn

    1 Std. 51 Min.

    Ephraim Winslows Traum ist es, genug Geld zu verdienen, um sich eine kleine Hütte mit ein bisschen Land leisten zu können, und sich dort in Ruhe zurückzuziehen. In den 1890ern bedeutet das für einen einfachen …

    Shownotes

    Ephraim Winslows Traum ist es, genug Geld zu verdienen, um sich eine kleine Hütte mit ein bisschen Land leisten zu können, und sich dort in Ruhe zurückzuziehen. In den 1890ern bedeutet das für einen einfachen Arbeiter, von einem potenziell gefährlichen Knochenjob zum nächsten zu ziehen.

    Bei seiner Arbeit im Leuchtturm wird er von einer erbarmungslosen Natur und seinem hartgesottenen Kollegen Thomas schikaniert, aber er zieht es stoisch durch, soll es doch nach nur vier Wochen schon zu Ende sein. Doch ein Jahrhundertsturm verhindert seine schwer ersehnte Abfahrt und so beginnt ein Abstieg in die dunkelsten Ecken der Psyche beider Männer.

    Als herauskommt dass Ephraims Vorgänger dem Wahnsinn verfallen gestorben ist, ahnen wir warum: Die Einsamkeit, die harte Arbeit, der unweigerliche Streit und der Aberglaube an übermächtige mystische Kreaturen macht den Männern zu schaffen. Eine Meerjungfrau liegt wie eine Sirene verführerisch auf den Klippen, Möwen scheinen reinkarnierte Seemänner zu sein und das Licht des Leuchtturms einen Sog zu haben der die beiden in erbitterten und tödlichen Konkurrenzkampf stürzt.

    Ein Film, der von Seemannsgarn, von Mythen und Legenden lebt und toxische Männlichkeit als Vorhölle erzählt. Frei nach Sartre “Die Hölle sind die Anderen”.

    Plor, was glaubst du welches Schicksal würden wir erleiden, 4 Wochen in einem Leuchtturm ohne Internet gefangen?

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  4. Episode 300

    1 Std. 43 Min.

    Wir feiern Jubiläum und widmen uns in dieser Episode allen möglichen Fragen, Kritikpunkten, Nörgeleien von euch, die sich über die letzten Jahre angesammelt haben. Der Beitrag Episode 300 erschien zuerst auf …

    Shownotes

    Wir feiern Jubiläum und widmen uns in dieser Episode allen möglichen Fragen, Kritikpunkten, Nörgeleien von euch, die sich über die letzten Jahre angesammelt haben.

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  5. Episode 299: The Room and the Disaster Artist (Tommy Wiseau Double Feature)

    2 Std. 40 Min.

    Tommy Wiseau ist ein Phänomen: Ein hagerer muskulöser Kerl, irgendwo zwischen Pirat und Vampir, mit langen schwarzen Haaren, die er sich regelmäßig färbt, einem nicht zu überhörenden osteuropäischen Akzent und …

    Shownotes

    Tommy Wiseau ist ein Phänomen: Ein hagerer muskulöser Kerl, irgendwo zwischen Pirat und Vampir, mit langen schwarzen Haaren, die er sich regelmäßig färbt, einem nicht zu überhörenden osteuropäischen Akzent und einem ebenso exaltierten wie exzentrischen Auftreten. Der Nachwuchsschauspieler Greg Sestero lernt diesen schrägen Vogel Ende der 90er in einem Schauspielseminar kennen und es entwickelt sich eine ungewöhnliche und auch leicht toxische Freundschaft. Wiseau macht ein Geheimnis aus seinem Privatleben: Seinem Alter, seiner Herkunft, und vor allem daraus, wie er zu seinem unfassbaren Vermögen gekommen ist. Er ist besitzergreifend, egomanisch, hat kein Gespür für soziale Normen und die Grenzen anderer. Aber er kann auch großzügig, motivierend und charismatisch sein. Er vermietet Greg seine Wohnung in L.A. zu einem Spottpreis, pusht ihn in seinem Vorhaben, in Hollywood Fuß zu fassen, unterstützt ihn sowohl mental als auch finanziell.

    Und schließlich engagiert Tommy Greg für seinen Debütfilm: Ein großes Projekt mit einem Budget von mehreren Millionen Dollar. Wiseau ist Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller… und keine dieser Rollen beherrscht er auch nur Ansatzweise. Die Dreharbeiten werden zum puren Chaos, der Film der 2003 daraus entsteht – The Room – erarbeitet sich über die Jahre den Ruf, der schlechteste Film aller Zeiten zu sein.

    In The Room geht es um den erfolgreichen Bankier Johnny – gespielt von Wiseau -, der in eine Krise gerät, als seine Verlobte Lisa ihn mit seinem besten Freund Mark – gespielt von Sestero – betrügt. In Sideplots sehen wir einen 15jähriger Waisenknaben (gespielt von einem fast 30jährigen Schauspieler), ein Footballspiel in schicken Anzügen, einen aggressiven Drogendealer, viele Rosen, noch mehr Stockfotos von Löffeln, Chicken Tscheep Tscheep Tscheep.. Und das alles umschreibt nicht mal ansatzweise, was so phänomenal an diesem Machwerk ist.

    Zehn Jahre später wird Greg Sestero seine Freundschaft zu To,,my Wiseau und seine Erlebnisse bei den Dreharbeiten in dem Roman “The Disaster Artist- My Life Inside The Room, the Greatest Bad Movie Ever Made” verarbeiten. Und die Gang um Seth Rogen wird eben jenen Roman 2017 als The Disaster Artist verfilmen.

    Zwei Filme besprechen wir also heute: Einen der mutmaßlich schlechtesten Filme aller Zeiten: The Room aus dem Jahr 2003, eine krude Mischung aus Erotikdrama, Thriller und What the Fuck. Und den Buddy Movie The Disaster Artist aus dem Jahr 2017, eine warmherzige Komödie über die Entstehung von The Room und die Beziehung seiner beiden wichtigsten Akteure.

    Johannes, wir wissen beide: “So bad, it’s good!” ist ne Sache, die existiert. Und deswegen finde ich diese Einstiegsfrage durchaus berechtigt: Bei welchem von den beiden Filmen hast du dich besser unterhalten gefühlt?

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  6. Episode 298: Project Hail Mary - Buddy Comedy in Space

    1 Std. 52 Min.

    Was macht man wenn man als Wissenschaftler eine wilde Theorie zu den Bausteinen des Lebens hat, die von der allgemeinen Wissenschaftswelt für unhaltbar gehalten wird? Ganz klar – man wird Grundschullehrer. Und …

    Shownotes

    Was macht man wenn man als Wissenschaftler eine wilde Theorie zu den Bausteinen des Lebens hat, die von der allgemeinen Wissenschaftswelt für unhaltbar gehalten wird? Ganz klar – man wird Grundschullehrer. Und Ryland Grace ist gerne Grundschullehrer, bis ihn ein Spezialkommando abholt, um ihn zu seiner unhaltbaren Theorie zu befragen. Er soll helfen, die Welt zu retten, die von sogenannten Astrophagen bedroht wird. Einem Organismus, der nach und nach die Sonne abdunkelt, weil er sich von ihrer Energie ernährt. Zumindest grob gesagt.

    Als er in einem Raumschiff aufwacht, weiß er davon erst einmal nichts. Sein Kopf muss sich erstmal vom Bullshit-Coma erholen und erinnert sich erst nach und nach daran, wie er dort gelandet ist. Zu allem Überfluss sind seine Raumschiff-Buddys gestorben und er irrt alleine im Weltall umher. Weit weg von zu Hause. Bis er von einem Alien, das auch weit weg von zu Hause ist, eine Botschaft erhält, der Start einer interspezifischen Freundschaft.

    Überraschend wissenschaftlich nachvollziehbar lernen sie die Sprachen des anderen zu verstehen und machen sich gemeinsam auf eine Mission. Die Erde und den Heimatplaneten von Rocky zu retten.

    Ein Buddy-Movie-Science-Fiction Streifen mit Betonung auf Science – aber echter Science?

    Plor, du als Astronomie-Profi.. wie würdest hier du die Fakten von Fiktion trennen?

