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Android Auto statt UKW: So wird SoundNode zum Autoradio

Radio bleibt im Auto die Nummer eins, der Empfangsweg ändert sich aber. Aktuelle Zahlen, Screenshots und ehrliche Grenzen: So kann SoundNode mit Android Auto das klassische UKW-Radio ablösen.

SoundNode in Android Auto auf dem Bildschirm im Auto: Player mit Radio BOB! neben der Navigation

Im Auto läuft Radio bei vielen noch über die eingebaute Antenne. Dabei hat der Bildschirm im Armaturenbrett längst eine Alternative: Android Auto. Mit der SoundNode-App hörst du dort Sender aus aller Welt und Podcasts, ganz ohne Frequenzsuche und ohne neues Gerät. Hier liest du, was aktuelle Studien über das Hören im Auto sagen, wie SoundNode in Android Auto aussieht und wo UKW weiter im Vorteil bleibt.

Die Zahlen: Radio bleibt, der Empfangsweg ändert sich

Die aktuellste Quelle für Deutschland ist der Online-Audio-Monitor 2026, eine repräsentative Befragung von 5.206 Menschen ab 14 Jahren aus dem Frühjahr 2026, beauftragt von Medienanstalten und Branchenverbänden. Sie widmet dem Auto ein eigenes Kapitel.

29,9 Mio.

hören im Auto Online-Audio

17,8 Mio.

hören im Auto Webradio

2,8 Mio.

hören Radio im Auto meist über Android Auto

250 Mio.

Autos weltweit sind mit Android Auto kompatibel

So sind die Zahlen zu lesen: Die ersten drei gelten für Deutschland und nur für Menschen, die im Auto Online-Audio hören, nicht für alle Autofahrer. Diese Gruppe umfasst 42,1 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. 2025 waren es 44,8 Prozent, 2024 waren es 41,0 Prozent. Googles Wert „mehr als 250 Millionen“ zählt kompatible Autos weltweit, nicht aktive Nutzer.

Diagramm: Was Online-Audio-Hörende im Auto hören, 2025 und 2026 in Prozent. Radio über UKW/DAB+ 75,9 und 73,6. Musikstreaming 61,0 und 69,8. Webradio 52,6 und 59,5. Eigene Musik und Hörspiele 37,8 und 33,2. Podcasts 20,8 und 27,6. Hörbücher und Hörspiele im Internet 12,4 und 13,1.
Quelle: Online-Audio-Monitor 2026, Bericht S. 31. Basis: 29,9 Millionen Menschen ab 14 Jahren, die im Auto Online-Audio hören (n = 2.145)

Radio über UKW und DAB+ liegt in dieser Gruppe mit 73,6 Prozent weiter vorn, hat gegenüber 2025 aber leicht verloren. Webradio stieg im selben Zeitraum von 52,6 auf 59,5 Prozent, Musikstreaming und Podcasts legten ähnlich stark zu. Radio insgesamt, also über Antenne oder Internet, wuchs sogar von 80,9 auf 83,7 Prozent. Die Hörerinnen und Hörer bleiben dem Radio treu, es kommt nur öfter aus dem Netz.

Diagramm: Wie Radio im Auto am häufigsten läuft, in Prozent. Radiofunktion des Autos oder Infotainmentsystem 65,8. Android Auto 11,1. Smartphone direkt ohne Android Auto und CarPlay 9,2. Apple CarPlay 8,4. Der Rest entfällt auf andere Wege oder keine Angabe.
Quelle: Online-Audio-Monitor 2026, Bericht S. 33. Basis: 25 Millionen Menschen ab 14 Jahren, die im Auto Online-Audio und Radio hören (n = 1.840)

Die eingebaute Radiofunktion ist weiter der häufigste Weg. Android Auto liegt mit 11,1 Prozent aber schon auf Platz zwei, das sind rund 2,8 Millionen Menschen. Dass sich das Hören mit solchen Systemen verschiebt, legen Zahlen aus den USA nahe: Laut Edison Research entfielen im zweiten Quartal 2025 in Autos ohne CarPlay und Android Auto 62 Prozent der Audiozeit auf AM/FM-Radio, in Autos mit einem der beiden Systeme nur 47 Prozent. Das zeigt einen Zusammenhang, aber keine Ursache, und der US-Markt ist anders aufgebaut, dort spielt etwa Satellitenradio eine Rolle.