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  7. Episode 297: Lola rennt - Mit 140 BPM durchs Berlin der 90er Jahre

    1 Std. 25 Min.

    Lola rennt. Warum? Weil sie es eilig hat. Warum hat sie es eilig? Weil ihr Freund Manni Mist gebaut hat. Der Kleinkriminelle sollte für seinen Boss, den Hehler Ronnie, 100.000 Mark nach Berlin bringen und hat …

    Shownotes

    Lola rennt. Warum? Weil sie es eilig hat. Warum hat sie es eilig? Weil ihr Freund Manni Mist gebaut hat. Der Kleinkriminelle sollte für seinen Boss, den Hehler Ronnie, 100.000 Mark nach Berlin bringen und hat sie ausversehen in der U-Bahn liegen gelassen. Und jetzt ist die Kacke am Dampfen. Wenn er nicht irgendeine Möglichkeit findet, Ronnie in den nächsten 20 Minuten das Geld zu beschaffen, ist er dran. Sein Plan, einen Supermarkt um die Ecke überfallen. Lola sagt: “Warte, mir fällt schon was ein. Mir fällt immer was ein.” Und sie rennt los. Quer durch Berlin, um das Geld aufzutreiben und rechtzeitig bei Mann zu sein, bevor er was anstellt. Ihr Plan: Bei ihrem Vater, der Filialleiter in einer Bank ist, um das Geld zu bitten. Der hat jedoch andere Sorgen. Seine Affäre hat ihm gerade gesagt, dass sie schwanger ist. Und so versagt er Lola nicht nur die Hilfe, sondern lässt sie auch gleich rauswerfen. Lola hat die 100.000 Mark nicht, kommt zu spät, und muss mit ansehen, wie Manni den Supermarkt überfällt. Auf der gemeinsamen Flucht vor der Polizei wird Lola von einer Kugel getroffen, fällt und stirbt.

    Und nun? Rewind, wie die Battle Rapper sagen würden. Zurück auf Anfang, den Beat von vorne abgespielt und erneut losgerannt. Lola erhält vom Schicksal eine zweite Chance, einen zweiten Lauf. Und ganz nach dem klassichen Butterfly Effect führen geringe Veränderungen in der Handlung zu weitreichenden Folgen.

    Lola rennt von Tom Tykwer aus dem Jahr 1998, ein schneller, wilder, auf 90er Jahre Beats abgestimmter Trip. Dreimal 20 Minuten, drei Läufe, drei unterschiedliche Schicksalswege. Inszeniert in 35mm, und digital Video, und Polaroids, und Zeichentrickanimation: Wild ungezügelt, Videoclipästhetik trifft Arthaus trifft Actionkino und lässt sein Publikum atemlos zurück.

    Johannes, du kennst auch das Berlin der späten 90er und frühen 2000er. Was glaubst du, wie war Strecke du hier zu Fuß zurückgelegt hast? Und vor allem, hast du deine Fußwege hier ähnlich wahrgenommen wie Lola in ihrem Marathonlauf?

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  8. Episode 296: Swiss Army Man - Incels, Fart Jokes and the Meaning of Life

    1 Std. 40 Min.

    Hank ist gestrandet, er ist am Ende, er kann nicht mehr. Auf seiner einsamen Insel, die aussieht, als wäre sie von einem 4-Jährigen erdacht, beschließt er, sich umzubringen. Aber halt, da ist doch was! Was …

    Shownotes

    Hank ist gestrandet, er ist am Ende, er kann nicht mehr. Auf seiner einsamen Insel, die aussieht, als wäre sie von einem 4-Jährigen erdacht, beschließt er, sich umzubringen. Aber halt, da ist doch was! Was liegt denn da am Strand? Ein Mensch? Ach shit, der Typ ist tot. Eine angespülte Leiche. Der kann ihm nicht weiterhelfen. Oder etwa doch?
    Die Leiche hat Blähungen, irgendwo müssen die Zersetzungsgase im Körper ja hin. Der Furz, der dann kommt, ist so massiv, dass Hank das Potential endlich sieht: er schiebt die Leiche ins Wasser, setzt sich darauf und nutzt die entweichenden Gase als Bootsantrieb. Uuund schon sind wir im Bereich des Fantastischen und das nutzt der Film schamlos aus. Nicht nur Furzt die Leiche, wann immer es nützlich ist, sie kann auch Trinkwasser speien, als Rasierapparat herhalten, Dinge in hohem Tempo aus seinem Mund schießen, den Weg mit seinem Peniskompass weisen und mit der Zeit… wieder reden. Da kommt wieder Leben in den Körper und wir sehen dabei zu, wie sich eine Freundschaft zwischen Hank und der Leiche Manny entwickelt. Da Manny sein Gedächtnis verloren hat, muss Hank ihm erklären, was das Leben so lebenswert macht. Gemeinsam suchen sie den Weg nach Hause, zurück in die Zivilisation, die, wie sich herausstellt, nur um die Ecke, eine Böschung entfernt auf sie wartet.

    Ein massiv absurder, weirder Roadmovie, voller Jokes unter der Gürtellinie, aber auch viel Liebe für das Leben. Es geht um Scham, Außenseiterdasein und gesellschaftliche Normen.

    Die Regisseure, die Daniels, haben den Film damals folgendermaßen verkauft: “Wir wollen einen Film machen, in dem der erste Furz dich zum Lachen bringt und der letzte zum weinen.” – Plor, hat das bei dir funktioniert?

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  9. Episode 295: Das Millionenspiel - Hunger Games mit Didi Hallervorden und Dieter Thomas Heck

    1 Std. 39 Min.

    Bernhard Lotz befindet sich auf der Flucht. Er ist kein Krimineller, kein Geheimagent, kein Superheld. Nichts weiter als ein einfacher Leverkusener, der von drei erbarmungslosen Killern gejagt wird. Der Grund …

    Shownotes

    Bernhard Lotz befindet sich auf der Flucht. Er ist kein Krimineller, kein Geheimagent, kein Superheld. Nichts weiter als ein einfacher Leverkusener, der von drei erbarmungslosen Killern gejagt wird. Der Grund: TV-Unterhaltung. Bernhard Lotz ist Kandidat der großen Spielshow “Das Millionenspiel”, die im Einklang mit dem Gesetz zur aktiven Freizeitgestaltung vom 7. Januar 1973 ihrem Kandidaten ermöglicht, eine Million Deutsche Mark zu gewinnen, wenn er es schafft, sieben Tage lang am Leben zu bleiben.

    Während Bernhard versucht, der auf ihn angesetzten Köhler-Bande zu entkommen, wird das Publikum im Studio von Showmaster Thilo Uhlenhorst für das große Finale angeheizt. Dazwischen gibt es Interviews mit Zuschauern, Auftritte des Fernsehballetts und natürlich die obligatorischen Werbeeinspieler für Diätpillen und Potenzmittel.

    Das Millionenspiel aus dem Jahre 1970, ein Fernsehfilm des WDR, wegen Nutzungsrechtsstreitigkeiten Jahrzehnte lang im ARD-Giftschrank eingeschlossen, aber Dank der damaligen Publikumsreaktionen schon immer ein kleiner Kultfilm: Dystopisch, zynisch und mit bereits damaliger und späterer TV-Prominenz in Form von Didi Hallervorden und Dieter Thomas Heck besetzt.

    Johannes, Dank der Tribute von Panem, den Squid Games und Running Man erfreuen sich tödliche Spielshows als Sujet dystopischer Science Fiction bis heute großer Beliebtheit. Wie ordnest du Das Millionenspiel in dieser Reihe ein?

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  10. Episode 294: There will be Blood - Kapitalismus, Religion, Gier

    2 Std. 7 Min.

    Im Mittelpunkt von There will be Blood steht der unabhängige Unternehmer Daniel Plainview, der im frühen 20. Jahrhundert in den USA umherreist, um nach Öl zu bohren. Von einem gewissen Paul Sunday erhält er den …

    Shownotes

    Im Mittelpunkt von There will be Blood steht der unabhängige Unternehmer Daniel Plainview, der im frühen 20. Jahrhundert in den USA umherreist, um nach Öl zu bohren. Von einem gewissen Paul Sunday erhält er den Tipp, dass es in Kalifornien in einem kleinen Städtchen namens Little Boston noch ein riesiges, nicht erschlossenes Erdölgebiet gibt. Zusammen mit seinem Sohn H.W. gelingt es Daniel relativ schnell, den dort ansässigen Farmern ihre Grundstücke abzukaufen und Bohrtürme zu errichten. Sein ambitionierter Plan: Eine Pipeline, die direkt von den Türmen zum pazifischen Ozean führt, um unabhängig von Rockefellers Standard Oil und deren horrenden Transportpreisen zu sein.