Auch beim Autokauf zählt die Verbindung zum Smartphone. In einer McKinsey-Umfrage von 2024 mit 30.000 Befragten in 15 Ländern nannten 35 Prozent der Verbrenner-Käufer und 30 Prozent der E-Auto-Käufer ein fehlendes CarPlay oder Android Auto als Ausschlusskriterium.

Die Schwachstelle nennt der Online-Audio-Monitor ebenfalls: Den Radiobereich finden 95,4 Prozent in der Radiofunktion des Autos leicht, aber nur 85,7 Prozent in Android Auto. Und 49,2 Prozent derer, die Radio vor allem über Android Auto hören, sagen, dass sie dort andere Audio-Angebote schneller starten können als Radio. Eine Radio-App muss also vor allem eines können: Der Lieblingssender muss mit einem Tipp oder einem Satz laufen.

UKW wird weniger, aber nicht über Nacht

Einen bundesweiten Abschalttermin gibt es in Deutschland nicht. Das Netz wird trotzdem dünner: Der MDR hat angekündigt, zum 1. September 2026 zehn weitere UKW-Frequenzen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen abzuschalten. Schleswig-Holstein will den Parallelbetrieb von UKW und DAB+ bis 2031 beenden. Norwegen hat 2017 als erstes Land begonnen, UKW abzuschalten. Dass der Weg nicht geradlinig ist, zeigt die Schweiz: Dort hat das Parlament das UKW-Ende Ende 2025 erneut verschoben.

Der offizielle Nachfolger von UKW ist DAB+. Laut den Audio Trends 2026 hören 25 Millionen Menschen innerhalb von vier Wochen Radio über DAB+, Webradio erreicht mehr als 17 Millionen, und mehr als ein Viertel der Bevölkerung ab 14 Jahren hat ein DAB+-Autoradio. Wer noch ein reines UKW-Radio im Auto hat, braucht für DAB+ meist einen Adapter, der laut netzwelt etwa 20 bis 40 Euro kostet. Kann dein Auto oder dein Radio Android Auto, kommst du auch ohne zusätzliches Gerät an Webradio.

So sieht SoundNode in Android Auto aus

  • Android
  • Kostenlos, ohne Premium

SoundNode erscheint als eigene App auf dem Bildschirm im Auto. Die Oberfläche kommt von Android Auto, sie ist also für die Bedienung im Auto gemacht und sieht in jedem Modell vertraut aus. Auf breiten Bildschirmen läuft die Navigation daneben weiter.

SoundNode in Android Auto: Player mit Logo von Radio BOB!, Pause, Sender zurück und weiter, Stopp und Herz; rechts daneben die unkenntlich gemachte Karte von Google Maps
Radio neben der Navigation. Alle Bilder sind in Googles Testumgebung für Android Auto entstanden (Desktop Head Unit), die Karte haben wir für diesen Beitrag unkenntlich gemacht.
Reiter Favoriten in Android Auto: Senderlogos im Raster, darunter Sender aus Italien, Slowenien und Lettland
Deine Favoriten, auch aus Italien, Slowenien oder Lettland
Reiter Entdecken in Android Auto mit den Einträgen In deiner Region, Genres, Sammlungen und Ähnlich wie
Entdecken: Region, Genres, Sammlungen und ähnliche Sender
Suchergebnisse in Android Auto für den Wortteil ock: Rock Antenne, Hamburg Classic Rock, Ella Radio Blues Rock, Rock FM Rhein-Neckar, WDR 1Live Rock Hits und Planet Rock
Suche: Schon ein Wortteil liefert passende Sender
Deine Podcasts in Android Auto: Cover von Doppelgänger, 15 Minuten, heute journal und Apokalypse und Filterkaffee im Raster
Deine Podcasts, dazu „Weiterhören“ und geladene Folgen
  • Sofort da: Favoriten und Verlauf erscheinen in deiner Reihenfolge. Du musst die App am Handy vorher nicht öffnen.
  • Per Sprache: „Spiele 1LIVE auf SoundNode“, „Pause“ oder „Nächster Sender“. Während der Fahrt ist das der beste Weg.
  • Bedienung: Vor und zurück wechseln den Sender, auch über die Tasten am Lenkrad. Das Herz speichert ihn als Favoriten.
  • Laufender Titel: Schickt der Sender Titel und Künstler mit, stehen sie auf dem Bildschirm.
  • Podcasts: Du hörst dort weiter, wo du aufgehört hast, und springst 15 Sekunden zurück oder 30 vor.
  • Keine Anzeigen im Auto: Die App zeigt in Android Auto keine Werbung. Premium brauchst du dafür nicht.