    Aber er stößt auch auf Widerstände: Pauls Zwillingsbruder, der evangelikale Pastor Eli Sunday, will ein Stück des Kuchens abhaben, sowohl monetär als auch spirituell. Zwischen den beiden Männern entspinnt sich ein Zweikampf um Land, Seelen und die Deutungshoheit über Sinn und Zweck des amerikanischen Traums. Als schließlich HW bei einem Unfall seine Hörfähigkeit verliert und Daniels unbekannter Halbbruder Henry auftaucht, spitzt sich die Lage zu, und der prophetische Filmtitel findet seine Erfüllung: Es wird Blut fließen.

    There will be Blood, Baby! Paul Thomas Anderson, der große Visionär und Sezierer des amerikanischen Traums, 2007 mit seinem wohl mainstreamtauglichsten Film: Ein opulenter Abgesang auf den Kapitalismus und die Religion im Amerika des 20. und vielleicht auch 21. Jahrhunderts. Und im Gegensatz zu Andersons vorherigen großen Filmen kein Ensemblestück, sondern ein Blick in die düstere Seele eines einzelnen leidenschaftlichen Menschens.

    Johannes, was denkst du? Wie viel Daniel Plainview steckt in dir? Steckt in jedem von uns?

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  11. Episode 293: The Third Man - Film Noir im zerbombten Wien

    2 Std. 5 Min.

    Wien ist nach dem Zweiten Weltkrieg eine geteilte Stadt. Vier Besatzungszonen der vier großen Mächte, die den Krieg gewonnen haben. Untereinander nicht eins. Die Stadt ist arm und es mangelt an Allem. Und so …

    Shownotes

    Wien ist nach dem Zweiten Weltkrieg eine geteilte Stadt. Vier Besatzungszonen der vier großen Mächte, die den Krieg gewonnen haben. Untereinander nicht eins. Die Stadt ist arm und es mangelt an Allem. Und so floriert der Schwarzmarkt. Düstere Verzweiflungsgeschäfte machen Menschen reich, die skrupellos sind, moralisch zweifelhafte Tauschgeschäfte zu betreiben.

    In diese Stadt kommt Holly, ein Amerikaner der von seinem besten Freund Harry ein Jobangebot bekommen hat. Bei seiner Ankunft allerdings ist Harry tot. Frisch vom Auto überfahren und wird gerade beerdigt. Aber irgendwie wirken die Todesumstände merkwürdig, und schnell denkt Holly es sei Mord gewesen. Er fühlt sich verantwortlich der Sache auf den Grund zu gehen und macht sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen dritten Mann, den ein Portier am Unfallort gesehen haben will. Doch alle anderen Beteiligten schwören, dass es nur zwei Männer gab.
    Immer tiefer in den Wiener Sumpf gezogen, stellt Holly irgendwann fest, dass er nicht nur sichergehen muss, WIE Harry gestorben ist, sondern OB er wirklich tot ist. Denn wie sich herausstellt, ist Harry am Leben und der Strippenzieher eines Verbrechens das Menschenleben kostet. Soll er seinen besten Freund an die Polizei verraten? Die Verfolgungsjagd am Schluss, endet tödlich. Für Harry und für Hollys amerikanische Naivität.

    Plor, ist es ein schlechtes Zeichen, dass eine Beschreibung des Filmplots auch vollkommen ohne die Erwähnung der weiblichen Hauptfigur auskommt? Denn eigentlich passiert am Ende des Films etwas sehr ungewöhnliches für die End-40er.

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  12. Episode 292: Ulysses (1967) - Die einzig wahre Odyssee-Verfilmung und der Jahrhundertroman von James Joyce

    2 Std. 2 Min.

    Es war das Jahr 1922, als der irische Autor James Joyce einen Roman schrieb, der irgendwie als der meiste Roman in die Geschichte des 20. Jahrhunderts eingehen sollte. Ein Großstadtroman, ein Roman der Moderne …

    Shownotes

    Es war das Jahr 1922, als der irische Autor James Joyce einen Roman schrieb, der irgendwie als der meiste Roman in die Geschichte des 20. Jahrhunderts eingehen sollte. Ein Großstadtroman, ein Roman der Moderne mit allen Spielereien, die die Epik zu Beginn des 20. Jahrhunderts hergibt: Bewusstseinsströme, symbolische Überhöhung, Tiefenpsychologie, Metatextualität, Kryptizismus, ein wilder Ritt durch alle Genres: Erzählung, Drama, Yellow Press, freie Assoziation, dialektisches Frage- und Antwortspiel… achja, just for the record: Ich liebe liebe liebe dieses Buch! Aber wir sind nicht hier, um über dieses unverfilmbare Stück Prosa zu reden, sondern über seine Verfilmung aus dem Jahr 1962, die sich zumindest auf dem Papier sehr nah an der Vorlage orientiert.

    Erzählt wird ein Tag in der irischen Hauptstadt Dublin. Im Zentrum stehen zwei Personen: Der grüblerische junge Schriftsteller Stephen Dedalus und der gutherzige Jude Leopold Bloom, der versucht darüber hinwegzukommen, dass er von seiner Frau Molly betrogen wird. Die Wege der beiden werden sich an diesem Tag mehrmals kreuzen, bis es schließlich am späten Abend zu einem echten Miteinander kommt. Aber was passiert dazwischen? Stephen ist am Strand unterwegs und verliert sich in seinen Gedanken, Leopold ist permanent antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Wir erleben eine Beerdigung und eine Geburt, Zeitungsannoncen werden gesetzt, philosophische und politische Diskussionen werden geführt, irgendwann geht es ins Bordellviertel, wo der Film zu einem bizarren Fiebertraum wird. Und am Ende dürfen wir dem Gedankenstrom einer einschlafenden – oder orgasmierenden – Frau beiwohnen.

    Aber was passiert da eigentlich wirklich? Die Odyssee natürlich, also in irgendeiner pervertierten, eklektischen, modernen Version. Okay, ich habe natürlich leicht reden, weil ich die Vorlage gut kenne, die Cheat Codes zum Verstehen im Kopf und diverse Komplettlösungen gelesen habe. Hast du bestimmt auch im Nachhinein, Johannes. Aber die spannende Frage ist: Wie wirkt dieser kaleidoskopische Film auf jemanden, der das Buch nicht kennt, der noch nie vom Gilbert-Schema gehört hat? Kommt man da überhaupt rein oder bleibt es von Anfang bis Ende unverständliches akademisches Gewichse?

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  13. Episode 291: Little Miss Sunshine und der amerikanische Traum

    1 Std. 28 Min.

    Die siebenjährige Olive hat eine Obsession für Schönheitswettbewerbe. Vor dem Fernseher ahmt sie die weinenden Gewinnerinnen nach und arbeitet selbst hart an einer Choreographie, die ihr bei Wettbewerben die …

    Shownotes

    Die siebenjährige Olive hat eine Obsession für Schönheitswettbewerbe. Vor dem Fernseher ahmt sie die weinenden Gewinnerinnen nach und arbeitet selbst hart an einer Choreographie, die ihr bei Wettbewerben die Trophäe sichern soll. Ihr Opa Edwin hat sich des Kindes angenommen und verbringt viel Zeit damit, mit ihr im Keller zu üben und zu choreografieren. Dann kommt der unverhoffte Anruf: Olive kann als Zweitplazierte nachrücken, weil die Gewinnerin mit Diätpillen betrogen hat. Damit ist sie berechtigt, am bundesweiten Wettbewerb in JWD teilzunehmen. Da die Familie sich keinen Flug leisten kann, fahren sie mit ihrem klapprigen VW-Bus los, um auf einem Roadtrip allerlei Scheiße mitzunehmen: die Kupplung gibt den Geist auf, was bedeutet dass alle anschieben und aufspringen müssen, der Buchdeal des Vaters platzt, der Sohn entdeckt seine Farbenblindheit und muss seinen Traum als Jetpilot begraben – und der Großvater der Familie stirbt an Drogenmissbrauch. Von all dem will sich die Familie nicht abhalten lassen. Sie wollen Olive unbedingt den Wunsch erfüllen und schaffen es gerade so, sich in den Wettbewerb einzuschreiben.

    Die Bühnenperformances der Kinder allerdings schlagen bei den Familienmitgliedern Alarm. Viel zu professionalisiert, viel zu perfektioniert und aufgehübscht ist die Welt der Kinderschönheitswettbewerbe. Olive ist keinem der bis zur Traumatisierung hochgezüchteten Kinder gewachsen. Olive will trotzdem auf die Bühne, und nun zeigt sich das Erbe des Großvaters: der Tanz des Mädchens gleicht der Stripshow eines billigen Sex-Schuppens. Das Publikum ist entsetzt, die Familie völlig überrascht. Aber in einem Akt der Solidarität kommen Vater, Mutter, Bruder und suizidaler Freund der Familie auf die Bühne und tanzen mit. Ein gemeinschaftlicher Mittelfinger an die toxische Professionalität der Wettbewerbsmaschinerie.

    Zwar ist der Schönheitswettbewerb der Aufhänger, aber eigentlich sehen wir einer vermeintlich dysfunktionalen Familie dabei zu, wie sie zusammenwachsen und als Individuen zueinander finden.

    Plor, ich habe unter massiven Schmerzen recherchiert, wie Schönheitswettbewerbe für Kinder und auch Erwachsene in Amerika und auch anderen Teilen der Welt aussehen. Bist du bereit, den amerikanischen Traum rituell auf dem Schlachtfeld der Beauty Pageants zu töten und deren Reste an die Proust und Nietzsche Fans dieser Welt zu verfüttern?

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  14. Episode 290: Wolfen (Publikumswunsch)

    1 Std. 44 Min.

    New York, Anfang der 80er Jahre. Die Stadt ist im letzten Jahrzehnt gerade so der drohenden Insolvenz entkommen. Die Rettung lag – zumindest wenn es nach dem Neoliberalismus geht – in Revitalisierung und …

    Shownotes

    New York, Anfang der 80er Jahre. Die Stadt ist im letzten Jahrzehnt gerade so der drohenden Insolvenz entkommen. Die Rettung lag – zumindest wenn es nach dem Neoliberalismus geht – in Revitalisierung und Redevelopment. Konkret: Vermeintlich heruntergekommene Stadtviertel werden abgerissen um neuen schicken Bauten Platz zu machen. Einer der prominentesten Investoren dabei ist der Immobilienmagnat Christopher Van der Veer. Als dieser eines Nachts zusammen mit seiner Frau und seinem Bodyguard ermordet wird, scheint die Sache ziemlich klar: Irgendwelche linksradikalen Terroristen müssen dafür verantwortlich sein.

    Der ehemalige Ermittler Dewey Wilson wird daraufhin von der NYPD zurückgeholt, gemeinsam mit der Psychologin Rebecca Neff soll er den Fall aufklären. Schnell jedoch entdeckt Wilson, dass es wohl keine linken Terroristen sind, die für die Morde verantwortlich sind: Die Leichen wurden regelrecht zerrissen, es gibt keine Spuren irgendwelcher Waffeneinwirkung, stattdessen finden sich Wolfshaare am Tatort. Wilsons Ermittlungen führen zu einem alten indigenen Kult, in dessen Zentrum der Wolf eine große Rolle spielt: Zum Morden dressierte Tiere? Gestaltwandler? Werwölfe? Was wir hier vor uns haben, ist nicht sicher. Sicher ist nur, dass es alles andere als Menschlich ist. Und das Morden geht weiter.

    Wolfen aus dem Jahr 1981, ein Horrorthriller aus einer Zeit, in der das Genre gerade einen kleinen Werwolf-Craze erlebte. Aber Obacht: Michael Wadleighs Vision ist weit weg vom europäischen Werwolfsmythos. Stattdessen vermischt er indigene Mythologie mit einem zynischen Blick auf die New Yorker Stadtentwicklung und einer ebenso ökologischen wie sozialdarwinistischen Botschaft. Und ob die Wölfe wirklich die Bösen sind, wird dann auch eher ambivalent beantwortet.

    Johannes, was macht dir mehr Angst: Wölfe in der Wildnis oder Kapitalismus im urbanen Raum?

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  15. Episode 289: Die Abenteuer des Prinzen Achmed - Der älteste (noch erhaltene) Animationsfilm der Filmgeschichte

    2 Std. 20 Min.

    Der erste abendfüllende Animationsfilm… alle haben gesagt: “Das wird nix. Niemand will über 60 Minuten gezeichnete Animationen sehen”… Nope, es ist nicht Schneewittchen und es ist auch nicht Disney. Die Ehre …

    Shownotes

    Der erste abendfüllende Animationsfilm… alle haben gesagt: “Das wird nix. Niemand will über 60 Minuten gezeichnete Animationen sehen”… Nope, es ist nicht Schneewittchen und es ist auch nicht Disney. Die Ehre gebührt einer deutschen Regisseurin mit dem Namen Lotte Reiniger. Ihr Film “Die Abenteuer des Prinzen Achmed” wird heuer 100 Jahre alt. Über 60 Minuten Silhouetten, Schattenfiguren vor aus mehreren Ebenen bestehenden Hintergründen. Achja, vielleicht haben wir hier auch einen der ersten Mashup-Filme vor uns. Im Mittelpunkt stehen Motive aus den Geschichten aus 1001 Nacht, erzählt wird jedoch nicht einfach ein Märchen aus der berühmten Sammlung, stattdessen haben wir ein Zusammenschnitt verschiedener Bruchstücke vor uns:

    Prinz Achmed will unbedingt das magische Pferd ausprobieren, das sein Vater von einem Magier geschenkt bekommen hat. Er erhebt sich mit dem Wesen in die Lüfte… und findet leider nicht den Ausschaltknopf. Das Pferd bringt ihn ins weit entfernte Wak-Wak, wo er sich in die schöne Herrscherin Pari Banu verliebt. Er entführt sie kurzerhand und es gelingt ihm, trotz des rüden Vorgehens, ihr Herz zu gewinnen. Aber der eigentliche Besitzer des Pferdes, der böse Magier, ruht nicht. Kurzerhand entreißt er Pari Banu ihrem Geliebten und verkauft sie an den Kaiser von China. Mit der Hilfe einer Hexe sowie Aladin und seiner Wunderlampe gelingt es Achmed Pari Banu zurückzuholen, den bösen Magier zu besiegen und schließlich in einer epischen Schlacht auch die Dämonen zu schlagen, die ihre Herrscherin nur für sich haben wollen.

    Ein wilder Mix aus arabischen Märchen, einzig und allein erzählt in Schattenfiguren… Johannes, funktioniert das heute noch?

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  16. Episode 288: Falsches Spiel mit Roger Rabbit -

    2 Std. 26 Min.

    Roger Rabbit – der gezeichnete Star eine Cartoon-Serie – scheint in letzter Zeit bei den Dreharbeiten nicht mehr allzu konzentriert zu sein. Seine Frau, glaubt er, betrügt ihn. Spielt Patty Cake mit dem Chef …

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    Roger Rabbit – der gezeichnete Star eine Cartoon-Serie – scheint in letzter Zeit bei den Dreharbeiten nicht mehr allzu konzentriert zu sein. Seine Frau, glaubt er, betrügt ihn. Spielt Patty Cake mit dem Chef der Produktionsfirma. Was gleichzeitig ein Euphemismus für Sex – und ein unschuldiges Abklatschspiel ist.
    Als eben jener Chef der Firma tot aufgefunden wird, ist der eifersüchtige Ehemann Roger Rabbit der erste Verdächtige. Er beauftragt Eddie Valiant – einen alkoholabhängigen abgehalfterten Detektiven – um zu beweisen, dass er unschuldig ist. Eigentlich kann Eddie Toons nicht ausstehen, aber er hat ein Herz und hilft Roger Rabbit den eigentlichen Killer zu finden und entdeckt dabei auch den Toon, der seinen Bruder umgebracht hat.

    Gleichermaßen Neo-Noir Thriller und Slapstickkomödie mit vielen liebevollen Anspielungen an Filme und Zeichentrick, die man sich so vorstellen kann, in einer Welt in der Cartoon-Figuren und reale Menschen so mühelos miteinander interagieren, dass man aus dem Staunen nicht mehr rauskommt. Zumindest wenn man sich vom Lachkrampf erholt hat.
    Der Film ist mitnichten für Kinder gemacht, auch wenn man darauf geachtet hat, dass Kinder keinen Schaden nehmen. Aber die meisten Gags dürfte man nur als Erwachsener verstehen.

    Plor, hast du den Film als Kind gesehen, als er rauskam? Oder hast du den Film deinem Kind gezeigt? Ich brauche Insight, wie Kinder darauf reagieren.