26.900

Radiosender

130

Länder

17.000

Podcasts

48

Genres

UKW und SoundNode im Vergleich

Das kann UKW besser

  • Läuft ohne Smartphone und ohne Internet
  • Verbraucht kein Datenvolumen
  • Kaum Verzögerung, das zählt etwa bei Live-Fußball
  • Verkehrsfunk kann das Programm unterbrechen

Das kann SoundNode besser

  • Sender aus aller Welt statt nur der, die deine Antenne gerade empfängt
  • Dein Sender bleibt die ganze Strecke derselbe, solange du Netz hast
  • Logo und laufender Titel auf dem Bildschirm
  • Podcasts im selben Menü, auch vorab geladen
  • Suche und Sprachbefehle statt Sendersuchlauf

Was du brauchst und wo die Grenzen liegen

  • Auto: Ein Auto oder Nachrüstradio mit Android Auto, verbunden per Kabel oder je nach Modell kabellos.
  • Smartphone: Ein Android-Handy mit einer aktuellen SoundNode-App aus Google Play. In der Amazon-Version gibt es Android Auto nicht.
  • iPhone: Für Apple CarPlay gibt es SoundNode bisher nicht.
  • Datenvolumen: Ein Stream mit 128 kbit/s braucht rund 58 MB pro Stunde. Bei einer Stunde täglich an 22 Tagen sind das etwa 1,3 GB im Monat. Je nach Sender kann es weniger oder mehr sein.
  • Funklöcher: Bei der Messwoche der Bundesnetzagentur im Mai 2025 gab es an 0,76 Prozent der Messpunkte kein Netz. Auf einzelnen Strecken kann es schlechter aussehen. Reißt der Stream ab, versucht SoundNode mehrmals von selbst, neu zu verbinden. In längeren Funklöchern bleibt es trotzdem still, vorab geladene Podcast-Folgen laufen weiter.
  • Verzögerung: Webradio läuft meist einige Sekunden hinter UKW, das merkst du bei Live-Übertragungen.
  • Verkehrsfunk: Ein Stream unterbricht nicht von selbst für Staumeldungen. Die Verkehrslage zeigt dir die Navigation.
  • Werbung der Sender: Werbung im Programm läuft genauso wie im Radio.

In drei Schritten eingerichtet

  1. Installiere SoundNode aus Google Play und speichere deine Lieblingssender als Favoriten.
  2. Verbinde dein Smartphone mit dem Auto, per Kabel oder kabellos. Android Auto startet auf dem Bildschirm im Auto.
  3. Öffne SoundNode im App-Menü von Android Auto oder sage zum Beispiel: „Spiele 1LIVE auf SoundNode“.

Fazit: Kann Android Auto UKW ablösen?

Für viele Fahrten ja. Wer ein Auto mit Android Auto, ein Android-Smartphone und genug Datenvolumen hat, bekommt mit SoundNode mehr Auswahl, als eine Antenne je liefern kann, und braucht UKW im Alltag kaum noch. Für alle ist es das noch nicht: Ohne Netz bleibt es still, und ältere Autos ohne passenden Bildschirm bleiben außen vor. Du musst dich aber auch nicht entscheiden. Das Radio bleibt im Auto, und bei Funkloch oder leerem Akku ist UKW weiter nur einen Tipp entfernt.

Quellen

SoundNode im Auto ausprobieren

Die App ist kostenlos. Alle weiteren Funktionen findest du auf der App-Seite.

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