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  17. Episode 287: Lady Snowblood - The Kill Bill Prototype

    Schwertkämpferin will Rache üben, hakt nach und nach eine Liste ihrer Opfer bzw. Ziele ab und vergießt dabei ordentlich Blut? Nope, it’s not Tarantino, aber wahrscheinlich der Film, der wie kein anderer Vorlage …

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    Schwertkämpferin will Rache üben, hakt nach und nach eine Liste ihrer Opfer bzw. Ziele ab und vergießt dabei ordentlich Blut? Nope, it’s not Tarantino, aber wahrscheinlich der Film, der wie kein anderer Vorlage für Kill Bill war: Die titelgebende Lady Snowblood, Yuki, wurde im Gefängnis geboren, ihr einziger Daseinszweck, die Rache vollenden, die ihre Mutter wegen ihrer Gefangenschaft nicht vollenden konnte. Auf der Liste stehen drei Namen: Banzo, Okono und Gishiro. Diese haben damals die Familie von Yukis Mutter getötet und sie selbst brutal vergewaltigt. An einem konnte Yukis Mutter bereits Rache üben, daher sitzt sie im Gefängnis, in dem sie bei Yukis Geburt stirbt: Nicht ohne dieser als Baby bereits die Bürde der Rachevollendung weiterzugeben. Und so metzelt sich die mittlerweile erwachsene Yuki durch ihre Liste, um den letzten Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen

    Lady Snowblood aus dem Jahr 1973 spielt in der Meiji-Zeit, im Japan des 19. Jahrhunderts, als die Moderne peu à peu traditionelle Werte ablöste. Unser Racheengel, eine traurige, verzweifelte und einsame Frau, aber auch eine tödliche Waffe, die nicht lange fackelt, ihre Feinde im wahrsten Sinne des Wortes einen Kopf – oder ein anderes Körperteil – kürzer zu machen. Ein Revengethriller, ein Exploitationfilm mit viel Blut, aber auch ein überraschend komplexes Drama um Schuld, Sühne und die Last der Rache: Hochstilisiert, verzweigt montiert und voller doppelter Böden.

    Johannes, was hast du in dem Film gesehen? Den Proto-Tarantino, den 70er B-Movie Flick, oder doch auch ein bisschen Kunst?

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  18. Episode 286: The Sound of Music - Dichtung und Wahrheit der Trapp-Familie. Oder: Warum in US-Musicals irgendwann immer Nazis auftauchen...

    So sehr sich Maria auch bemüht, eine gute Nonne wird sie nie werden. Das bemerkt auch die Mutter Oberin und schickt die ADHSlerin zur Familie von Trapp, die eine neue Gouvernante für ihre sieben Kinder sucht …

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    So sehr sich Maria auch bemüht, eine gute Nonne wird sie nie werden. Das bemerkt auch die Mutter Oberin und schickt die ADHSlerin zur Familie von Trapp, die eine neue Gouvernante für ihre sieben Kinder sucht. Marias loses Mundwerk bringt ihr Ärger, aber auch Anerkennung ein. Sie sorgt dafür, dass die Kinder ein Jahr nach dem Tod der Mutter endlich wieder Spaß haben, und übergeht damit mehr als nur einmal das strenge Regiment des Vaters.

    Dieser lässt sich sein Herz nach und nach erweichen, vor allem weil Maria auch die Musik wieder ins Haus bringt. Musik, die, wie es zu jedem ordentlichen Musical gehört, zu keinem Zeitpunkt weiter als fünf Minuten entfernt zu sein scheint. Der Hausherr löst seine eigentliche Verlobung auf, um sich ganz Maria zu widmen; und auch die Kinder lieben sie über alles. Sie werden von einem Freund der Familie überredet, ihre Musikalität auf der Bühne auszuleben und alles scheint ein Happy End in Salzburg zu nehmen, das man schon auf 700 km aus Berlin hat kommen sehen.

    Aber nein! Nein! Der Film nimmt hier eine düstere Wendung, um Tiefe zu erlangen!

    Während im ersten Teil die Romanze zwischen Maria und dem Hausherrn beleuchtet wird, schlägt in der letzten halben Stunde die Nationalsozialistische Realität der end- 30er n aller Härte zu und die von Trapps beschließen über die Berge zu fliehen um nicht in die Hände der Nazis zu geraten.

    Einige der berühmtesten Songs der Filmgeschichte kommen aus diesem Musical. Unter anderem ein Song der den Kindern Musiktheorie auf niedrigschwelligste Weise beibringt. Do Re Mi. Plor du hattest eine Anleitung zum singen. Kannst du s jetzt? Willst du uns diesen Song einmal zum besten geben?

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  19. Episode 285: Die Reise ins Labyrinth - David Bowie und Jennifer Connelly spielen mit Puppen

    Die Teenagerin Sarah ist genervt. Genervt von der Uhrzeit, zu der sie zu Hause sein muss, genervt von ihrer strengen Stiefmutter, und vor allem genervt von ihrem Stiefbruder Toby, dem lauten, quengeligen …

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    Die Teenagerin Sarah ist genervt. Genervt von der Uhrzeit, zu der sie zu Hause sein muss, genervt von ihrer strengen Stiefmutter, und vor allem genervt von ihrem Stiefbruder Toby, dem lauten, quengeligen Windelträger, für den sie Babysitter spielen muss, weil ihre Eltern ausgehen. Also macht sie das, was man als 16 Jährige halt so macht, wenn ein Baby einem den Abend vermiest: Sie beschwört vor ihrem Spiegel den Goblin König, er möge doch bitte kommen und Klein Toby mit sich nehmen. Dumm nur, dass ihr Wunsch erfüllt wird: Der Goblin König Jareth taucht mit seiner Gefolgschaft tatsächlich auf und entführt kurzerhand den nervigen Babybruder. Die reumütige Sarah will Toby um jeden Preis zurückhaben und Jareth gibt er auch ihre Möglichkeit: Wenn sie es schafft innerhalb von 13 Stunden sein Labyrinth zu durchqueren, darf sie ihren Bruder wieder in die Arme schließen. Sarah gewinnt in dem Zwerg Hoggle, dem Trollriesen Ludo und dem Fox Terrier Sir Didymus Mitstreiter und macht sich auf den beschwerlichen Weg durch verwirrende Gänge, mit Händen gefüllte Höhlen, Stinkesümpfe und die Kobolstadt, während Jareth in seinem Schloss mit Toby und den Kobolden eine wilde Party feiert.

    Die Reise ins Labyrinth aus dem Jahr 1986, der zweite große Jim Henson Fantasyfilm nach The Dark Crystal. Da dieser reine Puppenfilm ein großer Flop war, beschloss Henson für den Audience Appeal auch ein paar Menschen in dem Szenario zu platzieren, namentlich die Nachwuchsdarstellerin Jennifer Connelly und den Rockstar David Bowie… ihr wisst schon, Bowie in seiner 80s Form, die für alle Fans des Chamäleons zu seiner besten Schaffensphase zählt (Denn wer braucht schon eine Glamrock-Oper wie Ziggy Stardust oder eine Protopunk-Orgie wie Diamond Dogs, wenn er den süßen Synthpop von Tonight und Never let me down haben kann… aber ich schweife ab).

    Johannes, ich weiß, du hast einen Bruder, der deutlich jünger ist als du. Hast du ihm auch als Teenager den Goblin King auf den Hals gehetzt und bist dann dreizehn Stunden durch ein Labyrinth geirrt, um am Ende auf Escher-Treppen gegen David Bowie zu kämpfen?

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  20. Episode 284: Halt auf freier Strecke - Heute reden wir übers Sterben

    Frank, Anfang/Mitte 40, Lagerarbeiter, Familie mit zwei Kindern, mitten im Leben stehend, bekommt die schlimmste Diagnose, die man sich vorstellen kann. Ein Hirntumor, bösartig, ohne Aussicht auf Heilung. Seine …

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    Frank, Anfang/Mitte 40, Lagerarbeiter, Familie mit zwei Kindern, mitten im Leben stehend, bekommt die schlimmste Diagnose, die man sich vorstellen kann. Ein Hirntumor, bösartig, ohne Aussicht auf Heilung. Seine Lebenserwartung, vielleicht ein paar Monate. Zusammen mit seiner Frau, der BVG-Fahrerin Simone, muss er darüber nachdenken, wie er dies seinen beiden Kindern Lily und Mika erzählen kann, wie er behandelt werden möchte, und ganz generell, wie seine letzten Wochen auf der Erde aussehen sollen. Neben der belastenden Strahlentherapie versucht die Familie so gut es geht, Alltag zu leben: Schule, Sport, gemeinsame Quality Time und ein Besuch im Tropical Island stehen auf dem Programm. Aber der Tumor macht sich stärker und stärker bemerkbar: Frank wird von Kopfschmerzen geplagt, verliert mehr und mehr die Orientierung und wird immer schneller zum Pflegefall.

    Die letzten Tage eines Menschen mit schwerer persönlichkeitsverändernder Krankheit: Andreas Dresen erzählt dies in Halt auf freier Strecke aus dem Jahr 2014 in einem realistischen, lakonischen Ton, der umso brutaler die Tragik der Situation offenbart. Immer dabei das iPhone, das den Familienalltag in intimen Nahaufnahmen einfängt. Auch immer dabei, der Tumor, zuerst als abstrakte Angst, dann als Terror im familiären Alltag, schließlich ganz real als Mann, der im Radio zu hören ist, in der Harald Schmidt Show auftritt und neben Frank im Bett schläft.

    Johannes, wir haben im Laufe unseres Podcasts schon so manches Tabuthema angefasst. Aber das größte Tabuthema überhaupt haben wir bisher nur in Liebe von Michael Haneke gestreift, und auch da fast so en passant. Deshalb muss ich dich jetzt erst einmal fragen. Fühlst du dich gewappnet, heute über das Sterben zu reden?

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  21. Episode 283: Ein Königreich für ein Lama - Anarchie in Disneyland

    1 Std. 34 Min.

    Kusco – Der Herrscher eines alten Inka-Reiches findet sich in ein Lama verwandelt im Schlamm eines verregneten Waldes wieder. Wie konnte es DAZU kommen? Er beteuert unschuldig zu sein und keine Fliege etwas zu …

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    Kusco – Der Herrscher eines alten Inka-Reiches findet sich in ein Lama verwandelt im Schlamm eines verregneten Waldes wieder. Wie konnte es DAZU kommen?

    Er beteuert unschuldig zu sein und keine Fliege etwas zu leide tun zu können, aber wir merken schnell: dieser spätpubertierende Diktator ist das schlimmste was je einem Land passieren könnte: Ein Idiot, der nicht mal versteht, was er tut, als er seine Pläne offenbart, ein komplettes Dorf auszurotten um ein Disneyland dorthin zu bauen. Japp. Ein Disneyland als Evil-Plan in einem… Disneyfilm.

    Also braucht es die faltige Yzma und den treudoofen Kronk, die ihn in ein Lama verwandeln, und dann den einfachen Lama-Hirte Patcha, der ihm zeigt, was es bedeutet, eine echte Verbindung zu einem anderen Lebewesen zu haben, um ihm das Leben zu retten und schließlich zurück in einen Menschen zu verwandeln. Diesmal einen mit echten Gefühlen, die über sein eigenes Ego hinausgehen.

    The Emporer’s New Groove lebt vom Tempo und seinen überdrehten Figuren und markiert eine Abkehr vom „König der Löwen“-Drama hin zu einer Komödie mit einer Gagdichte, die es sicherlich vorher so nie gab und die auch später wieder seltener wurde. Für die Zuschauer im Jahr 2000 sicherlich ein bis zu Unkenntlichkeit verändertes Disney, was nicht sofort zum Erfolg geführt hat.

    Plor, konntest und kannst du mit dieser 180 Grad-Wendung von Disney etwas anfangen?

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  22. Episode 282: Masters of the Universe (1987) - He-Man, vom Actionspielzeug zum Dolph Lundgren

    Achja, He-Man… euch Jungspunden sagt das vielleicht jetzt ziemlich wenig, aber für mich als Kind der 80er Jahre war das damals das Actionspielzeug schlechthin. Und so ist es auch nur zu logisch, dass sich …

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    Achja, He-Man… euch Jungspunden sagt das vielleicht jetzt ziemlich wenig, aber für mich als Kind der 80er Jahre war das damals das Actionspielzeug schlechthin. Und so ist es auch nur zu logisch, dass sich Mattell irgendwann dachte: “Och, daraus können wir auch eigentlich nen Film machen.” Nur problematisch, wenn man relativ wenig Budget zur Verfügung stellt und sich mit der chaotischsten Produktionsbuzze in ganz Hollywood einlässt.

    Die verlegen, um Geld zu sparen, das Geschehen kurzerhand vom fantastischen Planeten Eternia in das USA ihrer Zeit. Genau dort landen die Heroen He-Man, Teela und Duncan nämlich gemeinsam mit dem Schlüsselmeister Gwyldor, nachdem der böse Skeletor Schloss Grayskull eingenommen hat und die Zauberin in seiner Gefangenschaft hält. Um das Böse zu besiegen und Eternia zu retten brauchen unsere Helden einen kosmischen Schlüssel, der allerdings den Teenagern Julie und Kevin in die Hände fällt. Und das Böse ruht natürlich auch nicht. Skeletor weiß mittlerweile, wo sich seine Feinde und der Schlüssel befinden und schickt seine eigene Monsterschar los, um den Planeten Erde ordentlich aufzuwühlen.

    Masters of the Universe aus dem Jahr 1987, eine Fish out of Water Geschichte, die relativ wenig mit der ursprünglichen Spielzeug- oder Zeichentrickserie gemein hat. Entsprechend negativ fielen die Kritiken damals wie heute aus. Und wisst ihr was? Ich versuche, euch und Johannes heute davon zu überzeugen, warum die alle Unrecht haben.

    Aber first things first. Johannes hattest du als Kind der 80er Jahre aus dem Osten irgendwelche Anknüpfungspunkte an He-Man oder andere Actionfiguren?

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  23. Episode 281: The Sixth Sense - The One Time M. Night Shyamalan Got Everything Right

    Der Kinderpsychologe Malcolm Crowe bekommt eines Tages Besuch von einem ehemaligen Patienten, der völlig am Ende zu sein scheint. Er wirft ihm vor ihm nicht ausreichend geholfen zu haben, aber es bleibt ein …

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    Der Kinderpsychologe Malcolm Crowe bekommt eines Tages Besuch von einem ehemaligen Patienten, der völlig am Ende zu sein scheint. Er wirft ihm vor ihm nicht ausreichend geholfen zu haben, aber es bleibt ein kurzer Besuch, denn zwei Schüsse werden abgefeuert. Das Drama kocht kurz hoch… und schon müssen wir die Szenerie wieder verlassen. Wir springen in die Zukunft, wo der Kinderpsychologe auf einen jungen neuen Patienten wartet. Er hofft, mit diesem mehr Erfolg zu haben.

    Das Kind redet wie ein Erwachsener, scheint Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen zu haben und sieht tote Menschen. Diese toten Menschen wissen nicht dass sie tot sind. Was sie nicht davon abhält, gruselig zu sein und das Kind gehörig zu traumatisieren. Der Kinderpsychologe braucht so seine Zeit dem Kind zu glauben, und wirft mit unglaubwürdigen Diagnosen um sich, bis er sich dem übernatürlichen ergibt und dem Kind das einzige rät was er halt als Psychologe zu tun weiß: „Hör dir die Sorgen der Geister an, seien sie noch so gruselig. Nur dann kannst du damit klarkommen.“

    Und tatsächlich. Calvin und Hobbes gehen zu der Beerdigung eines verstorbenen Mädchens, das dem Kind verraten hatte, dass ihre Todesursache das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom ihrer Mutter war. Dort klären sie ohne viel Brimborium den Fall und hauen wieder ab. So wird es Zeit, Abschied zu nehmen. Das Kind muss sein bestes Leben leben. Und der Kinderpsychologe endlich verstehen (Achtung Spoiler!) dass er die ganze Zeit tot war und seiner Frau Lebewohl sagen muss. Was für ein Mic Drop am Ende. Uff.

    So. Plor, ich habe ein paar fragen an dich. Aber das wichtigste als erstes: du als anglophiler Phonetikspezialist wirst jetzt ein für alle mal klären… wie spricht man diesen Titel aus??

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  24. Episode 280: Mary and Max - Depressive Knetmännchen feiern Geburtstag

    Die achtjährige Mary, die im Australien des Jahres 1976 lebt, ist ein äußerst einsames Kind: Ihr Vater beschäftigt sich lieber mit seinen ausgestopften Vögeln als mit seiner Familie, ihre Mutter ist eine …

    Shownotes

    Die achtjährige Mary, die im Australien des Jahres 1976 lebt, ist ein äußerst einsames Kind: Ihr Vater beschäftigt sich lieber mit seinen ausgestopften Vögeln als mit seiner Familie, ihre Mutter ist eine alkoholabhängige Kleptomanin und in der Schule wird sie wegen eines auffälligen Muttermals auf ihrer Stirn gehänselt. In ihrer Einsamkeit beschließt sie, sich einen Brieffreund zu suchen. Der willkürliche Griff ins Telefonbuch erwählt dabei den 44 Jahre alten New Yorker Max, der ebenfalls sein Kreuz zu tragen hat: Er ist ebenfalls einsam, hat Asperger, ist übergewichtig und kommt weder mit der Welt noch ihren menschlichen Bewohnern klar: Aber wie Mary besitzt er eine unbändige Neugier, liebt es, sich existenzielle Fragen zu stellen, liebt wie Mary die Cartoonserie Noblets und ist Erfinder solch großartiger Mahlzeiten wie Schokoladen Hot Dogs.

    Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine enge Brieffreundschaft, in der sie sich über ihr Leben austauschen, Max’ Marys Fragen beantwortet und sie ihm auf ihre kindliche Art hilft, mit dem harten New Yorker Alltag besser klarzukommen. Aber ihre Briefe voll mit Mobbinggeschichten, Fragen zu romantischen Beziehungen und Sexualität lösen in Max auch immer wieder Panikattacken aus, die ihre Beziehung in einem fragilen Zustand halten. Als die mittlerweile erwachsene Mary Psychologie studiert und ihre Thesis über Max’ Krankheit schreibt, kommt es zum endgültigen Bruch. Und so fallen beide wieder in ihre Einsamkeit zurück. Aber eine kleine Hoffnung auf Versöhnung und vielleicht sogar ein Real Life Treffen bleiben bestehen.

    Mary and Max aus dem Jahr 2009 von Adam Elliot. Ein Claymotion-Film aus einer Zeit, in der CGI schon lange das Animationsfeld übernommen hat: Wer sich hier leichte Wallace and Gromit Skurrilität erhofft, ist allerdings an der falschen Adresse. Im Gegensatz zu seinem britischen Kollegen Nick Park taucht Adam Elliot tief hinab in düstere, harte, traurige Themen: Mobbing, Alkoholismus, Depression, Psychopathologie, Suizidalität… Johannes, war das zuviel für dein sensibles Herz?

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  25. Episode 279: Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart und Ingmar Bergman (Trollflöjten)

    1 Std. 53 Min.

    Prinz Tamino ist auf der Flucht vor einem schrecklichen Ungeheuer. Gott sei Dank wird er von drei mysteriösen Kriegerinnen und ihrer Anführerin, der Königin der Nacht, gerettet. Und diese hat auch gleich einen …

    Shownotes

    Prinz Tamino ist auf der Flucht vor einem schrecklichen Ungeheuer. Gott sei Dank wird er von drei mysteriösen Kriegerinnen und ihrer Anführerin, der Königin der Nacht, gerettet. Und diese hat auch gleich einen Auftrag für ihn: Er soll ihre Tochter Pamina aus den Händen des tyrannischen Herrschers Sarastro befreien. Unterstützung erhält er durch eine magische Flöte und den fröhlichen Vogelfänger Papageno, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seine Papagena zu finden. Mit der Hilfe von drei Knaben gelangen sie in das Reich von Sarastro: Doch Oh Plottwist, oh Wunder: Dieser entpuppt sich als Vater von Pamina und weiser König eines aufgeklärten Geheimbundes. Er hält Pamina nur bei sich, um zu verhindern, dass die Königin der Nacht die ganze Welt vernichten kann. Tamino, der sich mittlerweile natürlich unsterblich in Pamina verliebt hat, soll beweisen, dass er würdig ist, diese zu heiraten und mit ihr zusammen die Nachfolge Sarastro anzutreten. Drei Prüfungen warten auf ihn und seinen Gefährten Papageno. Aber die Königin der Nacht ruht nicht in ihrem Groll und bedroht mit der Unterstützung des verräterischen Dieners Monastros das junge Glück und das Schicksal der Welt.

    Die Zauberflöte, Libretto Emanuel Schikaneder, Musik Wolfgang Amadeus Mozart, einer der großen Klassiker der Operngeschichte aus dem Jahr 1791, hier inszeniert von Ingmar Bergman 1975 auf schwedisch und mit ein paar kleinen – aber feinen – Eigenheiten. Auch wenn er sich inhaltlich sehr nah am Original orientiert, öffnet Bergman das Singspiel auf gleich mehrfache Weise: Richtung Theaterpublikum, dessen Reaktionen wir als Zuschauer beiwohnen dürfen, Richtung Film, indem er mit einer ausgeklügelten Kameraarbeit und so manchen cineastischen Special Effects arbeitet. Und nicht zuletzt Richtung Backstage, indem er die Mechanismen des Theaters transparent macht und die Besetzung in ihrer Pause beobachtet. Und so entsteht eine irgendwie traditionelle, irgendwie auch sehr moderne Inszenierung und einer meiner liebsten Filme von der schwedischen Regielegende, obwohl er als TV-Produktion und Mozart-Exegese aus seinem sonstigen Werk heraussticht.

    Johannes, ich weiß, du bist kein großer Bergman-Fan. Wolfgang Amadè kannst du aber durchaus was abgewinnen. Und dass du die Zauberflöte magst, hast du letzte Woche ja auch schon durchblicken lassen. Also dann… hinein ins Vergnügen mit der Frage: Was zur Hölle ist das für ein absurdes, inkonsistentes, von offenen Fragen durchlöchertes Libretto?

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  26. Episode 278: Amadeus - Oder: Die Ermordung des Wolfgang Mozart durch den Bösewicht Antonio Salieri

    2 Std. 24 Min.

    Bei einem Film der Amadeus heißt, würde man davon ausgehen, dass man sich einen dreistündigen Wikipedia-Artikel zum Leben von Wolfgang Amadeus Mozart anschauen muss. Dass es sich aber viel mehr um eine von …

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    Bei einem Film der Amadeus heißt, würde man davon ausgehen, dass man sich einen dreistündigen Wikipedia-Artikel zum Leben von Wolfgang Amadeus Mozart anschauen muss. Dass es sich aber viel mehr um eine von Fakten unbeirrte psychologische Betrachtung von Mozarts Kontrahenten Antonio Salieri handelt, überrascht und ist der eigentlich Geniestreich. Salieri schließt als Jugendlicher einen Pakt mit Gott, dass er sein Talent diesem in den Dienst stellt, so lange er ihn zum großen Musiker macht. Dieser Pakt endet, als Salieri dem Wunderkind Wolfgang Amadeus begegnet und feststellen muss, dass diesem alles zufällt, was er sich so schwer erarbeiten musste.

    Er schwört Gott ab und beschließt diese liederliche Kreatur – wie er den großen Komponisten nennt – zur Strecke zu bringen. Wir sehen also Mozarts Leben durch die Brille des neidischen und rachsüchtigen Antonio… der nicht so ganz dem historischen Komponisten Antonio Salieri entspricht, dafür aber einer der größten Schurken der Filmgeschichte ist.

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  27. Episode 277: The Life of Chuck - Stephen King minus Horror plus Gefühl

    1 Std. 33 Min.

    Am Anfang des Films steht Kapitel 3: Die Welt geht unter. Und zwar so richtig: Das Internet fällt aus, Kalifornien wird vom Meer verschluckt, in Deutschland gibt es Vulkanausbrüche und irgendwann beginnt auch …

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    Am Anfang des Films steht Kapitel 3: Die Welt geht unter. Und zwar so richtig: Das Internet fällt aus, Kalifornien wird vom Meer verschluckt, in Deutschland gibt es Vulkanausbrüche und irgendwann beginnt auch der Himmel sich nach und nach aufzulösen. Und dann sind da plötzlich über all diese Werbeanzeigen für den Buchhalter und seine Verabschiedung in den Ruhestand: “Charles Krantz – 39 großartige Jahre, Danke Chuck”. Sie tauchen auf Billboards auf, im Radio und im Fernsehen. In diesen schrägen Zeiten beschließt der High School Lehrer Marty seine Ex-Frau Felicia zu besuchen, um zum Ende der Welt bei ihr zu sein.

    Kapitel 2: Chuck tanzt. Und zwar so richtig. Ohne zu wissen wieso, bleibt der Buchhalter auf einer Strandpromenade stehen, wo die Straßenmusikerin Taylor Drums spielt. Und er beginnt zu tanzen, zuerst allein, schließlich mit der jungen Janice, die gerade von ihrem Freund verlassen wurde. Kapitel 1: Chuck ist ein Kind und das Schicksal schlägt hart zu. Und zwar so richtig: Seine Eltern sterben beide bei einem Verkehrsunfall, und Chuck muss fortan bei seinen Großeltern leben. Aber er kommt gut klar mit den beiden alten Leuten: Von seinem Großvater lernt er alles über Mathematik und Buchhaltung. Und von seiner Großmutter erhält er erstklassige Lektionen im Tanzen und wird zum besten Tänzer seiner Schule. Aber es gibt ein Mysterium in dem Haus, in dem sie zusammen leben: Das Dachgeschoss in der viktorianischen Copula: Irgendetwas gibt es dort, was er auf keinen Fall sehen soll.

    The Life of Chuck aus dem Jahr 2024: Drei Episoden, die sich um die Frage drehen: Wer ist dieser Chuck? In der ersten Episode ist er ein Mysterium, ein Rätsel. In der zweiten eine wundervolle Skurrilität. Und in der Dritten endlich ein Mensch. Ein komischer Film, vor allem weil er so simpel ist: Das vermeintlich große Mysterium am Anfang wird schon im ersten Drittel aufgelöst. Unbeholfen wird gegen Ende noch ein zweites Mysterium eingeführt. Aber daneben haben wir hier vor allem Feel Good Kino vor uns, und dann auch noch ausgerechnet auf einer Kurzgeschichte von Stephen King basierend.

    Ich weiß doch auch nicht warum, aber irgendwie hat mich dieser Film berührt: Trotz seiner Naivität, seiner Sentimentalität, seinem kompletten Verzicht auf Zynismus. Vielleicht auch gerade deswegen… und doch schwanke ich. Ist das vielleicht zu viel… Kitsch?

    Johannes, hilf mir!

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  28. Episode 276: The Big Lebowski - Talkin' about the Dude

    1 Std. 48 Min.

    „Der Dude“ Lebowski hat keine Lust mehr auf die Proteste seiner Jugend in den 60ern und all den Shit. Er will einfach nur baden und bowlen. Ganz in Ruhe. Dass ihm da zwei Kleinkriminelle auf den Teppich pissen …

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    „Der Dude“ Lebowski hat keine Lust mehr auf die Proteste seiner Jugend in den 60ern und all den Shit. Er will einfach nur baden und bowlen. Ganz in Ruhe. Dass ihm da zwei Kleinkriminelle auf den Teppich pissen, ist zwar scheiße, aber auch davon hätte er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wenn nicht Walter, sein Bowling Kumpel, ihn rein gequatscht hätte, der Sache auf den Grund zu gehen.

    Da liegt nämlich eine Verwechslung vor. Die Teppich-Pisser waren eigentlich hinter einem anderen Lebowski hinter her. Einem Millionär. Der wiederum weigert sich den Teppich zu ersetzen, hat aber einen Auftrag für den Dude:
    Er soll das Lösegeld einer Erpresserbande übergeben, um seine Frau nach einem Kidnapping wieder zu bekommen. Also die Frau vom Big Lebowski, nicht die vom Dude Lebowski.

    Nach und nach erhärtet sich der Verdacht, dass sie Frau nichts von der Entführung weiß. Und auch nichts von einem abgeschnitten Zeh, der die Skrupellosigkeit der Entführer unterstreichen soll. Wie sich herausstellt, ist der Millionär pleite und will das Geld für sich. Seine Frau chillt einfach nur mit Freunden in Palm Springs.

    Die tatsächlich existierenden Erpresser sind nur auf den Zug aufgesprungen, um Geld aus der Sache zu schlagen.
    Ein Krimi ohne Krimi zu sein, ein Ermittler, der keiner sein will, ein Lehrstück ohne Lehre. Oder Plor?

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  29. Episode 275: Der Würgeengel - ein surrealer Publikumswunsch

    1 Std. 21 Min.

    Nachdem die feine Gesellschaft in der Oper war, werden sie vom Ehepaar Nobile noch zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. Auch dass die Bediensteten nach und nach das Anwesen der Nobiles verlassen, kann …

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    Nachdem die feine Gesellschaft in der Oper war, werden sie vom Ehepaar Nobile noch zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen. Auch dass die Bediensteten nach und nach das Anwesen der Nobiles verlassen, kann die Feierlaune nicht trüben: Man unterhält sich, man speist und trinkt, man lauscht einem Klavierstück der hoffnungsvollen Nachwuchspianistin. Und dann wäre es eigentlich Zeit aufzubrechen… Nur das mag niemandem so recht gelingen. Die Festgesellschaft bleibt einfach im Salon, verbringt dort sogar – gegen alle gesellschaftlichen Konventionen – die Nacht. Und dann dämmert es den Leuten so langsam: Sie sind eingeschlossen, können den Salon nicht verlassen. Warum weiß keiner. Aber der Weg sowohl zur Außenwelt als auch den anderen Räumen des Hauses ist wie durch eine magische Barriere verschlossen.

    Man diskutiert darüber, woran es liegen könnte, versucht sich einzurichten, schmiedet Fluchtpläne… Schließlich macht sich Verzweiflung breit, Misstrauen, die tierischen Instinkte kommen hervor, während die Aussicht auf Rettung immer weiter schwindet.

    Luis Buñuel, zusammen mit Salvador Dali und dem andalusischen Hund 1929 der Vater des surrealistischen Kinos. Er sollte noch Filme drehen, lange nachdem die Bewegung erloschen war: In Spanien, Frankreich und nach dem zweiten Weltkrieg vor allem in Mexiko. In seinem letzten mexikanischen Film “Der Würgeengel” entwirft er die klaustrophobische Parabel eines Bürgertums, das auf sich selbst zurückgeworfen wird: Mit schrägen Repetitionen, surrealen Einwürfen und viel Symbolismus.

    Johannes, sind die Hölle die Anderen?

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  30. Episode 274: Hair (1979) - Love, Peace and two very different Opinions

    1 Std. 39 Min.

    New York, 1967. Peak Hippie! Im Januar hat ein großes Human Be-In San Francisco zum Zentrum des Hippietum gemacht, das Time Magazine veröffentlicht einen großen Leitartikel, der sich mit der Hippie-Kultur …

    Shownotes

    New York, 1967. Peak Hippie! Im Januar hat ein großes Human Be-In San Francisco zum Zentrum des Hippietum gemacht, das Time Magazine veröffentlicht einen großen Leitartikel, der sich mit der Hippie-Kultur auseinandersetzt und Woodstock lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Und dann sind da diese beiden Broadway-Schauspieler, die ein Musical über die Bewegung machen. Hair popularisiert als vielleicht erstes großes Rock-Musical die Hippies, sorgt für so manchen kleineren und größeren Skandal und füllt die Hallen der Musiktheater. Ein ebenso überraschender wie folgerichtiger Erfolg.

    Hollywood 1979. Der Vietnamkrieg ist vorbei, die Mansons haben Amerika schockiert, und die Hippiekultur hat lange Platz gemacht für Disco, Punk und Metal. Und dann ist da dieser tschechische Regisseur, Milos Forman, der das Musical Hair zehn Jahre nach dem Hippieboom von der Bühne auf die Leinwand holt. Die Songs behält er bei, aber der ursprünglich sehr losen, episodischen Handlung des Konzeptmusicals verpasst er eine dramaturgische Generalüberholung:

    In seinem Film geht es um das amerikanische Landei Claude, der, bevor er eingezogen wird, ein paar Tage in New York verbringt. Dort trifft er auf die Hippie-Clique des charismatischen Berger und verliebt sich obendrein in Sheila, eine junge Frau aus besserem Haus. Die Hippies helfen ihm, die Aufmerksamkeit der Angebeteten auf sich zu ziehen und gemeinsam erleben sie eine Zeit von Sex, Drugs, Rock & Roll, Peace und Love. Bis die Realität – und das amerikanische Militär – Claude zurückfordern. Doch einen letzten Moment der Freiheit darf er vor seinem Trip nach Vietnam noch genießen, wenn Berger mit ihm kurz die Rollen tauscht und seiner statt im Militärlager spalier steht. Dumm nur, dass es genau in diesem Moment in den Krieg geht. Der unbeholfene Hippie muss nach Vietnam und am Schluss bleibt von ihm nur ein weißer Grabstein auf dem Soldatenfriedhof, wie es in dieser Zeit viel zu viele gab.

    Ich habe Hair als junger Mann sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand gesehen. Und obwohl ich nie ein Hippie war, haben mich beide Versionen damals sehr bewegt, selbst über 20 Jahre nach der Peak-Hippie-Zeit. Johannes, hast oder hattest du irgendwann mal in deinem Leben einen Bezug zur Hippiekultur?

    Der Beitrag Episode 274: Hair (1979) – Love, Peace and two very different Opinions erschien zuerst auf muss man sehen Film-Podcast.

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